DE404667C - Vorrichtung zum Trocknen von Papier- und Stoffbahnen - Google Patents

Vorrichtung zum Trocknen von Papier- und Stoffbahnen

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DE404667C
DE404667C DEM77518D DEM0077518D DE404667C DE 404667 C DE404667 C DE 404667C DE M77518 D DEM77518 D DE M77518D DE M0077518 D DEM0077518 D DE M0077518D DE 404667 C DE404667 C DE 404667C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21FPAPER-MAKING MACHINES; METHODS OF PRODUCING PAPER THEREON
    • D21F5/00Dryer section of machines for making continuous webs of paper
    • D21F5/14Drying webs by applying vacuum

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  • Drying Of Solid Materials (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

  • Vorrichtung zum Trocknen von Papier- und Stoffbahnen. Die Erfindung Letrifft eine Vorrichtung zum Trocknen von Papier- und Stoffbahnen, bei der die zu trocknenyde Bahn um beheizte Trockenzvlinder im Innern einer luftverdünnten Trockenkammer läuft, deren Eintritts-und Austrittsöffnungen gegen das Eindring.°ii von Luft durch flüssige Dichtungsmittel geschützt sind und kennzeichnet sich der Hauptsache nach dadurch, daß die unteren, am Eintrittsende und am Austrittsende der Trockenkammer liegenden (5, g bzw. 38, 44) oder sämtliche unteren Zylinder im wesentlichen bis zu ihrer Achsenhöhe in die Dichtungsflüssigkeit eintauchen. Die zti trocknende Bahn wird in die Vakuumkammer in solcher Weise eingeführt, daß sie sich beim Durchgang durch den Flüssigkeitsverschluß nicht umkrempelt oder Wellen schlagen kann. Wenn Papier getrocknet wird, so wird das trockene Papier vollkommen glatt. Gestattet man dagegen der nassen Bahn, Welsen zti schlagen oder sich umzukrempeln, so wird (las fertige Papier mehr oder weniger faltig.
  • Die zur Bildung des Verschlusses dienende Flüssigkeitsmenge ist gegenüber den bekannten Trocknern ähnlicher Art bedeutend berabgesetzt. Sie inuß al-er in solchen Mengen vorhanden sein, (laß sie die Trommel ihren wesentlichen Umfange nach bedeckt, der Verbrauch an Dichtungsflüssigkeit ist aber gering, da es sich ini vorliegenden Falle gewissermaßen um ein ruhendes, nicht aber strömendes Verschlußmittel handelt.
  • Die zu trocknende Bahn aus Papier o(hr ähnlichem Stoff wird auf einer Mehrzahl von Trockentrommeln geführt, die sich in der Vakuunikaminer befinden. Zwei von den Tromnieln werden zweckmäßig zum Teil in #lio v`erschlußflüssigkeit eingetaucht und halsen die doppelte Aufgabe, die Papierbahn iti leiten und zu trocknen. In manchen Fällen jedoch brauchen diese "Zylinder nicht erhi±r_t zu werden.
  • Die Innenwandung der Vakuumkammer folgt ini wesentlichen den Krümmungen der Führung- und Trockenzylinder, und zwar besonders derjenigen "Zylinder, die in dem Flüssigkeitsverschluß liegen. Dabei befindet sich die 1nnenwan(Iting der \-erachlußkämmer möglichst nahe am Umfang der Führungs-oder Trockenzvlinder, so claß die Menge (her Flüssigkeit, die zum Füllen der Verschlußkammer erforderlich ist, vermindert -wird.
  • Die neue Vorrichtung gestattet, Papier in der Weise zu trocknen, daß Fasern nicht geschwächt sind und dis Leiniung durch das Trocknen bei hohen Temperaturen nicht leidet.
  • Man kann ferner finit dem- neuen Trockner farbiges Papier trocknen, ohne daß es. die Farbe verliert. Nel:en anderen @-ortei!en wird hierdurch sichergestellt, (laß (las Papier kräftige Farren l:esitzt, die über die ganze Papierbahn iin wesentlichen die gleichen sind, so (laß es möglich ist, farbige Papiere ohne einen wesentlichen Unterschied in Ton und Farbe abzustimmen.
  • Auf (her Zeichnung sind verschiedene Ausführungsformen der neuen Vorrichtung dargestellt. Die Erfindung ist jedoch nicht an diese l:esonderen Ausführungsformen #,:-bunden.
