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Vorrichtung zur unmittelbaren Messung von Dicken und Dichten fadenförmiger
Gebilde. Die unmittelbare Messung der Feinheit fadenförmiger Gebilde (Dicke) und
daraus hergestellter Gegenstände, z. B. Gewebe (Fadenabstand), scheiterte bisher
teils an deren Zusammendrückbarkeit, teils an deren Ungleichmäßigkeit, weshalb die
für feste Gegenstände, z. B. Draht, gebräuchlichen Meßverfahren nicht anwendbar
sind. Es sind deshalb für die Bedürfnisse der Praxis mittelbare Meßverfahren in
Anwendung, indem man z. B. für Garne angibt, welche Länge zur Erfüllung eines bestimmten
Gewichtes notwendig ist, oder welches Gewicht eine bestimmte Länge hat; für Gewebe
wählt man die Anzahl Fadenabstände auf eine größere Längeneinheit. Das gleiche Verfahren
schlägt man zur Bestimmung der Feinheit von Webblättern (Kammdichte), Nadelteilungen
an Wirk- und Strickmaschinen (Stuhlnummer, Maschinennummer), Krempelbelägen (Anzahl'Spitzen
auf = cm2) usw. ein. Auf diese Weise will man die Messung zusammendrückbarer und
elastischer Gebilde überhaupt ermöglichen und zugleich einen Durchschnittswert erhalten.
Die Messung der Gleichmäßigkeit ist aber nach diesem Verfahren überhaupt nicht möglich.
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Die unmittelbare Messung der Feinheit (Dicke oder Fadenabstand), welche
auch die Ermittlung eines Durchschnittswertes und der Gleichmäßigkeit ermöglicht
und darin besteht, daß der Maßinhalt einer bestimmten gleichbleibenden Anzahl Fadendicken
bzw. Fadenabstände, Nadelteilungen u. dgl. in Längeneinheiten gemessen und durch
die Anzahl Fadendicken bzw. Fadenabstände, Nadelteilungen u. dgl. dividiert wird,
um den gewünschten Durchschnittswert in Längeneinheiten zu erhalten, war bisher
für wissenschaftliche Untersuchungen mit Hilfsgeräten möglich, die im Werksbetriebe
nicht zur Verfügung stehen, z. B. das Mikroskop.
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Die einfachen und bekannten Vorrichtungen, das sind Taschenlupe (Weberlupe,
Fadenzähler) mit Trennadel und Maßstab, ermöglichen aber nicht die für die unmittelbare
Messung erforderliche Genauigkeit, weiche mindestens o,or mm betragen muß; auch
gestatten sie nicht die Ermittlung der Gleichmäßigkeit, welche gewöhnlich das Verhältnis
des Untermittels zum Mittelwert darstellt. Hierzu bedarf es einzelner Messungen,
aus denen man in bekannter Weise den Mittelwert und das Mittel aus den unter dem
Mittelwert befindlichen Meßgrößen (Untermittel) errechnet. Den Gegenstand vorliegender
Erfindung bilden nun geeignete besondere Feinmeßvorrichtungen, deren einige im folgenden
beispielsweise angegeben sind.
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Abb. z zeigt einen Fadenzähler mit Feinmeßvorrichtung und gelenkig
angebrachter Trennadel, die zugleich als Zeiger dient, in schaubildlicher Darstellung;
Abb. 2 stellt die Einrichtung der Trennadel und Abb. 3 das Hilfsgerät zum Aufwickeln
von Fäden dar.
