DE39787C - Neuerungen an autograhphischen Telegraphen - Google Patents
Neuerungen an autograhphischen TelegraphenInfo
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- G08C—TRANSMISSION SYSTEMS FOR MEASURED VALUES, CONTROL OR SIMILAR SIGNALS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Diese Erfindung hat den Zweck, eine gröfsere Genauigkeit bei der Wiedergabe der Schriftzüge
etc. des den Griffel Führenden zu erzielen und womöglich ein Facsimile erreichen zu
lassen. Der Apparat arbeitet auch schneller und ist einfacher als die bisherigen.
Fig. ι ist die theilweise durchschnittene Seitenansicht eines Uebermittelungs- und Empfangsapparates
nach vorliegender Erfindung.
Fig. 2 ist der theilweise abgebrochen und im Horizontalschnitt nach den Linien χ - χ
und y -y der Fig. ι dargestellte Grundrifs.
Fig. 3 zeigt eine Modification des Uebermittelungsapparates.
Die Stromstärke wird durch Aenderung des Druckes auf eine Anzahl Kohlenscheiben geändert,
welche in dem Stromkreise liegen; durch diese Methode wird die Stromstärke allmälig
geändert, weshalb die Wiedergabe eine möglichst vollkommene ist. Der Uebermittelungsapparat
umfafst zwei Cylinder oder Kästen AA1, von denen jeder eine Anzahl
Kohlenscheiben C Cl enthält. Die Kästen
können aus Ebonit oder anderem nicht leitenden Material oder aus Metall bestehen, das mit
einer isolirenden Substanz überzogen ist. Anstatt Kohlenscheiben kann auch pulverisirte
Kohle in Anwendung kommen. Vor dem offenen Ende jedes Kastens ist ein Hebel D D1
drehbar angeordnet, der einen Vorsprung d bezw. dl. trägt, welcher mit einer Metallplatte E
bezw. E1 in Contact tritt, die auf der Reihe Kohlenplatten liegt.
Jeder Kasten oder Halter trägt an dem Boden eine Platin- oder andere Metallplatte G, welche
mit einer Batterie HH1 in elektrische Verbindung
gebracht ist. Die Elektromagnete des Empfangsapparates sind mit den Batterien durch Leitungen verbunden, die zu den Lagern
der Hebel DD1 führen.
Zwei Säulchen J J1 auf der Grundplatte tragen drehbare Führungen KK1, in denen
die Stangen L L1 frei gleiten können. An den inneren Enden sind diese Stangen drehbar an
einer Muffe M angebracht, welche den Griffel N aufnimmt, während die äufseren Enden der
Stangen durch Spiralfedern P P1 mit den Hebeln D D1 verbunden sind. Das punktirt
eingezeichnete Viereck auf dem Tisch bezeichnet das Feld, auf welches die Bewegungen des
Griffels zweckmäfsig beschränkt werden, obwohl der Griffel auch weiter hinausgeführt
werden kann. Der Griffel N ist in diesem Falle blos ein bequemer Halter für die Hand
und kann event, eine Spitze haben. Die Spitze des Griffels liegt auf der Tischplatte auf, die,
so weit das punktirt gezeichnete Quadrat reicht, eine Metall- oder andere harte und glatte
Fläche hat. Der Griffel wird von dem den Apparat Bedienenden erfafst und dieser verzeichnet
innerhalb des punktirten Vierecks die zu übermittelnden Schriftzeichen etc. Es kann
jeder Buchstabe oder jedes Schriftzeichen einzeln in demselben Felde verzeichnet werden, oder
man markirt zwei oder mehr Schriftzeichen neben einander. Erforderlichenfalls kann unter
dem Griffel ein Streifen Papier fortgeführt und der Griffel mit einer eine Aufzeichnung bewirkenden
Spitze versehen oder als Füllfeder ausgebildet sein, so dafs der Operateur die von
ihm verzeichneten Schriftzeichen verfolgen kann.