  • Abb. i zeigt einen senkrechten Schnitt durch eine Ausführungsform einer Trockenvorrichtung nach der Erfindung, bei der die Papierbahn oder eine Bahn aus ähnlichem Stoff ohne Leitfilze üher die Zylinder geführt ist.
  • Abb. 2 zeigt einen gleichen Schnitt durch eine zweite Ausführungsform der neuen Varrichtung mit endlosen Leitfilzen zum Führen der Papierbahn durch die Trockenkammer.
  • Abb. 3 zeigt einen senkrechten Schnitt durch eine weitere besonders bevorzugte Ausführungsform der neuen @"orrichtung.
  • A1:1). d. zeigt in vergrößertem Maßstabe und in senkrechtem Schnitt eine Einrichtung zu,Ti Abheben der Trockenbahn von den TrockenzyIindern und Filzen und zu ihrer Führung.
  • Bei der Ausführungsform nach Abb. i geht die Papierhahn i, -wenn sie naß von der Papiermaschine kommt, entweder mit hoher od:r auch niedriger Geschwindigkeit über die 1#iilirtitigsrolle2 in den Flüssigkeitsverschluß3 unter der 1Zolle -. hindurch und von dort -nn den F@ihrungszvlinder 5 herum, -während sie in den Verschluß 3 in senkrechter Richtung eintritt. Nach Verlassen des Zylinders 5 beim Punkt 6 läuft die Bahn i ungefähr in einer wagerechten Tangente an den Zylinder fast unmittelbar zum Trockenzylinder 7, der ini t Dampf beheizt ist. Hier und auf den anderen beheizten Trockenzylindern 7 wird sie vollkommen getrocknet und geht schließlich uni den 1,-,fihrtingszylinder 9 herum aus der Vakuumkammer 8 durch den FlüssigkeitsverschlUß 3 unter der Rolle io hindurch hinaus und iil:er die Leitrolle i i fort.
  • Die Verschlußkaminer 12- der Vaktitunkai:iiner 8 ist so gestaltet, (laß sie größtenteils von den Führungszylindern 5 und 9 ausgefüllt wird, so daß nur eine verhältnismäßig kleine 2 enge Abschlußflüssigkeit gebraucht wird.
  • Als Abschlußflüssigkeit kann irgendeine geeignete Flüssigkeit benutzt werden, die auf die zu trocknende Bahn nicht einwirkt oder sie nicht zerstört. Vorzugsweise wird O_tiecksil benutzt, es kann jedoch auch irgendein Anal an verwendet werden. Der Innenraum 13 der Abschlußkam.mer ist vorzugsweise Logenförmig gestaltet, wobei die Boueii tim die Achse der Zylinder 5 und 9 als 'Ii tten gelegt sind. Die Zylinder 5 und 9 dienen nur zum Führen des Papiers, können aber auch noch erhitzt werden, z. B. durch Dampf, So (laß sie dann auch die Aufgal--e haben, (las Papier zu erhitzen, wodurch auch sie zu Trockenzylindern werden.
  • Die Bahn i wird fast unmittelbar nach ihrem Eintritt in die Abschlußflüssigkeit tim den rotierenden Zylinder 5 herum geführt, der sich mit derselben Geschwindigkeit -wie (hie Bahn i bewegt. Die Bahn i umschlingt diesen Führungszylinder, während sie durch (hie Verschlußflüssigkeit aufsteigt, und bis sie aus (her Flüssigkeit heraus in die Vakuunikamhier 8 eintritt, worauf sie fast unmittelbar in den ersten der Trockenzylinder 7 übergeht, so claß keine :Möglichkeit zum Wellen- und Faltenschlagen besteht und daher auch Brüche mit dieser Ursache praktisch vermieden werden. Auch das unerwünschte Raubwerden des Papiers wird verhindert.
  • Das gewünschte Vakuum in der h.ainnier 8, zWeckinäßig ungefähr 71 cm, wird in irgendeiner Weise mit Hilfe der Rohre i-., 1.4 aufrechterhalten.
  • In Abb.2 ist eine einfache Ausführung,;-form einer Vakuumkammer 15 dargestellt, in der Trockentrommeln 7 und Führungstromnieln 5 und 9, die beheizt sein hinnen oder nicht, angeordnet sind.
