DE4131179C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Stillsetzen einer Aufwickelspule - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Stillsetzen einer AufwickelspuleInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stillsetzen
einer durch eine kontinuierlich rotierende Spulwalze angetriebe
nen Aufwickelspule, wobei die Spule zum
Stillsetzen von der Spulwalze abgehoben wird, sowie eine Vorrich
tung zum Durchführen dieses Verfahrens.
Zum Stillsetzen einer durch eine kontinuierlich rotierende Spul
walze angetriebenen Kreuzspule ist es bekannt, bei Auftreten ei
nes Fadenbruches ein Hubelement schlagartig zwischen die Spulwal
ze und die Kreuzspule zu bewegen (DE 32 02 428 A1). Auf diese
Weise wird die Kreuzspule von ihrem Antrieb getrennt und darüber
hinaus durch dieses Hubelement stillgesetzt. Dieses als Platte
ausgebildete Hubelement beeinträchtigt jedoch die Oberfläche der
Kreuzspule und schädigt zu einem gewissen Grad den auf die Kreuz
spule aufgewickelten Faden, was unerwünscht ist, da dies zu Nach
teilen bei der Weiterverarbeitung führt.
Es ist ferner bekannt, eine auf eine Spulwalze aufsetzbare Spule
mittels eines Bremshebels stillzusetzen, der beim Abheben der
Spule von der Spulwalze zur Anlage an den die Spule aufnehmenden
Spanndorn gelangt (CH-PS 495 907). Eine solche Ausbildung ist le
diglich möglich, wenn die Spule auf einem Spanndorn gehalten
wird. Bei Spulen, die zwischen zwei Spulenarmen gehalten werden,
ist die bekannte Vorrichtung jedoch nicht anwendbar.
Die CH-PS 396717 beschreibt ein Stillsetzen einer Spule nach ei
nem Fadenbruch an einer Spulmaschine. Es wird die Spule aus einer
Betriebslage in eine Bremslage gebracht. Dies erfolgt indem die
Spule von der Spulwalze abgehoben wird. Anschließend wird die ab
gehobene Spule mit einem verlängerten, zylindrischen Stab oder
einer flachen Platte in Berührung gebracht. Die Spule steht an
ihrem Umfang mit dem zylindrischen Stab oder der flachen Platte in
reibender Berührung. Die notwendige "reibende Berührung" des
feststehenden zylindrischen Stabes bzw. der flachen Platte gegen
über der Spulenoberfläche ermöglicht ein Bremsen. Bei diesem
Bremsvorgang wird die Oberfläche der Spule nachteilig beeinträch
tigt.
Die US-PS 4.541.235 und 4.672.802 betreffen nicht das Stillsetzen
einer Spule, sondern das Starten zum Anspinnen nach Fadenbruch,
wobei in bekannter Weise die Spule bereits stillgesetzt ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zu schaffen, mit deren Hilfe eine Spule
garnschonend rasch stillgesetzt werden kann.
Diese Aufgabe wird verfahrensgemäß durch die
Merkmale des Anspruchs 1 und vorrichtungsgemäß durch die
Merkmale des Anspruchs 8 gelöst.
Es wird ermöglicht, daß die Rolle gegen die durch eine Spulenhub
vorrichtung von der Spulwalze abgehobene und in einer definierten
Lage fixierten Spule gedrückt wird, so daß ein stets gleicher An
preßdruck zwischen Rolle und Spule wirksam ist. Hierdurch werden
definierte Abbremsverhältnisse geschaffen.
Um die Beanspruchung der Spule so gering wie möglich zu halten,
wird gemäß einer vorteilhaften Ausbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorgesehen, daß die Rolle vor dem Aufsetzen auf die
Spule im wesentlichen mit der Umfangsgeschwindigkeit der Spulwal
ze angetrieben wird. Somit besitzen Rolle und Spule im Augenblick
des Aufsetzens der Rolle die gleiche Umfangsgeschwindigkeit, so
daß die Wicklung der Spule schonendst behandelt wird.
Das Abbremsen der Rolle kann auf verschiedene Weise erfolgen,
doch hat sich ein elektrisches Abbremsen der Rolle als besonders
zweckmäßig erwiesen.
Das Abheben der Spule von der Spulwalze erfolgt in der Regel
durch Steuerung eines Ventils. Um zu verhindern, daß bei einer
Fehlfunktion dieses Ventils die Antriebswirkung der Spulwalze und
die Bremswirkung der Rolle gleichzeitig auf die Spule und ihre
Wicklung zur Einwirkung gebracht werden können und damit die Packung
beschädigt werden kann, wird gemäß einer bevorzugten Weiterbil
dung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, daß die Spule
während des Abbremsens überwacht wird und der Abbremsvorgang ab
gebrochen wird, wenn innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne die
Spule nicht zum Stillstand gelangt sein sollte. Dabei wird vor
teilhafterweise beim Abbrechen des Abbremsvorganges ein Störsi
gnal ausgelöst. Vorzugsweise wird beim Abbremsen der Spule eine
der Umfangsgeschwindigkeit der Spule proportionale elektrische
Kenngröße erzeugt, welche überwacht wird und welche gegebenen
falls auch zum Abbrechen des Abbremsvorganges dient. Dabei ist
vorzugsweise die erzeugte elektrische Kenngröße eine Spannung.
Eine Vorrichtung zum Stillsetzen einer durch eine rotierende Spul
walze angetriebenen Spule weist eine Spulenhubvorrichtung,
die steuermäßig mit einem einen der Spule zugeführten Faden
überwachenden Fadenwächter verbunden ist, und eine der
Umfangsfläche der Spule zustellbaren Rolle auf,
wobei eine Rolle (20) auf die Umfangsfläche der Spule
(42) aufsetzbar ist und die Rolle (20) nach Erreichen der
Umfangsgeschwindigkeit der Spule (42) bis zum Stillstand ab
bremsbar ist.
Vorteilhafterweise ist eine steuerbare Vorrichtung mit der Rolle verbunden
und die steuerbare Vorrichtung zur Steuerung des Bremsvorganges
mit einer Steuervorrichtung einer Spulenwechselvorrichtung ver
bunden. Wenn die Spulenwechselvorrichtung einen Spulenwechsel
durchführen soll und die Spule noch nicht von der Spulwalze abge
hoben und stillgesetzt worden ist, so kann durch die erfindungs
gemäße Ausbildung dieser Vorrichtung ein rasches Stillsetzen der
Spule erreicht werden, so daß Zeitverluste vermieden werden, die
anders erforderlich wären für das Abwarten bis zum Stillstand der
Spule. Würde andererseits nicht bis zum Stillstand der Spule ge
wartet werden, so müßte beim Durchführen des Spulenwechsels ein
Auswerfer an der Umfangsfläche er rotierenden Spule angreifen,
was zu einer Beeinträchtigung der Kreuzwickelung der Spule führen
könnte. Vorteilhafterweise ist die Spulenwechselvorrichtung auf
einer Wartungsvorrichtung angeordnet, die längs einer Vielzahl
gleichartiger, durch Spulwalzen angetriebener Spulen verfahrbar
ist und welche auch die Rolle trägt. Somit ist es nicht erforder
lich, für
das Abbremsen der nebeneinander angeordneten Spulen jeweils eine
separate Rolle vorzusehen.