Diese Einrichtung gilt jedoch nicht als wesentlicher
Theil des Apparates.
Der Griffel kann, obwohl er als bequem und nützlich bezeichnet werden mufs, event,
ganz fortfallen; der Operateur erfafst in diesem Falle die Muffe M und bewegt seine Hand so,
als wenn er schreiben wollte. Es kommt im Grunde nur darauf an, die nothwendigen Bewegungen
auf den Punkt zu übertragen, in welchem sich die beiden, entsprechend verlängert,
schneiden würden. Die Wirkung der Bewegungen, welche diesem Punkte gegeben werden, ist, mittelst der Stangen, Spiralfedern
und Hebel den Druck auf die Reihe Kohlenplatten in den Haltern AA1 zu- oder abnehmen
zu lassen und dadurch den Widerstand der Stromkreise und danach die Stärke der Ströme zu ändern.
Anstatt der Kohlenplatten oder der pulverisirten Kohle kann natürlich auch anderes
Material in Anwendung kommen. Als das Wesentliche der Erfindung mufs die Einrichtung
gelten, wonach der Widerstand des Stromkreises derart geändert wird, dafs eine allmälige
Aenderung der Stromstärke gesichert bleibt, indem ein Druck auf ein in den Stromkreis
eingeschlossenes Material verschieden stark ausgeübt wird. Die Aenderung des Druckes kann
durch mechanische Hülfsmittel, Fig. ι und 2, oder durch elektromagnetische oder magnetische
Vorrichtungen, Fig. 3, herbeigeführt werden. Bei dieser Modification ist die Gleitstange als
permanenter Magnet 50 ausgebildet, der durch eine Stange 51 mit der Muffe, wie in Fig. 1,
drehbar verbunden ist.
Der Hebel -D2, welcher den Druck auf die Kohlenscheiben überträgt, ist mit einer Armatur
52 versehen, die gegenüber dem einen Ende des permanenten Magneten angebracht ist.
Je nachdem der permanente Magnet an die Armatur 52 näher heranrückt oder von derselben
entfernt wird, desto gröfser oder geringer wird die auf die Armatur wirkende magnetische
Kraft und desto gröfser oder geringer wird der Druck, welcher durch den Hebel auf
die Kohlenscheiben ausgeübt wird. Bezüglich des Empfangsapparates bezeichnen die Zahlen 7
und 8 Träger für die Armaturen 9 und 10. Die Armatur 9 ist an dem Träger 7 derart
befestigt, dafs sie quer zu dem Papierstreifen schwingt, auf dem die Schrift erscheinen soll,
und ist verhältnifsmäfsig kurz und leicht. Die Armatur 10 ist an dem Träger 8 zweckmä'fsig
durch Universalgelenk verbunden, so dafs eine Schwingung nicht nur nach der Länge des
Papierbandes, sondern auch rechtwinklig dazu stattfinden kann. Beide Armaturen werden aus
weichem Eisen hergestellt und durch Induction von den permanent magnetisirten Trägern polarisirt.
Die Elektromagnete 14 und 15 für diese Armaturen sind so angebracht, dafs sie den
Enden derselben zugekehrt sind, und liegen zweckmäfsig unter dem Tisch, so dafs sie nicht
gesehen werden. Die Armatur 10 ist z. B. so angeordnet, dafs sie von dem einen nach dem
anderen Pol des Magneten schwingt und parallel dazu bleibt. Sie wird durch den Nordpol
angezogen und durch den Südpol des Magneten abgestofsen und nimmt namentlich die in der Zeichnung dargestellte geneigte Lage
ein, weil sie die adjustirbare Feder 16, welche mit dem Markirstift 17 durch einen Draht verbunden
ist, herüberzieht, da der Stift durch einen Draht 18 mit der Armatur 10 in Verbindung
gebracht ist. Diese Armatur ist kurz und leicht, wird schnell herumbewegt, und
bestreicht bei ihrer Bewegung ein grofses Feld. Dasselbe gilt von der Armatur 9, mit welcher
das Markirwerkzeug 17 drehbar verbunden ist.