  • Anders wie bei den übrigen Ausführungsformen jedoch verläuft die Bahn i durch die Vakuumkammer mit Hilfe des oberen endlosen Filzes 16 und des unteren endlosen Filzes 17. Diese Filze sind entweder eber_@o breit wie die Bahn i oder zweckmäßig etw,--.s breiter, so daß die Bahn i von ihnen vollständig bedeckt wird, während sie durch den 1# lüssigkeitsverschluß 3 hindurchgeht. Die Bahn 1 geht unter (lern Schutz. der Filze 16 und 17 in die Verschlußflüssigkeit und unter der Führungsrolle i9 hindurch, von dort um den Führungs- oder Trockenzylinder 5 herum. Die Bahn i und der obere endlose. Filz 16 laufen um die erste Trockentrommel 7 herum, der untere endlose Filz 17 geht über die Leitrolle 2o und nimmt die Bahn i -auf, nachdem sie die erste Trockentrommel 7 verlassen hat. Nächdern der obere Filz 16 um die erste Trockentroinmel7 herumgegangen ist, wird er über die Führungsrolle 21, 2-2, 23 und 2.1 geleitet, worauf er von neuem mit der Bahn i zur Berührung kommt, wenn diese um die letzte Trockentrommel herum geleitet wird.
  • Der untere Filz 17 umschlingt einen Teil der mittleren Trockentrommel 7, geht dann über die Führungsrollen 25 und von hier mit der Bahn i um den Führungszylinder 9 herum, während der obere Filz 16 unter der Bahn liegt.
  • Die beiden Filze mit der eingeschlossenen Bahn i laufen dann um den Zylinder 9 durch den zweiten Verschluß 3 unter der Rolle 26 hindurch und aus (lern Verschluß heraus. Nach dem Verlassen des Verschlusses ist die Bahn i vollkommen trocken und fertig zum Aufrollen, Zerschneiden oder zu sonstiger Ver-«-endung. Der untere Filz 17 geht nach dem Verlassen des Verschlusses 3 über die FührUngSrollen 27; 28, 29 und 30 zu dem V-rschluß an der Eintrittsseite zurück. Der obere Filz 16 läuft über die Vakutunkammer, iil"er die Leitrollen 31 und 32 zur gleich; n Stelle zurück.
  • Bei der bevorzugten Ausführungsforen der Vorrichtung nach der Erfindung, die in Abb. 3 dargestellt ist, sind Dampfführungen 35 vorgeselien, die die Bahn i von dem Trockenzylinder abstreifen, ohne claß eine mechanische Berührung stattfände, und zwar weder mit dem Zylinder noch mit der Bahn i. Die Dampfführungen streifen auch die Bahn i von den endlosen Filzen ab. Der Dampf hat außerdem die Wirkung, die Vakuumkammer 3.4 zu erwärmen; er wird durch die Rohre 14, 1.4 abgezogen und dann kondensiert.
  • Durch die Benutzung von Dampf als Führungsmittel, Abb. 3 und ,4, wird nicht nur die Trocknung der Bahn i gefördert, sondern auch, wenn sie zerreißt, wird das freie Ende der Bahn i augenblicklich getrocknet und wird fest, so daß es leicht durch die Vorrichtung geführt werden kann.
  • Die zu trocknende Bahn kommt wiederum naß von der Papiermaschine, tritt in die Vakuumkammer 34 zwischen dein Filz 36 Lind dein unteren Filz 37 ein, geht dann mit den Filzen durch den Flüssigkeitsverschluß 3 um den Führungszylinder 38 herum, über die Trockenzylinder 39, 40, 41, 42 und 43 und um den Führungszylinder 4d. herum, aus der Kammer heraus. yDie Führungszylinder 38 Lind ..l"1 können nach Wunsch beheizt werden oder nicht, die Zahl der Trockenzylinder je nach dem Material und nach der Geschwindigkeit, mit der die Bahn läuft, vergrößert oc:er verkleinert werden.
  • Bei dieser Ausführungsform der Erfindung sind zweckmäßig zwei Flüssigkeitsverschlüsse 3, d und zwei Verschlußkammern 4; und 4.6 angeordnet. Die Scheidewände 47 und 48 verhüten vorzugsweise, claß die Flüssigkeit der beiden Verschlüsse mit den Trockenzylindern .Io und 4.2 zur Berührung kommt.
