DE429855C - Herstellung von Wasch- und Bleichmitteln - Google Patents

Herstellung von Wasch- und Bleichmitteln

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DE429855C
DE429855C DESCH65934D DESC065934D DE429855C DE 429855 C DE429855 C DE 429855C DE SCH65934 D DESCH65934 D DE SCH65934D DE SC065934 D DESC065934 D DE SC065934D DE 429855 C DE429855 C DE 429855C
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DE
Germany
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peroxides
acids
detergents
resin
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Expired
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DESCH65934D
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Inventor
Dr Victor Scholz
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Chemische Werke Herkules G M B
Original Assignee
Chemische Werke Herkules G M B
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11DDETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
    • C11D3/00Other compounding ingredients of detergent compositions covered in group C11D1/00
    • C11D3/39Organic or inorganic per-compounds
    • C11D3/3945Organic per-compounds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
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  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
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  • Detergent Compositions (AREA)

Description

  • Herstellung von Wasch- und Bleichmitteln. Die im Handel befindlichen Waschpulver und Bleichmittel bestehen hauptsächlich aus einem Gemisch von Seifenpulver, Soda und Natriumperborat und weisen folgende prozentuale Zusammensetzung auf;
    Bestandteile Ozonit Persil Dixin
    Prozent Prozent Prozent
    Reinseife ....... 38 24 38
    Wasserglas ..... 3 8 3
    Soda .......... 23 28 24
    Wasser ........ 26 30 27
    Natriumperborat io io 8
    Summe.... I ioo I ioo I ioo
    Da die aus io g Natriumperborat abgespaltene Sauerstoffmenge etwa i g beträgt, so geben diese Waschmittel rund i Prozent aktiven Sauerstoff ab.
  • Man hat auch Perborate und anorganische Peroxyde bereits mit Seifen, Fetten und gesättigten Fettsäuren gemischt, um die anorganischen Sauerstoff abgebenden Bestand-1 teile eines Wasch- und Bleichmittels vor der Zersetzung an feuchter Luft zu bewahren.
  • Gegenstand vorliegender Erfindung ist die Heranziehung der Peroxyde und Ozonide ungesättigter organischer Säuren und deren Verbindungen zum aktiven Sauerstoff abspaltenden Hauptbestandteil von Wasch- und Bleichmitteln und die Ausnutzung der Waschkraft der .ungesättigten organischen Säuren unter Zuhilfenahme verseifend wirkender Ifittel, z. B. von Linoxyn, d. h. Leinölperoxydpolymerisaten und Harzperoxyden, «-elche mit Alkalien verseift werden und dabei bis zu 25 Prozent aktiven Sauerstoff abspalten.
  • Durch die Arbeiten von H a r r i e s und T h i e m eist bekannt, daß die ungesättigten organischen Säuren bei der Ozonisierung Ozonide und Peroxyde bilden und daß diese Verbindungen beim Behandeln mit Wasser und Natriumbikarbonat in reine Peroxyde übergehen, welche dann mit Wasser Wasserstoffsuperoxyd abspalten. Das bei der Ozonisierung von Ölsäure erhaltene Ozonid gibt ein Peroxyd, welches sich mit Wasser nach H a r r i e s wie folgt aufspaltet: t@lsiittreperoxyd + Wasser - Nonylaldehyd + Halbaldehyd der Azelainsäure -j- Wasserstoffsuperoxyd. Waschkraft besitzen die gebildeten Spaltungsprodukte Nonvlaldeliyd und Azelainsäure, Halbaldehyd jedoch nicht, so daß hier mir die im abgespaltenen Wasserstoffsuperoxyd enthaltene Menge aktiven Sauerstoffes als Bleichmittel in Betracht käme. Praktisch hat man jedoch nie an die Verwertung dieses Vorganges zu Bleichzwecken gedacht. Die anorganischen Peroxyde und Perborate sind als Sauerstoff abspaltende Mittel vielwohlfeiler, solange man die Peroxyde von ungesättigten organischen Säuren durch Ozonisierung gewinnt und solche Peroxyde ungesättigter organischer Säuren verwendet, die sich in Körper ohne Waschkraft aufspalten. H a r r i e s und seine Mitarbeiter Haben besonders während