DE41571C - Verfahren zur Lösung von gehärtetem Theer und zur Verhütung von Neubildung desselben in den Rauchsäulen der Gasretorten - Google Patents

Verfahren zur Lösung von gehärtetem Theer und zur Verhütung von Neubildung desselben in den Rauchsäulen der Gasretorten

Info

Publication number
DE41571C
DE41571C DENDAT41571D DE41571DA DE41571C DE 41571 C DE41571 C DE 41571C DE NDAT41571 D DENDAT41571 D DE NDAT41571D DE 41571D A DE41571D A DE 41571DA DE 41571 C DE41571 C DE 41571C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
smoke
columns
pct
preventing
formation
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT41571D
Other languages
English (en)
Original Assignee
P. GREYSON und A. VERLY in Namur, Belgien
Publication of DE41571C publication Critical patent/DE41571C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B43/00Preventing or removing incrustations
    • C10B43/02Removing incrustations

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Working-Up Tar And Pitch (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
den Rauchsäulen der Gasretorten.
Bekanntlich entsteht bei der Kohlendestillation zur Gaserzeugung in den Rauchsäulen der Oefen ein Theerniederschlag, welcher eine Kruste von sehr hartem, trockenem Koks bildet und die Säulen meistens schon nach kurzer Zeit vollständig verstopft. Die hieraus entstehenden Uebelstände waren um so schwerer zu beseitigen, als man bisher zur Ausräumung der Säulen darauf angewiesen war, die Kokskruste von Zeit zu Zeit mittelst SchUrstangen abzustofsen, was nicht allein eine mühevolle und unvollständige Arbeit ist,, sondern auch grofse Zeitverluste verursacht.
Vorliegende Erfindung verfolgt nun den Zweck, dieses ursprüngliche Mittel zur Ausräumung der Rauchsäulen durch ein neues Verfahren zu ersetzen, mittelst dessen die oben erwähnte .Kokskruste auf chemischem Wege vollständig abgelöst und die Neubildung einer solchen verhütet wird.
Das Verfahren ist gegründet auf die bekannte, durch brenzliche OeIe, welche, wie Naphta, Benzin etc., durch die Destillation gewisser organischer Substanzen gewonnen werden, auf Kohlenwasserstoffverbindungen ausgeübte zersetzende Wirkung, und da der erwähnte Koks eine Verbindung von Pyren C "H10; Chrysen C 18 H™ und anderen Kohlenwasserstoffen ist, lag der Gedanke nahe, sich behufs Zersetzung bezw. Entfernung desselben erwähnter OeLe oder vielmehr deren Dämpfe zu bedienen, um so mehr, als dieselben, obgleich von geringer Dichtigkeit, einen bezw. hohen Siedepunkt haben. Selbstverständlich würde aber trotzdem mit der directen Einführung solcher OeIe der verfolgte Zweck nicht erreicht werden, indem sich dieselben vor Ausübung, der verlangten Wirkung der Oeldämpfe auf die Kokskruste verflüchtigen und aufserdem der Vorgang aucK nicht gefahrlos sein würde. Die Schwierigkeit bestand also darin, die brenzlichen OeIe unter solcher Form in die Retorten einzuführen, dafs die Dämpfe derselben sich nur in entsprechenden Quantitäten entwickeln und daher die zu entfernende Kruste lange genug bestreichen.könnten, um dieselbe zu erweichen und zu verflüssigen.
Dies ist nun durch. Verbindung erwähnter OeIe mit festen Substanzen, so dafs dieselben in Form von langsam destillirenden Kuchen in die Retorten gebracht werden können, zu erzielen, jedoch war das in dieser Weise zur Ausführung gebrachte Verfahren zu kostspielig .und mufste daher eine Methode gesucht werden, mittelst welcher das Verfahren beinahe kostenlos wurde.
Die Methode besteht nun darin, diejenigen vegetabilischen, organischen Rohsubstanzen, welche zur Herstellung von oben erwähnten brenzlichen Oelen benutzt werden, mittelst bindender Stoffe in Kuchen zu verarbeiten und durch directe Destillation derselben in den Retorten die erforderlichen zersetzenden Dämpfe an der Kokskruste vorbeizuführen.
Die zu diesem Zwecke vorzugsweise benutzten organischen, stickstoffhaltigen Substanzen sind Lein- bezw. Rübsamen; da aber auch diese Waäre noch zu theuer ist, wird ein