Da es erforderlich ist, die Spulen beim Anspinnen unabhängig von
der Spulwalze anzutreiben, ist es besonders zweckmäßig, der Rolle
eine steuerbare Vorrichtung (sowohl als Antriebs- als auch als
Bremsvorrichtung) zuzuordnen, die mit einer Anspinnvorrichtung
steuermäßig in Verbindung steht. Die steuerbare Vorrichtung ent
spricht einem Antrieb, der entweder als Antriebsvorrichtung oder
als Bremsvorrichtung steuerbar ist. Auf diese Weise reicht für
den Antrieb und das Abbremsen der Spule eine einzige Rolle, da
diese einerseits das Stillsetzen der Spule und andererseits das
Antreiben der Spule in beiden Antriebsrichtungen vornehmen kann,
so daß mit Hilfe der Rolle der Faden beim Anspinnen an ein Spinn
element zurückgeliefert und nach erfolgtem Ansetzen aus diesem
wieder abgezogen werden kann.
Prinzipiell kann die steuerbare Vorrichtung im Sinne des Bremsens
auch als "Bremsvorrichtung" bezeichenbar verschieden ausge
bildet sein, z. B. auch mechanisch. Zur Vermeidung eines hierbei
auftretenden starken Verschleißes, der besonders groß ist, wenn
große Spulen hergestellt werden, ist es von Vorteil, wenn die
steuerbare Vorrichtung elektrisch ausgebildet ist. Auch hier sind
verschiedene Ausbildungen möglich, doch hat sich eine Ausbildung
der elektrischen Bremsvorrichtung als Gleichstrommaschine mit Um
richter als besonders zweckmäßig erwiesen. Diese Gleichstromma
schine mit Umrichter kann sowohl als Antriebsmotor als auch als
Bremse für die Rolle arbeiten.
Zur Vermeidung von Beschädigungen der Kreuzwicklung der Spule bei
Nicht funktionieren eines die Spulenhubvorrichtung steuernden Ven
tils ist es von besonderem Vorteil, wenn der steuerbaren Vorrich
tung eine Zeitsteuervorrichtung zugeordnet ist. Auf diese Weise
kann die Bremsvorrichtung nach einer vorgegebenen Zeit abgeschal
tet werden, so daß Beschädigungen der Spule vermieden werden. Um
einen beabsichtigten Spulenwechsel besonders rasch durchführen zu
können, ist in zweckmäßiger Ausgestaltung des Erfindungsgegen
standes vorgesehen, daß der Spule ein Drehzahlwächter zugeordnet
ist, der steuermäßig mit der Spulenwechselvorrichtung verbunden
ist. Vorteilhafterweise ist dieser Drehzahlwächter der Spule zu
stellbar und auf einer Wartungsvorrichtung angeordnet, die längs
einer Vielzahl gleichartiger, durch Spulwalzen angetriebener Spu
len verfahrbar ist. Auf diese Weise ist nicht für jede Spule ein
separater Drehzahlwächter erforderlich.
Der Drehzahlwächter kann prinzipiell unterschiedlich, z. B. als
Fliehkraftwächter etc., ausgebildet sein. Vorzugsweise ist der
Drehzahlwächter jedoch als Meßgerät einer durch die Gleichstrom
maschine erzeugten elektrischen Größe ausgebildet, wobei eine
Ausbildung des Meßgerätes als Spannungswächter besonders vorteil
haft ist.
Zweckmäßigerweise ist die Bremsvorrichtung mit ihrem Drehzahl
wächter mit einem Störsignalgeber verbunden, um bei nicht oder
nicht einwandfrei funktionierendem Abbremsen ein Störsignal für
die Bedienungsperson auslösen zu können.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausbildung des Erfindungsge
genstandes ist die Rolle der Bremsvorrichtung gleichzeitig Be
standteil der Spulenwechselvorrichtung, der Anspinnvorrichtung
und eines Störsignalgebers.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist einfach im Aufbau und kann
ohne Schwierigkeiten auch nachträglich installiert werden, da zur
Anwendung des Verfahrens lediglich geringfügige Eingriffe in die
Offenend-Spinnvorrichtung und eine evtl. vorgesehene Wartungsvor
richtung erforderlich sind. Es wird eine wesentliche Verbesserung
der Spulenoberfläche und damit auch des auf diesen Spulen aufge
wickelten Fadens erreicht, da ein aggressives Einwirken auf die
Kreuzwicklung beim Stillsetzen der Spule vermieden wird. Anderer
seits arbeitet die erfindungsgemäße Vorrichtung sehr zeitsparend,
da nicht abgewartet werden muß, bis eine von ihrem Antrieb ge
trennte Spule durch Auslaufen von alleine zum Stillstand gekommen
ist, was je nach Durchmesser und somit Masse der Spule bis zu
drei Minuten oder sogar länger dauern kann.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird nachge
hend anhand einer Zeichnung erläutert. Dabei zeigt die einzige
Figur einen schematischen Querschnitt durch eine Offenend-Spinn
vorrichtung und eine Wartungsvorrichtung in erfindungsgemäßer
Ausbildung.
In der Zeichnung sind lediglich die für das Verständnis erforder
lichen Teile dargestellt. Diese Teile sind in der Regel auf eine
Spinnmaschine 1 und eine längs der Spinnmaschine 1 verfahrbare
Wartungsvorrichtung 2 verteilt, doch ist es auch möglich, alle
gezeigten Elemente auf der Spinnmaschine 1 selber vorzusehen und
auf die Wartungsvorrichtung 2 zu verzichten, insbesondere bei
Testmaschinen mit einer einzigen Spinnstelle oder mit nur wenigen
Spinnstellen.
