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Maschine zum Schleifen von Facetten (Oliven), insonderheit an Trinkgläser
o. dgl. Die Erfindung betrifft eine Maschine zum Schleifen von Facetten (Oliven),
insonderheit an Trinkgläser, bei der das Abheben der Werkstücke und ihre Drehschaltung
nach der Facettenteilung in kippbaren, radial zu einer zentralen, umlaufenden Schleifscheibe
angeordneten Haltern durch Relativverdrehung einer Nockenscheibe o. dgl. gegenüber
dem Werkstückhalterträger erfolgt. Das Neue der Erfindung besteht darin, daß für
die Herstellung mehrkranziger Facetten in einem Trägerumlauf und zu der dabei notwendigen
Verschiebung der Werkstückschleifzone unter gleichzeitiger Schaltdrehung um eine
halbe Facettenteilung die Werkstückhalterspindeln, deren Teilungsschaltung beim
Abheben des Werkstückes von der Schleifscheibe mittels einer zentralen Hubscheibe
durch einen Klinkenschieber und einen Anschlag in Verbindung mit einem Sperrad von
einer Zähnezahl gleich der Facettenzahl eines Kranzes erfolgt, durch einen Nockenschieber
von einem zweiten, doppelzähnigen Sperrad auf der Spindel um die Zonenteilung achsial
verschoben und gleichzeitig dabei durch eine Kurvenschlitzführung um die halbe Facettenteilung
gegenüber dem Sperrade gedreht werden. Eine derartige Maschine ermöglicht eine Tagesleistung
von etwa io ooo Wassergläsern, und sie gestattet außerdem in einfachster Weise eine
Versetzung zweier Zahnkränze gegeneinander.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der neuen Maschine
in ihrer Anwendung auf die Herstellung von Ornamenten an gewöhnlichen, fußlosen
Wassergläsern. Abb. i ist eine teilweise geschnittene Ansicht der Maschine. Abb.
2 ist eine Endansicht derselben, gesehen von rechts in Abb. i. Abb. 3, q., 5 und
6 sind Teilansichten eines der Halter für jedes Glas auf dem Träger, und zwar ist
Abb. 3 ein Schnitt in der Ebene der gebrochenen Linien 3-3 nach Abb. q., Abb. q.
eine teilweise geschnittene Ansicht in einer radialen Ebene des Trägers, Abb.
5 eine Ansicht von rechts in Abb. q. und Abb. 6 ein Schnitt in der Ebene
der gebrochenen Linie 6-6 der Abb. q.. Abb. 7 ist eine Teilansicht der Glashalterspindel
und einiger benachbarten Teile, und die Abb. 8 und 9 sind Ansichten, welche die
Natur der auf den Gläsern angebrachten Ornamente veranschaulichen.
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Die Schleifscheibe a ist auf einer Welle a1 befestigt, die an einem
Ende in einem Lager a2 auf einer Säule a3 und am anderen Ende in einer Buchse b
läuft, die ihrerseits in einem Lager a4 auf einem Ständer a5 gelagert ist. Die Welle
a1 trägt eine Stufenscheibe a6, durch welche die Schleifscheibe mit geeigneter Geschwindigkeit
gedreht werden kann. Die Buchse b ist in dem Lager a4 drehbar und wird mit verhältnismäßig
geringer Geschwindigkeit von einem Motor b1 durch Stirnräder b2, Schneckenräder
b3, eine Welle b4 und Schnekkenräder b5 angetrieben. Am anderen Ende ist, der Schleifscheibe
a benachbart, an der Buchse b ein scheibenförmiger Träger c befestigt, welcher offene
radiale Schlitze cl und diesen Schlitzen cl parallele und an ihren beiden Seiten
liegende geschlossene Schlitze c2 trägt, die zur Befestigung und Einstellung der
noch zu beschreibenden Glashalter dienen. In der Darstellung kann der Träger c achtzehn
Gläser aufnehmen. Diese Zahl kann sich jedoch je nach den Umständen ändern.
