DE3939846A1 - Feinteiliges polyorganosiloxan - Google Patents
Feinteiliges polyorganosiloxanInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein feinteiliges
Polyorganosiloxan, insbesondere
Polyorganosiloxan-Feinpartikel, die kugelförmig sind und
einen kleinen Durchschnittsteilchendurchmesser sowie eine
einheitliche und homogene Zusammensetzung aufweisen.
Bekannt als Feinpartikel mit einer Siloxanbindung sind
Feinpartikel von Kieselsäuren, wie pyrogene Kieselsäure,
gefällte Kieselsäure und gemahlener Quarz.
Kieselsäurefeinpartikel werden als Additive für
verschiedene Zwecke verwendet, wie zur Verdickung
verschiedener Kunststoffe, zur Verleihung von Thixotropie
an verschiedene Kunststoffe, zur Verhinderung der
Zusammenlagerung von Pigmenten, zur Verstärkung von
organischem Gummi, zur Aufbringung von Flüssigkeiten auf
feine Partikel (zur Verwendung als Feinpartikel, die mit
Flüssigkeiten imprägniert sind), zur Verhinderung des
Blockens von Filmen, zur Glanzabschwächung von
Beschichtungsmaterial, zur Verhinderung der
Zusammenlagerung von Tonern und zur Regulierung der
elektrischen Ladungen von Tonern.
Die Kieselsäurefeinpartikel weisen jedoch als
Durchschnittszusammensetzung eine Formel von SiO2 und
ein großes wahres spezifisches Gewicht (der Einfachheit
halber nachfolgend als "spezifisches Gewicht" bezeichnet)
von ca. 2,0 auf, so daß, wenn sie in der Form einer
Dispersion oder dgl. verwendet werden, eine Neigung zum
Auftreten von Fällungstrennungen besteht. Da die
Kieselsäurefeinpartikel ferner eine hohe Hydrophilie
aufweisen, besitzen sie eine geringe Verträglichkeit mit
verschiedenen Kunststoffen, was es schwierig macht, die
Partikel mit den Kunststoffen zu vermischen, und die
Partikel sind auch nicht für Einsatzzwecke geeignet, bei
denen eine Wasserbeständigkeit gefordert ist.
Zum Zwecke der Verbesserung der Verträglichkeit und
Wasserbeständigkeit ist ein Verfahren zur Herstellung von
Feinpartikeln mit Hydrophobie vorgeschlagen worden.
JP-A-63-6 062 offenbart ein Verfahren zur Behandlung eines
feinen Pulvers von Kieselsäure mit einem Polyorganosiloxan
mit einer hydrolisierbaren Gruppe oder einem Halogenatom
an beiden Enden sowie mit einer Organosiliconverbindung,
und JP-A(PCT)-57-5 00 738 offenbart ein Verfahren zur
Herstellung von Kieselsäurefüllstoffen, wobei man ein
Alkylsilikat, Wasser, das eine Alkoxygruppe im
Alkylsilikat vollständig hydrolisiert, einen Alkohol und
ein Hydrophobierungsmittel als ein
Trialkylsilylierungsmittel einer Organosilikonverbindung
in der Gegenwart eines basischen Katalysators vermischt
(die hier verwendeten Bezeichnungen "JP-A" und "JP-A(PCT)"
bedeuten eine "ungeprüfte veröffentlichte japanische
Patentanmeldung" bzw. eine "ungeprüfte veröffentlichte
japanische Patentanmeldung in PCT"). Die durch diese
Verfahren erhaltenen Feinpartikel sind jedoch Partikel,
die durch Oberflächenbehandlung anorganischen
Kieselsäurepulvers mit einer Siliconverbindung erhalten
werden. Deshalb weisen die durch solche
Herstellungsverfahren erhaltenen Feinpartikel noch immer
den Nachteil auf, daß ihr
spezifisches Gewicht groß ist. Zudem ist das in obiger
JP-A(PCT)-57-5 00 738 offenbarte Verfahren insofern ein
kompliziertes Verfahren, als das Hydrophobierungsmittel
der Organosiliconverbindung vor dem Auftreen einer
Gelierung bei der Hydrolyse des Alkylsilikats zugefügt
werden muß, und es besteht auch das Problem, daß es
schwierig ist, Feinpartikel mit homogener
Partikelkomponente und stabilen Eigenschaften zu erhalten.
Die folgenden Verfahren sind vorgeschlagen worden als
Verfahren zum Erhalt gummiähnlicher Feinpartikel mit einer
Hydrophobie und einem verminderten spezifischen Gewicht:
JP-A-59-68 333 offenbart ein Verfahren, bei dem eine
härtbare Polyorganosiloxanzusammensetzung in heißer Luft
atomisiert wird, um sie zu härten; JP-A-62-2 43 621
offenbart ein Verfahren, bei dem eine zusätzliche flüssige
Silikongummizusammensetzung vom Härtungstyp in Wasser
emulgiert und die sich ergebende Emulsion dann in heißes
Wasser von 25°C oder mehr eindispergiert werden, um
dadurch die dispergierte Zusammensetzung zu Partikeln zu
härten; und JP-A-63-17 959 offenbart ein Verfahren, bei dem
die strukturellen Komponenten der zusätzlichen flüssigen
Silikongummizusammensetzung vom Härtungstyp, beschrieben
in obiger JP-A-62-2 43 621, bei einer niedrigen Temperatur
von -60°C bis +5°C vermischt und dann in heißer Luft
atomisiert werden, um dadurch die Zusammensetzung im
atomisierten Zustand zu härten.
Bei diesen Verfahren ist es jedoch schwierig, Feinpartikel
mit homogener Komponente und einem kleinen
Durchschnittsteilchendurchmesser in einer Größenordnung
von µm oder Feinpartikel mit einheitlich kugelförmiger
Partikelform zu erhalten. Deshalb weisen die Teilchen den
Nachteil auf, daß eine einheitliche Dispersion beim
Vermischen mit Kunststoffen nur schwierig zu erreichen
ist, und sie eignen sich nicht zur Zugabe zu Filmen oder
dgl.
Die hier auftretenden Erfinder haben früher
herausgefunden, daß als Feinpartikel mit einer
Siloxanbindung Polymethylsilsesquioxanpartikel mit
ausgezeichnetem Fließvermögen und einheitlicher Kugelform
durch Hydrolyse erhalten werden können, wobei ein
Methyltrialkoxysilan in einer wässrigen Lösung von
Ammoniak, einem Amin oder dgl. kondensiert wird (siehe
z.B. JP-A-60-13 813 und JP-A-63-77 940).