Die abgebildete Spinnmaschine 1 weist eine Vielzahl nebeneinander
angeordneter Spinnstellen auf, von denen in der Zeichnung aller
dings nur eine einzige Spinnstelle dargestellt ist. Pro Spinn
stelle ist eine Offenend-Spinnvorrichtung 10 üblicher Konstruk
tion vorgesehen, der ein Stapelfaserband 3 mit Hilfe einer Spei
sewalze 100 zugeführt wird. Die Offenend-Spinnvorrichtung 10
weist ein Spinnelement 102, z. B. in Form eines Spinnrotors, auf,
auf dessen Fasersammelfläche sich die Fasern sammeln, bevor sie
in das Ende eines Fadens 30 eingesponnen werden. Dieser verläßt
die Offenend-Spinnvorrichtung 10 durch ein Fadenabzugsrohr 101,
indem es durch ein Abzugswalzenpaar 11 durch das Fadenabzugsrohr
101 hindurch abgezogen wird. Im Fadenlauf zwischen dem Fadenab
zugsrohr 101 und dem Abzugswalzenpaar 11 oder auch in Fadenlauf
richtung (Pfeil f) nach dem Abzugswalzenpaar 11 ist ein Faden
wächter 12 angeordnet.
Zum Aufwinden des von der Offenend-Spinnvorrichtung 10 abgezoge
nen Fadens 30 ist eine Spulvorrichtung 4 vorgesehen, die im we
sentlichen eine mittels eines Antriebes 400 angetriebene Spulwal
ze 40 zum Antreiben einer zwischen zwei schwenkbaren Spulenarmen
41 auswechselbar aufgenommenen Spule 42 aufweist. Die Spulenarme
41 sind um eine Achse 43 schwenkbar.
An der Spulvorrichtung 4 greift eine Spulenhubvorrichtung 44 an,
die als Antrieb einen Zylinder 441 aufweist, welchem über eine
Leitung 442 ein geeignetes Steuermedium zugeführt werden kann.
Zur Steuerung des Steuermediums befindet sich in der Leitung 442
ein Steuerventil 443, dem ein Antrieb 444 zugeordnet ist. In ge
eigneter, nicht gezeigter Weise ist auch ein Mittel zum Entleeren
des Zylinders 441 vorgesehen, indem beispielsweise das Steuerven
til 443 mit Hilfe seines Antriebes 444 entsprechend mit einer
Entleerleitung verbunden werden kann.
Der Fadenwächter 12 und der Antrieb 444 des Steuerventils 443
sind steuermäßig mit einer Spinnstellen-Steuervorrichtung 13 ver
bunden (siehe Wirkverbindungen 130 und 131). Die Spinnstellen-
Steuervorrichtung 13 ihrerseits ist über eine Wirkverbindung 140
mit einer zentralen Steuervorrichtung 14 der Spinnmaschine 1 ver
bunden.
Im Fadenlauf zwischen dem Abzugswalzenpaar 11 und der Spulvor
richtung 4 befinden sich eine übliche Fadenspannungsausgleichs
vorrichtung 15 sowie ein üblicher Changierfadenführer 16 zum
changierenden Verlegen des auf der als Kreuzspule ausgebildeten
Spule 42 aufzuwickelnden Fadens 30.
Der Speisewalze 100 ist ein Sensor 141 zugeordnet, der die Dreh
geschwindigkeit der Speisewalze 100 erfaßt. Dieser Sensor 141 ist
mittels einer Wirkverbindung 142 mit der Steuervorrichtung 14
verbunden unter Zwischenschaltung einer Stellvorrichtung 143, die
beim gezeigten Ausführungsbeispiel zwei Einstellelemente 144 und
145 aufweist. Das Einstellelement 144 dient hierbei der Einstel
lung einer Fadenlänge, bei welcher ein Spulenwechsel stattfinden
soll, während das Einstellelement 145 dem Einstellen einer Tole
ranz-Fadenlänge dient, um die der Spulenwechsel gegenüber der
eingestellten (Soll-)Fadenlänge variieren darf. Der Sensor 141
bildet zusammen mit der Stellvorrichtung 143 einen Fadenlängen
messer 5, der über die Steuervorrichtungen 14 und 13 steuermäßig
mit der Spulenhubvorrichtung 44 verbunden ist.
Die Steuervorrichtung 14 ist mittels einer Wirkverbindung 146 mit
dem Antrieb 400 der Spulwalze 40 verbunden.
Auf der Wartungsvorrichtung 2 sind sämtliche für die Durchführung
eines Spulenwechsels und für das anschließende Anspinnen erfor
derlichen Vorrichtungen angeordnet, doch sind aus Gründen der
Übersichtlichkeit lediglich die für das Verständnis der Erfindung
unbedingt erforderlichen Aggregate in der Abbildung gezeigt.
Zu diesen für das Verständnis erforderlichen Vorrichtungen gehört
eine Rolle 20, die mittels eines Antriebes 200 wahlweise in der
einen oder anderen Richtung angetrieben werden kann. Der Rolle 20
ist eine Bremsvorrichtung 26 zugeordnet, die durch den Antrieb
200 gebildet werden kann, beispielsweise in Form einer Gleich
strommaschine, die vom Antriebsmodus in den Bremsmodus umgeschal
tet werden kann.
Die Rolle 20 mit ihrem Antrieb 200 befindet sich am Ende eines
Schwenkarmes 201, der um eine Schwenkachse 202 verschwenkt werden
kann. Zu diesem Zweck ist an dem Schwenkarm 201 ein Koppelglied
203 angelenkt, das mit Hilfe eines Antriebselementes 204, z. B.
eines pneumatischen oder hydraulischen Kolbens, hin- und herge
schwenkt werden kann. Auf diese Weise kann die Rolle 20 zur Auf
lage auf die Spule 42 oder auf eine nicht gezeigte Leerhülse ge
bracht oder auch hiervon wieder abgehoben werden.
Sowohl der Antrieb 200 als auch das Antriebselement 204 stehen
mit einer auf der Wartungsvorrichtung 2 angeordneten Steuervor
richtung 21 in steuermäßiger Verbindung (siehe Wirkverbindungen
210, 218 und 211). In der Wirkverbindung 210 des als Gleichstrom
maschine ausgebildeten Antriebes 200 befinden sich ein Umrichter
216 sowie eine Zeitsteuervorrichtung 217.
Weiterhin ist auf der Wartungsvorrichtung 2 eine Spulenwechsel
vorrichtung 27 angeordnet, die im wesentlichen einen Spulenaus
werfer 22 und eine Hülsenzuführvorrichtung 23 aufweist.
Der Spulenauswerfer 22 ist um eine Schwenkachse 220 verschwenkbar
und mittels eines Koppelgliedes 221 mit einem beispielsweise als
Zylinder ausgebildeten Antriebselement 222 verbunden, das seiner
seits über eine Wirkverbindung 212 mit der Steuervorrichtung 21
in Verbindung steht.
