DE3744692C2 - Siliciumnitridpulver und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Siliciumnitridpulver und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Siliciumnitridpulver, das als Ausgangsmaterial
für die Herstellung von Siliciumnitrid-
Sinterkörpern verwendet wird.
Ein Verfahren zur Herstellung von Siliciumnitrid-Sinterkörper,
bei dem ein Sinterhlfsmittel wie z. B. Y₂O₃, Al₂O₃
oder MgO, das an den Korngrenzen eine flüssige Phase
bildet, zu im Handel erhältlichem Siliciumnitridpulver als
Ausgangsmaterial hinzugegeben, die erhaltene Mischung zu
einer festgelegten Gestalt geformt und der erhaltene Formkörper
dann in einer Inertgasatmosphäre gebrannt wird, ist
bisher z. B. aus der JA-AS 58-49509 bekannt.
Solche Oxidzusätze sowie SiO₂, das ursprünglich in dem als
Ausgangsmaterial dienenden Siliciumnitrid enthalten ist
und als Sinterhilfsmittel wirkt, bilden während des Sinterns
in
der interkristallinen Phase Glas und sind wirksam für die Verdichtung
und die Bildung des Mikrogefüges. Das im Handel erhältliche
Siliciumnitridpulver, das als Ausgangsmaterial verwendet
wird, hat jedoch im allgemeinen einen Sauerstoffgehalt
von 1,2 bis 2,0 Masse-% (einen in den SiO₂-Gehalt umgerechneten
Sauerstoffgehalt von 2,2 bis 3,8 Masse-%) und zeigt auch einen
geringeren Sauerstoffgehalt und eine große Schwankung des Sauerstoffgehalts
von Partie zu Partie, so daß oft Siliciumnitrid-
Sinterkörper erhalten werden, die im allgemeinen eine
schlechte Oxidationsbeständigkeit haben.
Aus der DE-A 30 39 827 ist ein Verfahren zur Herstellung eines
Schneidwerkzeuges auf der Basis von Siliciumnitrid bekannt,
wobei eine Basissubstanz aus kristallinem Siliciumnitrid, eine
zweite Substanz aus Yttriumoxid, Magnesiumoxid, Ceroxid oder
Zirkoniumoxid und eine dritte Substanz aus Aluminiumoxid,
Wolframcarbid, Wolframsilicit, Wolfram oder Titancarbid
miteinander vermischt werden. Eine verwendete Mischung enthält
3,0 Masse-% SiO, wobei 2,1 Masse-% von vornherein im
Siliciumnitridpulver vorhanden war und 0,9 Masse-% infolge der
Herstellung der Mischung durch Abrieb in der Kugelmühle
hinzugefügt wurden. Bei einer Zufuhr von weiteren 3,75 Masse-%
SiO₂ wurde festgestellt, daß sich dies nachteilig auf die
Verdichtung nach dem Sintern auswirkt. Die Anwesenheit an
gesamtem SiO₂ wird daher in der DE-A-30 39 827 auf 4,5 Masse-%
begrenzt. Bei der Herstellung der Ausgangsmischung wird
zunächst in einer Kugelmühle mit Aceton naßpulverisiert, und
dann wird das Siliciumnitridpulver nach Erreichen einer
gewünschten Partikelgröße getrocknet, indem der Inhalt der
Kugelmühle erwärmt wird, um das Aceton zu verdampfen.
Die GB-PS 14 96 305 beschreibt hochdichte Si₃N₄-Sinterkörper,
die nicht mehr als 10 Masse-% einer Mischung von mindestens
zwei Metalloxiden, ausgewählt aus BeO, MgO und SrO, enthält. Im
Rahmen der GB-PS 14 96 305 durchgeführte Vergleichsversuche
zeigen, daß die Sinterkörper durch weiteren Zusatz von 5 Masse-
% SiO₂-Pulver zwar hohe Dichte, aber ungenügende Festigkeit und
thermische Resistenz aufweisen.
In der DE-A 29 37 740 sind polykristalline Si₃N₄-Sinterkörper
beschrieben, die 2 bis 4 Masse-% SiO₂ und eine kritische Menge
an Y₂O₃ (3 bis 13 Masse-%) enthalten, um Oxidationsbeständigkeit
und Bruchfestigkeit zu erzielen. Zur Herstellung
dieser Sinterkörper wird die Ausgangsmischung aus Si₃N₄, SiO₂
und Y₂O₃ aufgeschlämmt, getrocknet und gesintert.
Seit kurzem herrscht eine starke Nachfrage nach Siliciumnitrid-
Sinterkörpern, die sowohl bezüglich der Oxidationsbeständigkeit
als auch bezüglich der Warm- bzw. Hochtemperaturfestigkeit
zufriedenstellend sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
Siliciumnitridpulver,
die als Ausgangsmaterial für die Herstellung eines
Siliciumnitrid-Sinterkörpers
mit hoher Oxidationsbeständigkeit und Warmfestigkeit
dienen können, bereitzustellen.
Das erfindungsgemäße Siliciumnitridpulver, das als Ausgangsmaterial
für die Herstellung des erfindungsgemäßen Siliciumnitrid-
Sinterkörpers verwendet wird,
ist gekennzeichnet durch einen in den SiO₂-Gehalt umgerechneten
Sauerstoffgehalt von
4,5 bis 7,5 Masse-% SiO₂, wobei
der Sauerstoff in Form von SiO₂-Schichten enthalten ist.
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung eines
Siliciumnitridpulvers nach Anspruch 2.
