DE398482C - Sicherheitssystem zur UEberwachung des in elektrischen Leitungen, Maschinen und Apparaten entstehenden Isolationsfehlers, der noch nicht zur Ausbildung eines anormalen Ableitungsstromes gefuehrt hat - Google Patents
Sicherheitssystem zur UEberwachung des in elektrischen Leitungen, Maschinen und Apparaten entstehenden Isolationsfehlers, der noch nicht zur Ausbildung eines anormalen Ableitungsstromes gefuehrt hatInfo
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Landscapes
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN Al 11. JULI 1924
RE ICH S PATE NTAMT
PATENTSCHRIFT
- JVl 398482 -KLASSE 21 e GRUPPE 9
(A3G785 VIII/sie)
Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft in Berlin*).
Sicherheitssystem zur Überwachung des in elektrischen Leitungen, Maschinen
und Apparaten entstehenden Isolationsfehlers, der noch nicht zur Ausbildung
eines anormalen Ableitungsstromes geführt hat.
In dem Bestreben, den Betrieb elektrischer ; schaltungen« zusammenfassen kann. Alle
Kraftanlagen so zuverlässig und sicher wie ; diese Schaltungen verfolgen den Zweck, eine
möglich zu gestalten, ist eine große Zahl : etwa eintretende Störung im Bereiche der Ma-
von Vorschlägen gemacht worden, die man schinen, Apparate oder Leitungsanlagen in
unter der Sammelbezeichnung »Sicherheits- ihren Folgen dadurch für die Aufrechterhai-
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Wilhelm Pfannkiich in Berlin-Nieder schöneweide.
3Θ8482
tutig des Betriebes unschädlich zu machen, daß der von ihr betroffene Teil der Anlage so
schnell wie möglich abgeschaltet wird. Diese Lösung der Aufgabe genügt im allgemeinen-S
den Anforderungen an die Betriebssicherheit, soweit kleinere Anlagen oder wenigstens Teile
geringerer Leistungsfähigkeit in größeren Anlagen in Frage kommen. Trifft eine Störung
dagegen die Hauptenergieerzeuger oder ίο Energieträger solcher Anlagen, so würde
durch die Abschaltung solcher Teile der Zusammenbruch des Betriebes nicht verhindert
werden können.
Die vorliegende Erfindung besteht darin, daß Einrichtungen getroffen werden, die den
Verlauf der Störung in zwei oder mehreren Stadien anzeigen und so eine Überwachung
des Fehler verlauf es bzw. der Fehlerentwicklung
in einer für die menschlichen Sinne wahrnehmbaren Weise ermöglichen. Sie benutzt
zu diesem Zwecke Einrichtungen, durch die es möglich ist, die in Wicklungen oder
Leitungen sich ausbildenden Störungen in so frühem Stadium wahrzunehmen, daß eine
Warnung des Betriebes noch vor Eintritt des Erd- oder Kurzschlusses durchführbar ist.
Solche Einrichtungen sind bereits bekanntgeworden zum ersten Male durch die deutsche
Patentschrift 280785, wo eine Schaltung beschrieben ist, die die Fähigkeit besitzt, eine
entstehende Störung anzuzeigen, noch ehe ein Erd- oder Kurzischluß zustande kommt. Auf
diese Schaltung wird im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung noch später zurückgekommen
werden.
Mit dem Ansprechen solcher Sicherheitsschaltung und der dabei gegebenenfalls erteilten
Warnung hört die Überwachung des Kabele bzw. des gemeldeten Fehlers auf, weshalb
im allgemeinen der Betrieb eines solchen , Kabele- eingestellt werden muß. Hier setzt nun ι
die Erfindung ein, die, wie oben bereits gesagt i ist, in Einrichtungen besteht, welche die i
Weiterentwicklung des gemeldeten Fehlers in passender Weise überwachen und anzeigen
und damit den selbsttätigen Schutz des Kabels auch weiterhin gewährleisten. Hierbei können
auch Einrichtungen getroffen werden, durch welche beim Eintritt der Katastrophe also des endgültigen Durchschlages die betroffene
Leitung so schnell wie möglich abgeschaltet wird.
