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Aus Destillierblase und einem außerhalb derselben angeordneten Vorwärmer
bestehende Destilliereinrichtung für lnineralöl, Teer u. dgl. Es sind Verfahren
und Vorrichtungen zur kontinuierlichen Destillation von Rohöl u. dgl. bekannt. bei
«-elchen die aus der Destillierblase abziehenden Destillatgase in Kühlern mit Hilfe
des in die Destillierblase geführten Rohöles kondensiert werden. Von diesen bekannten,
aus Destillierblase und einem außerhalb derselben angeordneten Wärmeaustauschapparat
bestehenden Destillationsvorrichtungen unterscheidet sich der Destillationsgasvorwärmer
gemäß der Erfindung dadurch, daß der Wärmeaustausch-.
apparat unter
Vermittlung einer Zirkulationseinrichtung mit einem besonderen Behälter für das
vorzuwärmende 01 o. dgl. zusammengeschaltet ist, unter dessen Vermittlung
die Flüssigkeit beliebig oft im Kreislauf über den Wärmeatrstauschapparat mittels
der Zirkulationsvorrichtung durchgeleitet und dadurch vorgewärmt werden kann, bevor
sie in die Destillierblase übergeführt wird. Während also bei den bekannten Anordnungen
der Wärmeaustauschapparat unmittelbar mit der Destillierblase zusammenwirkt, ist
für die Anordnung gemäß der Erfindung charakteristisch, daß ein Wärrneaustauschapparat
mit einem von der Destillierblase unabhängigen Behälter zusammenwirkt, wodurch,
insbesondere wenn der Wärmeaustauschapparat einen kleineren Fassungsraum als der
Behälter besitzt, die Wirkung erreichbar ist, daß für das Destilliergut und für
die Kondensate der Destillatdämpfe bestimmte, durch Regelung veränderbare Temperaturen
eingehalten werden können und bei wasserhaltigen Ölen die Wasserabsonderung außerhalb
der Destillierblase erfolgt.
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Eine beispielsweise Ausführungsform der Einrichtung gemäß der Erfindung
ist in Abb. i schematisch veranschaulicht.
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Das Öl wird im kalten Zustande in einen Behälter 17 eingefüllt, der
mit einem Wä rineatrstauschapparat kleineren Fassungsraumes, z. B. einen Röhrenkühler
3, unter Vermittlung einer Pumpe io derart zusammengeschaltet ist, daß die Flüssigkeit
im Kreislauf durch den Behälter 17 über den Wärmeaustauschapparat 3' durchgeführt
werden kann. Der Wärmeaustauschapparat ist an die nicht gezeichnete Destillierblase
angeschlossen, wobei in der Zeichnung die Destillatdänipfe entweder durch das Rohr
7 in den Röhrenapparat derart eintreten, daß sie die Wärmeaustauschrohre umspülen,
während die Flüssigkeit durch die Rohre hindurchgeführt wird. Die Kondensate und
etwa nicht verflüssigte Anteile treten bei 8 aus dem Wärmeaustauscliapparat aus,
während aus der vorzuwärmenden Flüssigkeit abgeschiedene Wasserdämpfe oder Destillatdämpfe
oben durch einen Auslaß 9 abgeführt werden können. Der Kreislauf der vorzuwärmenden
Flüssigkeit kann beliebig lange fortgesetzt und dadurch die Flüssigkeit auf beliebige
Temperaturen vorgewärmt werden. Durch Regelung der Pumpenleistung kann die Vorwärmung
beeinflußt werden.
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Statt des einen Heizsystems 3 können auch, wie in Abb. 2 ersichtlich,
mehrere, z: B. zwei, solcher Heizsysteme angeordnet «-erden, wobei z. B. das Ö1
zuerst das eine Heizsystem 11, dann das zweite Heizsy stein 12 durchströmt,
während die Destillatdämpfe zuerst durch das IIeizsY stein 12 bei 13 ein- und bei
14 austretend -und dann durch das Heizsvstein i i, bei 15 ein- und bei 16 austretend,
streichen.
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Statt des Rölirenlieizsysteins können auch andere Heizkörper, wie
z. B. Schlangen, welche in einem kleinen Behälter eingebaut sind, aus glatten oder
Rippenohren o. dgl. benutzt werden, auch kann statt einer Zirkulationspunipe eine
andere Zirkulationseinrichtung, wie eine Schnecke oder ein Propeller, angeordnet
werden.