Diese Armatur wird normal in einer nach rückwärts geneigten Lage durch die Feder 19 gehalten,
Fig. 2. Bewegt man den Griffel N geradlinig nach rechts, so wird der Druck auf
die Scheiben in dem Halter A infolge der gröfseren Spannung der Spiralfeder P erhöht,
wodurch der Widerstand des Stromkreises ab- und infolge dessen die Stromstärke, welche
den Elektromagneten 1 5 des Empfangsapparates erregt, zunimmt. Die gröfsere Stromstärke ist
aber Veranlassung, dafs die Armatur ι ο kräftiger durch den Nordpol angezogen und durch den
Südpol des Magneten abgestofsen wird, und die Armatur bewegt sich infolge dessen gegen
die Wirkung der Federkraft nach rechts, bis sich beide auf die Armatur einwirkende Kräfte
das Gleichgewicht halten. Eine weitere Bewegung des Griffels nach rechts auf dem Uebermittelungsapparat
bewirkt eine weitere Bewegung der Armatur 10, und da die Armatur mit dem Griffel 17 auf dem Empfangsapparat
verbunden ist, so macht letzterer alle Bewegungen des Griffels auf dem Sendeapparat mit.
Bewegt man den Sendegriffel geradlinig vom Operateur fort, so wird die Spannung der
Feder P1 vermindert, der, Widerstand des Stromkreises dadurch vermehrt und die Strömstärke,
welche den Magnet erregt, geringer. Die Feder 19 zieht deshalb die Armatur 9 und
den damit verbundenen Griffel 17 gegen den Ständer 7 hin, bis die Armatur die Lage erreicht
hat, in welcher die durch die Magnete auf dieselbe ausgeübte Kraft genau durch die
entgegengesetzt wirkende Kraft der Feder ausbalancirt wird. Wenn der Sendegriffel so bewegt
wird, dafs er eine Diagonale oder eine krumme Linie beschreibt, so wird die Stromstärke
in beiden Stromkreisen geändert und der Griffel auf dem Empfangsapparat wird in ähnlicher Weise bewegt.
Der Papierstreifen 20, auf welchem die Aufzeichnung der Depesche erfolgt, wird von einer
Walze 21 abgewickelt, geht über Führungs-
rollen 22, 23 zwischen die Zuführungswalzen 24, 25 und unter den Empfangsgriffel, wie dargestellt.
Die Zuführungswalzen werden durch ein Uhrwerk in Bewegung gesetzt, dessen Unruhe
durch einen Elektromagneten und eine Armatur bethätigt wird. Diese Armatur wird
durch eine Feder zurückgezogen, wenn der Stromkreis unterbrochen wird, was durch
Niederdrücken des federnden Hebels 30 geschehen kann, um den Contact an dem Punkt 31
zu unterbrechen. Der Hebel 30 wird in bequemer Lage so angebracht, dafs er von dem
Operateur leicht erreicht werden kann. Die Bewegungen der Armatur werden auf die Unruhe
übertragen, und die Schwingungen der letzteren sind Veranlassung, dafs der Mechanismus
des Uhrwerkes die Papierzuführungswalzen dreht.