Derartige Einrichtungen zur Überwachung ! und' zum1 Anzeigen des Fehlerverlaufes können
z. B. aus zwei oder mehreren Relais bestehen, die mit der betreffenden Leitung so im
Verbindung stehen und derartig verschieden j bemessen· und gestaltet sind, daß jedes von
ihnen nur bei einer bestimmten Fehlergröße anspricht.
Die Einrichtung zum Ausschalten des fehlerhaften Kabels beim Eintritt der endgültigen
Katastrophe besteht aus einem Ausschaltrelais, das hinter dem letzten zur Überwachung
dienenden Relais eingeschaltet ist und das fehlerhafte Kabel automatisch abschaltet.
Da das Auslöserelais erst nach vollendeter Störung be'tätigt werden soll, so können
die für dieses Stadium charakteristischen Merkmale der Störung, das ist in erster Linie
der auftretende Überstrom, wirksam gemacht werden. Das Auslöserelais kann somit auf
dem sogenannten Maximalprinzip aufgebaut sein oder es kann ferner das durch das Aufj
treten des Ableitungsstromes charakterisierte Differentialprinzip Verwendung finden. Es besteht
nun die Möglichkeit, das Ausschaltrelais schon vor Ansprechen des letzten Warnungsrelais dem Einfluß des Betriebes zu unter-
werfen, es kann ferner die Einrichtung getroffen werden, daß das Auslöserelais sich
zwar dauernd in Bereitschaftssehaltung befindet, nach Ansprechen des Warnungsrelais
aber in seiner Empfindlichkeit bezüglich Stromstärke und Zei£ beeinflußt wird und
endlich, daß das Auslöserelais überhaupt erst \ in Bereitschaftsschaltung tritt, nachdem das
letzte Warnungsrelais angesprochen hat.
In den Abb. 1 bis 3 sind derartige Schaltungen dargestellt, welche im folgenden kurz
erläutert werden mögen. In den ersten beiden Abbildungen ist der zuletzt erörterte Fall
dargestellt, daß die verschiedenen Relais nacheinander in Tätigkeit treten. Um das Prinzip
möglichst klar darzustellen, ist zunächst von Einzelheiten dabei abgesehen worden; so soll
insbesondere der Transformator T nur andeuten, daß die an seiner Sekundärwicklung angeschlossenen
Relais (R I, R II, R III) in irgendwelcher Beziehung zu der zu schützenden
Leitung L gebracht worden sind, ohne daß auf die Art derselben irgendwie eingegangen
wird. Abb. 1 zeigt dabei den normalen Betriebszustand der Schaltung, wenn die Leitung
störungsfrei ist. In diesem Falle ist lediglich das empfindlichste Relais RI mit
Hilfe seines Kontaktes α eingerückt und überwacht in dieser Form die Leitung L.
Tritt eine Störung in der Leitung ein, so würde das Relais R I ansprechen und die Kontakte
α und b betätigen, derart, daß das Relais RI stromlos würde und das weniger
empfindliche Relais R II in Betrieb käme. Bei Zunahme der Störung würde sich der Vorgang
in der Form wiederholen, daß das "Relais R II anspricht und die Kontakte b und c betätigt.
Wenn schließlich der Fehler derartige Dimensionen angenommen hat, daß die Fortführung
des Betriebes unmöglich wird, so würde das unempfindlichste Relais RII ansprechen, den
ölschalter ö der Leitung ausschalten und
evtl. auch mit. Hilfe des Kontaktes c sich selbst ausschalten. Dieses Stadium ist in der
Abb. 2 dargestellt. Die Wirkung der Relais auf die verschiedenen Kontakte und Schalter
ist durch die gestrichelten Pfeillinien angedeutet.
Eine andere Form der Stufung ist in Abb. 3 dargestellt, aus welcher zu erkennen ist, daß
die hier vorgesehenen Relais R I und R II beide dauernd in Verbindung mit der zu
schützenden Leitung stehen und wirksam sind. Dies soll durch die voneinander unabhängigen
Sekundärwicklungen des Kopplungstransformators T, mit welchem die Relais jeweilig in
dauernder Verbindung stehen, angedeutet werden. Das Relais R II, welches in diesem
Falle den Ölschalter betätigt, kann also jederzeit in Tätigkeit treten, sofern es von der
Leitung L aus entsprechend beeinflußt wird.
