DE37503C - Verfahren zum Durchteufen der wasserreichen Schichten des blauen Thons und des Gypses beim Kalisalzbergbau - Google Patents
Verfahren zum Durchteufen der wasserreichen Schichten des blauen Thons und des Gypses beim KalisalzbergbauInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Will man das Durchteufen der im blauen
Thon und im Gyps auftretenden, mit mehr oder weniger salzigem Wasser gefüllten Schlotten
mittelst der Gefriermethode ausführen, so kommen zur gröfseren Sicherheit und um der
Bildung einer starken Frostmauer entgegenzukommen, wasserdichte Ballons in folgender
Weise zur Anwendung: Man führt einen unten geschlossenen schlauchartigen Ballon f
aus beliebigem festen, wasserdichten Stoff in die Schlotte, Fig. 2. Dieser Ballon wird so tief in
das Bohrloch hineingesenkt, dafs schliefslich nur noch sein Hals im Bohrloch sitzt, und füllt
man dann diesen Ballon mit einem seinem Inhalt entsprechenden Quantum fertig hergerichteten
Cement an, schneidet ihn nach 24 Stunden mittelst eines Flügelbohrers bei g,
Fig. 2, ab und zieht den Flügelbohrer und das zu seiner Einführung benutzte schwächere
Bohrrohr wieder heraus. Nach 14 Tagen ist der Cement im Ballon vollständig erhärtet und
man setzt nun die Abbohrung mittelst des Diamantbohrers fort, bis man beim Bohren
auf eine zweite, dritte u. s. w. Schlotte stöfst . und auf gleiche Weise verfährt.
Findet man durch Probenehmen und durch Anwendung irgend einer hierfür geeigneten
Operation, dafs man es mit einer fast unerschöpflichen hochprocentigen Salzsohlenquelle
zu thun hat, so ist die Einführung eines gröfseren, mit Cement zu füllenden wasserdichten
Ballons das Mittel, um die Wasser vorläufig abzudämmen.
Hat man auf diese Weise die Diamantbohrung bis in den höhlenfreien Anhydrit fortgesetzt
und hierdurch Aufschlufs über die abzustellenden Hindernisse erhalten, so beginnt man
die Herstellung der zum Gefrierprocefs nöthigen Bohrlöcher und führt dieselben in bekannter
Weise aus.
Nach Vollendung der Bohrlöcher wird der horizontale Durchschnitt einer durchbohrten
Schlotte ein Bild wie Fig. 3 ergeben. Die mit Cement gefüllten Ballons legen sich an
einander an und bilden einen fast wasserdichten Damm um den Schacht herum, so weit derselbe
in der Schlotte zu stehen kommt. Auch aus dem verticalen Durchschnitt Fig. 4 ist die
Lage der mit Cement gefüllten Gummiballons ersichtlich.
Als letzte Vorbereitungsarbeit bohrt man innerhalb der Schachtfigur das Bohrloch i,
Fig. 3 und 4, und versucht in bekannter Weise, die durch die mit. Cement gefüllten Ballons
abgeschlossenen Räume k der Schlotten ihres Inhaltes an Salzsohle zu entleeren oder dieselbe
zu verdünnen. Gelingt dies nicht, so füllt man den Raum/c mit fertig zubereitetem Cementbrei
durch das Bohrloch i aus.
Nach Vollendung dieser vorbereitenden Arbeiten werden die Gefrierröhren I in die Bohrlöcher
b, Fig. 5, gesetzt, mit Vertheilungs- und Sammelrohr verbunden und letztere durch
Steig- und Fallrohr mit den beiden Kälteerzeugungsmaschinen in Verbindung gesetzt,
worauf der Gefrierprocefs beginnt.
Da man es mit mehr oder weniger gesättigten Salzsohlen und mit Gyps zu thun hat, so wird
das Gebirge bis auf — 20 bis 300 C. erkältet,
weil bei diesen tiefen Temperaturen die Salzsohle in hinreichender Menge in Wasser und
concentrirte Lauge zersetzt wird und gefriert, aber auch weil bei — 300 C. und bei gröfserer
Kälte alle Körper, also auch Gyps, gleich viel strahlende Kälte abgeben, und endlich weil sich
bei dieser tiefen Temperatur das Gebirge so ausdehnt, dafs das anstehende Gebirge und die
Cementballons mit dem Eise eine geschlossene stabile Masse bilden. Nachdem diese tiefe
Temperatur binnen 7 bis 8 Wochen erreicht ist, kann das Abteufen des Schachtes fortgesetzt
werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Beim Durchteufen der wasserreichen Schichten' des blauen Thones und des Gypses beim Kalisalzbergbau, zur gröfseren Sicherheit und um der Bildung einer starken Frostmauer entgegenzukommen, die Anwendung von wasserdichten Ballons ff welche durch die Bohrlöcher b b in die Schlotten eingeführt und mit fertig hergerichtetem Cement ausgegossen werden, um so durch Anordnung von Ballon neben Ballon den Raum für den abzuteufenden Schacht von dem übrigen Inhalt der Schlotte vollständig gesichert abzutrennen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE37503C true DE37503C (de) |
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ID=313253
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT37503D Expired - Lifetime DE37503C (de) | Verfahren zum Durchteufen der wasserreichen Schichten des blauen Thons und des Gypses beim Kalisalzbergbau |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE37503C (de) |
-
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