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Roststabformmaschine. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Roststabformmaschine,
«-elche es ermöglicht, Roststäbe von beliebiger Form und Länge gleichzeitig und
fortlaufend in einer größeren Anzahl für P:languß bzw. auch in plangestellte Kästen
des Gießereibodens zu formen und hierbei das zeitraubende Stampfen des Formsandes
unnötig zu machen.
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Es sind zwar Formmaschinen für Roststäbe bekannt geworden, mit denen
eine Anzahl Roststäbe gleichzeitig geformt werden können, doch haben diese bekannten
Maschinen den Nachteil, daß sie für ein reihenweises fortlaufendes Formen in der
Planebene des Gießereibodens nicht eingerichtet sind. Besonders letztere Einrichtung
bedeutet aber einen erheblichen Zeit- und Arbeitsgewinn. Es sind auch die Roststabforminaschinen
für das Planformen als bekannt vorausgesetzt, wo ein einzelnes Roststabmodell unter
einen Stempel derFormmaschine befestigt und dieses Modell dann an einer beliebigen
Stelle in den Formboden gedrückt wird. Erstens ist auch bei diesen Maschinen meist
noch ein Nachstampfen von Hand aus nötig und zweitens sind diese Maschinen fast
immer nur für ein Modell von bestimmter Form und Größe eingerichtet. Solche Maschine
unterscheidet sich dann in nichts von den bekannten Formmaschinen für beliebige
Modelle, die jedoch ebenso wie der Roststab einzeln am Stempel befestigt werden.
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Von den bekannten Formmaschinen unterscheidet sich nun die vorliegende
Erfindung dadurch, daß die neue Roststabformmaschine i. das Formen von beliebig
großen und breiten Roststäben unmittelbar in den Boden der Gießerei ohne besondere
Stampfarbeit ermöglicht, 2. für leichtes Auswechseln der Modellgruppen eingerichtet
ist, 3. das Formen von beliebig großen Roststäben gleichzeitig und reihenweise fortlaufend
gestattet, d.. ein besonderes wagerechtes Ausrichten der einzelnen Formen, wie es
bei Formkästen erforderlich ist, unnötig macht, da diese Arheit von der 'Maschine
selbsttätig geleistet wird, und 5. die Formgruppen in jeder Hinsicht einwandfrei
und die Ecken usw. unbedingt scharfkantig herstellt.
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Eine beispielsweise Ausführungsform der Roststabformmaschine gemäß
der Erfindung ist in den beiliegenden Zeichnungen darges s tellt, und zwar zeigen:
Abb. i die Roststabformmaschine in Vorderansicht, wobei sich die Stempelplatte in
gehobener Stellung befindet, Abb. 2 die Formmaschine in Seitenansicht, Abb. 3 den
Schneckenantrieb der Stempelplattensäulen, Abb. .4 den Schneckenwellenantrieb mit
umsteuerbarer Reibungskupplung, Abb. 5 die automatische Ausschaltvorrichtung der
Schneckenwelle für die höchste und tiefste Stellung der Stempelplatte, Abb.6 die
Festsetzvorrichtung für die Formmaschine, Abb. 7 die Stempelplatte im Schnitt. Abb.8
die Stempelplatte in Ansicht von oben, und Abb. 9 und io zwei Durchzugsplatten mit
einer bzw. mit drei Roststabreihen.
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Auf dem Grundboden i der Gießerei werden zwei Längsmauern 2 aus Beton
o. dgl. Material, entsprechend der Spurweite der Formmaschine, aufgerichtet. Auf
diesen Mauern sind die Schienen 3 genau wagerecht befestigt, so daß die auf ihnen
laufende Formmaschine jederzeit eine wagerechte Lage einnehmen kann.
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Die Roststabformmaschine selbst besteht im wesentlichen aus zwei Seitenböcken
d., die durch ein starkes Ouerhaupt 5 fest miteinander verbunden sind, und einer
von drei Säulen 6 gehaltenen Stempelplatte 7, mit welcher gleichzeitig die Durchzugsplatte
8
verbunden ist. An den Seitenböcken 4. sind die Laufräder 9 gelagert,
und zwar in Fahrtrichtung gesehen so weit voneinander, daß sich die Stempel- samt
Durchzugsplatte gut zwischen ihnen bewegen kann. Zur besseren Versteifung der Seitenböcke
im unteren Teile und zur besseren Lagerung der Laufräder ist unten noch eine Verbindungsleiste
io vorgesellen.