Die durch dieses Verfahren erhaltenen Feinpartikel
besitzen zwar ein spezifisches Gewicht von ca. 1,32 und
eine einheitliche Teilchenform, sie weisen jedoch eine
geringe Elastizität auf. Deshalb können Probleme
dahingehend auftreten, daß die Partikel die Materialien
zerbrechen, wenn sie bei heiklen Materialien, die zu
versiegeln sind, wie bei Halbleitern, angewandt werden,
oder daß die Partikel per se bei Druckanwendung nicht
nachgeben können, und im Ergebnis brechen die Partikel bei
Anhäufung von Belastung. Des weiteren ist es immer noch
nicht erreicht worden, Feinpartikel mit einer
Kontrollfunktion der Verträglichkeit mit verschiedenen
Kunststoffen oder mit einem Brechungsindex durch
Einführung anderer organischer Gruppen als der
Methylgruppe oder mit einer Modifikationsfunktion durch
eine reaktive Gruppe bereitzustellen.
Die hier auftretenden Erfinder haben intensive
Untersuchungen durchgeführt, um feinteiliges
Polyorganosiloxan mit einem kleinen spezifischen Gewicht,
kleinem Durchschnittsteilchendurchmesser, Kugelform,
Hydrophobie oder mit verschiedenen eingeführten
organischen Gruppen, homogener Zusammensetzung und
einheitlicher Teilchengröße zu erhalten, wobei das
Verfahren, das durch die hier auftretenden Erfinder in
JP-A-1-2 17 039 früher vorgeschlagen wurde, in Betracht
gezogen wurde. Als Ergebnis haben sich herausgefunden, daß
die angestrebten Polyorganosiloxan-Feinpartikel erhalten
werden können, indem man zwei Arten von Alkoxysilanen in
der Gegenwart einer organischen Säure hydrolisiert, um
entsprechend zwei Organosilanole und/oder Teilkondensate
dieser Hydrolysate zu erhalten, dieselben einer
Polykondensationsreaktion unterwirft, um Partikel zu
bilden, und dann die Partikel trocknet. Die vorliegende
Erfindung ist auf der Grundlage dieser Erkenntnisse
vollbracht worden.
Demgemäß ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
feinteiliges Polyorganosiloxan mit einem kleinen wahren
spezifischen Gewicht, kleinem Teilchendurchmesser,
Kugelform, Hydrophobie oder mit verschiedenen eingeführten
organischen Gruppen, homogener Zusammensetzung und
einheitlichem Teilchendurchmesser bereitzustellen.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es,
ein Verfahren zur Herstellung des feinteiligen
Polyorganosiloxans zur Verfügung zu stellen.
Das feinteilige Polyorganosiloxan der vorliegenden
Erfindung wird als Durchschnittszusammensetzung durch die
Formel
R a SiO b
dargestellt, worin R eine substituierte oder
unsubstituierte einwertige Kohlenwasserstoffgruppe
darstellt und a und b Zahlen sind, die durch die Formeln
1 < a 1,7; 1 < b < 1,5 und a+2b=4 definiert sind, wobei
die Feinpartikel einen Durchschnittsteilchendurchmesser
von 0,01 bis 100 µm aufweisen und jedes Feinpartikel in
Kugelform vorliegt.
In obiger Formel der Durchschnittszusammensetzung
schließen Beispiele der substituierten oder
unsubsituierten einwertigen Kohlenwasserstoffgruppe eine
Alkylgruppe ein, wie Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Hexyl,
Heptyl, Octyl, Nonyl, Decyl oder Dodecyl; eine
Cycloalkylgruppe wie Cyclohexyl; eine Aralkylgruppe wie
2-Phenylpropyl; eine Arylgruppe wie Phenyl oder Tolyl;
eine Alkenylgruppe wie Vinyl oder Allyl; und eine
substituierte Kohlenwasserstoffgruppe, wie Chlormethyl,
gamma-Chlorpropyl, gamma-Methacryloxypropyl,
gamma-Glycidoxypropyl, 3,4-Epoxycyclohexylethyl,
gamma-Mercaptopropyl, gamma-Aminopropyl,
N-(beta-Aminoethyl)-gamma-aminopropyl oder
3,3,3-Trifluorpropyl. Die an die Siliziumatome gebundenen
Kohlenwasserstoffgruppen können von einer Art oder von
mehreren Arten sein.
In obiger Formel der Durchschnittszusammensetzung sind a
und b Zahlen, die durch die Formeln 1 < a 1,7;
1 < b < 1,5 und a+2b=4 definiert sind.
Die Polyorganosiloxan-Feinpartikel der vorliegenden
Erfindung weisen eine Durchschnittsteilchendurchmesser von
0,01 bis 100 µm, vorzugsweise 0,01 bis 20 µm, auf.
Das feinteilige Polyorganosiloxan der vorliegenden
Erfindung wird durch ein Verfahren erhalten, das die
folgenden Stufen umfaßt:
(Stufe 1) man hydrolisiert eine Mischung eines
Organotrialkoxysilans, dargestellt durch die Formel (I)
R¹Si(OR²)₃ (I)
worin R1 einie substituierte oder unsubstituierte
einwertige Kohlenwasserstoffgruppe und R2 eine
substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe darstellen,
sowie eines Diorganodialkoxysilans, dargestellt durch die
Formel (II)
(R¹)₂Si(OR²)₂ (II)
worin R1 und R2 wie vorstehend definiert sind, in der
Gegenwart einer organischen Säure teilweise oder ganz, um
ein Organosilanol und/oder ein Teilkondensat davon zu
erhalten,
(Stufe 2) man unterzieht die Organosilanole und/oder
Teilkondensate davon einer Polykondensationsreaktion in
einer wäßrigen Alkalilösung oder einer gemischten Lösung
der wäßrigen Alkalilösung und eines organischen
Lösungsmittels, um eine Dispersion des feinteiligen
Polyorganosiloxans zu erhalten, und
(Stufe 3) man trocknet dann die Dispersion der
Polyorganosiloxan-Feinpartikel.
Jede Stufe wird nachfolgend erläutert.
Stufe 1 ist eine Stufe zur teilweisen oder vollständigen
Hydrolyse von zwei Arten von Organoalkoxysilanen,
dargestellt durch die obigen Formeln (I) und (II), in der
Gegenwart einer organischen Säure, um die entsprechenden
Organosilanole und/oder Teilkondensate davon zu erhalten.