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Zur Befestigung und Einstellung jedes Glashalters dient ein Konsol
d, welches auf dem Träger c durch Bolzen dl einstellbar befestigt ist, die ihrerseits
durch die Schlitze c2 hindurchgehen. In jedem Konsol d ist ein um die Achse d2 schwingbarer
Block e gelagert, in welchem die Spindel f drehbar ist. Letztere trägt das eine
Rast bildende Glied f l des Glashalters. Das andere Glied (Rast) f 2 ist auf einer
Spindel f 3 befestigt, die in einem Bügel oder Rahmen f 4 gelagert ist. Die
das Glied f 2
des Halters tragende Spindel f 3 wird gegen das Glas derart
gedrückt, daß letzteres fest, aber nachgiebig zwischen den Gliedern f 1 und
f 2
durch eine Feder f 5 gehalten wird, welche unter Vermittlung
einer Platte f s an einem am Rahmen angelenkten undmiteiner Zahnklinke f a versehenen
Hebel f 7 anliegt. Wenn die Klinke aus dem Sperrzahn am Rahmen f 4 gelöst und so
der Druck des Hebels f' auf die Feder f 5
aufgehoben wird, kann die Spindel
f 3 durch eine Feder f 9 zurückgezogen werden, so daß auch das Werkstück ausgelöst
werden kann. Der Rahmen f 2 kann eine begrenzte Längsbewegung mit Bezug auf den
Block e ausführen und ist gegen eine Drehbewegung gesichert, da er von Stiften f
i° im Block e gehalten und normalerweise durch Federn f11 (Abb.4) nach links gedrückt
wird.
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Das Glas mit seinem Halter erhält eine absatzweise Bewegung um seine
eigene Achse zu dem Zwecke, der Schleifscheibe jeweils einen frischen Teil seiner
Oberfläche darzubieten, damit darin eine Umfangsreihe von Vertiefungen, Facetten
eingeschnitten werden können. Bei dem dargestellten Beispiel der Erfindung erhält
es auch noch eine Längsschaltbewegung, so daß eine zweite Reihe von Vertiefungen,
wie Abb. g zeigt, in das Glas eingeschnitten werden können. Bei dieser Form von
Ornamenten erhält das Glas zwei vollkommene Umdrehungen um seine eigene Achse, während
es in seinem Träger um dessen Achse einmal völlig umläuft. Außerdem erhält es noch
eine Längsverschiebung, nachdem eine Umfangsreihe von Ornamenten eingeschnitten
ist, so daß eine zweite Reihe- gebildet werden kann. Die nunmehr zu beschreibenden
Einrichtungen dienen also zur Erzeugung von Bewegungen des Glases, die für diese
Art der Ornamentierung erforderlich sind.
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Das Glas wird in und außer Berührung mit der Schleifscheibe gebracht,
erhält eine absatzweise Drehbewegung um seine eigene Achse, wenn es außer Berührung
mit der Schleifscheibe ist, so daß eine neue Stelle in Berührung mit der Schleifscheibe
kommen kann, und es erhält endlich eine Längsbewegung, wenn die erste Umfangsreihe
von Vertiefungen eingeschnitten ist, sowie eine leichte Zwischendrehbewegung, so
daß die Vertiefungen beider Reihen gegeneinander versetzt, also schachbrettartig,
angeordnet sind.