Zum Einlegen einer Leerhülse in die Spulvorrichtung 4 ist ferner
die bereits erwähnte Hülsenzuführvorrichtung 23 vorgesehen, die
zumindest einen um eine Achse 231 verschwenkbaren Schwenkarm 230
aufweist. Zu diesem Zweck ist an dem mindestens einem Schwenkarm
230 ein Koppelglied 232 angelenkt, das mit einem Antriebselement
233 in Verbindung steht, welches seinerseits mittels einer Wirk
verbindung 213 steuermäßig mit der Steuervorrichtung 21 verbunden
ist.
Da sowohl der Antrieb 200 mittels der Wirkverbindung 210 als auch
der Spulenauswerfer 22 und die Hülsenzuführvorrichtung 23 mittels
der Wirkverbindungen 212 und 213 mit der gemeinsamen Steuervor
richtung 21 verbunden sind, ist die Bremsvorrichtung 26 (Antrieb
200) steuermäßig auch mit der Spulenwechselvorrichtung 27 verbun
den.
Da die Steuervorrichtungen 14 und 21 steuermäßig miteinander ver
bunden sind, ist mit der Spulenwechselvorrichtung 27 auch der Fa
denlängenmesser 5 steuermäßig verbunden.
Auf der Wartungsvorrichtung 2 ist ferner eine Anspinnvorrichtung
24 angeordnet, von welcher als wesentlichste Teile lediglich eine
Fadensuchdüse 240 sowie ein schwenkbarer Fadenzubringer 241 dar
gestellt sind, die mittels Wirkverbindungen 214 und 215 mit der
Steuervorrichtung 21 verbunden sind.
Auf der Wartungsvorrichtung 2 ist außerdem eine Hilfsspule 25 an
geordnet. Von dieser wird über Umlenkvorrichtungen 250 und 251
ein Hilfsfaden 31 bis in Nähe der Mündung der Fadensuchdüse 240
geführt. Erforderliche Transport- und Trennmittel sind in der Ab
bildung nicht dargestellt, da diese Mittel in üblicher Weise aus
gebildet sein können.
Die Steuervorrichtungen 14 und 21 stehen untereinander über eine
Wirkverbindung 147 steuermäßig in Verbindung.
Nachdem der Aufbau der bevorzugten Ausführung einer Offenend-
Spinnvorrichtung 10 und der mit dieser zusammenarbeitenden ver
fahrbaren Wartungsvorrichtung 2 beschrieben worden ist, soll nun
die Arbeitsweise beschrieben werden:
Während der normalen Produktion wird der Offenend-Spinnvorrich tung 10 das Faserband 3 mit Hilfe der Speisewalze 100 zugeführt, in der Offenend-Spinnvorrichtung 10 in üblicher Weise zu Einzel fasern aufgelöst und im Spinnelement 102 vorübergehend abgelegt, um dann in das Ende des im Abzug befindlichen Fadens 30 eingebun den zu werden. Dieser Faden 30 wird mittels des Abzugswalzenpaa res 11 durch das Fadenabzugsrohr 101 aus der Offenend-Spinnvor richtung 10 abgezogen und mit Hilfe des Changierfadenführers 16 changierend auf der Spule 42 verlegt, die sich während der Pro duktion auf der rotierenden Spulwalze 40 abstützt und dadurch an getrieben wird.
Während der normalen Produktion wird der Offenend-Spinnvorrich tung 10 das Faserband 3 mit Hilfe der Speisewalze 100 zugeführt, in der Offenend-Spinnvorrichtung 10 in üblicher Weise zu Einzel fasern aufgelöst und im Spinnelement 102 vorübergehend abgelegt, um dann in das Ende des im Abzug befindlichen Fadens 30 eingebun den zu werden. Dieser Faden 30 wird mittels des Abzugswalzenpaa res 11 durch das Fadenabzugsrohr 101 aus der Offenend-Spinnvor richtung 10 abgezogen und mit Hilfe des Changierfadenführers 16 changierend auf der Spule 42 verlegt, die sich während der Pro duktion auf der rotierenden Spulwalze 40 abstützt und dadurch an getrieben wird.
Vor Beginn der Arbeit dieser Offenend-Spinnvorrichtung 10 wird in
der Stellvorrichtung 143 mit Hilfe des Einstellelementes 144 die
Soll-Fadenlänge eingestellt, die auf die Spule 42 aufgewickelt
werden soll. Darüber hinaus wird mit Hilfe des Einstellelementes
145 die Toleranz-Fadenlänge eingestellt, um welche von der vorge
gebenen Soll-Fadenlänge abgewichen werden darf, um längere Still
standszeiten der betreffenden Offenend-Spinnvorrichtung 10 zu
vermeiden, wie dies nachstehend noch näher beschrieben wird.
Wenn die vorgegebene Soll-Fadenlänge an der betreffenden Offe
nend-Spinnvorrichtung 10 erreicht ist, so wird gemäß dem bisher
üblichen Verfahren die Offenend-Spinnvorrichtung 10 stillgesetzt,
indem die Zuführung des Faserbandes 3 zur Offenend-Spinnvorrich
tung 10 unterbrochen wird. Hierdurch entsteht ein Fadenbruch, so
daß der Fadenwächter 12 anspricht und über die Spinnstellen-Steu
ervorrichtung 13 und die Spulenhubvorrichtung 44 ein Abheben der
Spule 42 von der Spulwalze 40 bewirkt. Die Spule 42 ist somit von
ihrem Antrieb getrennt und läuft aus, doch dauert es aufgrund der
Trägheit der Spule 42 lange, evtl. bis zu einigen Minuten, bis
die Spule 42 schließlich zum Stillstand gelangt.
Die Spinnstelle, an welcher ein Spulenwechsel durchzuführen ist,
ist somit normalerweise stillgesetzt, wenn die Wartungsvorrich
tung 2 während ihrer normalen Wartungsfahrt zufällig an der be
treffenden Spinnstelle vorbei fährt oder aufgrund einer durch das
Stillsetzen der Faserbandzufuhr zur Offenend-Spinnvorrichtung 10
ausgelösten Anforderung zu dieser Spinnstelle fährt und dort an
hält, um den erforderlichen Spulenwechsel durchzuführen.
Die Wartezeit, bis der Wartungswagen 2 an die Spinnstelle ge
langt, an welcher ein Spulenwechsel durchzuführen ist, kann unter
Umständen relativ groß ausfallen und somit auch entsprechend gro
ße Produktionsausfälle verursachen. Aus diesem Grunde wird mit
tels des Einstellelementes 145 in die Stellvorrichtung 143 eine
Toleranz-Fadenlänge eingegeben, um welche von der Soll-Fadenlänge
abgewichen werden darf. Kommt die entlang der Offenend-Spinnma
schine 1 verfahrende Wartungsvorrichtung 2 zu einer Offenend-
Spinnvorrichtung 10, an welcher die Soll-Fadenlänge auf der Spule
42 erreicht, die zulässige Toleranz-Fadenlänge jedoch noch nicht
überschritten ist, so wird die Wartungsvorrichtung 2 an der be
treffenden Offenend-Spinnvorrichtung 10 angehalten, was durch
übliche und daher nicht gezeigte Mittel erfolgt.