  • Die Bahn i tritt in den einen Flüssigkei' s-Verschluß 3 ein und kommt dann sofort mit dein umlaufenden Führungszylinder 38 in Berührung, der dieselbe Aufgabe hat, wie die Fiihrungszylinder 5 bei den einfacheren Ausführungsformen nach Abl>. i und 2. Die Bahn i läuft zusammen mit dem oberen Filz 36 um den Trockenzylinder 39. Der obere Filz läuft hierauf um die Führungsrolle 49 und dann um den Trockenzylinder 41, wierleum die Führungsrolle 5o und den Trockenzylinder .43. Der untere Filz 37 geht, nach-#lem er iini den 17ührungszylinder 38 herum gelaufen ist, über die Führungsrolle 5 i, den Trockenzylinder .4o, die Führungsrolle 52, den Trockenzylinder 42 und die Führungsrolle 53, hinter der er wieder mit dem oberen Filz 56 zusammentrifft.
  • Die Leiden Filze 36 und 37 finit der dazwischenliegenden Trockenbahn i gehen dann durch den zweiten Flüssigkeitsverschluß 3, tun den Führungszylinder -4.4 herum und verlassen die Vorrichtung über die Führungsrolle 5.4; hinter ,dieser trennen sich die Filze und die Papierkahn : der obere Filz geht dann über die Führungsrolle 55 zur Eintrittsseite der Vorrichtung zurück. Der untere Filz verläuft ül-er die Führungsrollen 5o und 57, voll denen letztere von einem Gehäuse 58 geschützt sind.
  • In Abh. 4. ist eine Dampfführung am Zylinder 4 2 gezeigt, der sich unter der Spitze 59 derFührung in Richtung des Pfeiles hindurchdreht. Dampf wird durch das Rohr 6o zugeführt und strömt durch die Bohrung 6 1 am Ende der Zunge 59 aus. Dieser Dampf erzeugt einen Strahl 62, der unter der Spitze der Zunge 59 hervortritt und die Bahn i vom Zylinder .42 (Abb. 4.) abhebt. Etwas Dampf bildet ein hissen 63 zwischen den Enden der Führung und der Oberfläche des Zylinders 42. Zweckmäßig, wenn auch nicht notwendig, sind weitere Ausströmungsöffnungen 64., 65 und 66 vorgesehen, aus denen ebenfallsDampfstrahlen austreten, die auf die Bahn i einwirken und verhüten, daß sie mit den festen Teilen der Führung in Berührung kommt. Sie lenken die Bahn i von dein hinteren Ende 6 j der Führung ab und bringen sie auf ihren richtigen Weg durch die Vakuunikaminer zurück.
  • Die neuen Dampfführungen können sich ü1.-er die ganze Breite der einzelnen Trockeazylinder erstrecken, sie können aber auch nur einen Teil der Breite einnehmen, wenn nur eine Bahn durch die Vorrichtung läuft. Zweckmäßig nehmen die Dampfführungen die ganze Breite der Vorrichtung ein bzw. die ganze Breite der Bahn i.
  • Der Dampf in den Führungen kann entweder nur angestellt werden, wenn die Vorrichtung in Betrieb gesetzt wird, oder wenn nach einem Bruch ein neues Einführen der Bahn nötig ist. Der Dampf kann auch die ganze Arbeitszeit angestellt Bleiken, so daß bei einem unvorhergesehenen Bruch der Bahn diese voll selbst durch die Vorrichtung geleitet wird, ohne daß irgendeine Verzögerung oder Verstopfung der Vorrichtung eintritt.
  • Es sei bemerkt, daß der aus den Führungen ausströmende Dampf die Raumtemperatur nicht erhitzt, vielmehr durch die Rohre 14, 14 abgeführt und durch einen Kondensator praktisch ohne Kosten kondensiert wird.
  • Die neue Vorrichtung bietet viele Vorteile, die bei den vorbekannten, seit langem iiti praktischen Gebrauch befindlichen älteren Vorrichtungen nicht vorhanden sind.