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An dem einen Seitenbock .I ist auf einer Konsole i i der Antriebsmotor
12 aufgestellt, welcher durch Schnecke und Schneckenrad 13 die Welle 14 mit dem
Kegelrad 15 antreibt. Das Kegelrad 15 greift zu beiden Seiten in die Kegelräder
16 und 17 ein, so daß sich von diesen beiden letzteren, welche lose auf der Welle
18 sitzen, das eine rechts- und das andere linksherum drehen muß (Abb.4). Die Kegelräder
16 und 17 besitzen konisch ausgedrehte Ringe i9, welche zur Erzielung eine großen
Reil)ungs@widerstancles mit einem Futter 2o aus Rotguß o. dgl. ausgelegt sind. Zwischen
den beiden Kegelrädern 16 und 17
ist auf der Welle 18 die Reibungskupplung
21 längsverschiebbar gelagert, während sie sich durch Anordnung eines Federkeiles
22 nur gleichzeitig mit der Welle i8 drehen kann. An beiden Seiten besitzt die Kupplung
2i konische Kränze 23, welche genau in die konischen Ringe 2o der Kegelräder hineinpassen.
Durch Verschieben der Kupplung 21 kann nun jeweilig ein Kranz 23 in dem Ring 20
eines Kegelrades 16 oder 17 festgepreßt werden, wodurch die Kupplung 2i und
somit die Welle 18 von dem entsprechenden Kegelrad mitgedreht wird. Das Verschieben
der Kupplung 21 geschieht mittels eines zweiarmigen Hebels 2.I, welcher um den Bolzen
25 drehbar angeordnet ist und an dem einen Ende gabelarti` in die Ringnut 26 der
Kupplung eingreift, während das andere Ende mit einem Griff 27 versehen ist und
von Hand bedient werden kann. Bei Mittelstellung 13L des Hebels steht die Kupplung
21 außer Eingriff der beiden Kegelräder 16 und 17. Die Stellungen lt und
ri. entsprechen dagegen einem Hoch- und Niedergehen der Stempelplatte 7. Eine automatisch
wirkende Ausrückvorrichtung, welche später noch genauer beschrieben wird, sorgt
für rechtzeitiges Ausschalten der Kupplung, sobald die Stempelplatte 7 die höchste
oder tiefste zulässige Stellung erreicht hat.
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Die Welle 18, welche in zwei oder mehreren Lagern 28 läuft,
dient nun zum Auf- und Abwärtsbewegen der Stempelplatte 7. Zu diesem Zwecke sind
auf ihr drei Schnecken 29 angeordnet, welche in die Schneckenräder 30 eingreifen.
Diese sind innerhalb je eines Gehäuses 31 auf Kugeln gelagert und mit Flachgewinde
versehen, wodurch sie die ebenfalls mit Flachgewinde versehenen Säulen 6 und somit
die Platten ; und 8 hoch- und niederschrauben können. Die Säulen 6 gehen durch das
Querhaupt 5 hindurch und werden oberhalb desselben durch je ein zweites Gehäuse
32 vor Staub usw. geschützt. Zu diesem Zweck wird das Gewinde nur so weit geschnitten,
daß es bei gehobener Stellung der Druckplatte 7 nicht aus dem Gehäuse 32 herausragt.
Andererseits besitzt das obere glatte Ende der Säulen 6 eine genügende Länge, daß
es auch in der tiefsten Stellung der Platte 7 noch etwas aus dem Gehäuse 32 hervorsteht,
um so den Säulen immer eine gute Führung zu geben. Unten sind die drei Säulen 6
fest und nicht drehbar mit der Stempelplatte 7 verbunden. Diese ist möglichst aus
Stahlformguß hergestellt und besitzt zur Verminderung ihres Gewichtes eine Anzahl
Erleichterungslöcher 33. Zwei Fortsä tze 34. dienen dazu, um der Platte zwischen
Leisten 35 der beiden Seitenböcke d. eine gute Führung zu geben.
