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Rahmenförmiger Läufer für gerade und runde Rechenschieber. Gegenstand
der Erfindung ist ein rahmenförmiger Läufer für Rechenschieber, gerader oder runder
Form, mit einer oder mehreren in Richtung der Teilungen über den Trennlinien derselben
laufenden schmalen Zungen mit senkrecht zur Teilung stehendem Ablesestrich und mit
zur Hervorhebung der letzteren an den Rahmeninnenseiten vorgesehenen spitzauslaufenden
Erhöhungen sowie mit beim Ablesestrich verbreiterter Zurge und außerdem bei runden
Rechenschiebern mit nach außen oder innen abschließender Zunge.
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Rahmenförmige Läufer für Rechenschieber sind bereits bekannt. In der
Rahmenöffnung befindet sich meist eine Glasscheibe mit einem eingeritzten und geschwärzten,
senkrecht zu den Teilungen stehendem Ablesestrich. Ferner sind rahmenförmige Läufer
bekannt, die einen breiten verschiebbaren Steg mit Skala zum Ablesen von Kurven
auf dem mittleren verschiebbaren Stab des Schiebers besitzen.
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Die Rahmenläufer mit Glasscheibe haben den Nachteil, daß die Scheibe
leicht zerbricht, herausfällt oder sich verschiebt. Im letzteren Falle steht der
Ablesestrich nicht genau senkrecht, und das Ableseergebnis ist, zumal beim gleichzeitigen
Rechnen mit mehreren Teilungen des Schiebers, ungenau. Ferner erfordert eine solche
Ausführung der Läufer hohe Kosten, so daß sie für einfachere Rechenschieber nicht
in Frage kommt. Bei den bekannten Rahmenläufern mit verschiebbarem Steg dient dieser
Steg lediglich zur Ablesung von Kurven mittels einer auf ihm angebrachten Skala,
und er ist hierfür sowie für die Anbringung eines Handhabungsknopfes so breit ausgebildet,
daß er für eine Ablesung der den wichtigsten Bestandteil der Rechenschieber bildenden
geteilten logarithmischen Teilungen nicht geeignet ist, weil er den größten Teil
der Teilungen verdeckt. Die Ablesung der Teilungen erfolgt durch Pfeilstriche, die
sich auf dem oberen und unteren Rahmenrande befinden. Diese Art der Ablesung ist
schwierig und ungenau.
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Es ist zweckmäßiger, die Rahmenläufer gemäß vorliegender Erfindung
je nach der Zahl der Teilungen mit einer oder mehreren die Rahmenöffnung überbrückenden
schmalen Zungen zu versehen, die mitten über der Trennlinie der Teilungen liegen
und schmäler sind als die Gesamtbreite der beiden Teilungshälften. In der Mitte
der Zungen befindet sich ein senkrecht zu den Teilungen stehender Ablesestrich:
Die obere Teilungshälfte wird mittels des Ablesestriches oberhalb der Zunge und
die zugehörige untere Teilungshälfte mittels ein und desselben kurzen Ablesestriches
unterhalb der Zunge eingestellt bzw. abgelesen.
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Diese Ausführung bringt gegenüber den bekannten folgende Vorteile:
Die Zungen können mit dem -Rahmen aus einem Material und einem Stück gefertigt
werden. Die Verwendung von durchsichtigem und zerbrechlichem Material, wie z. B.