Es ist jedoch Vorsorge getroffen, daß es nur auf sehr grobe Einflüsse reagieren kann, dadurch,
daß es mit einem Widerstand W überbrückt ist. Erst wenn eine Störung in der
zu schützenden Leitung selbst eingetreten ist und das Relais RI zum Ansprechen kommt,
wird durch automatisches Öffnen des Kontaktes b' der Überbrüekungswiderstand ausgeschaltet
und dadurch die Empfindlichkeit des Relais1 RII entsprechend gesteigert, so
daß beim Eintritt des Durchschlages der Leitung L die zugehörigen Relais allein in Tätigkeit
treten, während die Relais anderer Leitungen, welche auch weiterhin überbrückt
sind, nicht zum Ansprechen kommen.
Anstatt die Empfindlichkeit zu beeinflussen, kann ferner auch die Zeitverzögerung der
Relais verändert werden, um" dadurch das Arbeiten derselben zu regeln.
Endlich kann auch das Ausschaltrelais in Gastalt eines einfachen Übeiistromrelais neben
dem Warnungsrelai's installiert sein, ohne von demselben bezüglich seiner Empfindlichkeit
oder Zeitverzögerung beeinflußt zu werden.
Bei Anwendung des Überstromprinzips für
das Ausläserelais würde sich also das Verhalten desselben in den geschilderten drei
Fällen so darstellen, daß im letzten Falle das Überstromrelais den allgemeinen Zwecken des
Überstramschutzes dient und unabhängig von dem Warnungsreläiis auch die Erd- und Kurzschlußsicherung
übernimmt. Im zweiten Falle würde durch dals Ansprechen des Warnungsrelais das Ausläserelais automatisch in der
Art beeinflußt werden, daß es entweder für wesentlich geringere Überströme empfindlich
gemacht wird oder daß seine evtl. vorhandene . Zeitverzögerung herabgesetzt oder
beseitigt wird. Hierdurch· würde eine bedingte Verknüpfung des Warnungsreläiis und
des Autelöserelais verwirklicht sein. Im ersten Falle endlich würde das Überstromrelais sich
bei unversehrtem Zustande der Anlage überhaupt nicht in Bereitischaftsschaltung befinden
und erst eingerückt werden, nachdem das letzte Warnungsrelais angesprochen hat.
Während die letzte Schaltung eine Selektivität nahezu ausschließt, wird diese in den
ersten zwei Schaltungsformen gewährt. Diese geben also die bedingte bzw. absolute Gewähr,
daß im Falle der vollendeten Störung nur der beschädigte Strang zur Abschaltung
gelangt. In noch vollkommenerer Weise läßt sich der Gedanke der Erfindung dadurch verwirklichen,
daß man das Prinzip der Warnungsischaltung auch für die Auslöseschaltung beibehält, jedoch in entsprechend modifizierter
Form.
Zur Erläuterung dieser Ausführungsform möge auf das bereits angezogene Patent
280785 kurz eingegangen werden. Nach Abb. 5 iist die Konstruktionsform eines Einleiterkabels
im Querschnitt dargestellt, welches mit einer Sicherheitfsschaltung nach dem
genannten Patent ausgerüstet werden kann. Wie aus derselben zu erkennen ist, besteht
der Leiter aus einem beliebig gestalteten Kern K, der von einer Lage gegeneinander
isolierter Drähte umgeben ist, von weicher die gerad- und ungeradzahligen Drähte zu zwei
Gruppen D1 und D2 zusammengefaßt sind. Die Stromübertragung in solchem Kabel, an
welcher alle erwähnten Leiterteile in gleicher Weise beteiligt sind, erfolgt in der Weise, daß
die Spannung der Oberflächengruppen D1 und Z?2 von der des Kernleiters if um einen geringen
Betrag abweicht, so daiß eine Spannungsdifferenz sowohl zwischen K und D1
und D2 als auch zwischen D1 und D" stattfindet.
Die dabei angewendete Schaltung, bei welcher gleichzeitig die unter dem Zusatzpatent
334861 geschützte Erfindung berücksichtigt ist', ist in Abb. 4 dargestellt, wobei
für die Teile der Leitung L die gleichen Bezeichnungen K, D1, D" gewählt sind wie in
Abb. 5. Die Isolierung des Kabels/ und der Bleimantel B sind in dem Leitungsischema
natürlich nicht berücksichtigt.