Beispiele der durch R1 in den Formeln (I) und (II)
dargestellten substituierten oder unsubstituierten
einwertigen Kohlenwasserstoffgruppe sind dieselben
einwertigen Kohlenwasserstoffgruppen, wie in den Gruppen
R, die an die Siliziumatome in den
Polyorganosiloxan-Feinpartikeln gebunden sind. Davon geht,
wenn R1 im Organoalkoxysilan der Formel (I) oder (II)
eine einen Epoxyring enthaltende Gruppe, wie eine
gamma-Glycidoxypropyl- oder eine
3,4-Epoxycyclohexylethylgruppe, ist, ein Teil der
Epoxyringe eine Ringöffnung ein, und zwar durch die
Wirkung einer organischen Säure, die ein Katalysator für
die Hydrolyse ist, oder durch die Wirkung des Alkali, das
ein Katalysator für die Polykondensation ist.
Insbesondere, wenn der Katalysator für die
Polykondensation Ammoniak ist, führt die
Ringöffnungsreaktion zur Bildung einer stickstoffhaltigen
Gruppe. Es sollte jedoch festgestellt werden, daß die
Ziele der vorliegenden Erfindung durch diese Resultate in
keiner Weise beeinträchtigt werden.
In den Formeln (I) und (Il) schließen Beispiele der
substituierten oder unsubstituierten Alkylgruppen,
dargestellt durch R2, eine Alkylgruppe ein, wie Methyl,
Ethyl, Propyl oder Butyl und eine substituierte
Alkylgruppe wie Methoxyethyl, Ethoxyethyl oder
Butoxyethyl. Bevorzugt unter diesen sind Methyl und Ethyl,
insbesondere Methyl, vom Standpunkt der
Reaktionsgeschwindigkeit aus betrachtet.
Spezifische Beispiele des Organotrialkoxysilans der Formel
(I) schließen Methyltrimethoxysilan, Methyltriethoxysilan,
Methyltriisopropoxysilan, Methyltris(methoxyethoxy)silan,
Ethyltrimethoxysilan, Vinyltrimethoxysilan,
Vinyltris(methoxyethoxy)silan, Phenyltrimethoxysilan,
gamma-Chlorpropyltrimethoxysilan,
gamma-Methacryloxypropyltrimethoxysilan,
gamma-Glycidoxypropyltrimethoxysilan,
3,4-Epoxycyclohexylethyltrimethoxysilan und
gamma-Mercaptopropyltrimethoxysilan ein. Diese können
allein oder in Kombination von zwei oder mehreren davon
verwendet werden.
Spezifische Beispiele des Diorganodialkoxysilans der
Formel (II) schließen Dimethyldimethoxysilan,
Dimethyldiethoxysilan, Diphenyldimethoxysilan,
Diphenyldiethoxysilan,
gamma-Chlorpropylmethyldimethoxysilan,
N-(beta-Aminoethyl)-gamma-aminopropylmethyldimethoxysilan
und gamma-Glycidoxypropylmethyldimethoxysilan ein. Diese
können alleine oder in Kombination von zwei oder mehreren
davon verwendet werden.
Die Menge der durch die Formeln (I) und (II) dargestellten
Organoalkoxysilane , die in Stufe 1 verwendet werden, ist
so bemessen, daß die Menge des Diorganodialkoxysilans der
Formel (II) 0,01 bis 2 Mol pro Mol des
Organotrialkoxysilans der Formel (I) beträgt. Falls die
Menge des Organodialkoxysilans (II) 2 Mol übersteigt, wird
es schwierig, feinteiliges Polyorganosiloxan mit einer
homogenen Zusammensetzung zu erhalten. Falls ferner die
Menge davon weniger als 0,01 Mol beträgt, ist es
unmöglich, eine Funktionalität durch Einführung einer
organischen Gruppe oder Elastizität zu verleihen.
Die Hydrolysereaktion in Stufe 1 wird durchgeführt, indem
man eine wäßrige Lösung einer organischen Säure als
Katalysator, gelöst in überschüssigem Wasser, verwendet.
Die Verwendung der organischen Säure als Katalysator ist
insofern vorteilhaft, als die Reaktionsgeschwindigkeit
hinreichend hoch sein kann und das schließlich erhaltene
feinteilige Polyorganosiloxan keine oder, falls überhaupt,
nur eine sehr kleine Menge an Verunreinigungen, wie
ionische Substanzen enthält, welche das Anwendungsgebiet
des Produkts einschränken.
Beispiele der organischen Säure schließen Ameisen-,
Essig-, Propion-, Monochloressig-, Oxal- und Zitronensäure
ein. Bevorzugt unter diesen sind Ameisen- und Essigsäure,
vom Standpunkt aus betrachtet, daß sie die
Hydrolysereaktion sogar in kleinen Mengen wirksam
beschleunigen und auch die Teilkondensationsreaktion der
gebildeten Polyorganosilanole inhibieren können.
Die Menge der eingesetzten organischen Säure schwankt in
Abhängigkeit von den Arten der Organoalkoxysilane und auch
der organischen Säure selbst. Die einschlägige Menge
selbst liegt jedoch vorzugsweise im Bereich von 1×10-3
bis 1 Gewichtsteil, bevorzugt von 5×10-3 bis 0,1
Gewichtsteile, pro 100 Gewichtsteile des für die Hydrolyse
der Organoalkoxysilane eingesetzten Wassers. Falls die
Menge der organischen Säure unter 1-10-3 Gewichtsteilen
liegt, kann die Reaktion nicht in hinreichendem Maße
fortschreiten. Falls andererseits die Menge davon
1 Gewichtsteil überschreitet, verbleibt die organische
Säure im entstehenden Reaktionssystem nicht nur als
Verunreinigung mit einer sauren Gruppe in hoher
Konzentration, sondern die erzeugten Organosilanole neigen
auch zu Kondensationen.
Die Menge des für die Hydrolysereaktion verwendeten
Wassers beträgt vorzugsweise von 2 bis 10 Mol pro Mol des
Organoalkoxysilans. Falls die Menge des Wassers unter 2
Mol liegt, kann die Hydrolysereaktion nicht in
hinreichendem Maße fortschreiten. Falls die Menge davon 10
Mol übersteigt, scheiden sich Teilkondensate der
Organosilanole ab und fallen als gelähnliches Material aus.
Die Temperatur der Hydrolyse ist nicht besonders
eingeschränkt, und die Hydrolyse wird bei Raumtemperatur
oder unter Erwärmen durchgeführt. Um jedoch die
Organosilanole in hoher Ausbeute zu erhalten, wird die
Reaktion vorzugsweise durchgeführt, indem man die
Temperatur bei 5 bis 80°C hält.
