DE3852C - Vacuum - Verdampfapparat unter Anwendung von mehr als drei Körpern für Zuckersäfte und andere Flüssigkeiten - Google Patents
Vacuum - Verdampfapparat unter Anwendung von mehr als drei Körpern für Zuckersäfte und andere FlüssigkeitenInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D3/00—Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
- B01D3/10—Vacuum distillation
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Apparatus For Making Beverages (AREA)
Description
V
r
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen des vor mehr als 35 Jahren von mir construirten
Vacuumapparates mit drei Körpern (triple effet). Dieselben bestehen darin, eine
gegebene Wärmemenge auf eine gröfsere Menge von Körpern mit gleichen oder ungleichen
Heizflächen zu vertheilen, um auf diese Weise einen Vacuumapparat (effet multiple) zu
schaffen, der den gebräuchlichen mit drei Körpern (triple effet) um ein Bedeutendes an
Leistungsfähigkeit übertrifft. Während man demnach bis jetzt bei Vacuum-Verdampfapparaten
sich auf höchstens drei Körper beschränkt hat, füge ich diesen noch weitere Körper mit
gleicher oder ungleicher Heizfläche hinzu und vertheile unter diese 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12
oder mehr Körper die Wärmemenge, welche aus der Temperaturdifferenz resultirt und den
Spannungen entspricht, unter welchen die Zuckersäfte in dem ersten der mit dem Condensator
in Verbindung stehenden Körper verdampfen.
Zur Rechten des Condensators befindet sich der Dicksaftkörper, welcher entweder vom Abdampf
der Maschine oder vom Dampf des ersten, zweiten, dritten und vierten Körpers gespeist wird.
Bei dieser Anordnung gebe ich jedem Körper (ausgenommen dem ersten), welcher den
Dicksaftkörper speist, die doppelte Heizfläche wie die des ersteren oder der folgenden
Körper.
Die Wärmemenge wird demnach in so viel Theile getheilt, als Körper weniger einem vorhanden
sind. Diese Theilung, welche man sehr weit treiben kann, darf jedoch nicht weiter
gehen, als nöthig ist, um zwischen zwei auf einander folgenden Körpern einen Druckunterschied
herzustellen, welcher genügt, um das Ueberlaufen der Säfte aus einem Körper in den anderen zu ermöglichen. In Bezug auf
das finanzielle Resultat besitzt sie keine andere Grenze als den Fall, wo die durch einen
Körper hervorgerufene Brennmaterialersparnifs nicht Zinsen und Amortisation des Körpers
bezahlt macht.
Auf beiliegender Zeichnung ist die Disposition des neuen Systems unter Anwendung von sechs
Körpern veranschaulicht.
Diese Körper A1 A2 A3 . . . A6, sowie der
Condensator B besitzen die gebräuchliche Construction und Garnitur als Sicherheitsapparate,
Ventile, Hähne etc. Am Ende der Batterie befindet sich der Dicksaftkörper C, welcher
auf der Zeichnung mit verticalen Heizrohren statt Schlangen dargestellt ist.
Derselbe ist mittelst des Rohres D entweder mit dem Reservoir für abgehenden Maschinendampf
oder durch die Ventile d d mit mehreren der ersten Körper verbunden, je nachdem man
die EinkpcHung des Saftes schneller oder lang-: samer vornehmen will;'
■·. Dementsprechend erhalten die Körper A2
und Ä3 eine doppelt'so grofse Heizfläche wie
die anderen Körper. ' ' . ;■·
Die bei der Einrichtung dieses Systems mafsgebenden Punkte sind die Temperaturen und
Spannungen, welche mit der Beschaffenheit der Zuckersäfte noch verträglich sind und in dem
ersten und letzten Körper angewendet werden können. Nach meinen Erfahrungen kann man
speciell für Rübenzuckersäfte ohne Nachtheif für den zu erzeugenden Zucker mit einer Temperatur
von ungefähr 1040 und einer Spannung von 1,2 Atmosphären oder 90 cm Quecksilbersäule
die Verdampfung beginnen, wobei Dampf von 1,75 Atmosphären Spannung zum
Erhitzen der Säfte dienen kann. Nun arbeitet
man aber in der Praxis in der Regel mit einem Vacuum von 120cm Quecksilbersäule,
was einer Temperatur von 56 ° entspricht. Unter diesen Bedingungen beträgt die Differenz
der äufsersten Temperaturen, das sogenannte » Temperaturgefälle« , ungefähr 48 °. Diese
Gröfse theilt man in fünf Theile bei einer Anzahl von beispielsweise sechs Körpern, der
Quotient 9,6° ergiebt den Temperaturunterschied zwischen zwei auf einander folgenden
Körpern, oder zwischen Temperatur des Heizdampfes und der zu verdampfenden Flüssigkeit
in demselben Körper, welche Gröfse wir »partielles Temperaturgefälle« nennen wollen.
Demnach erhält man für die Temperatur und Spannung jedes Körpers die in folgender
Tabelle bezeichneten Zahlen, in welcher die Temperaturen etwas abgerundet sind:
| ·' Γ | 2 | ■3; - | "f | ■ . .·· | 6 | |
| Körper | ι 04 | ■ 95 | 84 : | .'Ή.' | 5':-: | 56 |
| Temperatur (Grade Celsius) |
87,5 | 63,4 | 41,6 | 28,8 | '6:6, | 12,3 |
| Spannung in Centim. Queck silbersäule |
||||||
Die Spannungszahlen dieser' Tabelle entsprechen
der Spannung des gesättigten Wasserdampfes von der Temperatur des Dampfes in den Körpern. Diese Zahlen sind nur angegeben,
um eine Idee von dem Vorgange zu geben, haben aber keinen, Anspruch auf absolute
Genauigkeit, da bekanntlich die Zuckerlösungen infolge ihrer Zähigkeit nicht dieselben
Siedepunkte besitzen wie das Wasser. Die Abweichungen können für jeden Körper bis ι oder 2° betragen.
