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Schutzvorrichtung. Vorrichtungen, die bei stillstehendem Gurt eine
Unterbrechung "des Antriebes selbsttätig herbeiführen sollen, um Brand oder Unfälle
zu verhüten (letztere besonders, wenn der Arbeiter es unternimmt, mit der Hand dem
stokkenden Gurt nachzuhelfen), sind bekannt. Die bekannten Vorrichtungen dieser
Art beruhen entweder auf 'der Verwendung von leicht schmelzbaren Elementen, Kontakten
oder ähnlichen Mitteln, nach deren Schmelzen erst die Stillsetzung des Antriebes
bewirkt wird, od- r auf der Verwendung ausschließlich mechanisch wirkender Mittel,
die bei Eintritt der Brand-oder Unfallsgefahr, unter Benutzung von Fest-und Leerscheiben,
die Unterbrechung des Antriebes veranlassen soll.
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Bei der erstgenannten Art muß eine Erhitzung, die Quelle der Funkenbildung,
schon eingetreten sein, ehe die Ausrückvorrichtung in Wirksamkeit tritt. Bei der
zweiten Art ist die Zuverlässigkeit des Funktionierens teils durch das umständliche
Überleiten des Riemens
von der Festscheibe auf die Leerscheibe,
teils durch die wechselnde Wirkung von Fest- und Leerscheiben überhaupt, sehr in
Frage gestellt. Denn die Zeit des überganges von der einen Wirkung zur andern birgt
die Hauptgefahr des Anbrennens des Gurtes, mithin der Funkenbildung, in sich.
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Die den Gegenstand der Erfindung bildende Vorrichtung unterscheidet
sich im wesentlichen von den bekannten, den vorhin erwähnten Zwecken dienenden Schutzvorrichtungen
dadurch, daß der Gurt mit Widerlagern ausgerüstet ist, die eine innerhalb der Gurtscheibe
angebrachte Kupplung bei Stillstand des Gurtes in der Weise plötzlich ausrücken,
daß nunmehr nur die von der Riemenscheibe angetriebene Welle weiterläuft. Diese
Widerlager können zweckmäßig an dem Gurt zwischen Becher und Gurt, beide gleichzeitig
verbindend, befestigt sein.
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Um die Sicherheit der Ausrückung zu erhöhen und bei längerem Betriebe
-das Entstehen von Verbiegungen der Widerlager und Klemmungen in den Gelenken infolge
einseitiger Anbringung der Kupplungseinrichtung zu vermeiden, empfiehlt es sich,
wie die Zeichnung zeigt, die Widerlager und das Hebelwerk der Kupplung doppelt,
d. h. auf beiden Stirnseiten der Gurtscheibe, anzuordnen. In den Ausführungsbeispielen
der Erfindung besteht das Hauptelement der Kupplung in einem ZVinkelhebel, der mit
einem oder auch mehreren Zähnen in eine Nut der Gurtscheibennabe faßt. Dieser Winkelhebel
ist so gelagert und gestaltet, daß ein auf ihn einwirkender Gelenkhebel entweder
in der Ausrückstellung oder in der Einrückstellung in Totpunktlage -kommt und dadurch
die Unverrückbarkeit der Vorrichtung in der jeweiligen Stellung vollständig sichert.
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Die Zuverlässigkeit dieser Vorrichtung läßt, wie auch durch eingehende
Versuche festgestellt ist, nichts zu wünschen übrig. Die Plötzlichkeit der Ausrückung
ist dadurch verbürgt, daß die mit dem Gurt verbundenen Widerlager nur die Winkeldrehung
eines Hebels um etwa 4.o° zu vollziehen haben, um den Kupplungszahn aus seiner Nut
herauszuheben.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei Ausführungsbeispielen
dargestellt. Es ist Abb. i die Stirnansicht der Gurtscheibe, Abb.2 ein senkrechter
Schnitt nach der Linie a-b der Abb. i, wobei die rechtsseitige Hälfte die innere
Einrichtung der Gurtscheibe in der Ansicht zeigt, Abb.3 die Stirnansicht einer zweiten
Aus-.führungsform, Abb..I ein senkrechter Schnitt nach der Linie c-d der Abb. 3
mit rechtsseitiger Teilansicht. Die Welle i ist, wie üblich, im Elevatorkopf gelagert
und wird von einer nichtgezeichneten Scheibe durch Riemen o. dgl. in Umlauf gesetzt.
Auf die Welle z ist zweckmäßig eine mit Bünden 3 zu beiden Seiten versehene Büchse
2 geschraubt, auf der die Nabe q. der Gurtscheibe 5 lose sitzt. Um die Nabe .4 auf
die Büchse zu bringen, ist die letztere in der Mitte geteilt. Die Gurtscheibe 5
(genannt Kopfscheibe im Gegensatz zur nichtgezeichneten unteren 'Gurtscheibe im
Fuße des Elevators) besitzt eine mittlere Wand 6, in die verschiedene Bolzen der
Ausrückvorrichtung fest eingesetzt sind.