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Um die Bewegung des Glases in und außer Berührung mit der Schleifscheibe
zu erzeugen, ist an dem festen Rahmen der Maschine eine gezahnte Scheibe g angeordnet,
welche in dem dargestellten Beispiel sechsunddreißig Zähne g1 besitzt. Auf dem Träger
c ist in der Nähe jedes Glashalters ein Klinkenhebel g2 gelagert, welcher bei der
Bewegung des Trägers mit den Zähnen der Scheibe g einerseits und andererseits mit
einem einstellbaren Sperrgliede oder Anschlag g3 auf einer Stange g4 zusammenarbeitet,
welche bei g5 an dem Block e angelenkt ist. Eine zwischen einer ortsfesten, aber
einstellbaren Anschlagbuchse d3 in einem Arm des Konsols d und dem schwingbaren
Block e eingeschaltete Feder g6 bewegt den Block von der gezahnten Scheibe g weg
und das Werkstück auf die Schleifscheibe a zu. Demgemäß erhält, wenn sich der Träger
c dreht, jeder Glashalter in Intervallen eine Schwingbewegung duich die aufeinanderfolgenden
Zähne g1, so daß das Glas aus der Stellung der Abb. z und außer Berührung mit der
Schleifscheibe a bewegt wird. Wenn der Hebel g2 über einen der Zähne g1 hinweggeht,
wird die Stange g4 radial nach innen bewegt entgegen der Wirkung der Feder g6, um
dann durch die Feder wieder in entgegengesetzter Richtung verschoben zu werden,
wobei das Glas in dem von der Stange geschwungenen Block e und seinem Werkstückhalter
f bis f 4 mit der Schleifscheibe a außer und in Berührung tritt.
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Während das Glas außer Berührung mit der Schleifscheibe ist, erhält
es eine absatzweise Bewegung, Schaltdrehung, um seine Achse durch nunmehr zu beschreibende
Einrichtungen. Auf der Spindel f ist ein Sperrad h befestigt, dessen
Nabe hl in der besonderen, dargestellten Ausführungsweise einen schrägen Schlitz
h2 besitzt (Abb. 7), in den ein auf der Spindel f befestigter Stift h3 eingreift.
Die Spindel f wird daher mit dem Rade h gedreht, aber sie ist um einen kleinen Winkel
relativ gegen das Rad verdrehbar unter gleichzeitiger kleiner Achsialverschiebung,
so daß; wie später beschrieben, die Zone der zweiten Umfangsreihe am Glase zu denjenigen
der ersten versetzt in die Schleifstellung gelangt. In das Sperrad h greift nun
zunächst eine unter Federdruck stehende Klinke h4 ein, um eine Rückwärtsbewegung
zu verhindern, und ferner eine gleichfalls unter Federdruck stehende Schaltklinke
h5, die von einem radialen Schieber h6 getragen wird, der zwecks Längsbeweglichkeit
in Führungen e1 des Blockes e läuft. Der Schieber h6 wird normalerweise nach innen
durch eine Feder h' gedrückt und erhält seine zur Fortschaltung des Klinkenrades
h dienende Bewegung beim Schwingen des Blockes e durch die Berührung des Schiebers
h6 mit einem auf dem Konsol d am Träger c angebrachten Anschlag d4, und zwar der
Schwingung, durch die das Glas außer Berührung mit der Schleifscheibe gelangt. Um
eine möglichste Genauigkeit der Drehung des Glases um seine Achse sicherzustellen,
ist auf der Spindel f neben der Rast f i ein gezahntes Richtrad
f 12 befestigt, welches mit einem festen Zahn f13 an dem Gestell der Maschine
derart zusammenarbeitet, wenn das Glas mit der Schleifscheibe in Berührung gebracht
ist, daß er die Zahnlücke, ihr kongruent, völlig ausfüllt und nötigenfalls dabei
die Spindel f in ihrer Drehstellung nachrichtet.