  • Die Verdampfung, welche für die 'sogenannte Lufttrocknung voll Papier charakteristisch ist, hat eine größere Zahl wohl-1-ekannter Nachteile, wird aber trotzdem noch heutzutage benutzt und ist seit vielen Jahren benutzt worden. Bei dieseln Verfahren wird ` <las nasse Papier, wenn es von der Maschine kommt, in Bogen geschnitten, auf Stangen gehängt und zum Trockenraum getragen, wo es warme Luft von ungefähr 54° C .48 Stunden lang ausgesetzt wird, worauf inan es, ' wenn es trocken ist, Blatt für Blatt kalandert. 01-wohl dieses Verfahren den Vorzug hat, daß die Trocknung bei verhältnismäßig niedriger Temperatur stattfindet, wodurch die Feuchtigkeit langsam verdampft wird, ist das Lufttrocknungsverfahren offensichtlich recht unwirksam und kostspielig, da es viele besondere Handhabungen erfordert, ist außerdem sehr langwierig und beansprucht eine große Bodenfläche, endlich führt es zur Verschwendung von Wärine.
  • Das Verfahren, welches bei den gebräuchlichen Papiermaschinen benutzt wird, besitzt el:enfalls viele Nachteile. Bei diesen 1-Iaschinen wird das nasse Papier, wenn es von der Maschine kommt, über viele umlaufende Zylinder geleitet, welche durch Dampf so hoch erhitzt werden, claß die Temperatur des Wassers im Papier seinen Siedepunkt erreicht. Es ist üblich, den Trockenzylindern Dampf voll ungefähr 1,4 Atm. absoluten Druck zuzuführen. Solcher Dampf hat eine Temperatur voll i o9° C, so daß der Temperaturabfall zwischen dem Dampf und dein Papier nur noch 9° beträgt. Bei dieser kleinen Temperaturdifferenz ist der Vorgang außerordentlich langsam, so daß es erforderlich ist, sehr viele Trockenzylinder zu benutzen, z. B. ]-ei der Herstellung von Pappe bis zu ioo un,l bei der Herstellung von Zeitungspapier 4.o und darüber.
  • Fernei- ist infolge voll Strömungs- und Leitungsverlusten sowie voll Undichtigkeiten in den Rohrleitungen und anderen Zufälligkeilen, die für dieTroclcnung beiAtmosphärendruck erforderliche Wärmemenge für eine Tonne nassen Papiers viel größer als der technische Wärmebedarf der atmosphärischen Trocknung mit Hilfe von dampfbeheizt, n ' Zylindern. Ferner wird der Dampf, der beim Entweichen des Wassers aus dein Papier entsteht, in den Arbeitsraum getriel:en, so da13 trotz Benutzung von Ventilatoren und Absaugevorrichtungen, deren Kräfteverbrauch und Unterhaltungskosten groß sind, die Luft im Arbeitsraum ständig mit Feuchtigkeit gesättigt ist, was zum Rosten und schließlich zur "Zerstörung sämtlicher Eisenteile führt. Außerdem ist diese Feuchtigkeit recht unangenehm und ungesund.
  • Ferner ist es allgemein 1,ekannt, elaß die Mindesttemperatur von ioo° C, der Siedepunkt von Wasser bei Atmosphärendruck, den Fasern des Papiers schädlich ist, indem sie zur Oxydation führt, so daß die Festigkeit der Fasern außerordentlich verbessert wird, wenn das Papier bei niedriger Temperatur getrocknet wird. Endlich ist zu bemerken, daß hei der Trocknung durch Atiriosphärendruck ein großer Aufwand von Anschaffungskosten für Zvlinder, Filze und ,andere notwendige Arbeitsmittel beansprucht wird sowie eine große Bodenfläche, und daß sie zu großem Kraftverbrauch und großen Betriebs-und Reparaturkosten führt.
  • Bei den neuen Trocknern nach der Erfindung kann in der Arbeits.kaminer ein Vakuum von 710 inm 0uecksilliersätile aufrecnterhalten werden, l.ei welchem Wasser schon 1:e1 ungefähr 38° C siedet.
  • DieZylinder werden mitDainpf von i,d.Atin. absolutem Druck geheizt, der eine Temperatur von ioo° C hervorbringt. Die Temperaturdifferenz zwischen dem Dampf in dem Zylinder und dem Papier beträgt also ungefähr 70° C 1-ei dem neuen Trockner, d. h. sie ist etwa achtmal größer als die Temperaturdifferenz von etwa 9° C unter Atmosphärendruck. In dem neuen Trockner trocknet das Papier ungefähr achtmal schneller als hei Atmosphärendruck. Es werden also auch nur 111, der Zahl der Trockenzylinder bei der gleichen Arbeitsgeschwindigkeit gebraucht. Man kann mit dem neuen Trockner Papier mit fünf Zylindern in der gleichen Zeit trocknen wie auf :I0 Zylindern l'ei Atmosphärendruck, woraus sich eine große Ersparnis von Anlagekapital für Maschinen, Grund und Boden, Rohrleitungen, Filzen und Einrichtungen und insbesondere auch an Kraft und Unterhaltungskosten ergibt. Der thermische @%'irkungsgrad des neuen Vakuumtrockners ist viel größer als der bei der Trocknung auf Zylindern unter atmosphärischem Druck, wie his jetzt allgemein üblich.