Aufgrund des Erreichens der Soll-Fadenlänge (unter Berücksichti
gung einer evtl. vorgegebenen Toleranz-Fadenlänge) bewirkt die
Wartungsvorrichtung 2 nun einen Fadenbruch, der über den Faden
wächter 12 und die Spulenhubvorrichtung 44 das Abheben der Spule
42 von der Spulwalze 40 auslöst. Die Spule 42 rotiert aufgrund
ihrer Trägheit jedoch weiter und verliert dabei allmählich an Ge
schwindigkeit, bis sie schließlich stehenbleibt.
Würde ein Spulenwechsel bereits bei noch nicht stillgesetzter
Spule erfolgen, so könnte das Einwirken des Spulenauswerfers 22
auf die rotierende Spulenoberfläche eine Störung der oberen Win
dungen der Kreuzwicklung bewirken, was bei der folgenden Spu
lenablage auf einem Spulentransportband und bei dem sich hieran
anschließenden Spulentransport zu einer Spulensammelstelle zu
weiteren Störungen führen könnte und deshalb zu vermeiden ist.
Würde dagegen der Stillstand der vollen Spule 42 abgewartet wer
den, so würde eine lange Zeit verloren gehen. Deshalb wird der
als Bremsvorrichtung 26 ausgebildete Antrieb 200 der Rolle 20 in
seine Bremsposition gebracht, was durch Umschalten des Umrichters
216 erfolgt. Die Spule 42 wird somit bis zum Stillstand abge
bremst.
Durch Tolerieren der vorgegebenen Toleranz-Fadenlängen kann die
Wartungsvorrichtung 2 einen Spulenwechsel oftmals während ihres
normalen Patrouillenlaufes vornehmen, so daß Wartezeiten weitge
hend vermieden werden.
Auch dann, wenn die Wartungsvorrichtung 2 eine Offenend-Spinnvor
richtung 10 zufällig im Augenblick ihres Stillsetzens aufgrund
des Erreichens der Soll-Fadenlänge oder aufgrund des Auftretens
eines Fadenbruchs erreicht, wird aufgrund eines entsprechenden,
von der Wartungsvorrichtung 2 produzierten Signals die Spule 42
von der Spulwalze 40 abgehoben und mit Hilfe der Bremsvorrichtung
26 bis zum Stillstand abgebremst.
Als verfahrbare Wartungsvorrichtung 2, die ein solches Abheben
der Spule 42 von der Spulwalze 40 bewirkt, kann dabei eine kombi
nierte Spulenwechsel- und Anspinnvorrichtung oder aber eine unab
hängige Spulenwechselvorrichtung Anwendung finden; im letzten
Fall ist zusätzlich zu der die Spulenwechselvorrichtung 27 auf
nehmende Wartungsvorrichtung eine separate, eine Anspinnvorrich
tung 24 aufnehmende Wartungsvorrichtung vorgesehen.
Nun wird der Spulenwechsel durchgeführt, indem die Rolle 20 von
der Spule 42 abgehoben wird und von der Steuervorrichtung 21 aus
über die Wirkverbindung 212 und das Antriebselement 222 der Spu
lenauswerfer 22 betätigt wird, der die volle Spule 42 aus der
Spulvorrichtung 4 auswirft und auf ein nicht gezeigtes Transport
band ablegt, das die Spule 42 der erwähnten Spulensammelstelle
zuführt. Das Auswerfen der vollen Spule 42 ist schonend für deren
Kreuzwicklung, da die Spule 42 zu diesen Augenblick nicht mehr
rotiert.
Anschließend an das Auswerfen der vollen Spule 42 wird von der
Steuervorrichtung 21 über die Wirkverbindung 213 ein Verschwenken
der Hülsenzuführvorrichtung 23 bewirkt, die nun in üblicher Weise
eine Leerhülse zwischen die Spulenarme 41 der Spulvorrichtung 4
einlegt. Die Spulvorrichtung 4 ist nun für einen neuen Anspinn
vorgang vorbereitet.
Schon während, spätestens jedoch nach erfolgtem Spulenwechsel be
ginnt der Anspinnvorgang. Hierbei wird das Spinnelement 102 in
bekannter Weise gereinigt. Außerdem wird der sich bis in Nähe der
Fadensuchdüse 240 erstreckende Hilfsfaden 31 durch die Fadensuch
düse 240 aufgenommen, während er in bekannter Weise von der
Hilfsspule 25 abgezogen und der Fadensuchdüse 240 zugeführt wird.
Nachdem ein ausreichend langes Fadenstück 240 mittels der Faden
suchdüse 240 angesaugt und aufgenommen worden ist, wird die Fa
densuchdüse 240 in eine derartige Stellung gebracht, daß der
Hilfsfaden 31 aus einem der Spinnmaschine 1 zugewandten Längs
schlitz aus der Fadensuchdüse 240 austreten kann und in den
Schwenkbereich des Fadenzubringers 241 gelangt. Dieser wird jetzt
verschwenkt und nimmt den Hilfsfaden 31 auf, der nun durch nicht
gezeigte Mittel auf eine definierte Länge und in eine definierte
Form gebracht wird. Sodann wird das Fadenende vor die Mündung des
Fadenabzugsrohrs 101 gebracht und in eine Bereitschaftsstellung
innerhalb desselben zurückgeliefert. Hierbei wird im Lauf des
Hilfsfadens 31 in nicht gezeigter Weise eine Fadenreserve gebil
det.
Nun wird die Faserzufuhr in die Offenend-Spinnvorrichtung 10 wie
der freigegeben. Zeitlich abgestimmt hierauf wird auch die Faden
reserve freigegeben, so daß das Fadenende auf die Fadensammelflä
che des Spinnelementes 102 gelangt und sich mit den dort befind
lichen Fasern verbindet. Ist dies geschehen, wird der Faden, der
nun neu produziert wird, in an sich bekannter Weise von dem
Hilfsfaden 31 getrennt und an die Leerhülse in der Spulvorrich
tung 4 übergeben. Während dieser Zeit wird die Leerhülse mittels
der inzwischen auf die Leerhülse aufgesetzten Rolle 20 angetrie
ben, bis nach erfolgter Übergabe des neuen Fadens an die Leerhül
se diese zur Anlage an die Spulwalze 40 gebracht wird. Die Rolle
20 kann nunmehr von der Leerhülse abgehoben werden. Das Anspinnen
ist abgeschlossen und die Aufwicklung des Fadens auf der sich nun
bildenden Spule 42 erfolgt in üblicher Weise.