Stufe 2 ist eine Stufe, um feinteiliges Polyorganosiloxan
durch eine Polykondensationsreaktion aus den
Organosilanolen und/oder Teilkondensaten davon, wie sie in
Stufe 1 anfallen, zu erhalten. Diese Reaktion in Stufe 2
wird in einer wäßrigen Alkalilösung oder in einer
gemischten Lösung der wäßrigen Alkalilösung und eines
organischen Lösungsmittels durchgeführt.
Das hier verwendete Alkali bedeutet ein Mittel, dessen
wäßrige Lösung Basizität zeigt und nicht nur als
Neutralisierungsmittel, um die in Stufe 1 verwendete
organische Säure zu neutralisieren, sondern auch als
Katalysator für die Polykondensationsreaktion in Stufe 2
dient. Beispiele des Alkali schließen Metallhydroxide, wie
Lithium-, Natrium- und Kaliumhydroxid, Ammoniak und
organische Amine, wie Monomethylamin und Dimethylamin,
ein. Bevorzugt unter diesen sind Ammoniak und organische
Amine, vom Standpunkt aus betrachtet, daß sie nicht einmal
eine geringe Menge an Verunreinigungen zurücklassen,
welche das Anwendungsgebiet des feinteiligen
Polyorganosiloxans einschränken. Wegen seiner niedrigen
Toxizität und leichten Entfernbarkeit ist Ammoniak
besonders bevorzugt.
Das Alkali wird in der Form einer wäßrigen Lösung
verwendet, weil sie leicht zu handhaben ist und die
Steuerung der Reaktion einfach ist.
Das Alkali wird in einer ausreichenden Menge verwendet, um
die organische Säure zu neutralisieren und als Katalysator
für die Polykondensationsreaktion wirksam zu reagieren.
Falls beispielsweise Ammoniak als das Alkali verwendet
wird, beträgt seine Menge 0,05 Gewichtsteile oder mehr pro
100 Gewichtsteile Wasser oder einer Mischung aus Wasser
und organischem Lösungsmittel.
In Stufe 2 wird das organische Lösungsmittel vorzugsweise
in Kombination mit einer wäßrigen Lösung des Alkali
verwendet, und zwar um Feinpartikel mit einem
Durchschnittsteilchendurchmesser von 0,5 µm oder
weniger und einer spezifischen Oberfläche von 100m2/g
oder mehr zu erhalten.
Das verwendete organische Lösungsmittel ist vorzugsweise
wasserlöslich, und Beispiele davon schließen Alkohole, wie
Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, n-Butanol,
Isobutanol, Diacetonalkohol usw.; Glycole, wie
Ethylenglycol, Propylenglycol usw.; Glycolether, wie
Ethylenglycolmonoethylether usw.; Ketone wie Aceton; und
zyklische Ether, wie Tetrahydrofuran, Dioxan usw., ein.
Diese können allein oder in Mischungen davon verwendet
werden.
Die Polykondensationsreaktion in Stufe 2 wird
durchgeführt, indem man die wäßrige Alkalilösung oder
eine gemischte Lösung der wäßrigen Alkalilösung und des
organischen Lösungsmittels (nachfolgend zusammenfassend
als "Alkalilösung" bezeichnet) in ein Reaktionsgefäß gibt
und dann dazu die Organosilanole oder Teilkondensate davon
(nachfolgend zusammenfassend als "Silanolverbindungen"
bezeichnet) zufügt, welche in Stufe 1 in der Form einer
wäßrigen Lösung oder einer Lösung erhalten werden, die
durch Verdünnen der wäßrigen Lösung der Silanolverbindung
mit Wasser oder dem obigen organischen Lösungsmittel
hergestellt wird (nachfolgend zusammenfassend als
"Silanollösung" bezeichnet), um dadurch die
Silanolverbindungen mit der Alkalilösung in Kontakt zu
bringen, worauf gerührt oder einfach stehengelassen wird,
je nach Wunsch und Notwendigkeit.
Die Art und Weise der Zugabe der Silanollösung zur
Alkalilösung ist nicht besonders eingeschränkt.
Die Zugabegeschwindigkeit der Silanollösung ist ebenfalls
nicht besonders eingeschränkt. Die optimale
Zugabegeschwindigkeit kann bestimmt werden, z.B. durch die
Arten der Silanolverbindungen, ob oder ob nicht die
Alkalilösung ein organisches Lösungsmittel enthält, und
die Art des organischen Lösungsmittels, falls verwendet.
Um auf spezifische Weise feinteiliges Polyorganosiloxan
mit einem kleinen Durchschnittsteilchendurchmesser zu
erhalten, wird die Silanollösung zur wäßrigen
Alkalilösung über einen Zeitraum von vorzugsweise
mindestens 5 Minuten, bevorzugter von 10 bis 240 Minuten
zugegeben.
Falls die Silanollösung zu einer Alkalilösung, die ein
organisches Lösungsmittel enthält, zugefügt wird, ist die
Zugabe vorzugsweise innerhalb fünf Minuten beendet.
Indem man die Polykondensationsreaktion wie oben
beschrieben durchführt, können
Polyorganosiloxan-Feinpartikel als gelähnliche Dispersion
mit Fließvermögen oder Thixotropie in Wasser oder einer
gemischten Lösung aus Wasser und einem organischen
Lösungsmittel erhalten werden.
Das feinteilige Polyorganosiloxan der vorliegenden
Erfindung wird in einer solchen Dispersion verwendet. Im
allgemeinen wird jedoch die Dispersion der Feinpartikel
des weiteren einer Trocknung als Stufe 3 unterzogen. Falls
Feinpartikel mit einer spezifischen Oberfläche von
beispielsweise 100 m2/g oder mehr erzeugt werden, ist
Stufe 3 erforderlich, um eine Zerlegungsbehandlung
zusammen mit der Trocknungsbehandlung einzuschließen,
welche die Feinpartikel deaggregiert, um unabhängige
Partikel abzutrennen und zu bilden.
Falls nur die Trocknungsstufe in Stufe 3 durchgeführt
wird, kann ein Aggregat an Partikeln erhalten werden.
Falls die Deaggregation zusammen mit der Trocknung in
Stufe 3 durchgeführt wird, können Feinpartikel in
unabhängiger Form voneinander erhalten werden.
Das Verfahren zur Trocknung oder Zerlegung der obigen
Dispersion des feinteiligen Polyorganosiloxans ist nicht
besonders eingeschränkt. Es ist jedoch notwendig, die
Dispersion so weitgehend zu trocknen, daß die flüchtigen
Anteile des durch die Trocknung der obigen Dispersion
erhaltenen feinteiligen Pulvers auf 5 Gewichtsprozent oder
weniger herabgesetzt wird, um feine Partikel mit einer
spezifischen Oberfläche von 100 m2/g oder mehr oder
unabhängige oder kugelförmige Feinpartikel zu erhalten.
