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Gaserzeuger mit Rührwerk. Die Erfindung bezieht sich auf Gaserzeuger,
bei denen die Brennstoffschicht durch eine Art Rechen umgerührt wird, der eine gleichmäßige
Verteilung des Brennstoffs bewirkt und ein Zusammenbacken sowie die Bildung von
Durchblaslöchern in der Brennstoffschicht verhindert. Es sind Gaserzeuger dieser
Art bekannt, bei denen der umlaufende Rechen für gewöhnlich auf der Oberfläche der
Brennstoffüllung entlang streicht, während er bei Einführung von neuem Brennstoff
sich vermöge an ihm vorgesehener, aufwärts gekrümmter "feile in einer Schraubenlinie
durch die neue Beschickung aufwärts bewegt, bis er die Oberfläche wieder erreicht.
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Die Erfindung bezweckt, die Rühreinrichtung bei Gaserzeugern der eingangs
gekennzeichneten Art in der Richtung zu verbessern, daß sie selbsttätig auf eine
Vergleichmäßigung der Verbrennung hinwirkt, indem je nach dem Zustande der Brennstoffschicht
mehr oder weniger gründlich gerührt wird. Zu diesem Zwecke ist die Einrichtung so
getroffen, daß das Rührwerk in
größerer Tiefe auf die Brennstoffschicht
einwirkt und damit eine gründlichere Rührwirkung ausübt, wenn die Brennstoffschicht
infolge besonderer Umstände beim Verbrennungsvorgange locker bzw. von Durchblaslöchern
durchsetzt ist, während das Durchrühren in geringerer Tiefe erfolgt, sobald die
Brennstoffschicht von dichter klebriger Beschaffenheit ist, in welchem Falle sie
einer weniger gründlichen Durcharbeitung bedarf.
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Erreicht wird diese Wirkung dadurch, daß das in senkrechter Richtung
auf und ab bewegliche Rührwerk bei I:berschreiten einer bestimmten Größe des « iderstandes
der durchstrichenen Brennstoffschicht auf seinen schrägen Stützflächen nach oben
gleitet, während es bei geringerem M iderstande durch die Schwere nach unten gezogen
wird und infolgedessen tiefer in die Brennstoffschicht einsinkt, bis deren Widerstand
entsprechend wieder zunimmt. Die die Verschiebung des Rührwerks in senkrechter Richtung
vermittelnden Stützflächen sind zweckmäßig in Form von schraubenförmig verlaufenden
Leisten an der Rührwerkswelle angebracht und stehen mit an dem betreffenden Antriebe
angebrachten Mitnehmern in Eingriff, an denen sie bei Erhöhung des Widerstandes
infolge der durch die schräge Lage der Leisten bedingten Keilwirkung nach oben gleiten.
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Auf der Zeichnung ist die Erfindung in einer beispielsweisen Ausführungsform
veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. i einen senkrechten Schnitt durch den mit der
neuen Einrichtung versehenen Gaserzeuger, während Abb. 2 eine Aufsicht darstellt.
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In Abb. i ist mit .I3 die Wandung des Gaserzeugers bezeichnet, der
oben durch die Decke 44 abgeschlossen ist. In die Decke .L.I ist ein hohles Ringstück
.I() eingesetzt, das eine Wasserkammer .47 besitzt und einen Sockel .48 zur Aufnahme
der weiter unten zu beschreibenden Einrichtung trägt.
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Bei der dargestellten Ausführungsform besteht der Rührer aus einem
im wesentlichen wagerechten rohrförmigen Arme .49, der mit einer Anzahl abnehmbarer
Rührfinger 5o versehen ist. Diese ragen abwärts in die Brennstoffüllung und verhindern
die Bildung von Schlacken und Kuchen. Der Arm :49 verteilt den Brennstoff gleichmäßig
und füllt etwaige Durchblaslöcher oder überheiße Stellen in der Brennstoffschicht
aus. Er ist an einer senkrecht angeordneten N\'elle 51 befestigt, die so geführt
und gedreht wird, daß sie sich zusammen mit dem Arme selbsttätig heben und senken
kann.