Das Prinzip der Schaltung besteht nun darin, daß durch die Spannungsdifferenz zwischen
den Oberflächendrahtgruppen D1 und nc
D2, welche gemäß der Anordnung zwischen je zwei nebeneinanderliegenden Drähten wirksiaim
wird, das umgebende Dielektrikum J dauernd überwacht wird, iso daß Veränderungen,
welche das Isoliervermögen desselben angeben, wahrgenommen und in geeigneter
Weise angezeigt werden können. Sofern nämlich die Isolatoren in der nächsten Nähe der
Öberflächendrähte durch elektrische Anstrengung verkohlt und damit leitend wird, ohne
daß ein; Durchbruch nach dem Bleimantel hin erfolgt zu sein braucht, wird die Spannungs-
differenz die Möglichkeit haben, sich auszugleichen,
wobei ein Ausgleichstrom auftritt, welcher auf die Transformatoren T und T', die
am Anfang und Ende der Leitung eingeschaltet sind, einwirkt und die niedervoltseitig
angeschlossenen Relaiis zum Ansprechen bringt. Die nach dem Zusatzpatent 334861
entworfenen Transformatoren bestehen, wie die Abbildung erkennen läßt, aus je drei
Kerrien, von denen der Kern 1 jeweilig die Erregerwicklung P trägt, während der Kern 2
die spanmungserzeugende Sekundärwicklung S trägt und der Kern 3 einen magnetischen
Nebenschluß zum Kern 2 darstellt. Die Wicklung S besteht aus zwei Hälften gleicher
Windungszahl, welche von dem La'ststromanteil der Gruppe D1 und D2 derart durchflossen
werden, daß eine Reaktion auf das erzeugende im Kern 2 pulsierende Magnetfeld unmöglich ist. Die Transformatoren T und T'
sind ferner so geschaltet, daß die am Anfang erzeugte Spannungsdifferenz am Ende wieder
ausgeglichen wird. Die durch den im Fehlerfalle auftretenden Ausgleichstrom bewirkte
Reaktion auf das Kraftfeld des Kernes 3 wird dadurch auf die Relais übertragen, daß diese
an eine Diffenentialwicklung angeschlossen sind (κ1 und n2), die nur dann stromlos bleibt,
wenn das Kraftflußverhältnis der parallelgeschalteten Kerne 2 und 3 sich nicht ändert.
Nach der Erfindung wird die Entwicklung des Fehlers in der Weise überwacht und angezeigt,
daß nacheinander Relais verschiedener Empfindlichkeit in Wirksamkeit kommen, detart, daß ein hochempfindliches Relais
den Beginn des Fehlers und ein oder mehrere weniger empfindliche Relais das Fortschreiten
der Entwicklung anzeigen, während das letzte, unempfindlichste Relais, das auf die
Verhältnisse bei Eintreten des Lichtbogens eingestellt ist, die Ausschaltung bewirkt. Die
Entwicklung des Fehlers'kann aber auch in der Weise überwacht und angezeigt werden,
daß zwar Relais gleicher Empfindlichkeit verwendet werden, daß aber die zur Überwachung
dienende Spannungsdifferenz automatisch in Stufen herabgesetzt wird. In diesem Falle
würde die Abnahme des Fehlerwiderstandes, das ist des Übergangswiderstandes zwischen
den Drahtgruppen D1 und D2, in ganz ähnlicher
Weise wahrgenommen werden, aber eine Beeinflussung der Entwicklung des
Fehlers durch den Ausgleichstrom selbst, die bei dem ersten Verfahren denkbar wäre, vermieden
sein. Auch durch Kombination beider Verfahren kann die Wirksamkeit der Anordnung
in beliebiger Weise verändert und die bestmögliche Wirkung erzielt werden.
Eine Ausführungsform der Erfindung kann
z. B. darin bestehen, daß das Warnungsrelais durch einen von ihm beeinflußten Schaltapparat
auf das Auslöserelais einwirkt, das letztere in Bereitschaft setzt oder in seiner
Bereitschaft verändert. Die Herabsetzung der Spannungsdifferenz dagegen erfolgt automatisch,
z. B. so, daß die Zahl der spannungserzeugenden Windungen oder die Stärke des induzierenden Magnetfeldes verändert wird.