Auch im Fall eines Anspinnens ohne vorangehenden Spulenwechsel
wird in ähnlicher Weise vorgegangen. Tritt ein Fadenbruch auf, so
bewirkt der Fadenwächter 12 über die Spinnstellen-Steuervorrich
tung 13 und die Spulenhubvorrichtung 44 ein Abheben der Spule 42
von der Spulwalze 40. Die Spule 42 läuft somit aus, was aufgrund
ihrer Masse geraume Zeit in Anspruch nehmen kann. Erreicht während
dieser Auslaufzeit der Spule 42 die Wartungsvorrichtung 2 die be
treffende Offenend-Spinnvorrichtung 10, so wird die Rolle 20 zur
Auflage auf die Spule 42 gebracht und abgebremst. Die Spule 42
wird somit sehr rasch still gesetzt.
Das Anspinnen erfolgt nun ähnlich, wie dies zuvor im Zusammenhang
mit einem Spulenwechsel beschrieben wurde. Der Unterschied be
steht lediglich darin, daß durch Rückdrehen der Spule 42 von der
Fadensuchdüse 240 das Fadenende von der Oberfläche der Spule 42
aufgenommen und an die Offenend-Spinnvorrichtung 10 für das An
spinnen zurückgeliefert und nicht das Fadenende eines von einer
Hilfsspule 25 abgezogenen Hilfsfaden 31 für das Anspinnen benützt
wird. Anschließend setzt der Fadenabzug durch Antreiben der Spule
42 in Aufwickelvorrichtung ein.
Prinzipiell kann vorgesehen werden, daß der Spulenwechsel exakt
beim Erreichen einer vorgegebenen, auf die Spule 42 aufgewickel
ten Fadenlänge durchgeführt wird. In diesem Fall muß man jedoch
in Kaufnehmen, daß die betroffene Spinnstelle u. U. relativ lan
ge stillgesetzt ist, da es je nach der durch die Wartungsvorrich
tung 2 im Augenblick des Erreichens der Soll-Fadenlänge eingenom
mene Position lange dauern kann, bis die Wartungsvorrichtung bei
ihrer Patrouillenfahrt oder aufgrund einer Störmeldung wieder
diese Spinnstelle erreicht.
Wesentlich produktiver ist daher das oben geschilderte Verfahren,
bei welchem eine gewisse Toleranz-Fadenlänge, um welche von der
vorgegebenen Fadenlänge abgewichen werden darf, akzeptiert wird. In
diesem Fall wird die betroffene Spinnstelle nicht sofort bei Er
reichen der vorgegebenen Fadenlänge stillgesetzt, sondern erst,
wenn diese Fadenlänge um die festgelegte Toleranz-Fadenlänge
überschritten wird. Das Stillsetzen erfolgt dann in der beschrie
benen Weise durch Erzeugen eines Fadenbruches, der seinerseits
dann das Abheben der Spule 42 von der Spulwalze 40 provoziert.
Wenn allerdings die Wartungsvorrichtung 2 die betroffene Spinn
stelle erreicht, wenn die vorgegebene, auf die Spule 42 aufzuwic
kelnde Fadenlänge erreicht oder sogar überschritten wurde - ohne
daß jedoch bereits die zusätzliche Toleranz-Fadenlänge erreicht
ist, was auf jeden Fall ein Stillsetzen dieser Spinnstelle aus
löst - so erzeugt die Wartungsvorrichtung 2 ein Signal, das auf
bekannte und daher nicht näher erläuterte Weise einen Fadenbruch
an dieser Spinnstelle erzeugt und dadurch ein Abheben der Spule
42 von der Spulwalze 40 bewirkt.
Je nach Festlegung kann ein solches Abheben der Spule 42 von der
Spulwalze 40 nicht erst frühestens bei Erreichen der Soll-Faden
länge ausgelöst werden, sondern bereits bei Erreichen einer um
eine vorgegebene Toleranz-Fadenlänge unterschrittenen Soll-Faden
länge.
Die Toleranz-Fadenlänge, um welche die Soll-Fadenlänge über- und
evtl. auch unterschritten werden darf, kann durch die Stellvor
richtung 143 beispielsweise fest vorgegeben sein. Es kann jedoch
auch - wie zuvor beschrieben - ein Einstellelement 145 vorgesehen
werden, mit dessen Hilfe die Toleranz-Fadenlänge in Metern oder
in Prozenten vorgegeben werden kann. Dabei soll die Toleranz-Fa
denlänge nicht zu groß gewählt werden. Als akzeptables Obermaß
hat sich eine Größenordnung von 0,5% der auf die Spule 42 aufzu
wickelnden Soll-Fadenlänge als praktikabel erwiesen.
Gegebenenfalls können statt eines einzigen Einstellelementes 145
auch zwei Einstellelemente zum Einstellen von Toleranz-Fadenlän
gen vorgesehen sein, wobei eines dieser Einstellelemente die To
leranz-Fadenlänge festlegt, um welche die Soll-Fadenlänge unter
schritten werden darf, während das andere dieser Einstellelemente
die Toleranz-Fadenlänge festlegt, um welche die Soll-Fadenlänge
überschritten werden darf. Die beiden Toleranz-Fadenlängen können
gleich oder unterschiedlich groß sein, wobei eine oder beide To
leranz-Fadenlängen auch den Wert Null annehmen kann bzw. können.
Sind beide Einstellelemente für die Toleranz-Fadenlängen auf Null
gestellt, so erfolgt ein Spulenwechsel bei Erreichen der exakten
vorgegebenen Soll-Fadenlänge.
Eine besonders schonende Behandlung der vollen Spule 42 wird er
reicht, wenn die Rolle 20 vor ihrem Aufsetzen auf die volle Spule
42 durch Steuerung mittels der Steuervorrichtung 21 der Wartungs
vorrichtung 2 über die Wirkverbindung 210 auf die Umfangsge
schwindigkeit der Spulwalze 40 gebracht wird. Dabei werden die
notwendigen Daten von der Steuervorrichtung 14 der Spinnmaschine
1 über die Wirkverbindung 147 der Steuervorrichtung 21 und von
dort dem Antrieb 200 der Rolle 20 übermittelt. Erst nachdem die
Rolle 20 auf die gleiche Umfangsgeschwindigkeit wie die Spulwalze
40 und damit die Spule 42 gebracht worden ist, bewirkt die Steu
ervorrichtung 21 über die Wirkverbindung 211 und das Antriebsele
ment 232 das Aufsetzen der Rolle 20 auf die Umfangsfläche der
Spule 42 und das Abbremsen der Spule 42 bis zum Stillstand.