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In der Nähe des oberen Endes der M-elle 5 1 ist diese mit einem
Ansatz 5a versehen, der fest mit ihr verbunden ist. Der Ringansatz trägt zwei schraubenförmig
verlaufende Rippen 53. Die Welle 51 und ihr Ansatz 52 sind von einem Schneckenrade
54 umgeben, das innerhalb eines Gehäuses 55 umläuft. Die Nabe 56 des Schnekkenrades
5.4 trägt ein Paar Ansätze oder Mitnehmer 57, die mit den Schraubenrippen 53 in
Eingriff stehen und den Rührer in Umdrehung versetzen, sobald das Schneckenrad 54.
angetrieben wird. Die Mitnehmer reichen bis nahe an den Wellenansatz 52 heran und
führen ihn auf diese Weise. Ist der Rührer zu tief in die Brennstoffüllung eingebettet,
so findet er bei der Drehung einen größeren M iderstand, so daß er infolge der Keilwirkung
zwischen den Rippen 53 und den Mitnehmern 57 angehoben wird, bis der der Drehung
entgegenwirkende N'%-iderstand nicht mehr ausreicht, ihn weiter zu heben. Das Maß
der Höhe, auf der der Rührer gehalten wird, hängt also von dem Betrage jenes Widerstandes
ab. Gleichgewicht tritt ein, wenn das abwärts wirkende Gewicht des Rührers durch
die senkrechte Komponente des Umdrehungswiderstandes, der gegen die Schrägfläche
wirkt, ausgeglichen wird. Die Höhenlage innerhalb der Brennstoffüllung kann dadurch
eingestellt werden, daß man Gewichte 58, die auf dem oberen Ende der `Felle
51 Platz finden, hinzufügt oder entfernt. Bei einem bestimmten Belastungsgewicht
wird der Rührer selbsttätig in der passenden Höhe gegenüber der Brennstofffüllung
gehalten. M ird aber die Beanspruchung zu groß, so wird der Rührer ganz herausgehoben.
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Für die Rührvorrichtung kann eine Kühleinrichtung vorgesehen werden,
der durch ein Rohr 59, das mit einem in der hohlen Rührerwelle 51 angeordneten Rohre
6o in Verbindung steht, das Kühlwasser zugeführt wird. Das Rohr 6o führt zu einem
Rohr 61, das in dem Rührarm 49 steckt und mit Öffnungen 62 versehen ist, so daß
das Kühlwasser durch die Rohre 59, 6o, 61, durch die Öffnungen 62 und zurück durch
die Ringräume zwischen den Rohren 4.9, 61 sowie den Rohren 51 und 6o zu den Auslaufdüsen
63 strömt, die im oberen Teil der V eile 51 angebracht sind. Von hier fließt das
Kühlwasser in einen in dem hohlen Sockel .I8 vorgesehenen Behälter 6.4, von wo ein
Teil durch das Rohr 65 in das Innere eines ringförmigen Körpers 66 fließt, der zum
Ablenken der eingeschütteten frischen Kohlen dient. Von hier aus strömt das M asser
durch die Rohre 68 und 69 dem Rohre 67 zu. Der Rest des Kühlwassers läuft unmittelbar
aus der Kammer 64. durch die Rohre 681 und 67 zu dem Tragschenkel 691 eines Lagerkörpers
70 für die Welle 51. Der Schenkel 691 bildet zusammen mit zwei weiteren Schenkeln
71 einen dreibeinigen Lagerbock 7o. Aus dem Innern des Lagers 70 wird das
M asser durch Vermittelung der beiden hohlen Schenkel 71 in die « asserkammer
:I7 geführt, aus der es durch das Rohr 72 austritt.