Die Trocknungs- und Zerlegungsbehandlung wird im
allgemeinen unter Verwendung eines Mikron-Trockners
(hergestellt von Hosokawa Micron K.K., Japan), eines
Thermojet-Trockners (hergestellt von Seishinki Kigyo K.K.,
Japan) oder dgl. durchgeführt.
Die Bedingungen der obigen Stufen 2 und 3 werden
nachfolgend im Hinblick auf den
Durchschnittsteilchendurchmesser der
Polyorganosiloxan-Feinpartikel zusammengefaßt.
Es sollte jedoch festgestellt sein, daß die obige
Zusammenstellung nur ein Beispiel von Bedingungen
darstellt, die zum leichteren Verständnis der Stufen
zusammengefaßt sind. In der Praxis sind des weiteren
kompliziertere Bedingungen vorgesehen, und die Bedingungen
der Stufen 2 und 3 sollen nicht auf die obigen beschränkt
sein.
Das durch die vorliegende Erfindung erhaltene feinteilige
Polyorganosiloxan weist einen kleinen
Durchschnittsteilchendurchmesser von 0,01 bis 100 µm
und Kugelform auf, so daß die Partikel leicht mit bzw. in
verschiedenen Kunststoffen vermischt bzw. dispergiert
werden können. Ein Durchschnittsteilchendurchmesser von
0,01 bis 20 µm ist bevorzugter, und zwar aus Gründen
der Zugabe zu Kunststoffen und ihrer Dispergierbarkeit
darin.
Gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens können
Polyorganosiloxan-Feinpartikel, enthaltend verschiedene
Arten von organischen Gruppen, welche durch herkömmliche
Verfahren nur schwierig zu erzeugen waren, in hoher
Ausbeute erhalten werden, und das so erzeugte feinteilige
Polyorganosiloxan kann eine Zusammensetzung aufweisen, die
sich in guter Übereinstimmung mit derjenigen der
eingesetzten Rohmaterialien befindet. Gemäß des Verfahrens
der vorliegenden Erfindung ist es ferner ebenfalls
möglich, feinteiliges Polyorganosiloxan mit einer
spezifischen Oberfläche von 100 m2/g oder mehr zu
erhalten.
Die Polyorganosiloxan-Feinpartikel, die durch das
Verfahren der vorliegenden Erfindung erhalten werden,
dienen zur Verwendung als Füllstoffe oder Additive für
Überzüge, Kunststoffe, Gummimaterialien, Papier oder dgl.
Insbesondere sind die Feinpartikel zur Verwendung als
Additiv zur Verbesserung der Oberflächengleiteigenschaften
von Kunststoffilmen, als Füllstoff für durchsichtige
Kunststoffe oder als Verstärkungsmittel geeignet. Ferner
können die Polyorganosiloxan-Feinpartikel mit darin
eingeführten organofunktionellen Gruppen auf vorteilhafte
Weise zur Oberflächenmodifikation geformter
Kunststoffartikel oder dgl. verwendet werden.
Die vorliegende Erfindung wird nun in größerem Detail
unter Bezug auf die folgenden Beispiele und
Vergleichsbeispiele erläutert, die Beispiele sollen jedoch
den Rahmen der Erfindung nicht einschränken. Wenn nichts
anderes angegeben ist, beziehen sich in den Beispielen
alle Prozente, Teile, Verhältnisse oder dgl. auf das
Gewicht.
Die Eigenschaften des feinteiligen Polyorganosiloxans
wurden durch die folgenden Bewertungsverfahren gemessen.
Durchschnittsteilchendurchmesser und Form:
Gemessen und betrachtet durch Elektronenmikroskop
Spezifische Oberfläche:
Gemäß BET-Methode
Spezifisches Gewicht der Masse:
Gemessen gemäß JIS K-5101
Durchschnittsteilchendurchmesser und Form:
Gemessen und betrachtet durch Elektronenmikroskop
Spezifische Oberfläche:
Gemäß BET-Methode
Spezifisches Gewicht der Masse:
Gemessen gemäß JIS K-5101
In ein Reaktionsgefäß mit einem Thermometer, einem
Rückflußkühler und einem Rührer wurden 1836 Teile Wasser
und dann 1 Teil Essigsäure gegeben, um eine einheitliche
Lösung zu ergeben. Zu dieser Lösung wurden 2040 Teile
Methyltrimethoxysilan und 360 Teile Dimethyldimethoxysilan
unter Rühren der Lösung bei 30°C hinzugefügt. Als Ergebnis
schritt die Hydrolyse voran, und die Temperatur stieg in
60 Minuten auf 60°C an, wobei eine durchsichtige flüssige
Reaktionsmischung gebildet wurde. Die Reaktionsmischung
wurde 10 Stunden lang gerührt und dann filtriert, wobei
eine Silanollösung erhalten wurde.
In ein Reaktionsgefäß mit einem Thermometer, einem
Rückflußkühler und einem Rührer wurden 1560 Teile Wasser und 40
Teile 28%iges wäßriges Ammoniak gegeben, und die
resultierende Mischung wurde bei 25°C gehalten. Der
Mischung wurden unter Rühren tropfenweise 400 Teile der in
Stufe 1 erhaltenen Silanollösung über einen Zeitraum von
ca. 10 Minuten zugegeben. Nach Beendigung der Zugabe wurde
das Rühren 16 Stunden lang fortgesetzt, währenddessen sich
feinteiliges Polymethylsiloxan abschied, wodurch die
Reaktionsmischung in eine milchige Dispersion verwandelt
wurde.
Die in Stufe 2 erhaltene Dispersion wurde einer Trennung
durch Zentrifugieren unterworfen, um feine Partikel
niederzuschlagen, und der sich ergebende Niederschlag
wurde herausgenommen und in einem Trockner bei 200°C
während 24 Stunden getrocknet. Auf diese Weise wurden 110
Teile weiße Feinpartikel erhalten. Diese Ausbeute
entsprach 94,8% der theoretischen Ausbeute, bezogen auf
Methyltrimethoxysilan.
Die Untersuchung mit einem Elektronenmikroskop zeigte, daß
fast alle Partikel kugelförmig waren und die Partikel
einen maximalen Teilchendurchmesser von 2 µm, einen
minimalen Teilchendurchmesser von 0,5 µm und einen
durchschnittlichen Teilchendurchmesser von 1 µm
aufwiesen.