Der Empfangsgriffel 17 ist an der Armatur 9
drehbar befestigt, so dafs die Spitze des Griffels in seiner niedrigsten Lage ganz dicht über dem
Papierbande ist, ohne mit demselben in wirksamen Contact zu treten. Eine Platte 40 aus
Messing oder anderem nicht magnetischen Metall ist in die Fläche des Tisches unter dem Griffel
und dem Papier eingelegt. Das eine Ende der secundären Windung 41 einer Inductionsspule
wird mit der Platte verbunden, während das andere Ende derselben mit dem Metallträger 7
verbunden ist, welcher die Armatur 9 und den daran befestigten Griffel 17 trägt. Die primäre
Windung 42 schliefst die Batterie 44 und den Stromunterbrecher 43 ein. Ein Schalter 45 ist
in den Stromkreis der primären Windung eingelegt, um diesen Stromkreis erforderlichenfalls
unterbrechen zu können.
Als Papier kommt solches in Anwendung, welches in bekannter Weise chemisch präparirt
ist und beim Betriebe des Apparates durch den elektrischen Strom entweder entfärbt oder geschwärzt
wird, wenn dieser zwischen der Spitze des Griffels und der Metallplatte durch das
Papier hindurchgeht.
Da der Empfangsgriffel durch die Armaturen über das Papier bewegt wird, so folgt die Entfärbung
den Bewegungslinien desselben, wodurch auf dem präparirten Papier das Facsimile
der durch den Operateur auf dem Uebermittelungsapparate bewirkten Aufzeichnung erzeugt
wird.
Bei dieser Construction ist der Griffel auf dem Empfangsapparate sehr leicht und klein
und erhöht das Gewicht der Armatur nur um sehr wenig, so dafs letztere schnell und leicht
bewegt werden kann, und da der Griffel aufser Contact mit dem Papier ist, tritt eine Reibung
zwischen denselben nicht auf.
Claims (3)
1. Die Einrichtung des Uebermittelungsapparates, gekennzeichnet durch die drehbare
Verbindung der den Griffel N aufnehmenden Muffe M mit den geführten Stangen LL1,
deren Bewegung durch die Federn PP1
auf die drehbaren Hebel DD1 übertragen
und in Druck auf die die Kohlenscheiben C u. s. w. abdeckenden Platten EE1 umgesetzt
wird, und durch die elektrische Verbindung der Batterien HH1 einerseits mit
den Metallplatten G G1 hinter der Kohle in den Kästen AA1 und andererseits mit
den Elektromagneten des Empfangsapparates durch Leitungen, welche zu den drehbaren
Hebeln DD' führen.
2. Die Einrichtung des Empfangsapparates, gekennzeichnet durch die mit den Armaturen
D D1 des Uebermittelungsapparates verbundenen Elektromagnete 14 und 15,
deren durch den Draht 18 verbundene und durch Federn 19 bezw. 16 beeinflufste
polarisirte Armaturen 9, 10 rechtwinklig zu einander schwingen können und von denen
die Armatur 9 den drehbaren Markirstift 17 trägt, der dicht über dem präparirten Papierbande
liegt, welches durch ein elektrisches Uhrwerk über die Contactplatte 40 geführt wird, zu der die secundäre Windung 41
einer Inductionsspule führt, die andererseits mit dem Träger 7 der Armatur 9 leitend
verbunden ist, während die primäre Windung 42 die Batterie 44 und einen Stromunterbrecher
43 einschliefst.
3. Die in Fig. 3 dargestellte Vorrichtung zur Bewegung der den Druck auf die Kohle
ändernden drehbaren Platte D2 mit Armatur 52 durch den permanenten Magneten
50, der durch die Stange 51 mit der Griffelmuffe verbunden ist, als Ersatz der
in Fig. ι und 2 dargestellten Einrichtung.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1074125B (de) * | 1960-01-28 | Lange Berlin Charlottenburg Friedrich | Zur Fernübertragung von Bewegungen bestimmte elektroma gnetische Vorrichtung mit sternförmig an geordneten Spulen |
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|---|---|---|---|---|
| DE1074125B (de) * | 1960-01-28 | Lange Berlin Charlottenburg Friedrich | Zur Fernübertragung von Bewegungen bestimmte elektroma gnetische Vorrichtung mit sternförmig an geordneten Spulen |
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