Prinzipiell kann für das Stillsetzen der Spule 42 eine eigene
Rolle 20 Anwendung finden, die von der Anspinnvorrichtung 24 un
abhängig ist. Bei der beschriebenen Ausführung entfällt jedoch
eine separate Bremsrolle. Vielmehr ist die Rolle 20, die das Ab
bremsen der Spule 42 bewirkt, mit einem Antrieb 200 verbunden,
der über die Wirkverbindung 210 steuermäßig mit der Steuervor
richtung 21 des Wartungswagens 2 verbunden ist, welcher den An
spinnvorgang steuert.
Wie beschrieben, ist die Rolle 20 nicht nur Teil der Anspinnvor
richtung 24 und der Spulenwechselvorrichtung 27, sondern darüber
hinaus auch Teil der Bremsvorrichtung 26 und eines Störsignalge
bers, wie anschließend noch beschrieben wird.
Der Antrieb 200 kann ebenfalls in beliebiger Weise ausgebildet
werden. Findet ein Gleichstrommotor Anwendung, so kann dieser mit
Hilfe eines Umrichters 216 vom Antriebsmodus auf den Bremsmodus
umgeschaltet werden.
Sollte es durch Störungen an der Spulenhubvorrichtung 44, insbe
sondere des Ventils 443, zu einem Nichtabheben der Spule 42 von
der Spulwalze 40 kommen, so würde dies nachteilige Wirkungen auf
die Kreuzwicklung haben, wenn für längere Zeit gleichzeitig so
wohl die Spulwalze 40 als auch die Rolle 20 auf die Spulenober
fläche einwirken würden. Um dies zu vermeiden, kann vorgesehen
werden, daß die Spule 42 während des Abbremsvorganges überwacht
wird.
Findet als Antrieb 200 eine Gleichstrommaschine Anwendung, so
wird beispielsweise durch die auf der Spule 42 aufliegende Rolle
20 eine elektrische Kenngröße, beispielsweise eine Spannung, in
der Gleichstrommaschine erzeugt und über die Wirkverbindung 218
an die Steuervorrichtung 21 weitergeleitet. Stellt sich keine Ab
nahme dieser elektrischen Kenngröße, z. B. Spannung, ein, so wird
nach einer vorgegebenen Zeit die Rolle 20 stillgesetzt und von
der Spule 42 abgehoben. Darüber hinaus bewirkt die Steuervorrich
tung 21, daß dieser Bremsvorgang nicht wiederholt wird, sondern
ein Störsignal erzeugt wird, damit eine Bedienungsperson die Feh
lerquelle überprüfen kann. Die Rolle 20 ist somit - wie oben er
wähnt - Teil eines Störsignalgebers.
Die erwähnte vorgegebene Zeit bis zum Stillsetzen der Rolle 20
kann beispielsweise in der Steuervorrichtung 21 einprogrammiert
werden. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel erfolgt die Zeit
vorgabe mit Hilfe der Zeitsteuervorrichtung 217.
Beim erläuterten Ausführungsbeispiel bildet der Antrieb 200 somit
einen Drehzahlwächter 6. Prinzipiell kann das Überwachen der Ge
schwindigkeit der Rolle 20 - oder auch einer anderen, auf der
Spule 42 aufliegenden und eine Bremsvorrichtung 26 aufweisenden
Rolle - oder der Spule 42 auf beliebige Weise mit Hilfe unter
schiedlicher Drehzahlwächter 6 erfolgen, z. B. durch Zählen von
Impulsen, die durch eine derartige Rolle (z. B. Rolle 20) oder die
Spule 42 während der Drehung erzeugt werden. Wird eine elektri
sche Kenngröße erzeugt, so kann diese je nach Ausbildung des die
Drehzahl der Spule 42 direkt oder indirekt abtastenden Drehzahl
wächters 6 auch eine Stromstärke sein. Auch kann gegebenenfalls
in einer Gleichstrommaschine, die als Drehzahlwächter 6 dient,
die elektrische Kenngröße eine Veränderung der Lage des Magnet
feldes sein.
Bei der geschilderten Ausbildung dient als Drehzahlwächter 6 ein
Meßgerät zum Messen der durch die Gleichstrommaschine (Antrieb
200) erzeugten elektrischen Größe, die von der Drehgeschwindig
keit der Spule 42 abhängt. Wird die induzierte Spannung gemessen,
so dient als Meßgerät ein Spannungswächter, der beim gezeigten
Ausführungsbeispiel integrierter Bestandteil der Steuervorrich
tung 21 und daher nicht eigens dargestellt ist.
Das erwähnte Störsignal, das - falls gewünscht - erzeugt werden
kann, wenn sich die Spule 42 nicht stillsetzen läßt, hat den Vor
teil, daß weitere Versuche von vornherein vermieden werden, so
daß der Zeitaufwand reduziert wird. Außerdem wird die Gefahr ei
ner möglichen Beschädigung von Aggregaten der Wartungsvorrichtung
2 und der Offenend-Spinnvorrichtung 10 reduziert. Das Störsignal
bewirkt beispielsweise das Ansprechen eines Störsignalgebers,
z. B. das Aufleuchten einer Signallampe oder das Ansprechen eines
akustischen Signalgebers, so daß die Bedienungsperson der Spinn
maschine 1 die Störquelle suchen und den Fehler beheben kann.
Der Drehzahlwächter 6 (Impulszähler, etc.) steht steuer
mäßig über die Wirkverbindungen 210 und 212, 213 und die Steuer
vorrichtung 21 mit der Spulenwechselvorrichtung 27 in Verbindung.
Somit kann durch den Drehzahlwächter 6 - über die Steuervorrich
tung 21 - nicht nur die Erzeugung eines Störsignals bewirkt wer
den, sondern auch die Erzeugung eines Startsignals für die Durch
führung des Spulenwechsels. So kann das Erreichen des Stillstan
des der Spule 42 vor oder spätestens bei Erreichen der für den
Abbremsvorgang vorgegebenen Zeitspanne den Spulenwechsel auslö
sen. Ein solches Auslösen der Spulenwechselvorganges kann - falls
gewünscht - auch dann Anwendung finden, wenn auf eine Vorgabe ei
ner Abbremszeit verzichtet wird. In letzterem Fall wird die
Bremswirkung aufgehoben, sowie das Erreichen des Spulenstillstan
des signalisiert wird.
Ein Drehzahlwächter 6 kann stationär an jeder Spinnstelle der
Spule 42 zugeordnet sein. Er kann aber auch auf der Wartungsvor
richtung 2 angeordnet und der Spule 42 zustellbar sein für die
Durchführung des Spulenwechsels und/oder Anspinnvorganges.