  • Theoretisch sind zum Trocknen -einer Tonne Papier bei atmosphärischem Druck ungefähr 1945 kg Dampf erforderlich, praktisch jedoch stellt sich infolge der Konvektions- und Leitungsverluste sowie der Verluste durch Undichtigkeiten der Leitungen u.dgl. der Danipxverbrauch auf ungefähr d815 kg pro Tonne.
  • Bei dem neuen Trockner werden bei einem Vakuum von ungefähr 710 mm die Konvel:-tions- und Undichtigkeitsverluste ungewöhnlich gering, so daß zum Trocknen einer Tonne Papier nur 236o kg Dampf erforderlich sind. Es ist eine bekannte Tatsache, daß bei niedriger Temperatur getrod:netes Papier viel fester ist als solches, das bei hohen Temperaturen getrocknet ist, wie sie bei unter anno-' spliärischern Druck arbe-tenden Papiermaschinen zur Anwendung kommen. Papier, das bei einem Vakuum von 710 mm bzw. hei einer Temperatur von ungefähr 38° C nach der Erfindung getrocknet ist, ist viel widerstandsfähiger als Papier, das bei atmosphärischem Druck - also bei ioo° C - getrocknet ist.
  • ' Infolgedessen kann bei Benutzung des neuen Trockners billigeres Rohmaterial verwendet und trotzdem ein Papier erzeugt -werden, das dem bei Atmosphärendruck getrockneten an Festigkeit gleichkommt, obwohl für dieses bessere Rohstoffe verwendet werden müssen. Beim Herstellen von Zeitungspapier kann l:eispielsweise ein beträchtlicher Teil des teuren Sulfitstoffes entbehrt werden, da dieser durch den billigeren Holzschliff ersetzbar ist.
  • Es ergibt sich ferner eine große Wärmeersparnis und somit auch eine große Dampfersparnis, da die benutzte Vakuumkammer wie eine Isolierflasche wirkt. In dieser Kaminer werden der Heizdampf und die aus dem nassen Papier ausgetretenen Dämpfe aufgefangen und zum Kondensator geleitet. Der Arbeiterraum ist frei von Dampf, Feuchtigkeit und Hitze, so daß Ventilatoren und Absaugevorrichtungen entbehrlich sind. DieVorrichtung arbeitet stets mit einem bestimmten Feuchtigkeitsgrad, so daß die Regelung der Trocknung vollkommen durchführbar ist und der Feuchtigkeitsinhalt des Papiers sorgfältig bestimmt werden kann.

Claims (1)

  1. PATENT-ANsPRUcH Vorrichtung zum Trocknen von Papier-und Stoffbahnen, bei der die zu trocknende Bahn um beheizte Trockenzvlinder im Innern einer luftverdünnten Trockenkammer läuft, deren Eintritts- undAustrittsöffnungen gegen Idas Eindringen von Luft durch flüssige Dichtungsmittel geschützt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die unteren, am Eintrittsende und am Austritt-3-ende der Trockenkammer liegenden (5, 9 hzw.38,d.d.) oder sämtliche untereZylinder im wesentlichen bis zu ihrer Achsenhöhe in die Dichtungsflüssigkeit eintauchen.
DEM77518D 1922-04-25 1922-04-25 Vorrichtung zum Trocknen von Papier- und Stoffbahnen Expired DE404667C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE745218C (de) * 1937-02-15 1944-03-21 Waclaw Ufnowski Vorrichtung zum Entsaeuern und Entgasen laufender endloser kuenstlicher Fadenstraenge

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE745218C (de) * 1937-02-15 1944-03-21 Waclaw Ufnowski Vorrichtung zum Entsaeuern und Entgasen laufender endloser kuenstlicher Fadenstraenge

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