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Die Einrichtung gemäß der Erfindung hat den Vorteil, daß die Temperatur,
welche die Flüssigkeit 1,>eim Durchfließen des Heizsystems annimmt, genau regelbar
ist, unabhängig von der Temperatur der zufließenden Flüssigkeit, also auch von der
Temperatur der Flüssigkeit im Gefäße 17. Wird wenig Flüssigkeit durchtreten gelassen,
so ist die Endtemperatur höher als wenn viel Flüssigkeit hindurchströmt. Man kann
dabei die Durchströmungsgeschwindigkeit so regeln, daß die Temperatur der vorzuwärmenden
Flüssigkeit während einer bestimmten Periode-beispielsweise konstant ioo° oder etwa
darüber ist, um darin enthaltenes Wasser auszutreiben, ohne daß die ganze vorzuwärmende
1-Ienge, wie bei den gewöhnlichen Vorwärniern, ins Schäumen gerät, da eben nur der
kleine Inhalt des Heizsystems in Betracht kommt, aus dein die Wasserdämpfe leicht
austreten können. Ebenso ist es durch Regulierung der Flüssigkeitsmenge möglich,
die Kondensationstemperatur der Destillatdämpfe zu beeinflussen, was wegen der Fraktionierung
der Destillate und insbesondere bei Vakutundestillationen zur Verhinderung von gleichzeitiger
Kondensation von Öl- und Wasserdämpfen von Wichtigkeit ist. Diese Fraktionierung
kann besonders auch durch Hintereinanderschaltung von mehreren Heizsystemen nach
unterstützt. werden, wie in Abb. 2 ersichtlich.
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Die Heizsysteme können sowohl hintereinander als auch nebeneinander
geschaltet sein, doch ist es von Vorteil, durch die Heizsysteme behufs noch genauerer
Regulierung der Temperatur nur einen Teil des vorzuwärmenden Öles hintereinander
durchlaufen zu lassen, während der restliche Teil des öles jedem Heizsystem getrennt,
also in Nebeneinanderschaltung, regelbar zugeführt wird. Die Heizkörper können wegen
der kleinen Ausmaße gegenüber dem Ölbehälter in unmittelbarer :Nähe der Destillierblasen
angeordnet werden und außerdem, beispielsweise bei Vielröhrenapparaten, dabei mit
reichlich großen Querschnitten und Heizflächen ausgeführt werden.
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Ein Verfahren dieser Art ist nun mit Vorteil
zum
Betriebe einer 'Mehrzahl voll Destillierblasen anwendbar, wobei gemäß der Erfindur@g
ein Flüssigkeitsbehälter für sämtlicheBlasen gemeinschaftlich vorgesehen ist, während
für jede Blase ein oder mehrere Heizkörper verwendbar sind. Insbesondere für kontinuierlichen
Betrieb ergibt die Kombination von einzelnen Vorwärinerheizsvstemen mit einem gesonderten
und gemeinsamen Flüssigkeitsbehälter besondere Vorteile.
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I?ine solche beispielsweise Anordnung ist in der Zeichnung aus Abb.
3 ersichtlich.
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Die Destillatdämpfe der- stufenförmig aufgestellten, kontinuierlich
arbeitenden Destillierblasen BM, B_ und B., treten bei I-,, I#." F.
aus den
Destillierblasen aus und in die @-orwärinerheizsvsteme TI, 1-L, und 11", ein. Soweit
die Dällipfe dort nicht kondensiert werden, treten sie bei G,, G., -und G., aus,
während das Kondensat ani tiefsten .Punkte der Vorwärnierlieizsystenie durch nicht
gezeichnete Stutzen austritt.
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Die Zirkulationspunipe P entnimmt au: dem Flüssigkeitsbehälter F das
vorzuwärmende Öl, während das kalte 01 bei E zuströmt. Die Pumpe drückt durch eine
Verteilungsleitung das Öl, zweckmäßig regulierbar, durch die Schieber IL" Ii_ und
h,; o. dgl. in die Heizsysteme. Das vorgewärmte (51 verläßt dieselben durch die
Leitung D" P_ und I)., und fließt durch die Leitung .X in den Flüssigkeitsbehälter
F zurück. Durch den Überlauf desselben tritt ein Teil des vorgewärmten Öles in die
erste Destillierblase B, durch die Leitung 111 ein. Der durch die Druckleitung X
in den Flüssigkeitsbehälter eintretende Ülstrom wird dabei in zwei Teile zerlegt.
Der nach oben fließende Teil wird in die Destillierblase überfließen gelassen, der
nach unten tretende Teil mischt sich mit dein kalten bei E zulaufenden_ C51, und
es wird dieses Gemisch voll der Pumpe P neuerlich in den Kreislauf gebracht. Zweckmäßig
kann dabei das nach oben strömende Öl noch durch einen mit den aus der letzten Blase
ablaufenden Rückständen gespeisten Wärineaustauschapparat weiter vorgewärmt «-erden.
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Anstatt die einzelnen Vorwärmerheizsysteme H,, H, und II. nebeneinander
anzuordnen, können sie auch hintereinandergeschaltet werden, so daß ein Durchströmen
des ölstronies durch die Heizsysteme hintereinander bei sonst unveränderter Arbeitsweise
stattfindet, oder aber es kann bei besonderen Erfordernissen eine teilweise Hintereinander
Schaltung und teilweise Nebeneinanderschaltung angewendet werden.