Die oben erhaltenen Feinpartikel wurden in einen
Porzellantiegel gegeben und bei 900°C in Luft pyrolysiert.
Im Ergebnis wog der Pyrolyserückstand 87,0% der
Feinpartikel, und dieser Wert lag nahe am theoretischen
Wert, 87,4%, für die Oxidationspyrolyse von
Polymethylsiloxan zu Siliziumdioxid. Durch Röntgenanalyse
wurde sichergestellt, daß der Pyrolyserückstand amorphe
Kieselsäure war. Aus diesen analytischen Ergebnissen wurde
bestätigt, daß die oben erhaltenen weißen feinen Partikel
Polymethylsiloxan waren.
Feinteiliges Polyorganosiloxan wurde in derselben Weise
wie in Beispiel 1 erhalten, mit der Ausnahme, daß die
Polykondensation in Stufe 2 wie folgt durchgeführt wurde.
In ein Reaktionsgefäß mit Thermometer, Rückflußkühler und
Rührer wurden 300 Teile Methanol, 300 Teile Wasser und 15
Teile 28%iges wäßriges Ammoniak gegeben und die
resultierende Mischung wurde bei 25°C gehalten. Zu der
Mischung wurden unter Rühren 300 Teile der in Stufe 1 von
Beispiel 1 erhaltenen Silanollösung über einen Zeitraum
von ca. 10 Sekunden gegeben. Nach der Zugabe wurde die
resultierende Mischung ca. 60 Sekunden lang gerührt. Es
wurde aufgehört zu rühren und die resultierende Mischung
wurde 24 Stunden lang stehengelassen. Als Ergebnis wurde
feinteiliges Polyorganosiloxan gebildet und sedimentiert.
Die so sedimentierten feinen Partikel wurden in derselben
Weise wie in Stufe 3 von Beispiel 1 behandelt und dadurch
feinteiliges Polyorganosiloxan mit einem maximalen
Teilchendurchmesser von 15 µm , einem minimalen
Teilchendurchmesser von 5 µm und einem
Durchschnittsteilchendurchmesser von 8 µm erhalten.
Durch Untersuchung mit einem Elektronenmikroskop wurde
festgestellt, daß fast alle Teilchen kugelförmig waren.
Eine Silanollösung wurde in derselben Weise wie in
Beispiel 1 erhalten, mit der Ausnahme, daß 2025 Teile
Wasser, 0,75 Teile Essigsäure, 1530 Teile Methyltrimethoxysilan
und 1350 Teile Dimethyldimethoxysilan verwendet wurden.
Feinteiliges Polyorganosiloxan wurde in derselben Weise
wie in Beispiel 2 erhalten, mit der Ausnahme, daß 300
Teile Silanollösung, wie oben in Stufe 1 erhalten, 600
Teile Wasser und 15 Teile 28%iges wäßriges Ammoniak
verwendet wurden.
Die so erhaltenen Feinpartikel wurden in derselben Weise
wie in Stufe 3 von Beispiel 1 behandelt und dadurch faßt
kugelförmige Polyorganosiloxan-Feinpartikel mit einem
maximalen Teilchendurchmesser von 5 µm, einem minimalen
Teilchendurchmesser von 2 µm und einem
durchschnittlichen Teilchendurchmesser von ca. 3 µm
erhalten.
Dieselben Vorgehensweisen wie in Beispiel 3 wurden
wiederholt, mit der Ausnahme, daß in Stufe 2 300 Teile
Silanollösung, wie in Stufe 1 von Beispiel 3 erhalten, und
eine gemischte Lösung aus 450 Teilen Wasser und 150 Teilen
Methanol anstatt 600 Teilen Wasser verwendet wurden.
Als Ergebnis wurden Polyorganosiloxan-Feinpartikel in der
Form von Aggregaten erhalten, die aus einer großen Anzahl
kugelförmiger Partikel mit einem Teilchendurchmesser von 4
bis 8 µm zusammengesetzt waren. Die Aggregate wurden
dann mittels einer Jet-Mühle zerlegt, dadurch wurden
Feinpartikel mit einem Durchschnittsteilchendurchmesser
von 5 µm erhalten.
250 Teile derselben Mischung von Alkoxysilanen, wie in
Beispiel 1 eingesetzt, wurden direkt (ohne Hydrolyse)
einer gemischten Lösung von 1725 Teilen Wasser, das kein
organisches Lösungsmittel enthielt, und 100 Teilen 28%igem
wäßrigen Ammoniak über eine Zeitdauer von ca. 10 Sekunden
in derselben Weise wie in Stufe 2 von Beispiel 3 zugefügt.
Die resultierende Mischung wurde dann gerührt und in
derselben Weise wie in Beispiel 2 stehengelassen. Nach der
Behandlung wurde in der Reaktionsmischung beobachtet, daß
eine ölige Flüssigkeit auf der Oberfläche der
Reaktionsmischung schwamm und eine große Masse an Gel am
Boden des Reaktionsgefäßes gebildet wurde.
Eine Silanollösung wurde in derselben Weise wie in Stufe 1
von Beispiel 1 erhalten, mit der Ausnahme, daß anstatt 360
Teilen Dimethyldimethoxysilan, wie in Beispiel 1
eingesetzt, 660 Teile
gamma-Glycidoxypropylmethyldimethoxysilan verwendet wurden.
In ein Reaktionsgefäß mit lediglich einem Rührer wurden
5400 Teile Methanol und 90 Teile 28%iges wäßriges
Ammoniak gegeben. Zu der Mischung wurden 2700 Teile der in
Stufe 1 erhaltenen Silanollösung zugefügt, und die
Reaktionsmischung wurde ca. 5 Minuten lang gerührt, um
eine einheitliche Mischung zu ergeben. Das Rühren wurde
dann angehalten und die Mischung stehengelassen, um eine
Reaktion ablaufen zu lassen. Nachdem das Rühren
eingestellt wurde, stieg die Viskosität der
Reaktionsmischung graduell an, und in 3 Stunden
verwandelte sich die Mischung in eine gelähnliche
Dispersion mit keinem Fließvermögen, jedoch mit
Thixotropie.
Die in Stufe 2 erhaltene Dispersion wurde mit einem
Thermojet-Trockner zerlegt, während die Dispersion in
heißer Luft bei 150°C getrocknet wurde.
Als Ergebnis der Behandlungen in den Stufen 1 bis 3 wurde
feinteiliges Polyorganosiloxan mit einer spezifischen
Oberfläche von 450 m2/g, einem spezifischen Gewicht der
Masse von 35 g/l und einem flüchtigen Anteil, gemessen
nach 60minütigem Trocknen bei 150°C, von 2% oder weniger
erhalten.