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An der Unterseite der Stempelplatte 7 werden nun die Roststabmodelle
36 in einer entsprechenden Anzahl befestigt, gemäß der Zeichnung z. B. sechs hintereinander
und nach Abb. i o drei solcher Reihen nebeneinander. Zweckmäßig sind dann die Modelle
36 auf einer gemeinsamen Platte 37 angeordnet (diese entspricht in ihrer Draufsicht
den Abb.9 bzw. io), damit die Roststabmodelle noch außerhalb der Maschine gut ausgerichtet
werden können. Diese gemeinsame Platte 37 kann hiernach einfach an der unteren Fläche
des Stempels 7 befestigt werden, wozu letzterer mit einer Anzahl Schraubendurchgangslöcher
38 versehen ist, durch welche die Schrauben zum Befestigen der Platte 37 greifen.
Die untere Fläche der Stempelplatte ; kann auch noch eine besondere Auslassung 39
erhalten, in welche sich dann die Modellplatte 37 legt, wodurch sie einer besonderen
Ausrichtung nicht bedarf. Um beim Formen der Roststäbe die Eingußöffnungen und Verbindungskanäle
gleich mit zu erhalten, sind auf der --Modellplatte 37 an geeigneter Stelle entsprechende
Erhöhungen .4o angebracht (siehe auch Abb. 9 und io).
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Unterhalb der Stempelplatte 7 ist in genügend großem Abstand die Durchzugsplatte
8 senkrecht verschiebbar angebracht. Sie wird, wie die Stempelplatte 7, in den Leisten
35 der Seitenböcke 4 geführt. Die Anordnung der Durchzugsplatte an der Stempelplatte
geschieht durch vier Bolzen .4i, die von oben durch je ein auf der Stempelplatte
befestigtes Gehäuse 4.2 und durch die Stempelplatte selbst gesteckt werden, während
die Durchzugsplatte 8 unten an jeder Ecke mit je zwei Muttern .I8 befestigt wird.
Zwischen
Durchzugsplatte 8 und Gehäuse 42 erhält jeder Bolzen 41
eine Feder 43, durch welche die Durchzugsplatte immer nach unten gedrückt wird.
Beim Niedergehen der Stempelplatte 7, wobei sich die Platte 8 beim Auflegen auf
den Formboden allmählich der Platte ; nähert und somit die Federn 43 zusaminengepreßt
werden, finden die letzteren genügend Platz innerhalb des Gehäuses 42 und der Bohrung
.1..1. in der Stempelplatte, während sich die Bolzen 4.1 einfach nach oben aus dem
Gehäuse 42 herausschieben können. Entsprechend der Anordnung und Größe der Roststabinodelle
auf der Stempelplatte; erhalten die Durchzugsplatten 8 genau so viele und so große
Durchbrechungen :I5, durch «-elche sich die Roststabinodelle 36 bewegen lassen,
sowie Durchbrechungen .46 bzw. 47 für die Herstellung der Eingußö ffnung bzw. für
die Gießkanäle.
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Als Grenze für den Hub der 1Iaschine nach unten ist die Schienenhöhe
49 bestimmt, damit die Abdeckplatten, «-elche für das Abgießen der Roststäbe benötigt
werden, durch die Schienen 3 gleich eine gute Auflage bekommen. Hieraus ergibt sich
dann auch die gleichmäßige Höhenlage der Roststabforinen, wie in Abb. i strichpunktiert
angedeutet ist. Uni die Bewegung der Stempelplatte in der höchsten und in der tiefsten
Stellung selbsttätig ausschaltbar einzurichten, ist eine automatisch wirkende Ausrückvorrichtung
für die Kupplung 21 vorgesehen (Abb. 5). Die selbsttätige Wirkung dieser Ausrückvorrichtung
besteht darin, daß ein auf der Welle 18 sitzendes Zahnrad 5o ein zweites mit Innengewinde
versehenes Zahnrad 51 antreibt. Durch das Gewinde dieses Zahnrades 51 wird dabei
eine Spindel 52 je nach der Drehrichtung hinein oder heraus geschraubt. Das Ende
53 der Spindel läuft flach aus und dient zur Auflage für den Hebel 24. Auf dem flachen
Ende 53 sind sodann zwei verstellbare Anschläge 54 angeordnet, welche sich bei der
höchsten oder der tiefsten Stellung der Stempelplatte 7 gegen den Hebel a4 legen,
diesen in Mittelstellung ira und somit die Kupplung außer Eingriff der beiden Kegelräder
16 und 17 bringen. Dadurch, daß die Knaggen 54. verstellbar angeordnet sind, läßt
sich die Einstellung des Hubes jederzeit ermöglichen. Die automatische Ausrückvorrichtung
kann jedoch auch in einer anderen Form ausgeführt werden, ohne daß hierdurch das
Wesen der Erfindung berührt wird.