des Krieges Braunkohlenteeröl und Gasöl, welche ungesättigte Säuren enthalten, durch Ozonisierung in Erzeugnisse übergeführt, die in der Hauptsache aus Fettsäuren gesättigter Natur von der Art der Kokosnußölfettsäuren bestehen und schäumende Seifen bilden. Die ungesättigten Säuren der Teeröle werden aber durch die Ozonisierung nicht vollständig abgesättigt, und die noch vorhandenen Körper mit Doppelbindungen gehen mit Alkali unter Verharzung in pechähnliche Stoffe über, die das Schaumvermögen der gebildeten Seifen herabsetzen. Die Arbeiten von H a r r i e s und seinen Mitarbeitern bezwecken die Herstellung von gesättigten Fettsäuren aus Braunkohlenteeröl und Gasöl zum Zweck der Seifengewinnung. Der Weg zu diesen Fettsäuren geht über die Ozonide des Teeröles, die sich mit Wasserdampf zu Fettsäuren und Formaldehyd spalten.
  • Das vorliegende Verfahren hat dagegen das ganz andere Ziel, Sauerstoff abspaltende Wasch- und Bleichmittel herzustellen, von der Wirkungsweise der bekannten Waz;chinittel Persil, Ozonit, Dixin usw. Jedoch verwendet dieses Verfahren nicht wie die bisherigen Waschpulver anorganische Peroxyde und Perborate, sondern Peroxyde organischer ungesättigter Säuren und Säureester von der Art der Säuren der natürlichen Öle und Harze, wie z. B. Leinölpolymerisatperoxy d (Linoxyn ), welches 25 Prozent Sauerstoff enthält, den es hei der Verseifung mit zugeführtem Alkali abgibt, während dabei das oxydierte feste Leinöl (Linoxyn) oder das oxydierte Harz mit dem Alkali gleichzeitig gute Seifen bildet, so daß Schmutzlösung und Bleiche gleichzeitig erreicht werden. Es ist auch bekannt, daß sich oxydiertes Harz viel besser in Ammoniak löst als gewöhnliches Harz und wird die Disperion von oxydiertem Harz in Ammoniak gemäß diesem Patent zum Wasserdichtinachen von Papier und Gewebe benutzt. Die vorliegende Erfindung dagegen verwendet oxydierte . Harze, Harzsäuren und Harzperoxyde im Gemisch mit Alkali als Wasch- und Bleichmittel, weil die Harzperoxyde analog dein Linoxyn mit Alkali Sauerstoff abspalten und gleichzeitig gut schäumende Harzalkaliseifen bilden, so daß auch hier die Schmutzlösung und Bleiche gleichzeitig erreicht werden und das Harzperoxyd die Stelle der anorganischen Peroxyde in den gebräuchlichen Waschmitteln vertritt.
  • Öle und Harze, welche Ester ungesättigter Säuren sind oder ungesättigte Säuren enthalten, polymerisieren leicht beim Erhitzen, und die Erzeugnisse, z. B. Leinölfirnis, nehmen bis zu 25 Prozent Sauerstoff auf, wobei feste Polymerisatperoxyde entstehen, die als Tavlor- und Walton-Linoxvn in der Linoleurnindustrie bekannt sind. Dieses Linoxyn spaltet mit Alkali den aufgenoinmenen Sauerstoff als 11.0. ab und bildet schmutzlösende Seifen. In der gleichen Weise bilden die Harzperoxyde mit Alkalien H.0, und Seifen, so daß also in den Peroxyden der Öle, Fette und Harze irn Gemisch mit Alkali ein in hohem Maße Sauerstoff abspaltendes Waschmittel gegeben ist. Dabei ist die Herstellung der Peroxyde aus den natürlichen Fetten, Ölen und Harzen, welche die Ester ungesättigter Säuren enthalten, oder der Peroxyde der aus diesen Rohstoffen hergestellten ungesättigten Fettsäuren äußerst einfach. Bei Fetten und Ölen, die ungesättigte Säuren oder deren Glycerinester enthalten, verfährt man wie bei der bekannten Herstellung, von Walton- und Taylor-Linoxyn und hat es durch die Wahl des Katalysator in der Hand, mehr auf die Polymerisation oder mehr auf die Sauerstoffanreicherung im gebildeten Linoxyn hinzuarbeiten. Harz wird zum Zwecke der Peroxydbildung unter Zusatz von Katalysatoren in rotierenden Troinnieln mit heißer Luft behandelt. Als Katalysatoren kommen die bekannten Mangan-, Blei-, Nickel-, Kobaltverbindungen in Betracht, die auch in der Lack- und Firnisfabrikation verwendet werden. Die aus den Ölen erhaltenen zähen oder mahlbaren Peroxyde und Peroxydpolymerisate und die pulverförmigen Harzperoxyde und Peroxydpolymerisate werden dann als Grundkörper zur Herstellung von Wasch- und Bleichmitteln benutzt. Mit diesen Körpern werden ihrer Verseifungszahl