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Der die Becher oder Schöpfer 8 tragende endlose Gurt 7 ist um die
Kopf- und Fußscheibe gespannt und mit in gewissen Abständen voneinander entfernten,
als Widerlager dienenden Nasen 9 versehen, die die Enden einer quer auf dem Gurt
befestigten schmalen Platte io bilden. Bei solcher Ausführung können die Platten
i o zwischen einen Becher ° und den Gurt zu liegen kommen und mit diesen Teilen
zusammen, wie aus Abb. i und 2 zu ersehen, verschraubt sein. Die Widerlager können
aber auch unabhängig von den Bechern auf dem Gurt 7 angebracht sein und eine von
der Zeichnung abweichende Form erhalten, wenn sie nur den ihnen zu@"-edachten Zweck
erfüllen.
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Im Bund 3 der Büchse 2 befindet sich eine Nut i i, in die ein Zahn
12 eines um den Bolzen 13 schwingenden Winkelhebels 14, 15 faßt. Der Arm 14. ist
an eine Rückzugsfeder 16 angelenkt, und der Arm 15 liegt unter einem Hebel 17, dessen
Stützbolzen 18, wie der Bolzen 13, in der Scheibenwand 6 gelagert ist, und dessen
anderer Endzapfen i9 an eine Schubstange 2o angelenkt ist, die ihrerseits mit dem
Zapfen 21 eines um den gleichfalls mit der Scheibe 5 oder ihrer Nabe .I ortsfest
verbundenen Bolzen 22 schwingenden Daumenhebels 23 gelenkig verbunden ist.
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Die Gurtscheibe 5 ist zweckmäßig durch eine Masse 2.I ausbalanciert.
Wie schon in der Einleitung hervorgehoben war, ist es vorteilhaft; die Widerlager,
den Winkelhebel und alle zugehörigen Elemente doppelt, und zwar in gleichen Abständen
von der Mittelwand 6, anzubringen.
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Wenn bei normalem Betriebe der Gurt 7 und die Scheibe 5 mit der gleichen
Geschwindigkeit laufen, begegnen sich die Widerlager 9 des Gurtes und der Daumenhebel
23 nicht; selbst bei geringem Rutschen des Gurtes 7 ist ein Ausrücken nicht möglich,
weil der Hebel 23 sowie die Teile 9 keilförmige Enden haben und bei nur geringem
Gleiten des Gurtes auf der Scheibe 5 bei einem Zusammentreffen der Daumenhebel 23
etwas nachgeben kann. Anders verhält es sich bei einem
Stehenbleiben
des Gurtes als Folge einer Verstopfung im Elevator oder eines anderen Grundes. In
diesem Falle stellt das jeweils in Betracht kommende Widerlager 9 dem Hebel 23 einen
ortsfesten Widerstand entgegen, und da. dieser Hebel durch die sich weiter in der
gezeichneten Pfeilrichtung drehende Scheibe 5 mitbewegt wird, so wird er um den
Bolzen 22 in die strichpunktierte Lage geschwenkt. Hierbei nimmt er die Schubstange
2o und diese den Hebel 17 mit. Der letztere drückt den Arm 15 des Winkelhebels nieder,
und der Arm 14 bewegt den Zahn 12 aus der Nut i i heraus. Dadurch ist die Kupplung
ausgerückt; die Scheibe 5 steckt lose auf der Büchse 2, und die Welle i dreht sich
allein weiter. Wie aus der strichpunktiert gezeichneten Ausrückstellung ersichtlich,
befinde%- sich der Hebel 17 in der Endstellung in Totpunktlage, demzufolge kann
die Rückzugsfeder 16 den Kupplungszahn. 12 nicht früher wieder in die Nut i i zurückbringen,
als bis von Hand oder auf andere Weise die ganze Vorrichtung wieder in die Anfangsstellung
(Einrückstellung) zurückgebracht wird.
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Da die '@Viderlager 9 den Rand der Scheibe von beiden Seiten umfassen,
so wird durch sie der Gurt ständig .auf der Scheibe geführt und ein seitliches Schleifen
desselben und somit eine Brandgefahr aus diesem Grunde gleichfalls vermieden.
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Die Ausführungsform gemäß Abb.3 und 4 weicht von der beschriebenen
in der Hauptsache dadurch ab, daß der Hebel 14 a vereinfacht ist und mit seinem
Zahn 12, statt von unten, von oben in die Nut i i des Bundes 3 der Büchse '2 greift.
Hierbei besitzt er ein Langloch 25 zur Aufnahme eines Zapfens 26 des um den Bolzen
22a schwingenden Daumenhebels z3a. Dadurch fällt die Schubstange 2o im ersten Ausführungsbeispiel
fort. Der als Gelenkhebel wirkende Arm 17a des Hebels 23a nimmt in diesem Falle
Totpunktlage ein, wenn die Kupplung eingerückt ist.