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Um die Roststabformmaschine in jeder beliebigen Stellung auf den Schienen
3 festsetzen zu können, sind an jedem Seitenbock 4 zwei gelenkig befestigte, tun
die Achsen 55 drelihare Klemnibackenpaare 56 angebracht, welche über den Kopf 57
der Schienen 3 äreifen.- Durch eine Knebelschraube 58 und eine mit Handgriff versehene
Mutter 59 lassen sich die Klemmbacken fest gegen die Schienenpressen und sichern
somit die Formmaschine sowohl gegen eine Weiterbewegung auf den Schienen als auch
gegen eine Bewegung nach oben, -wenn die Stempelplatte unter Druck steht.
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Die Wirkungsweise der Roststabformmaschine ist nun folgende: Zunächst
wird die zum Formen bestimmte Fläche des Sandbodens in der üblichen Weise vorbereitet
und eine feine lose Sandschicht 6o aufgetragen. Über diese wird sodann die Formmaschine
gefahren und mittels der Feststellvorrichtung 56 auf den Schienen 3 festgesetzt.
Nachdem die Modellplatte 37 mit den Roststabmodellen 36 auf der Stempelplatte 7
befestigt und die zugehörige Durchzugsplatte 8 ebenfalls angebracht ist, kann die
Maschine durch Einrücken des Hebels 2..1. in Tätigkeit gesetzt, d. h. die Stempelplatte
7 finit den Modellen nach unten bewegt werden. jetzt legt sich zunächst die Durchzugsplatte
8 auf die Sandschicht 6o und wird von dieser festgehalten. Die Stempelplatte 7 hingegen
bewegt sich weiter nach unten und schiebt die :Todelle 36 durch die Dur chbrechungen
45, 46 und 47 der Dur chzugsplatte 8 hindurch und weiter in die Sandschicht 6o hinein.
Allmählich kommt hierbei die Stempelplatte 7 auf die Durchzugsplatte 8 zu liegen,
und diese bewegt sich nun so lange mit nach unten, bis sie die Schienenhöhe 49 erreicht
hat. womit auch in jedem Falle eine genügende Dichtigkeit des Sandes im Bereiche
der Form erzielt worden ist. Jetzt muß der die Maschine bedienende Arbeiter die
Kupplung 21 ausrücken, bzw. tritt die automatische Ausrückvorrichtung (Abb.5) von
selbst in Kraft.
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Um die Modelle 36 nun wieder aus dem Formsand Herauszuheben, wird
die Kupplung 21 so eingerückt, daß sich die Stempelplatte 7 nach oben bewegt. (Ein
entgegengesetztes Einrücken der Kupplung 21 ist auch gar nicht möglich, da der Hebe124
ja von dem einen Anschlag 54 v erblockt ist, wenn sich der Stempel 7 in der tiefsten
Stellung befindet.) Beim Hochgehen der Stempelplatte 7 bleibt nun die Durchzugsplatte
8 durch ihr Eigengewicht und durch den Druck der vier Federn 4.3 so lange auf dein
Sande liegen, bis die Modelle 36 durch die Durchzugsplatte hindurchgezogen sind
und die Platte 8 von den Bolzen 41 mit emporgehoben wird. Dieses vorherige Liegenbleiben
der von oben durch je ein auf der Stempelplatte Durchzugsplatte 8 ist von großer
Wichtigkeit, da sonst die Kanten der Form beim Herausziehen der Modelle wegbrechen
würden.
Es «-erden nun beispielsweise sechs hintereinanderliegende
Roststäbe mit einem Druck der Maschine geformt. Die sechste Reihe der Roststabmodelle
greift sodann, wenn die -Maschine auf den Schienen 3 «-eitergefahren ist, in die
letztere Reihe der vorher. geformten Roststäbe ein und verhindert dadurch ein Zerstören
dieser letzten Formreihe, wenn der Stempel ; erneut in den Sandboden hineindrückt.
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Hinsichtlich der baulichen Ausführung können natürlich bei dieser
Maschine auch noch praktische Verbesserungen corgenominen «-erden, ohne hierbei
den Rahmen der Erfindung überschreiten zu müssen.