bei der Oelfabrikation gewonnener, äufserst billiger Rückstand obiger Samen, welcher unter dem Namen Lein- bezw. Rübkuchen bekannt ist, zur Verwendung gebracht.
Dieses Material wird in einem Mörser oder einer anderen passenden Vorrichtung fein zerstofsen oder zu Pulver gemahlen und dann mit einem Bindestoff, vorzugsweise einem Eiweifsstoff (wie Ochsenblut), unter Hinzusetzung von etwas fein gemahlenem gebrannten Thon (Ziegelstein) in untenstehenden Verhältnissen zu einer steifen Masse verarbeitet. Organischer Stoff (Lein- bezw. Rübkuchen) 80 bis 85 pCt., thierischer Eiweifsstoff (Ochsenblut) 5 bis io pCt., Erdstoff (gemahlener Ziegelstein) 10 bis 20 pCt.
Der Zusatz von gemahlenem Ziegelstein dient ausschliefslich dazu, den Kuchen etwas porös zu machen, damit die Destillation desselben unter günstigeren Bedingungen stattfinde. Die Anwendung von Eiweifsstoff als Bindemittel ist nicht unumgänglich nothwendig, indem jeder andere passende Kleber, sogar Erdpech, hierzu verwendet werden kann; nur hat der Eiweifsstoff den Vortheil, die brenzlichen Dämpfe reiner- aufsteigen zu lassen, was aber im Grunde genommen bei der Sache nicht von besonderer Wichtigkeit ist. Der Vorgang ist nun folgender:
Nachdem die Masse in Streifen zerschnitten und zu Rollen von entsprechender Gröfse gebildet worden ist. wird vor Entladung der Retorte der obere Deckel der Rauchsäule abgenommen und eine Stange in dieselbe hineingesteckt, um mit Sicherheit auf einen Luftdurchzug rechnen zu können. Hierauf wird am Eingange der Retorte eine Rolle des beschriebenen Lösemittels gerade unter das Steigrohr gelegt, wonach die Retorte mit einem unverschmierten Deckel verschlossen wird behufs Herstellung eines Luftzuges durch die Rauchsäule.
Durch die Destillation des Lösemittels, welche annähernd eine Viertelstunde dauert, bestreichen die heifsen brenzlichen, von dem Lösemittel aufsteigenden Dämpfe die Kokskruste und üben auf die letztere eine solche Wirkung aus, dafs sie eine Veränderung des Aggregatzustandes erleidet, indem sich der hart gewordene Theer erweicht bezw. .verflüssigt, wodurch derselbe auf den Boden der Retorte abläuft und auf der Säulenwand nur noch eine mürbe Schicht zurückbleibt, welche mittelst eines entsprechenden Spatels mit der gröfsten Leichtigkeit abgeschabt werden kann.
Die Veränderung des Aggregatzustandes wird hier durch die speciell zersetzende Wirkung, welche die brenzlichen Dämpfe auf feste Kohlenwasserstoffe ausüben, erzielt, indem der in den Säulen gehärtete Theer durch eine Erhöhung der Temperatur weder verflüssigt noch aus denselben entfernt werden kann. Ist nun die innere Eisenwand der Säule blofsgelegt, so wird in derselben Weise ein weiteres Stück des Lösemittels destillirt, wodurch sich die Säulenwände mit einem leichten Anstrich überziehen, welcher während eines gewissen Zeitraumes einen neuen Theerniederschlag verhindert, so dafs die Säulen stets von demselben freigehalten werden, wenn man die Destillation des Lösemittels in der Retorte rechtzeitig wiederholt.
Selbstverständlich kann das Lösemittel an allen anderen Stellen, wo sich solche Krusten bilden sollten, in derselben Weise und mit demselben Erfolge angewendet werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Zur Entfernung der harten Theerniederschläge in den Rauchsäulen der Gasretorten oder ähnlichen Leitungen und zur Verhütung von Neubildung derselben die Anwendung eines Lösemittels, bestehend in der Verbindung von 80 pCt. fein gestofsenen organischen Stoffes (Lein- bezw. Rübkuchen) mit 10 pCt. eines entsprechenden Klebers (Eiweifsstoff) unter Hinzusetzung von 10 pCt. gebrannter Erdsubstanz (gemahlener Ziegelstein) mittelst der Destillation desselben brenzliche Dämpfe an den harten Theerkrusten bis zu Zersetzung bezw. Ablösung derselben vorbeigeführt werden.
DENDAT41571D Verfahren zur Lösung von gehärtetem Theer und zur Verhütung von Neubildung desselben in den Rauchsäulen der Gasretorten Expired - Lifetime DE41571C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE41571C true DE41571C (de)