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Der Fadenzähler (Abb. z) besteht aus einem Winkel t mit abgeflachter,
messerartiger Kante 2, die mit einer Millimetereinteilung versehen ist; der wagerechte
Fuß des Winkels z hat einen Schlitz 3, in welchem der Träger 4 vermittels einer
Mikrometerschraube 5 verschiebbar ist,
die in dem lotrechten Lagerteil
6 des Winkels i drehbar, aber nicht achsial verschiebbar gelagert ist. Die Mikrometerschraube
5 trägt die hundertteilige Meßrolle 7, welche mit dem gerändelten Handriff 8 gedreht
werden kann; die Ablesung geschieht an dem feststehenden Zeiger 9 für die o,oi mm
und vermittels der Lupe und der Trennadel ir an der Millimeterteilung 2. Die Trennad:l
ii (Abb. 2) ist um den Zapfen i2 drehbar und stützt sich mit dem kürzeren Hebelarm
13 gegen einen Vorsprung 14 des Trägers q., wodurch die Lage der Spitze der Trennadel
in der Bodenfläche des Fußes des Winkels 1 geaichert ist, wenn das Meßgerät gehoben
wird. Die Lupe io ist in einem mit Schlitz 16 und Schraube 17 dreh-und verschiebbaren
Arm 15 eingeschraubt und kann dadurch auch in der Höhenrichtung für das Auge eingestellt
werden.
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Das Hilfsgerät (Abb. 3) zum Aufwickeln der Fäden besteht aus einem
Lager 18, welches eine Trommel oder Tafel i9 trägt, die mittels des gerändelten
Handgriffes 2o gedreht werden kann. Der Faden 23 wird von den beiden Klemmen 21
und 22 gehalten und wird ohne Zwischenräume eng anschließend aufgewickelt. Die Lage
der Fäden entweder auf der Trommel (Tafel) i9 oder im Gewebe ist in Abb. 2 während
des Messens dargestellt.
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In Abb. q. ist eine andere Ausführungsform schaubildlich dargestellt,
welche einen feststehenden Träger 24 hat, in welchem die Mikrometerschraube 25 drehbar
und längsverschiebbar ist. Die feststehende Hülse 26 enthält die Millimeterteilung
und die mit der Schraube 25 verbundene Hülse 27, die mit dem Handgriff 28 gedreht
werden kann, die o,oi mm. Das Ende der Schraube 25 trägt drehbar eine Büchse 29,
welche einen Bügel 30 und einen Stift 31 besitzt. Der Bügel 30 ersetzt
die Trennadel il (Abb. i und 2) und hat die gleiche Wirkungsweise und Bedeutung;
der Stift 31 greift in den Arm 32, der im Träger 24 längsverschiebbar ist und die
Lupe 33 trägt, so daß bei der Verschiebung der Mikrometerschraube 25 der Bügel 3o
und die Lupe (Fadenzähler) 33 mitgenommen wird; der Stift 3i verhindert außerdem
die Drehung der Büchse 29 mit dem Bügel 30.
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Der Träger 24 sitzt auf einem lotrechten Zapfen der Fußplatte 3q.,
welche einen um diesen Zapfen konzentrischen Schlitz 35 von go° Bogenwinkel enthält
und durch die Schraube 36 mit dem Träger fest verbunden werden kann. Die Spitze
37 des Trägers 24 spielt auf der Bogenteilung 38 ein. Hierdurch ist es möglich,
durch Drehung des Trägers um 9o 0 die Messung der zur ersten (Kette) senkrechten
Fadenrichtung (Schuß) vorzunehmen, ohne das Meßgerät neu einstellen zu müssen. Auch
ist hierdurch die Möglichkeit gegeben, zu untersuchen. ob die beiden Fadenrichtungen
aufeinander genau senkrecht stehen bzw. um wieviel sie von der richtigen Lage abweichen.
Die Zwischeneinteilung von o° bis go° kann beispielsweise zur Bestimmung der Gratrichtung
(bei Köper- oder Diagonalbindungen) und ebenfalls als Maß für die Gleichmäßigkeit
des Gewebes benutzt werden, da bekanntlich die Gratrichtung sich ändert, wenn die
Schußdichte sich ändert; ungleichmäßige Schußdichte äußert sich durch ungleichmäßige
Gratrichtung. In gleicher Weise kann die Faserschraubensteigung in Garnen und Zwirnen
unmittelbar gemessen werden, was auch zur Bestimmung der Gleichmäßigkeit hinsichtlich
der Garne und Zwirne geeignet ist, da ungleichmäßige Drehung ungleichmäßige Faserschraubensteigung
zur Folge hat.
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Die Drehung des Trägers kann auch mittels Schnecke und Schneckenrad
mit Feinmeßvorrichtung zur Bestimmung des Drehwinkels erfolgen.