Wie schon erwähnt, kann man in das System eine noch gröfsere Anzahl Körper einschalten,
welche Anzahl von dem Temperaturgefälle abhängig ist, das seinerseits wiederum vergröfsert
werden kann, wenn man mit dem Vacuum so weit geht wie bei den Condensern der guten
Dampfmaschinen.
Die folgende Tabelle veranschaulicht die Temperaturen und Spannungen einer Batterie
von zwölf Körpern, wobei der Dicksaftkörper mit eingerechnet ist.
| Körper | I | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | I I | 12 |
| Temperatur | 104 | 98 | 92 | 86 | 80 | 74 | 68 | 62 | 56 | 5° | 44 | 40 |
| Spannungen in Centim. Quecksilber säule |
87,5 | 70,7 | 56,7 | 45 | 35,5 | 27,7 | 21,3 | 16,3 | 12,3 | 9,2 | 6,8 | 5,5 |
Diese Beispiele mögen genügen.
In dem Falle, dafs zwei Körper hinzugefügt werden, d. h. mit einer Batterie von fünf Körpern,
wird die Productionskraft des Systems verdoppelt und die Ersparnifs an Brennmaterial
50 pCt. betragen.
Es kann nach meinen Berechnungen die Menge des Brennmaterials bis auf Y8 reducirt
werden, wenn man mein System in seiner ganzen Vollständigkeit anwendet, während eine achtmal
gröfsere Leistungsfähigkeit erzielt wird.
Ueber die Anordnung des Dicksaftkörpers mögen folgende Bemerkungen genügen.
Auf der Zeichnung ist derselbe rechts vom Condensator gezeichnet; je nachdem man schnell
oder langsam die Einkochung vornehmen will, wird der Körper mit dem Reservoir für die
abgehenden Maschinendämpfe oder mit einem der Körper, sei es mit dem ersten, dem
zweiten oder dritten, verbunden'; der Dicksaftkörper kann die Hälfte der Heizfläche der Verdampfungsapparate
behalten.
V-ή
If
1 i
1 i
In Anbetracht der Dickflussigkeit des Saftes
wird die Temperaturdifferenz ,ungefähr das
Doppelte des*:oben erwähnten partiellen Tem-·
peraturgefälles i .vermehrt .um .9-bis io.°, betragen,, welche .letztere Gr.ö.fse der mittleren
W.ärmedifferenz. zwischen . Dicksaft und Dampf entspricht. Diese Bedingung bestimmt die Temperatur
des für· .den Dicksaftkörper zu: : be- ,
nutzenden Heizdampfes und demnach' auch die des betreffenden Körpers, der den Dampf zum'
Erhitzen des Dicksaftes liefern soll. ' ; :i '_,■.
Hierzu darf iromer nur ein Körper verwendet werden, da man nur mit Dampf von derselben '
Spannung arbeiten darf, ohne einen, Theil des
Effectes zu verlieren. f '" .. '.-■'.
Schliefslich habe ich noch von den Mitteln zu sprechen, welche angewendet werden'müssen,
um das Condensationswasser zu entfernen und die Apparate von der durch· die Fugen dringenden Luft zu befreien: ...■;-.
Die auf der Zeichnung angedeutete Methode ist empfehlenswerth; hiernach wird das Condensationswasser
des ersten Körpers wie gewöhnlich von der Speisepumpe mittelst des Rohres b fortgeführt. Für den zweiten Körper
jedoch wird das Condensationswasser in zwei Theile zerlegt, der eine wird mittelst des
Rohres b' einer zweiten Speisepumpe zugeführt,
der andere Theil wird mittelst Rohres Z?2 in
die Heizkammer des dritten Körpers geleitet, um dort einen Theil seiner Wärme abzugeben.
Aus dem dritten Körper leitet man alles Condensationswasser in den vierten, aus dem vierten in den fünften und aus diesem in
den letzten, so dafs alles Condensationswasser bis auf die Temperatur des letzten Körpers
abgekühlt und einer kleirjen Luftpumpe zugeführt wird, welche die lauft aus den Apparaten
entfernt. Auf diese Weise nutzt man die gröfste Menge der im Condensationswasser angesammelten
Wärme aus. Diese Anordnung erfordert die Anbringung eines Ventils' ν an
jedem Verbindungsrohr &2, welches Ventil durch
eine Feder derart regulirt wird, dafs nur das Condensationswasser und ein sehr geringes
Dampfquantum durchströmen kann, was der Luftpumpe zugeführt wird. .. · . .',
Claims (2)
1. Die Vertheilung einer gegebenen Wärmemenge auf eine gröfsere Anzahl Körper
als drei, welche Körper entweder gleiche oder ungleiche Heizflächen erhalten, wodurch
man eine bedeutendere Leistungsfähigkeit als bei alten Systemen (triple effet)
und infolge dessen auch eine Brennmaterialersparnifs und Vergröfserung der Production
erzielt, je nach1 der Anzahl der Körper, welche mein System bilden.
2. Das beschriebene System zur Entfernung des Condensationswassers und der durch
Fugen etwa eintretenden Luft aus den Apparaten.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3852C true DE3852C (de) |
Family
ID=282747
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT3852D Active DE3852C (de) | Vacuum - Verdampfapparat unter Anwendung von mehr als drei Körpern für Zuckersäfte und andere Flüssigkeiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3852C (de) |
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- DE DENDAT3852D patent/DE3852C/de active Active
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