Um die Längsbewegung
der Spindel f und damit die Längsverschiebung des Werkstückes zur Bildung eines
zweiten Kranzes von Vertiefungen zu erzeugen, sind folgende Einrichtungen vorgesehen:
Auf der Spindel f ist nahe ihrem äußeren Ende ein zweites gezahntes Rad i vorgesehen,
in welches wie beim ersten eine die Rückwärtsbewegung hindernde Halteklinke il und
eine unter Federdruck stehende Schaltklinke i2 eingreifen, welch letztere auf dem
obenerwähnten hin und her gehenden Schieber h6 angeordnet ist. Das Schaltrad i hat
bei der dargestellten Ausführungsform doppelt soviel Zähne wie das Schaltrad
h, so daß, wenn die Spindel f und das Glas zwei volle Umdrehungen
während einer ganzen Umlaufbewegung um die Achse der Maschine ausführen, das Schaltrad
i nur eine volle Umdrehung während dieses Umlaufs ausführt und, wie später beschrieben,
die erste Umfangsreihe von Vertiefungen während des ersten halben Umlaufs und die
zweite Reihe während der zweiten Hälfte gebildet wird. In geeigneten Führungen i3
an der Fläche des Schaltrades i ist zwecks radialer Bewegung mit Bezug auf das Schaltrad
eine Gleitstange i4 gelagert, die geschlitzt ist, um die Spindel f zu umfassen,
und einen Steuernocken i41 trägt. Letzterer arbeitet mit einer geteilten Rolle i5
zusammen, welche von Armen iB, die an den Führungeni3 angehängt sind, getragen wird
und beiderseitig der Spindel f gegen den Kopf f 14 der Spindel f wirkt.
Auf dem seitlichen Arm des Konsols d ist ein mit der Gleitstange i4 zusammenarbeitender
Knaggen d5 angeordnet. Die Gleitstange i4 kommt, wie ohne weiteres verständlich
ist, mit den abgerundeten Seitenflächen an ihrem einen und an ihrem anderen Ende
bei jedem halben Umlauf der Schaltklinke i mit dem Knaggen d5 in Berührung und wird
dabei zuerst in einer Richtung bewegt, so daß der Nocken i41 mit der Rolle i5 in
Berührung kommt und dadurch die Spindel f in der Längsrichtung nach rechts bewegt
wird. Auf diese Weise wird das Glas derart verschoben, daß es bei der zweiten Hälfte
des Umlaufes der Scheibe i an einer anderen Zone mit der Schleifscheibe in Berührung
tritt. Gleichzeitig mit dieser Verschiebung erhält durch die Zusammenwirkung des
bereits genannten Zapfens h3 und des Schlitzes h2 die Spindel f und daher das Werkstück
eine geringe relative Drehung, so daß die Vertiefungen der zweiten Reihe zu denjenigen
der ersten versetzt zu liegen kommen. Wenn das Glas seine zweite Drehung und die
zweite Hälfte seines Umlaufes ausführt, wird die Gleitstange i4 in entgegengesetzter
Richtung bewegt, so daß der Nocken i41 mit der Rolle i5 außer. Berührung kommt und
eine Bewegung der Spindel wieder nach links unter dem Einfluß der Federn f11 im
Block e auf den Stiften f10 zugelassen wird.
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Nachdem jedes Glas einen vollen Umlauf ausgeführt hat, wird es von
dem Arbeiter aus dem Halter durch Bedienung der Klinke f $ und des Hebels f" entfernt
und ein neues Glas eingebracht. Da gleichzeitig viele Gläser bearbeitet werden,
ist es offensichtlich, daß die Maschine eine große Leistung entwickelt.
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Es ist selbstverständlich, daß, wenn auch mit Rücksicht auf die Bequemlichkeit
in der Beschreibung nur fußlose Gläser als Werkstücke erwähnt wurden, die Maschine
ebensogut zur Bearbeitung von anderen Gegenständen geeignet ist. Ebenso ist klar,
daß das Werkzeug, das der Einfachheit halber als Schleifscheibe bezeichnet wurde,
ebensogut z. B. eine Scheibe zum Polieren vorgeschnittener Gegenstände sein kann.
Die dargestellte Ausführungsform der Maschine ist der Klarheit halber besonders
einfach gewählt. Die Maschine kann, anstatt nur die einfachen, als Beispiel gewählten
Ornamente herzustellen, auch zur Erzeugung anderer Formen von Ornamenten verwendet
werden.