Family

ID=317041

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT41571D Expired - Lifetime DE41571C (de) Verfahren zur Lösung von gehärtetem Theer und zur Verhütung von Neubildung desselben in den Rauchsäulen der Gasretorten

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE41571C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE102005010151B3 (de) Verfahren zum katalytischen Depolymerisieren von kohlenwasserstoffhaltigen Rückständen sowie Vorrichtung zum Durchführen dieses Verfahrens
DE2117691A1 (de) Verfahren zum verzögerten Verkoken von Pyrolysebrennstoffölen
DE3113867A1 (de) Kohleextraktionsverfahren
DE1175814B (de) Verfahren zum selektiven Entfernen metall-haltiger Verunreinigungen aus Erdoelprodukten mit oberhalb etwa 510íÒC siedenden Bestandteilen
DE41571C (de) Verfahren zur Lösung von gehärtetem Theer und zur Verhütung von Neubildung desselben in den Rauchsäulen der Gasretorten
DE102011004398A1 (de) Verfahren und Reaktor zur hydrothermalen Karbonisierung von Biomasse
DE3045744C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines festen Brennstoffes mit hoher Energiedichte
DE2304649C3 (de) Verfahren und Vorrichtung zur gleichzeitigen Veraschung von brennbaren Abfällen und Schlamm
DE2354513C3 (de) Verfahren zur thermischen Behandlung von verunreinigten Salzlösungen
DE159262C (de)
DE697518C (de) festen, nicht schmelzbaren kohlenstoffhaltigen Stoffen
DE428391C (de) Verfahren zur OElgewinnung aus OElsanden u. dgl.
DE1471570C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Koks und fluchtigen Stoffen aus bituminöser Kohle, subbituminoser Kohle oder Lignit
DE31330C (de) Neuerung an dem im Patent Nr. 25 995 geschützten Verfahren der Anwendung von Moostorf als Beimischung zu Petroleum, Oelen und dergl. bei deren Destillation etc
DE69420815T2 (de) Verfahren zur Umwandlung von einem kompakten Abfallprodukt aus der petrochemischen Industrie
DE335478C (de) Verfahren zum Destillieren von Steinkohlenteer
DE1470603C (de) Verfahren zur Herabsetzung des Fließ punktes von Rohölen
DE295719C (de)
DE362362C (de) Verfahren der Herstellung von druckfestem Huettenkoks aus schlecht- oder nichtbackenden Kohlen durch Zusatz bituminoeser Stoffe vor dem Verkoken
DE286664C (de)
DE582717C (de) Verfahren zur Gewinnung von OElen
DE490397C (de) Verfahren zum Verkoken von Brennstoff in stehenden Retorten
DE505791C (de) Verfahren zur Herstellung rauchfrei verbrennender Brikette
DE679707C (de) Vorrichtung zum Verschwelen asphalthaltiger Brennstoffe
DE291727C (de)