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Berieselungskonstruktion in Gegenstromkühlern mit niedriger Fallhöhe
und Lattenberieselung. Die Erfindung betrifft eine Berieselung in Gegenstromkühlern
mit niedriger Fallhöhe *liild Luftwegverlängerung zwecks Erreichung einer besser.
Kühlwirkung. Bei dem Bau von Kühltürmen bestrebte .man sich von jeher, lie Wassereinlaufhöhe
zwecks Ersparnis der Pumpenarbeit möglichst niedrig zu halten, ohne die Kühlwirkung
dadurch zu beeinträchtigen.
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Bekanntlich ist zur Erreichung einer guten Abkühlung des Wassers erforderlich,
daß dieses möglichst oft und fein verteilt wird, und daß die als Kühlmittel wirkende
Luft möglichst lange und gründlich mit dem heruntertropfenden Wasser in Berührung
kommt. Bei normaler Fallhöhe genügt es, daß die Luft @ an unten her im Gegenstrom
durch den Latteneinbau nach oben steigt, um die gewünschte Kühlwirkung zu erzielen.
Hierbei ist es erforderlich, daß zwischen den einzelnen Latten der Berieselung so
viel freier Raum verbleibt, daß die physikalisch notwendige Luftmenge ohne zu große
Reibungsverluste hindurchstreichen kann.
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In den Fällen nun, in denen die Fallhöhe niedrig gehalten werden muß,
genügt ein solcher Latteneinbau nicht mehr, da sich nicht die notwendige Lattenoberfläche
wegen der erforderlichen großen seitlichen Abstände der Latten unterbringen läßt.
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Man hat deshalb sogenannte 0iuerstroinkühler konstruiert, bei welchen
die Luft durch eine uni den Kamin herum angeordnete Lattenberieselung quer zu den
fallenden Wassertropfen seitlich von außen in den Kamin zieht. Hierbei kann man
die Riesellatten natürlich eng aneinanderrücken und dadurch die Kühlfläche vergrößern,
jedoch hat dieser Querstroinkühler :den Nachteil, daß die durch die unteren, schon
abgekühlten Luftzonen streichende Luft mit so geringen Wärmegraden in den Kamin
gelangt, daß sie sich beim Aufsteigen mit der aus -den heißen oberen Zonen abziehenden
warmen Luft :mischt und dabei den in dieser enthaltenen Wasserdampf wieder zum Teil
kondensiert.
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Daraus ergibt sich, wie in der Praxis oft festgestellt wurde, daß
der Schwaden aus der oberen Schlotmündung nicht in Form von gleichmäßig gesättigtem
Dampf, sondern verinischt mit kleinen Wasserbläschen abzieht, welche in der Luft
ausfallen und die Umgebung, besonders im Winter, empfindlich belästigen.
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Der Erfindung gemäß wird deshalb im Gegensatz zur Ouerstromberieselung,
bei welcher die Luft, wie oben erwähnt, seitlich von außen eintritt und seitlich
zum Kamin austritt, die Gegenstromberieselung -imPrinzip beibehalten, also es tritt,die
Luft unten ein und oben aus.
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Um nun trotzdem längere Luftwege zu erhalten, wird der Gegenstrom
der Luft, und zwar nur teilweise, in kurze Querstromwege abgelenkt.
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Um dieses zu erreichen, werden der Erfindung gemäß unterhalb des Kamins
zwischen ,lezi Lattenrieselelementen nach oben verjüngte Luftausströmräume angeordnet,
derart, daß eine beliebig große Anzahl von Lattenelementen je zwischen einen solchen
Lufteinströmrauen
und Luftausströmraum liegt. Gleichzeitig wird
die oberste und unterste Lattenlage der Rieselelemente so weit gedrosselt, daß nur
(-in geringer Teil der ganzen Lufttnenge zwischen diesen Latten hindurehstreichen
kann.
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Die Hauptmenge der Luft wird also gezwungen, trotz der niedrigen Berieselungshöhe
einen längeren Weg zu nehmen, so daß ihre volle Sättigung mit Wasser erreicht wird.
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Die kondensierende Wirkung der unteren Lufteinströmung kann in diesem
Falle nicht in Erscheinung treten, da die Ausströmung aus den unteren Lattenböden
durch die engen Abzugsquerschnitte im unteren Teil der keilförmigen Luftausströtnräume
auf den eben notwendigen Querschnitt gedrosselt ist, entgegen nuerstromkühler n,
bei welchen sie ungeltindert in den Abzugsschlot gelangt.