Da die Umschaltung der im Hochspannungskreis liegenden Windungen im allgemeinen technischen Schwierigkeiten begegnen wird,
so wird die Veränderang des induzierenden Magnetfeldes den Vorzug verdienen. Die
letztere kann durch Einführung von Drosselj spulen, die einen Teil der magnetischen
Energie absorbieren, oder auf ähnliche Weise bewirkt werden.
Auf der linken Seite der Abb. 4 ist eine solche Ausführungsform angedeutet. Wie aus
derselben zu erkennen ist, wird beim Ansprechen des Relais R I ein Schaltapparat betätigt,
imit dem dessen eigener .Stromkreis unterbrochen wird, während der das Relais
RII, das ist in diesem Falle das Ausschaltrelais, geschlossen wird. Außerdem wird
aber noch eine Verbindung zwischen der auf dem Kern 1 angebrachten Niedervoltwicklung
n1 mit einer Drosselspule D S hergestellt,
welche einen Teil des von Primärwicklung P erzeugten Kraftflusses verzehrt und dadurch
den Hauptkraftfluß im Transformator T herabsetzt, wodurch auch die an den Klemmen
der Sekundärwicklung 6" erzeugte Spannungsdifferenz vermindert wird. Das Relais R II
wird also in diesem Falle erst nach Ansprechen des Relais RI in Bereitschaft gesetzt.
Es kann sowohl die gleiche Empfindlichkeit wie das Relais RI besitzen oder eine geringere,
die beispielsweise durch einen Überbrückungswiderstand hergestellt werden könnte. Ganz die gleiche Anordnung müßte
in diesem Falle bei dem Transformator T' getroffen werden, damit die Verhältnisse am
Anfang und Ende in jeder Schaltung die gleichen bleiben. In der Abb. 4 ist allerdings
eine andere Ausführungsform des gleichen Erfindungsgedankens dargestellt, bei welcher
nicht das Hauptfeld gedrosselt, sondern lediglich das Verhältnis der Felder in den Kernen 2
und 3 beeinflußt wird. Dies geschieht in der Form, daß das Auslöserelais RII nach Ansprechen
des Wairnungsrelafe nicht an die gleiche Differentialwicklung angeschlossen
wird, welche dais Relais RI gespeist hat, sondern an eine solche, die nicht dem ur- "5
sprünglichen Kraftflußverhältnis der Kerne 2 und 3 entspricht. Um zu erzielen, daß auch in
diesem Falle das Relais im Normalbetriebe stromlos oder nahezu stromlos bleibt, müßte
durch eine auf den Kernen 2 und 3 weiterhin vorzusehende Schaltwicklung erreicht werden,
daß das Kraftflußverhältnis zwangsweise auf
die Größe gebracht wird, welche dem Windungsverhältnis der neuen Differentialwicklung
entspricht. Auf der rechten Seite der Abb. 4 sind diese beiden Wicklungen vereinigt
gedacht in der Form, daß die zweite Differentialwiieklung aiuch gleichzeitig als
Schaltwicklung arbeitet, wobei durch Überbrückung des angeschlossenen Relais dafür
gesorgt ist, daß der auch im Normalbetrieb
ίο auftretende begrenzte Ausgleichstrom, der die
Änderung des Kraftflußverhältnisses erzwingen soll, das Relais RII nicht zum Ansprechen
bringen kann. Die Änderung des Kraftflußverhältnisses wird so vorgenommen, daß der
Kraftfluß im Kern 2 herabgedrückt, der im Kern 3 erhöht wird, so daß auch auf diesem
Wege die in der Sekundärwicklung 5* erzeugte
Spannungsdifferenz vermindert wird. Diese letzte Schaltung bedient sich also des Mittels
der Herabsetzung der Spannungsdifferenz und der Veränderung der Relaisempfmdlichkeit
in einer sehr gedrängten Kombination, die zu einer außerordentlich einfachen Anordnung
führt. Außer den gezeichneten Schaltungsformen sind natürlich noch andere denkbar,
insbesondere kann die Drosselspule statt an den Kern 1 auch an den Kern 2 angeschlossen werden, ebenso wie auch die Schaltwicklung
zwischen Kern 1 und 2 oder 1 und 3 Anwendung finden kann und auch weitere
Möglichkeiten für die Erreichung des angestrebten Zweckes denkbar sind. Die erörterten
und skizzierten Beispiele dürften aber genügen, um das Prinzip des neuen Überwachungsverfahrens
unter Anwendung der Sicherheitisschaltung nach dem Patent 280785 nebst Zusatzpatent zu erläutern.
