DE38829C - Verfahren zur Vermeidung des Niederschlages bei pasteurisirtem Bier - Google Patents
Verfahren zur Vermeidung des Niederschlages bei pasteurisirtem BierInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12H—PASTEURISATION, STERILISATION, PRESERVATION, PURIFICATION, CLARIFICATION OR AGEING OF ALCOHOLIC BEVERAGES; METHODS FOR ALTERING THE ALCOHOL CONTENT OF FERMENTED SOLUTIONS OR ALCOHOLIC BEVERAGES
- C12H1/00—Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages
- C12H1/12—Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation
- C12H1/16—Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation by physical means, e.g. irradiation
- C12H1/18—Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation by physical means, e.g. irradiation by heating
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein, Wein, Essig und Hefe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. November 1885 ab.
Bekanntlich zeigt sich bei allem pasteurisirten Bier, selbst bei dem ursprünglich klarsten, der
Uebelstand, dafs es bei längerem Lagern, namentlich aber bei weiteren Transporten infolge der
fortwährenden Erschütterung einen Bodensatz bildet. Dieser wird in überseeischen Ländern
sehr ungern gesehen, so dafs in allen Consulatsberichten dringend aufgefordert wird, denselben
so viel als thunlich zu vermeiden.
Erfinder hat nun beobachtet, dafs dieser Bodensatz daher rührt, dafs in dem Bier kleine
Mengen Gerbsäure vorhanden sind, welche mit den in dem Bier befindlichen Peptonen und
anderen Eiweifsstoffen mit der Zeit unlösliche Verbindungen eingehen und als solche jenen
Bodensatz bilden.
Die · vorliegende Erfindung bezweckt demgemäfs,
dem Bier jenen Gerbstoff vollständig zu nehmen, und besteht darin, dafs man dem
Bier vor oder nach der Gährung getrocknete und gemahlene Hautblöfse oder Leimgut zusetzt,
welche Stoffe sich einerseits gegenüber dem Bier selbst indifferent verhalten, andererseits
aber mit der Gerbsäure in kurzer Zeit unlösliche Verbindungen eingehen oder die Gerbstoffe auf ihrer Oberfläche niederschlagen.
Das Leimgut, d.h. derjenige Theil der Knochen, welcher übrig bleibt, wenn dieselben gänzlich
entfettet und entkalkt und dann wieder entsäuert sind, wird getrocknet und fein gemahlen,
oder es werden sorgfältig präparirte Hautblöfsen getrocknet und gemahlen.
Die Anwendung dieser Pulver kann in folgender Weise geschehen:
i. Eine entsprechende Menge des vorher in Wasser aufgeweichten Pulvers, ..wird . der
Würze in einem Bottich zugesetzt und dann durch ein im Bottich angebrachtes einfaches
Rührwerk fortwährend die ganze Masse in Bewegung erhalten, bis die Würze keine Gerbstoffreaction
mehr zeigt. Dann wird das Rührwerk ausgerückt, dem Pulver Zeit gelassen,
sich abzusetzen, und die Würze decantirt, event, unter Zuhülfenahme von Tropfsäcken oder
sonstigen Filtern. Auch kann man es ganz oder zum Theil der Nachgährung überlassen,
den Niederschlag aus dem Spundloche zu entfernen.
Dieses Verfahren kann derartig modificirt werden, dafs behufs vollständigerer Ausnutzung
des Materials mehrere Bottiche neben einander gestellt werden und nach Abdecantiren einer
Würzeportion auf den folgenden Bottich eine neue Portion auf den ersten Bottich gelassen
wird. Nachdem der erste Bottich dann etwa zwei- bis dreimal benutzt worden ist, wird er
mit frischem Pulver beschickt und dient dann als letzter Bottich, während der bisher zweite
als erster und der bisher dritte als zweiter Bottich benutzt wird.
2. Eine beliebige Anzahl von Filtern, deren Bodenfläche mit dem Pulver in entsprechender
Höhe bedeckt ist und die auf einander zu stehen kommen, wird aufgestellt und die Würze
eines Sudes auf das oberste Filter gelassen. Die Würze mufs dann sämmtliche Filter passiren,
wird unten aufgefangen und in die Gährbottiche gepumpt.
Wenn alle Würze abgelaufen ist, wird das oberste Filter .entleert, mit frischem Pulver gefüllt
und unter die zu dem Behufe in die .,Höhe gehobenen übrigen Filter gestellt, damit
Claims (1)
- die Würze eines jeden Sudes zuletzt ein frisch beschicktes Filter passirt.Bei beiden Anwendungsweisen ist die Menge des zu verwendenden Pulvers abhängig von der Menge des in der betreffenden Würze enthaltenen Gerbstoffes, und kann nur durch Anwendung der Gerbstoffreaction auf die Würze festgestellt werden.Die Temperaturen können beliebig hoch genommen werden, bis zu der Grenze, wo das Pulver beginnen würde, sich zu verändern. Es empfiehlt sich jedoch, die Temperatur beizubehalten, mit welcher die Würze in den Gährbottich läuft, und jedenfalls die Temperaturen zu vermeiden, welche der Würze besonders gefährlich sind.Ein aus solcher Würze bereitetes Bier hält sich jahrelang, ' ohne einen Niederschlag zu bilden und ohne von seinen nahrhaften Bestandtheilen irgend etwas zu verlieren.Die geschilderten beiden Anwendungsweisen eignen sich ebensowohl für fertiges Bier, nur mufs man dann, um Kohlensäureverlust zu vermeiden, mit geschlossenen Behältern unter Druck operiren.Da nun weder gemahlenes Leimgut noch gemahlene Hautblöfse bisher überhaupt in gröfseren Mengen zu technischen Zwecken hergestellt worden sind, so ist auch die Anwendung dieser Stoffe auf fertiges Bier in den Patent-Anspruch aufgenommen, zumal beide Stoffe keine Klärmittel sind.Die Entfernung des Gerbstoffes aus fertigem Bier bietet nämlich erhebliche Vortheile, namentlich den, dafs dann alles Bier in gleicher Weise eingebraut werden kann und erst im Augenblick des Abziehens vom Lagerfasse zu bestimmen ist, ob das Bier für Export in Flaschen benutzt werden soll.Es kann auch die Würze zuerst mit Leimgut behandelt und dann noch ein geringes Quantum thierischer Kohle zugesetzt werden.Pate ντ-Anspruch:Das Verfahren zur Vermeidung des Niederschlages bei pasteurisirtem Bier · in der Weise, dafs man die Würze oder das fertige Bier über getrocknete und gemahlene Hautblöfse oder Leimgut filtrirt, oder aber mit diesem · Stoffe versetzt und darauf den sich bildenden Niederschlag durch Decantiren oder Filtriren entfernt oder denselben durch die Nachgährung entfernen läfst.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE38829C true DE38829C (de) |
Family
ID=314502
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT38829D Expired - Lifetime DE38829C (de) | Verfahren zur Vermeidung des Niederschlages bei pasteurisirtem Bier |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE38829C (de) |
-
0
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