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Maschine zum Prägen von Stereotypiematrizen zwischen einem festen
Tisch und einem gekrümmten Widerlager. Die Erfindung betrifft eine Maschine zum
Prägen von Stereotypiematrizen.
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Die bisher hierzu üblichen Maschinen sind zweierlei Art.
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i. Das Prägen erfolgt auf einer zuvor angefeuchteten Platte, die mittels
einer elastischen Auflage stark, und zwar entweder von Hand oder durch eine hydraulische
Presse, auf die Form gedrückt wird. Diese ist auf einem durch Dampf oder Gas geheizten
Tisch untergebracht. Dieses sehr häufig verwendete Verfahren hat den Nachteil, daß
für das vollständige Trocknen der Matrizen eine sehr beträchtliche Zeit notwendig
ist; das Trocknen muß hierbei in der Maschine selbst erfolgen, damit der Abdruck
in seiner Vollständigkeit gewahrt bleibt.
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;2. Das Prägen der Stereotypielnatrizen erfolgt auf einer trockenen
Platte mittels einer Walzenmaschine oder eines Kalanders, in welchem die auf einen
beweglichen Tisch aufgebrachte Form zwischen zwei Zylindern hindurchgeführt wird,
deren Abstand behufs Erzielung des erforderlichen Druckes veränderlich ist. Hier
ebenso, wie im ersten Falle, wird die Platte stark gegen die Form mittels einer
elastischen Zwischenlage gedrückt. Dieses Verfahren ist bedeutend schneller, da
die Platte gleich beim Verlassen der Maschine verwendet werden kann, da ein späteres
Trocknen fortfällt.
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Man hält diesem zweiten Verfahren mit Recht dessen allzu große Heftigkeit
in dem Sinne entgegen, daß der Druck einen jeden Augenblick nur auf einer Erzeugenden
des Druckzylinders erfolgt und daß daher der Abdruck nicht ebensogut wie im ersten
Falle ist. Überdies werden die Buchstaben und Klischees, die die Form bilden, durch
das Walzen oftmals zerstört, insbesondere zu Beginn und am Ende der Arbeit.
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Die Erfindung bezweckt die Herstellung
von trockenen
Stereotypiematrizen, wobei die durch die Kalander hervorgerufenen Nachteile vermieden
werden.
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Auf der Zeichnun- stellen dar: Abb. i eine schematische Ansicht der
Maschine, teilweise im Schnitt, und Abb.:2 einen senkrechten Querschnitt.
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Die Maschine besteht im wesentlichen aus einem unbeweglichen Tisch
i, auf welchem eine bewegliche Tafel 2 rollbar ist, deren Auflagefläche entsprechend
einem Zylinder großen Halbmessers gekrümmt ist, die also die Form einer Wiege hat.
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Die die Platte 4 aufnehmende Form 3 wird auf dem Tisch i angeordnet.
Da dieser keinerlei Vorsprünge aufweist, so ist diese Arbeit sehr leicht, Der elastische
Aufzug 3 wird entweder einfach auf die Wiege 2 aufgelegt oder, was besser
ist, auf ihr befestigt. Zu Beginn der Arbeit wird die Wiege.2 in der aus Abb. i
ersichtlichen Weise - siehe die mit gestrichelten Linien wiedergegebene Lage
- hochgehoben.
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Infolge des große.i Halbmessers der Wiege 2 erfolgt der Druck statt
nur auf einer Erzeugenden auf einer relativ großen Fläche, fortschreitend und senkrecht
zu der wiederzugebenden Form. Der Abdruck erfolgt demnach vollständig deutlich,
ohne daß eine Entstellung und Beschädigung der die Form bildenden Buchstaben und
Klischees zu befürchten wäre.
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Die Wiege 2 ist mit zwei Wangen 6 versehen, deren untere Fläche
auf dem festen Tisch i aufruht und dieselbe Wölbung besitzt wie die Wiege 2, während
der obere Rand gezahnt ist.
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Das Abrollen der Wiege2 erfolgt mittels eines Zylinders
7, der an seinen Stirnenden zwei Zahnräder 8 aufweist. Die Wiege.2
ist im oberen Teil derart gekrümmt, daß der Abstand zwischen dem Tisch- i und der
Wiege 2- vom Beginn bis an das Ende des Arbeitsganges genau beibehalten bleibt,
wodurch die Gleichmäßigkeit des Drucks gesichert wird. Die Achse des Zylinders
7 ist an zwei Lenkern 9 befestigt, die auf einer hohlen, im entsprechenden
Winkel verschwenkbaren Welle ro aufgekeilt sind.
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Die Antriebswelle 13 überträgt die Bewegung auf die Wiege:2
mittels einer Schnecke 14, des Schneckenrades 15, der Welle 16, der Kettenräder
17 und 18, dcr Welle ig, der Zahnräder 2o und der mit diesen in Eingriff stehenden,
auf dem Zylinder 7 angeordneten Zahnräder8. Bei jeder vollständigen Ausschwingung
der Lenker 9 durchläuft die Wiege:2 die erforderliche Strecke in dem einen
oder anderen Sinne und hebt sich an jedem Hubende durch Schwingen der Vorsprünge
6' der Wangen 6 in den entsprechenden Mulden des Tisches i.
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Die Bewegungsumkehr erfolgt durch Verschieben eines einzigen Riemens
von einer losen Scheibe2i auf eine von zwei festen Scheiben 22 und 2,3; deren
eine ist unmittelbar auf die Welle 13 aufgekeilt, während die andere auf
einer Büchse sitzt, die ein Kegelrad 24 trägt, das ein gleicherweise auf die Welle
13 aufgekeiltes Kegelrad 25 unter Vermittlung eines dritten lose auf
seiner Achse drehbaren Kegelrades 26 bewegt.
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Die um die Kettenräder 17 und iS laufenden Ketten
27 stehen mit gelenkig angeordlieten Spannvorrichtungen 28 in Eingriff,
die die Spannung der Ketten:27 in deren beiden Laufrichtungen sichern.
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Natürlich könnte im Falle eines unmittelbaren elektrischen Antriebes
die Umkehr der Laufrichtung der Wiege 2 mittels irgendeiner den Laufsinn des Motors
am Hubende der Wiege wechselnden Vorrichtung erfolgen.
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Die hier beschriebene Maschine eignet sieh nicht bloß zur Herstellung
von Stereotypieinatrizen, sondern auch zur Herstellung von Abdrucken auf irgendeinem
anderen Stoff. Sie gestattet überdies -die Abnahme von Ab-
drucken
auf Bleiblättern, um hieraus galvanoplastische Klischees aus einem Stück und großen
Formats herstellen zu können.