Claims (8)
- Patent-Ansprüche:
- i. .Sicherheitssystem zur Überwachung des in elektrischen Leitungen, Maschinen und Apparaten entstehenden Isolationsfehlers, der noch nicht zur Ausbildung eines anormalen Ableitungsstromes geführt hat, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehrere Relais o. dgl., welche bei fortschreitender Zunahme des Fehlers nacheinander in Wirksamkeit treten, die Größe des Fehlers selbsttätig anzeigen, wobei das letzte von ihnen auch zur selbsttätigen -Abschaltung des schadhaften Teiles der Anlage benutzt werden kann. 2. Sicherheitssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Einrichtungen zum Ausschalten der fehlerhaften Leitung beim Eintritt eines Fehlers von gewisser Größe bzw. eines Kurzschlusses ausgebildet ist.
- 3. Sicherheitssystem nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Schaltung vorgesehenen Relais zueinander derart in Beziehung stehen, daß das vorher wirkende das jeweils nachfolgende bezüglich seiner Bereitschaft beeinflußt.
- 4. Sicherheitssystem .nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Schaltung vorgesehenen Relais zueinander derart in Beziehung stehen, daß das vorher wirkende, das jeweils nachfolgende bezüglich seiner Empfindlichkeit in elektrischer oder zeitlicher Beziehung oder im beiden beeinflußt.
- 5. Sicherheitssystem nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Relais betätigt werden mit Hilfe einer zwischen Drähten des geschützten Leiters wirksamen Spannungsdifferenz, die das Entstehen eines über die zeristörte Isolation fließenden Ausgleichstromes bewirkt.
- 6. Sicherheitssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die vorhandenen Relais auf verschiedene Größe des Ausgleichsibrornes ansprechen und demgemäß entsprechend der Abnahme des Fehlerwiderstandes nacheinander in Funktion treten.
- 7. Sicherheitssystem nach Anspruchs, dadurch gekennzeichnet, daß die überwachende Spannungsdifferenz nach Ansprechen jedes der vorgesehenen, gleich empfindlichen Relais herabgesetzt wird, so daß das folgende Relais erst nach weiterem Anwachsen des Ausgleichstromes anspricht und die Relais mithin entsprechend der Abnahme des Fehler-Widerstandes nacheinander in Funktion treten.
- 8. Sicherheitssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Differentialwicklung auch als Schaltwidklung benutzt wird, derart, daß die Reihenfolge des Ansprechens der Relais sowohl durch die verschiedene Größe ihrer Stromempfmdlichkeit als auch durch Herabsetzen der überwachenden Spannungsdifferenz geregelt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA36785D DE398482C (de) | 1921-12-09 | 1921-12-09 | Sicherheitssystem zur UEberwachung des in elektrischen Leitungen, Maschinen und Apparaten entstehenden Isolationsfehlers, der noch nicht zur Ausbildung eines anormalen Ableitungsstromes gefuehrt hat |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA36785D DE398482C (de) | 1921-12-09 | 1921-12-09 | Sicherheitssystem zur UEberwachung des in elektrischen Leitungen, Maschinen und Apparaten entstehenden Isolationsfehlers, der noch nicht zur Ausbildung eines anormalen Ableitungsstromes gefuehrt hat |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE398482C true DE398482C (de) | 1924-07-11 |
Family
ID=6929838
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA36785D Expired DE398482C (de) | 1921-12-09 | 1921-12-09 | Sicherheitssystem zur UEberwachung des in elektrischen Leitungen, Maschinen und Apparaten entstehenden Isolationsfehlers, der noch nicht zur Ausbildung eines anormalen Ableitungsstromes gefuehrt hat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE398482C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1024596B (de) * | 1951-03-06 | 1958-02-20 | Merlin Gerin | Sicherheitssystem fuer elektrische Kabel mit in diesen eingebetteten UEberwachungs- und Steuerleitern |
-
1921
- 1921-12-09 DE DEA36785D patent/DE398482C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1024596B (de) * | 1951-03-06 | 1958-02-20 | Merlin Gerin | Sicherheitssystem fuer elektrische Kabel mit in diesen eingebetteten UEberwachungs- und Steuerleitern |
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