entsprechende Mengen pulverisierte Alkalien oder Stoffe, welche mit Wasser freies Alkali abspalten, wie z. B. N a,02, zusammengemischt und geknetet. Sodann wird in diese Masse noch eine größere Menge Soda eingemischt, i um sie der Aufschließung, der Verseifung und Lösung in Wasser zugänglich zu machen. Auch kann man in diese Masse noch einen Zusatz von Ammoniak abspaltenden Mitteln, wie Ammoniumkarbonat oder Salmiak, hineinkneten. Die Masse wird dann in Riegel gepreßt, die Riegel in Würfel zerschnitten und diese evtl. mit einem Schutzüberzug von Leim oder Gelatine versehen. Eine geeignete Mischung für solche Wasch- und Bleichwürfel erhält man beispielsweise durch folgende Zusammensetzung d. h. mit 14,5 Prozent aktivem Sauerstoff, während die üblichen Waschmittel, wie Persil, nur 1 Prozent aktiven Sauerstoff abgeben.
  • Wird der Würfel in Wasser gebracht, so löst sich zunächst die Soda und gewährt dem Wasser Zutritt. Dieses spaltet Na=O_, unter Bildung von Ätznatron und Wasserstoffstiperoxvd. Letzteres übt in bekannter Weise bleichend. Nun verseift das gebildete Na OH <las Linoxvn unter Abspaltung des Peroxydgruppensauerstoffs und Bildung von Seife, womit der Hauptwasch- und Bleichvorgang beginnt. Durch die langsame Auflösung und Verseifung des Waschwürfels wird der aktive Sauerstoff nicht plötzlich entbunden und geht nutzlos fort, sondern er entwickelt sich langsam während des üblichen Kochens der Wäsche oder der zu bleichenden Rohwarenstücke.
  • Ein Waschwürfel, der auch Ammoniak abspaltet, welches bekanntlich sehr schmutzlösend wirkt, bat beispielsweise folgende Zusammensetzung: Hier verseift die Hälfte des aus dein "Zatriumsuperoxvd der Mischung gebildeten Ätznatrqn, wie früher das Leinölperoxydp Inerisa , w si oIN iner ährend die andere Hälfte ich mit Salmiak unter Entbindung von Ammoniak umsetzt.
  • Eine andere geeignete Mischung für ein Waschpulver ist: d. h. 1.1,5 Prozent aktiven Sauerstoff.
  • 1Ian kann natürlich auch Mischung en cler Harzperoxyde mit Ölpolymer isatper oxvden zur Herstellung der Waschmittel benutzen.
  • Die organischen Peroxyde sind zähe klebende Stoffe, «-elche mitverwendetes anorganisches Peroxyd vor der Zersetzung in feuchter Luft schützen.
  • Gegenüber den anfangs genannten gebräuchlichen Waschmitteln, die nur etwa 1 Prozent aktiven Sauerstoff abspalten, enthalten die unter Zuhilfenahme der Peroxvde ungesättigter Harz- und Fettsäuren hergestellten Waschmittel 1o bis :2o Prozent aktiven Sauerstoff, der wenigstens zum größten Teil nicht ra#cl1, sondern langsam und in dein Maße abgegeben wird, als die. Verseifung des organischen Peroxvds mit Alkali -,välirend des Waschens fortschreitet, so daß die Bleichwirkung viel größer und nachhaltiger ist als die der nur mit anorganischen Peroxyden hergestellten Waschmittel. Während schließlich bei den üblichen Waschmitteln das nach Abgabe des aktiven Sauerstoffes gebildete Alkali die Wäsche auf die Dauer schädigt, wird es bei den mit organischen Peroxyden hergestellten Wasch- und Bleichmitteln gemäß der Erfindung durch Verseifung abgesättigt.

Claims (3)

  1. PATENT-ANsPRÜCHE: 1. Herstellung von Wasch- und Bleichmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß die Peroxyde oder Ozonide der ungesättigten organischen Säuren von der Art der tingesättigten Harzsäuren und der unges4ttigten Fettsäuren oder (l,er natürlichen oder künstlichen Ester u. dgl. dieser Säuren mit Alkalien öder Alkalien abspaltenden Stoffen und gegebenenfalls geeigneten Zusatzstoffen, wie Ammoniumsalzen, gemischt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Sauerstoff abspaltende Stoffe die beständigen Peroxydpolymerisate von natürlichen oder künstlichen Estern u. dgl. Verbindungen der ungesättigten organischen Fett- oder Harzsäuren verwendet werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Alkali abspaltende Stoffe anorganische Peroxyde und Perborate verwendet werden.
DESCH65934D 1922-09-23 1922-09-23 Herstellung von Wasch- und Bleichmitteln Expired DE429855C (de)

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