Das erläuterte Verfahren und die beschriebene Vorrichtung können
somit in vielfältiger Weise abgewandelt werden, indem beispiels
weise einzelne Merkmale durch Äquivalente ersetzt werden oder in
anderen Kombinationen Anwendung finden. So ist es z. B. von un
tergeordneter Bedeutung, ob die Rolle 20 bereits auf die Spule 42
aufgesetzt wird, bevor diese von der Spulwalze 40 abgehoben wor
den ist, oder ob dieses Aufsetzen der Rolle 20 im Augenblick des
Spulenanhebens oder aber erst, wie oben beschrieben, nach erfolg
tem Abheben der Spule erfolgt. Die Reihenfolge kann frei gewählt
werden. Es muß lediglich sichergestellt werden, daß die Bremswir
kung erst einsetzt, nachdem die volle Spule 42 von der Spulwalze
40 abgehoben worden ist, damit die Spule 42 nicht gleichzeitig
der Antriebswirkung der Spulwalze 40 und der Bremswirkung der
Rolle 20 ausgesetzt ist.
Demselben Zweck dient auch das beschriebene Verfahren, die Rolle
20 vor dem Aufsetzen auf die volle Spule 42 auf deren Umfangsge
schwindigkeit zu bringen, so daß die Rolle 20 vor dem Einsetzen
der Bremswirkung nicht erst durch die Spule 42 beschleunigt wer
den muß.
Das Bremsen der Spule 42 erfolgt im geschilderten Ausführungsbei
spiel elektrisch mittels einer umschaltbaren Gleichstrommaschine
(Antrieb 200), doch ist es auch denkbar, als Bremsvorrichtung 26
eine Wirbelstrombremse oder dergleichen oder sogar eine mechani
sche Bremse einzusetzen.
Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel wird der Spulenwechsel bei
Erreichen einer vorgegebenen Fadenlänge (unter Berücksichtigung
einer festgelegten Toleranz-Fadenlänge) ausgelöst. Diese Faden
länge kann prinzipiell fest vorgegeben oder, wie gezeigt, mittels
mindestens eines Einstellelementes 144 einstellbar sein.
Statt einer Fadenlänge kann aber zum Auslösen des Spulenwechsels
auch der Spulendurchmesser dienen, der durch eine nicht gezeigte,
evtl. einstellbare Lichtschranke ermittelt wird, die der Spule 42
zugeordnet ist und das Erreichen eines vorgegebenen Durchmessers
der Spinnstellen-Steuervorrichtung 13 sowie der Steuervorrichtung
14 signalisiert, die dies dann ihrerseits der Steuervorrichtung
21 auf der Wartungsvorrichtung 2 signalisiert.
Claims (20)
1. Verfahren zum Stillsetzen einer durch eine kontinuierlich ro
tierende Spulwalze angetriebenen Aufwickelspule, wobei die
Spule zum Stillsetzen von der Spulwalze abgehoben wird, da
durch gekennzeichnet, daß eine Rolle auf die Umfangsfläche
der abgehobenen Spule aufgesetzt wird und daß die Rolle nach Erreichen
der Umfangsgeschwindigkeit der Spule bis zum Stillstand abge
bremst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rolle vor dem Aufsetzen auf die Spule im wesentlichen mit der
Umfangsgeschwindigkeit der Spulwalze angetrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rolle elektrisch abgebremst wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die Spule während des Abbremsens
überwacht wird und der Abbremsvorgang abgebrochen wird, wenn
innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne die Spule nicht zum
Stillstand gelangt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Abbrechen des Abbremsvorganges ein Störsignal ausgelöst wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß beim Abbremsen der Spule eine der
Umfangsgeschwindigkeit der Spule proportionale elektrische
Kenngröße erzeugt wird, welche überwacht wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als
elektrische Kenngröße eine Spannung erzeugt wird.
8. Vorrichtung zum Stillsetzen einer durch eine rotierende Spul
walze angetriebenen Spule, mit einer Spulenhubvorrichtung,
die steuermäßig mit einem einen der Spule zugeführten Faden
überwachenden Fadenwächter verbunden ist, und mit einer der
Umfangsfläche der Spule zustellbaren Rolle, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Rolle (20) auf die Umfangsfläche der Spule
(42) aufsetzbar ist und daß die Rolle (20) nach Erreichen der
Umfangsgeschwindigkeit der Spule (42) bis zum Stillstand ab
bremsbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine
steuerbare Vorrichtung (200), die sowohl als Antriebs- als
auch als Bremsvorrichtung betreibbar ist, mit der Rolle (20)
verbunden ist und die steuerbare Vorrichtung (200) zur Steue
rung des Bremsvorganges mit einer Steuervorrichtung (21) ei
ner Spulenwechselvorrichtung (27) verbunden ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spulenwechselvorrichtung (27) auf einer Wartungsvorrichtung
(2) angeordnet ist, die an eine OE-Spinnmaschine längs einer
Vielzahl gleichartiger, durch Spulwalzen (40) angetriebener
Spulen (42) verfahrbar ist und auch die Rolle (20) trägt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet,
daß sie Teil einer OE-Spinnmaschine ist, und die steuerbare
Vorrichtung (200) für die Rolle (20) mit einer Anspinnvor
richtung (24) steuermäßig in Verbindung steht.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsvorrichtung (26) elek
trisch ausgebildet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsvorrichtung (26) als Gleichstrommaschine (200) mit Um
richter (216) ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsvorrichtung (26) eine
Zeitsteuervorrichtung (217) zugeordnet ist.
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß der Spule (42) ein Drehzahlwäch
ter (6) zugeordnet ist, der steuermäßig mit der Spulenwech
selvorrichtung (27) verbunden ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der
Drehzahlwächter (6) der Spule (42) zustellbar und auf einer
Wartungsvorrichtung (2) angeordnet ist, die längs einer Viel
zahl gleichartiger, durch Spulwalzen (40) angetriebener Spu
len (42) verfahrbar ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 13 und Anspruch 15 oder 16, dadurch
gekennzeichnet, daß der Drehzahlwächter (6) als Meßgerät ei
ner durch die steuerbare Vorrichtung (200) erzeugten elektri
schen Größe ausgebildet ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das
Meßgerät als Spannungswächter ausgebildet ist.
19. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsvorrichtung (26) steuer
mäßig mit einem Störsignalgeber verbunden ist.
20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (20) der Bremsvorrich
tung (26) gleichzeitig Bestandteil der Spulenwechselvorrich
tung (27) und der Anspinnvorrichtung (24) sowie eines Störsi
gnalgebers ist.
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ID=6440975
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