DE375108C - Verfahren zur Herstellung eines Impfstoffes aus lebenden nativen oder mit Immunserum vorbehandelten saeurefesten Bazillen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Impfstoffes aus lebenden nativen oder mit Immunserum vorbehandelten saeurefesten BazillenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung eines Impfstoffes aus lebenden nativen oder mit Immunserum vorbehandelten säurefesten Bazillen. Die Mehrzahl der Bakterien kann durch verhältnismäßig kleine Zusätze von keimtötenden Substanzen abgetötet oder abgeschwächt werden. Bei den säurefesten Bazillen sind erheblich größere Mengen notwendig. Unterwirft man jedoch z. B. lebende Tuberkelbazillen einer Vorbehandlung mit einem spezifischen Tuberkuloseimmunserum oder mit geeigneten tierischen oder pflanzlichen Fermenten, so werden die Bazillen dadurch an sich nicht wesentlich geschädigt. Sie sind jedoch durch die Vorbehandlung für nachfolgende Schädlichkeiten empfindlicher geworden; denn jetzt gelingt es durch verhältnismäßig kleine Mengen geeigneter Substanzen aus der Reihe der äußeren und inneren Desinfizientien sowie durch sonst unwirksame, wenig eingreifende physikalische Einflüsse die Bakterien so zu verändern, daß ihre Virulenz je nach der Dosierung mehr oder weniger weitgehend aufgehoben wird und sie schließlich abgetötet werden. Z. B. können- lebende vollvirulente Tuberkelbazillen nach dem Verfahren so verändert werden, daß sie in erheblichen Dosen beim empfindlichen Versuchstier angewendet, statt einer starken in kurzer Zeit zum Tode führenden Krankheit nur eine so schwache Infektion hervorrufen, daß zwar die spezifischen allergischen und Abwehrreaktionen auftreten, der Körper aber allein der künstlich abgeschwächten Infektion Herr wird. Durch Änderung des Intervalls zwischen Vor- und Nachbehandlung des Impfstoffes von Null bis zu Tagen sowie der Stärke der Nachbehandlung kann die Virulenzabschwächung verschieden stark gemacht werden. Es ist also möglich, aus lebenden,, säurefesten Krankheitserregern einen Impfstoff darzustellen, welcher nach den allgemeinen Grundsätzen der Schutzimpfung mit lebendem, abgeschwächtem Virus angewendet werden kann und mit welchem der erkrankte Körper zur Bildung von Schutz-und Heilstoffen angeregt werden kann.
- Beispiele: i. a) i,i mg lebende Tuberkelbazillen in Aufschwemmung werden mit 4,8 ccm Tuberkuloseserum und 1,2 ccm frischem Meerschweinchenserum 24 Stunden bei 37' gehalten. Meerschweinchen, welche mit einem Sechstel der Aufschwemmung subkutan infiziert wurden, sterben nach 21/2 bis 3i/2 Monaten an allgemeiner Tuberkulose.
- b) 0,55 mg lebende' Tuberkelbazillen in Aufschwemmung werden mit 3 ccm Tuberkuloseserum 24 Stunden bei 37a gehalten und dann mit der gleichen Menge einer i ° /,o igen Lösung von Isooktylhydrocuprein bihydrochloricum versetzt. Nach 24 Stunden wird ein Drittel, also die gleiche Menge Tuberkelbazillen, wie oben, je einem Meerschweinchen subkutan injiziert. Die Tiere bleiben gesund. Nach r Monat ist die intrakutane Tuberkulinprobe schwach positiv und bleibt dies in den nächsten ö Monaten.
- Statt des Tuberkulosenserums kann beispielsweise auch Papayotin benutzt werden. 2. 4,5 mg lebende Tuberkelbazillen werden in Aufschwemmung mit 50 mg Papayotin 24 Stunden digeriert. Zwei mit 0,4 mg der so behandelten Tuberkelbazillen infizierte Meerschweinchen bekommen eine schwere innerhalb 5 Monaten letale Allgemeintuberkulose.
- Die mit Papayotin vorbehandelten Tuberkelbazillen werden dann mit einer Lösung von IsooktylhydrocupreIn bihydrochloricum im Verhältnis z : 2ooo 24 Stunden zusammengehalten. Die mit o,9 mg der so nachbehandelten Tuberkelbazillen infizierten Meerschweinchen bleiben am Leben; sie werden nachträglich zur Prüfung ihrer Immunität mit 2,8 mg Tuberkelbazillen infiziert und sind trotzdem nach nunmehr xo Monaten frei von Anzeichen der Tuberkulose.
- An Stelle von Isooktylhydrocuprein bihydrochloricum kann u. a. auch salzsaures g-aminoakridin verwendet werden.
- An die Stelle der Nachbehandlung mit chemischen Substanzen kann auch eine Nachbehandlung mit wenig eingreifenden, bei nicht vorbehandelten Bazillen unwirksamen physikalischen Schädigungen gesetzt werden.
- 3. Gleiche Mengen einer Tuberkelbazillenaufschwemmung werden a) mit 6 ccm Tuberkuloseserum, b) - 6 - normalem Pferdeserum 24 Stunden bei 37' gehalten. Dann wird das Serum durch Zentrifugieren ausgewaschen. Die Sedimente a und b werden mit physiologischer Kochsalzlösung aufgeschwemmt und beide gleichmäßig im Wasserbad 1/, Stunde bei 55' gehalten. Je drei Meerschweinchen werden darauf mit gleichen Mengen Tuberkelbazillen aus a und b subkutan infiziert. Gleichzeitig werden vier Meerschweinchen mit der gleichen Menge unbehandelter Tuberkelbazillen aus der Ausgangsaufschwemmung infiziert. Der Infektionsverlauf bei den mit Normalserum vorbehandelten und bei 55° nachbehandelten Tuberkelbazillen infizierten Meerschweinchen unterscheidet sich nicht von demjenigen der mit unbehandelten Tuberkelbazillen in gleicher Menge infizierten Kontrolltieren. Die Tuberkelbazillen jedoch, welche mit Immunserum vorbehandelt und bei 55° nachbehandelt wurden, rufen bei den Versuchstieren nur eine rudimentäre, rasch in Spontanheilung übergehende Infektion hervor. Die Tuberkulinreaktion dieser Tiere war 1o bis xoo Mal schwächer als bei den 55 °-Normalserum-Tieren. Durch die Vorbehandlung mit Immunserum sind also die Tuberkelbazillen der nachträglichen Einwirkung sonst für sie unwirksamer, physikalischer Schädigungen zugänglich gemacht worden.
Claims (1)
- PATENT-ANsPRUcH: Verfahren zur Herstellung eines Impfstoffes aus lebenden nativen oder mit Immunserum vorbehandelten säurefesten Bazillen, dadurch gekennzeichnet, daß die ersteren nach Vorbehandlung mit kleinen, eine Abtötung und Vernichtung der Virulenz ausschließenden Mengen von Fermenten ebenso wie die mit Immunserum vorbehandelten Bazillen der Einwirkung kleiner Mengen von Desinfizientien, wie Isooktylhydrocuprein bihydrochloricum oder salzsaurem g-Aminoakridin oder wenig eingreifender physikalischer Schädigungen ausgesetzt werden.
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