Dieselben Vorgehensweisen wie in Beispiel 5 wurden
wiederholt, mit der Ausnahme, daß 45 Teile
N-(beta-Aminoethyl)-gamma-aminopropylmethyldimethoxysilan
in Stufe 2 anstatt 45 Teilen in 90 Teilen 28%igem
wäßrigen Ammoniak verwendet wurden, um feinteiliges
Polyorganosiloxan mit einer spezifischen Oberfläche von
550 m2/g und einem spezifischen Gewicht der Masse von
300 g/l zu erhalten.
Eine Silanollösung wurde in derselben Weise wie in Stufe 1
von Beispiel 1 erhalten, mit der Ausnahme, daß die Menge
an Dimethyldimethoxysilan auf 120 Teile und die Menge an
Wasser auf 1692 Teile abgeändert wurden.
Stufen 2 und 3 waren dieselben wie in Beispiel 5 um
feinteiliges Polyorganosiloxan zu erhalten.
Das so erhaltene feinteilige Polyorganosiloxan hatte einen
maximalen Teilchendurchmesser von 0,06 µm, einen
minimalen Teilchendurchmesser von 0,03 µm, einen
Durchschnittsteilchendurchmesser von 0,04 µm und eine
spezifische Oberfläche von 450 m2/g.
Feinteiliges Polyorganosiloxan wurde in derselben Weise
wie in Beispiel 1 erhalten, mit der Ausnahme, daß 1836
Teile Methyltrimethoxysilan, 222 Teile
Vinyltrimethoxysilan und 360 Teile Dimethyldimethoxysilan
verwendet wurden.
Die so erhaltenen Feinpartikel wurden derselben Behandlung
wie in Stufe 3 von Beispiel 1 unterzogen, um im
wesentlichen kugelförmige Polyorganosiloxan-Feinpartikel
mit einem maximalen Teilchendurchmesser von 1,5 µm,
einem minimalen Teilchendurchmesser von 0,5 µm und einem
Durchschnittsteilchendurchmesser von ca. 0,8 µm zu
erhalten.
Feinteiliges Polyorganosiloxan wurde in derselben Weise
wie in Beispiel 2 erhalten, mit der Ausnahme, daß 1600
Teile Wasser in Stufe 2 anstatt 300 Teilen Methanol und
300 Teilen Wasser verwendet wurden, unter Einsatz von 1836
Teilen Methyltrimethoxysilan, 298 Teilen
Phenyltrimethoxysilan, 3 Teilen Essigsäure und 2025 Teilen
Wasser.
Die so erhaltenen feinen Partikel wurden derselben
Behandlung wie in Stufe 3 von Beispiel 1 unterzogen, um
kugelförmige Feinpartikel mit einem maximalen
Teilchendurchmesser von 5 µm, einem minimalen
Teilchendurchmesser von 0,8 µm und einem
durchschnittlichen Teilchendurchmesser von ca. 2 µm zu
erhalten.
Eine Silanollösung wurde in derselben Weise wie in Stufe 1
von Beispiel 1 erhalten, mit der Ausnahme, daß 2064 Teile
Hexyltrimethoxysilan, 240 Teile Dimethyldimethoxysilan und
2 Teile Essigsäure verwendet wurden.
Die Stufen 2 und 3 waren dieselben wie in Beispiel 4, um
feinteiliges Polyorganosiloxan zu erhalten.
Das so erhaltene feinteilige Polyorganosiloxan hatte einen
maximalen Teilchendurchmesser von 5 µm, einen minimalen
Teilchendurchmesser von 0,4 µm und einen
Durchschnittsteilchendurchmesser von 1,2 µm.
Zu 100 Teilen Dimethylpolysiloxan mit Vinylgruppen an
beiden Enden, als Durchschnittszusammensetzung dargestellt
durch die Formel
CH2=CH(CH3)2SiO((CH3)2SiO)100Si(CH3)2CH=CH2
wurden zwei Teile Methylhydrogenpolysiloxan, als
Durchschnittszusammensetzung dargestellt durch die Formel
(CH3) 2SiO((CH2)HSiO)30Si(CH3)3,
eine Isopropylalkohollösung von Platinsäurechlorid in einer
Menge von 10 ppm, berechnet als Platin, bezogen auf das
Gesamtgewicht der Siloxane, und 0,1 Teile
3-Methyl-1-butin-3-ol gegeben.
Die sich ergebende Mischung wurde in einem Sprühtrockner
mit einem Durchmesser von 2 m und einer Höhe von 4 m mit
einer rotierenden Düse atomisiert und gehärtet, um ein
gehärtetes Pulver mit einer Rate von 50 kg/hr zu erhalten.
Die Einlaßtemperatur der Heißluft in den Sprühtrockner
betrug 230°C.
Das gehärtete Produkt wurde mittels eines Zyklons
gesammelt. Als Ergebnis einer Untersuchung mit einem
Scanner-Elektronenmikroskop wurde festgestellt, daß das
gehärtete Produkt ein kugelförmiger Gummi aus Partikeln
mit einem Teilchendurchmesser von 2 bis 30 µm und das
kugelförmige Gummipulver ein Masseprodukt mit einem
Durchmesser von 3 mm oder weniger waren.
Die oben erhaltenen Ergebnisse werden nachfolgend in der
Tabelle zusammen mit den Eigenschaften der erhaltenen
Feinpartikel gezeigt.
0,5 Teile der in Beispiel 1 erhaltenen Feinpartikel und
99,5 Teile eines Polypropylenpulvers (Schmelzpunkt: 162°C)
wurden mit einem Henschel-Mixer vermischt. Die sich
ergebende Mischung wurde mit einem Doppelschraubenextruder
bei 250°C extrudiert und pelletiert, um Chips aus der
obigen Zusammensetzung zu erhalten.
Die Chips wurden bei 40°C unter Verwendung eines
Zweischicht-Metallauslaßkopfes von 250°C coextrudiert und
dann abgekühlt, um sich zu verfestigen, wodurch ein
Zweischichtfilm erhalten wurde.
Der Film wurde auf 140°C erhitzt, mit einem fünffachen
Streckverhältnis in Maschinenrichtung gestreckt und dann
sofort auf 40°C abgekühlt.
Der Film wurde in eine Spannvorrichtung, die bei 160°C
gehalten wurde, eingeführt und dann mit einem 8fachen
Streckverhältnis in der Breite gestreckt.
Die Dicke des Films betrug nach der Streckbehandlung
20 µm, und die Schichtdicke des
Ethylen-Propylen-Copolymer darin war 3 µm.