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Auf der Zeichnung ist beispielsweise eine Ausfiihrutigsform des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Abb. i zeigt die Berieselung im Querschnitt, Abb. 2 im Grundr iß, Abb.
3 im Längsschnitt.
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Unter dem nicht gezeichneten Kamin ist eine große Anzahl von Rieselelementen
r angeordnet, die aus je mehreren übereinandergelagerten und gegeneinander versetzten
Lattenreihen bestehen.
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Der Kühlermantel m ist unten tnit Einströtnöffnuttgett a versehen,
durch welche die Luft in den Kühler eintritt. Zwischen den Rieseleletnenten r sind
die nach oben verjüngten Lufteinströmräume g und die nach unten verjüngten Luftausströmräutne
i angeordnet. Die obersten und untersten Lattenlagen der Rieselelemente sind gedrosselt,
cl. h. die freien Durchfllußquerschnitte für das Wasser sind so klein gewählt, daß
nur eine geringe Luftmenge nach oben hindurcltstreichen kann. Infolgedessen kann
die Hauptmenge der Luft nur in die nach oben verjüngten Lufteinlaßräumeg eintreten
und muß von diesen quer .durch die Rieselelemente hindurch, und zwar durch sämtliche
Etagen derselben, in die sich nach oben erweiternden Luftausströmräume i, welche
gleichmäßig über den Kühlergrundriß verteilt sind, hindurchstreichen.
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Die unterste Lattenreihe der Ries,elelemente ist teilweise zu einer
Wasserauffangtasse b ausgebildet, so daß unter dieser der Raum von herabfallendem
Wasser frei bleibt. Das sich in den Tassen sammelnde Wasser fließt bei c in einem
senkrecht zum Lufteintritt verlaufenden Wasserschleier ab. In die so geschaffenen
freien Räume tritt durch die öffnungen a des Kühlermantels nz,die Luft ein, um gleichfalls,
und zwar durch die von der letzten gedrosselten Lattenreihe e herabfallenden Tropfen
hindurch, zu den Lufteintrittsräumen g zu gelangen.
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An den Lufteintrittsöffnungen bilden sich, wenn die Wassertropfen
unmittelbar an denselben herunterfallen, im Winter lästige Eisansammlungen. Aus
diesem Grunde werden, was sich bei dieser Berieselung ohne nachteilige Wirkung bewerkstelligen
läßt, Wasserauffan@gtassen h angeordnet, welche zur Erfa@ssung der gesamten einströmenden
Luft stach den Wassertassen b keilförmige Ansätze erhalten, so daß die Hauptluftmenge
bequem nach .dem freien Raum unter den Tassen b gelangen kann.
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Nunmehr ist die erste Tropfenzone um die Breite der Wassertasse k
von dem Kühlerrttantel in nach innen gerückt, woselbst eine starke Vereisung nicht
mehr stattfinden kann.
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Die oberste Lattenreihe la ist gleichfalls gedrosselt, so daß die
Hauptluftmengen nicht durch diese nach oben senkrecht in den Kamin abstreichen kann,
sondern, wie oben erwähnt wurde, quer durch die Rieselelentente hindurchstreichen
muß.
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Bei den verschiedenen bekannten Kühlturntkonstruktionet: wurde beobachtet,
daß die Luft innerhalb der Berieselung das Bestreben zeigt, nach den Stellen, welche
den geringsten Durchgangswiderstand bieten, mit besonderer Energie hinzuströmen.
Die Räume g und i werden in dieser Weise wirksam, so daß auch bei großen Grundrißbreiten
eine gute Luftverteilung gewährleistet werden kann.
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Ein besonderer Vorteil dieser Berieselungsart ist die leichte Zugänglichkeit
des gesamten Einhaues, da man sowohl von den Räumen g von unten ,als auch von den
Räumen i von oben her zu allen Einbauteilen gelangen kann. Infolgedessen ist es
möglich, eine solche Berieselung durch kleinere, wenig kostspielige Reparaturen
dauernd instand zu halten. Aus letztgenanntem Grunde empfiehlt sich dieser Einbau
auch für Kühltürme mit normaler Fallhöhe.