Glas, ist nicht mehr notwendig, sondern es kann hierzu nunmehr Blech odcr Karton
benutzt werden. Der Läufer wird hierdurch widerstandsfähiger und haltbarer. Ferner
erhöhen die mit den Querstreben bei einem Fachwerk zu vergleichenden Zungen die
Stabilität und Steifigkeit des Rahmens, so daß ein Ecken, Verbiegen oder Schiefstellen
des Läufers beim Verschieben vermieden wird. Durch die nunmehr mögliche Herstellung
des gesamten Läufers durch Stanzen aus einem Material, z. B. aus Blech oder Karton,
werden auch die Herstellungskosten erheblich verringert. Eine Schiefstellung des
nunmehr mit dem Läufer starr verbundenen Ablesestriches, wie bei den Läufern mit
Glasscheibe, kann nicht mehr vorkommen. Die Ablesunz selbst wird auch durch die
schmale Zunge erheblich verbessert und vereinfacht. Beim Einstellen des Läufers
auf die obere Teilungshälfte ist z. B. nur der kurze Ablesestrich auf der Zunge
und die oberhalb der Zunge liegende Teilungshälfte zu beobachten. Alsdann beobachtet
das Auge zur Ablesung des Resultats nur den kurzen Ablesestrich und die unterhalb
der Zunge liegende Teilungshälfte. Beim Glasläufer sieht das Auge dagegen gleichzeitig
den langen, über die ganze Scheibe gehenden Ablesestrich, die obere und untere Teilungshälfte
und die Trennlinie. Die gleichzeitige Erfassung so vieler Teile und vor allem die
Sichtbarkeit der Trennlinie mit den beim Rechnen verschiedenartigen, aneinandergrenzenden
Teilungen wirken auf das Auge beunruhigend. Die Verdeckung der Trennlinien durch
die Zungen ist daher ein besonders wichtiger Vor- i teil. Ferner kann das bei den
Rahmenläufern mit Glasscheibe zu beobachtende Beschlagen des Glases bei kalter Witterung,
das Ansetzen von Staub und Schmutz, vor allem auf der
Unterseite
der Glasscheibe, und damit eine Verschlechterung der Deutlichkeit der Teilungen
sowie ein Blenden bei Spiegelung der Lichtstrahlen in Richtung des Auges nicht mehr
eintreten. Auch können die schmalen Zungen in ihrer Längsrichtung ohne Nachteil
unmittelbar über den Teilungen entlanggleiten oder gar schleifen, was bei der großen
Glasscheibe nicht angängig sein würde. Die Ablesbarkeit ist aber um so besser und
genauer je dichter der Ablesestrich sich über der Teilung befindet, zumal bei nicht
genau senkrechtem Ablesewinkel. Außerdem ist ein etwa auf weißer Zunge liegender
schwarzer Ablesestrich deutlicher als der auf der Glasscheibe eingeritzte und gedunkElte
Strich, der nach mehrmaliger Reinigung der Glasscheibe meist sehr hell wird und
dann schwer zu erkennen ist.
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Gegenüber den vorerwähnten Rahmenläufern mit breitem verschiebbaren
Skalenstege zum Ablesen von Kurven besitzen die der Erfindung zugrunde liegenden
Zungen den Vorteil; daß sie beim Rechnen die untere Teilungshälfte nicht verdecken,
weil die Zungen noch schmäler ausgeführt sind als die an sich schon sehr schmalen
Teilungen. Beim Vorhandensein mehrerer Teilungen ist auch die feste Anbringung mehrerer
Zungen der Anordnung eines verschiebbaren Steges vorzuziehen, weil der ganze Läufer,
wie bereits erwähnt, durch die festen Zungen stabiler wird und weil oftmals ein
gleichzeitiges Rechnen mit 2 verschiedenen Teilungen, z. B. beim Potenzieren und
Radizieren, notwendig ist. Hierzu würde ein einziger beweglicher Steg nicht genügen;
es müßten schon zwei solche Stege angeordnet werden. Der Vorteil der Verschiebbarkeit,
die Verwendung ein und desselben Steges für mehrere Teilungen wird somit hinfällig.
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Auf der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele der vorliegenden
Erfindung dargestellt, und es zeigt Abb. i einen rahmenförmigen Läufer a mit zwei
Zungen c, entsprechend den beiden Teilungen U des Schiebers. D ist der Ablesestrich.
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Abb. 2 zeigt einen rahmenförmigen Läufer für einen Schieber mit nur
einer Teilung. Die wagerechten Rahmenflächen sind zur besseren Hervorhebung der
Lage des Ablesestriches f und damit zur schnelleren Auffindung des letzteren in
an sich bekannter Weise mit spitzzulaufenden Erhöhungen e in Richtung des Ablesestriches
f versehen. Ferner ist der Ablesestrich zur Erzielung des gleichen Zweckes nach
oben und unten bis auf die Rahmenseiten verlängert. Abb! 3 zeigt einen rahmenförmigen
Läufer, bei dem die Zunge h besonders schmal gehalten und am Ablesestrich i verbreitert
ist. Bei dieser Ausführung kann die Teilung noch besser übersehen werden und die
Ablesung leichter erfolgen als bei einer an allen Stellen gleichbreiten Zunge.
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Abb. q. zeigt zwei Ausschnitte der bekannten runden Rechenschieber.
Die Zunge l bzw. m ist hier der- kreisförmigen Teilungen wegen bogenförmig ausgeführt.
je nach der Befestigung des Läufers im Mittelpunkt (Läufer k) oder am Umfange des
Rechenschiebers (Läufer o) kann der Läufer mit der Zunge nach außen, wie bei
L, oder nach innen, wie bei m, abschließen. Die durch diese Maßnahme erzielte
Vergrößerung des Gesichtsfeldes in der Nähe des für die Rechnung benötigten Abschnittes
der Teilungen ist für die Übersichtlichkeit und Ablesung besonders vorteilhaft.
Beim Vorhandensein mehrerer Teilungen stellt l die äußerste und
m die innerste Zunge dar.