Der erhaltene Film war durchsichtig. Als die Filme
aneinander gerieben wurden, zeigte der Film gutes
Gleitvermögen. Zudem wurde die Filmoberfläche nicht weiß,
sogar wenn die Filme wiederholt aneinander gerieben
wurden, und die Durchsichtigkeit blieb erhalten.
Es wurde ein Film in der gleichen Weise wie in
vorstehendem Anwendungsbeispiel hergestellt, mit der
Ausnahme, daß die in Vergleichsbeispiel 2 erhaltenen
Feinpartikel anstatt der in Beispiel 1 erhaltenen
Feinpartikel eingesetzt wurden.
Als die erhaltenen Filme aneinander gerieben wurden, war
das Gleitvermögen gering, und als die Anzahl der
Reibvorgänge erhöht wurde, wurde die Filmoberfläche weiß.
Als Ergebnis der Betrachtung der weiß gewordenen
Filmoberfläche unter einem Scanner-Elektronenmikroskop
wurde festgestellt, daß sich die in Vergleichsbeispiel 2
erhaltenen Feinpartikel vom Film abtrennten.
Indem die Erfindung im Detail und unter Bezug auf
spezifische Ausgestaltungen davon beschrieben worden ist,
wird es für einen Fachmann offensichtlich sein, daß
verschiedene Abänderungen und Modifikationen vorgenommen
werden können, ohne von Inhalt und Umfang der Erfindung
abzuweichen.
Claims (13)
1. Feinteiliges Polyorganosiloxan, als
Durchschnittszusammensetzung dargestellt durch die
Formel
R a SiOb,worin R eine substituierte oder unsubstituierte
einwertige Kohlenwasserstoffgruppe darstellt und a und
b Zahlen sind, die durch die Formeln 1 < a 1,7; 1 <
b < 1,5 und a+2b=4 definiert sind, wobei die
Feinpartikel einen Durchschnittsteilchendurchmesser
von 0,01 bis 100 µm aufweisen und jedes
Feinpartikel in Kugelform vorliegt.
2. Feinteiliges Polyorganosiloxan gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß R in der
Formel eine Alkyl-, Cycloalkyl-, Aralkyl-, Aryl,
Alkenyl- oder substituierte Kohlenwasserstoffgruppe
ist.
3. Feinteiliges Polyorganosiloxan gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Durchschnittsteilchendurchmesser 0,01 bis 20 µm
beträgt.
4. Feinteiliges Polyorganosiloxan gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Feinpartikel einen flüchtigen Anteil von 5
Gewichtsprozent oder weniger aufweisen.
5. Verfahren zur Herstellung von feinteiligem
Polyorganosiloxan, wobei man:
eine Mischung eines Organotrialkoxysilans, dargestellt durch die Formel (I) R1Si(OR2)3 (I)worin R1 eine substituierte oder unsubstituierte einwertige Kohlenwasserstoffgruppe und R eine substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe darstellen, sowie eine Diorganodialkoxysilans, dargestellt durch die Formel (II)(R1)2Si(OR2)2 (II)worin R1 und R2 wie vorstehend definiert, sind in solchen Mengen, daß die Menge des Diorganodialkoxysilans 0,01 bis 2 Mol pro Mol des Organotrialkoxysilans beträgt, in der Gegenwart einer organischen Säure teilweise oder vollständig hydrolysiert, um dadurch ein Organosilanol und/oder ein Teilkondensat davon zu erhalten,
die genannten Organosilanole und/oder Teilkondensate davon einer Polykondensationsreaktion in einer wäßrigen Alkalilösung oder einer gemischten Lösung der wäßrigen Alkalilösung und eines organischen Lösungsmittels unterzieht, um dabei eine Dispersion von feinteiligem Polyorganosiloxan zu erhalten, und
dann die Dispersion trocknet, um das genannte feinteilige Polyorganosiloxan von der Dispersion abzutrennen.
eine Mischung eines Organotrialkoxysilans, dargestellt durch die Formel (I) R1Si(OR2)3 (I)worin R1 eine substituierte oder unsubstituierte einwertige Kohlenwasserstoffgruppe und R eine substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe darstellen, sowie eine Diorganodialkoxysilans, dargestellt durch die Formel (II)(R1)2Si(OR2)2 (II)worin R1 und R2 wie vorstehend definiert, sind in solchen Mengen, daß die Menge des Diorganodialkoxysilans 0,01 bis 2 Mol pro Mol des Organotrialkoxysilans beträgt, in der Gegenwart einer organischen Säure teilweise oder vollständig hydrolysiert, um dadurch ein Organosilanol und/oder ein Teilkondensat davon zu erhalten,
die genannten Organosilanole und/oder Teilkondensate davon einer Polykondensationsreaktion in einer wäßrigen Alkalilösung oder einer gemischten Lösung der wäßrigen Alkalilösung und eines organischen Lösungsmittels unterzieht, um dabei eine Dispersion von feinteiligem Polyorganosiloxan zu erhalten, und
dann die Dispersion trocknet, um das genannte feinteilige Polyorganosiloxan von der Dispersion abzutrennen.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
das organische Lösungsmittel in einer Menge von
1×10-3 bis 1 Gewichtsteil pro 100 Gewichtsteile
Wasser verwendet wird, das für die Hydrolyse
eingesetzt wird.
7. Verfahren gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die für die Hydrolyse eingesetzte Wassermenge 2 bis 10
Mol pro Mol Organotrialkoxysilan beträgt.
8. Verfahren gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Hydrolyse bei einer Temperatur von 5 bis 60°C
durchgeführt wird.
9. Verfahren gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Alkali ein Metallhydroxid, Ammoniak oder ein
organisches Amin ist.
10. Verfahren gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Alkali in einer Menge von 0,05 Gewichtsteilen oder
mehr pro 100 Gewichtsteile Wasser oder einer Mischung
aus Wasser und einem organischen Lösungsmittel
eingesetzt wird.
11. Verfahren gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
das organische Lösungsmittel mindestens ein
Lösungsmittel ist, ausgewählt aus der Gruppe,
bestehend aus Alkoholen, Glycolen, Glycolethern,
Ketonen und zyklischen Ethern.
12. Verfahren gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Polykondensationsreaktion in einer solchen Weise
durchgeführt wird, daß die Organosilanole und/oder
Teilkondensate davon der wäßrigen Alkalilösung oder
der gemischten Lösung der wäßrigen Alkalilösung und
des organischen Lösungsmittels zugefügt werden.
13. Verfahren gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Trocknung zusammen mit einer Deaggregation
durchgeführt wird.
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