Für den Antrieb
der Rührvorrichtung ist ein Motor 73 vorgesehen, der auf der Oberseite des das Schneckenrad
54 einschließenden Ölbehälters angebracht ist. Dieser Motor steht durch ein Getriebe
74, 75 und ein Exzenter 78, dessen Stange 79 an einen Schalthebel 8o angreift,
sowie durch ein von diesem betätigtes Schaltrad 82 und eine auf dessen t\
olle sitzende @ chnecke 84 mit dem Schneckenrade 54 in Verbindung. Auf diese Weise
wird beim Umlaufen des Motors 73 das Rührwerk absatzweise langsam gedreht.
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Die \\ irkungsweise der Einrichtung ist folgende: Es sei angenommen,
daß die obere Schicht der Brennstoffüllung sich in klebrigem oder backendem Zustande
befindet, daß also nicht in größerer Tiefe gerührt zu werden braucht. In diesem
Falle veranlaßt der verhältnismäßig hohe M iderstand, der sich der Drehbewegung
des Rührwerks leim Durchstreichen der zähen Brennstoffschicht entgegensetzt, einen
starken Rückdruck der schraubenförmigen Leisten 53 auf die an ihnen anliegenden
Mitnehmer 57. Die senkrechte Komponente dieses Druckes überschreitet dann das C
ewicht des Rührwerks, so daß dieses angehoben wird. Das dauert so lange, bis der
der Drehbewegung des Rührwerks entgegenwirkende \\ iderstand der Brennstoffüllung,
der ja bei geringerer Eintauchtiefe abnimmt, so klein geworden ist, daß das Gewicht
des Rührwerks seiner senkrechten Komponente wieder das Gleichgewicht hält. Das Rührwerk
läuft dann in der entsprechenden neuen Höhenlage um, b*s, sei es durch Aufschütten
von neuem Brennstoff, sei es durch Veränderung des Zustandes der Brennstofffüllung,
wieder eine Änderung des M iderstandes gegenüber der Rührvorrichtung eintritt. Beispielsweise
kann dieser V1 iderstand erheblich sinken, wenn infolge der besonderen Art des Brennvorganges
die Brennstoffschicht porös wird oder sich mit Durchblaslöchern durchsetzt. Dann
gewinnt das Gewicht des Rührwerks gegenüber der senkrechten Komponente des \1 iderstandes
der Brennstoffschicht das Übergewicht, so daß das Rührwerk tiefer in die Brennstoffüllung
einsinkt, bis wieder Gleichgewicht eintritt. Durch Hinzufügen und Abnahme der Pelastungsgewichte
58 kann erreicht werden, daß der Gleichgewichtszustand j e nach Bedarf in größerer
oder geringerer Höhenlage eintritt.
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Die achsiale Erstreckung der schraubenförmigen Leisten 53 nach unten
ist geringer als die Hubhöhe der Rührwerkswelle, so daß wenn sich das Rührwerk sehr
hoch in der Brennstoffschicht hebt, die Mitnehmer 57 mit der Leiste 53 außer Eingriff
kommen, so daß ein weiteres Anheben des Rührwerks nicht möglich ist.
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Im vorstehenden ist eine Ausführungsform des Gaserzeugers dargestellt,
bei der die Rührvorrichtung gedreht wird und die Unterlage für die Erennstoffüllung
feststeht. Natürlich ist die Erfindung nicht auf diese Ausführungsart beschränkt,
vielmehr kann auch die Unterlage für die Brennstoffüllung drehbar und das Rührwerk
feststehend ausgeführt sein. In diesem Falle können die oben erwähnten, mit schrägen
Eingriffsflächen versehenen Organe dazu dienen, den Rührer in seinen Auf- und Abbewegungen
zu führen und seine Drehung zu verhindern, wobei der wachsende Widerstand gegenüber
der Relativbewegung zwischen der Frennstofffüllung und dem Rührer dieselbe \1 irkung
hat wie bei der dargestellten Ausführung der Erfindung.