Bei Fig. 1 und 2 handelt es sich jeweils um ein Flußdiagramm
des Verfahrens zur Herstellung von Siliciumnitrid-
Sinterkörpern.
Im Rahmen der Erfindung wird ein Siliciumnitridpulver, das so
eingestellt wird, daß es einen in dem oben festgelegten Bereich
liegenden Sauerstoffgehalt hat, verwendet, um einen Siliciumnitrid-
Sinterkörper mit einem relativ hohen Sauerstoffgehalt
herzustellen, wodurch eine hohe Oxidationsbeständigkeit und
Warmfestigkeit erhalten werden können. Im allgemeinen verbessert
sich die Oxidationsbeständigkeit, wenn der Sauerstoffgehalt
in dem Sinterkörper groß wird, jedoch ist die Warmfestigkeit
des erhaltenen Sinterhörpers nicht sehr hoch, wenn der
Sauerstoffgehalt zu groß ist, weil die interkristalline Phase
nicht kristallisiert. Infolgedessen wird das Siliciumnitridpulver
im Rahmen der Erfindung so eingestellt, daß es vor dem
Formen und Brennen einen in den SiO₂-Gehalt umgerechneten Sauerstoffgehalt
von 4,5 bis 7,5 Masse-% hat, wodurch ein Siliciumnitrid-
Sinterkörper erhalten wird, der ein Molverhältnis
von in dem Sinterkörper enthaltenen Metallionen (M) (mit Ausnahme
von Si) zu Sauerstoffionen (O) hat, das in dem Bereich
von M : O = 1 : 2 bis 1 : 3 liegt. Hierbei wird der Sauerstoffgehalt
in dem erfindungsgemäßen Siliciumnitridpulver durch den SiO₂-
Gehalt ausgedrückt, weil es in Anbetracht der Mengen des Sinterhilfsmittels
und der Verunreinigungen schwierig ist, tatsächlich
den Sauerstoffgehalt allein festzulegen.
Der in den SiO₂-Gehalt umgerechnete Sauerstoffgehalt des Siliciumnitridpulvers
ist auf den Bereich von 4,5 bis 7,5 Masse-%
eingeschränkt, weil die intergranulare Kristallphase leicht
oxidiert werden kann, wenn der Sauerstoffgehalt weniger als
4,5% beträgt, während die Glasphase an den Korngrenzen nicht
kristallisiert, wodurch die Warmfestigkeit vermindert wird,
wenn er 7,5% überschreitet.
Um den Sauerstoffgehalt des als Ausgangsmaterial verwendeten
Siliciumnitridpulvers größer zu machen als der Sauerstoffgehalt
des handelsüblichen Ausgangsmaterialpulvers, d. h. um einen
in den SiO₂-Gehalt umgerechneten Sauerstoffgehalt von 4,5
bis 7,5 Masse-% zu erhalten, wird das als Ausgangsmaterial dienende
Siliciumnitridpulver vorzugsweise einem Kalzinierprozeß
unter festgelegten Bedingungen oder einem Aufschlämmungs-
Erhitzungsprozeß, wie sie nachstehend erläutert werden, unterzogen.
Die Erhöhng des Sauerstoffgehalts des Siliciumnitridpulvers
im Zustand eines Pulvers oder einer Aufschlämmung hat
den Zweck, einen Sinterkörper mit einer gleichmäßigen Verteilung
des Sauerstoffgehalts herzustellen. Es wird zwar angenommen,
daß der Sauerstoffgehalt eines aus handelsüblichem Siliciumnitridpulver
erhaltenen Formkörpers durch Kalzinieren des
Formkörpers erhöht wird, jedoch wird in diesem Fall nur die
Oberfläche des Formkörpers oxidiert, während das Innere des
Formkörpers nicht vollständig oxidiert wird. Wenn andererseits
das Siliciumnitridpulver durch den Kalzinierprozeß oder den
Aufschlämmungs-Erhitzungsprozeß oxidiert wird, werden das Diffundieren
und das Dispergieren von Luft oder Wasser vollständig
durchgeführt, so daß eine gleichmäßige Oxidationsreaktion
fortschreitet und durch die nachfolgenden Schritte ein gleichmäßiger
Formkörper und Sinterkörper erhalten werden können.
Um die Oxidationsbeständigkeit durch die Erhöhung des Sauerstoffgehalts
zu verbessern, könnte die Zugabe von SiO₂-Pulver
zu dem als Ausgangsmaterial verwendeten Siliciumnitridpulver
in Betracht gezogen werden. In diesem Fall kann das als Ausgangsmaterial
verwendete Siliciumnitridpulver jedoch nicht gut
mit SiO₂-Pulver vermischt werden, weil SiO₂-Pulver eine
schlechte Dispergierbarkeit hat und leicht agglomerieren kann.
Wenn andererseits der Sauerstoffgehalt durch den Kalzinierprozeß
oder den Aufschlämmungs-Erhitzungsprozeß erhöht wird, werden
in dem als Ausgangsmaterial verwendeten Siliciumnitridpulver
SiO₂-Schichten gebildet, so daß die Dispergierbarkeit von
SiO₂ gut ist.
Das erfindungsgemäße Siliciumnitridpulver wird im Rahmen des Gesamtverfahrens zur Herstellung eines
Siliciumnitrid-Sinterkörpers folgendermaßen
hergestellt. Zunächst wird das handelsübliche Siliciumnitridpulver
so eingestellt, daß es einen SiO₂-Gehalt von
4,5 bis 7,5 Masse-% hat, und dann mit einem Y als wesentlichen
Bestandteil enthaltenden Sinterhilfsmittel, d. h. mit Y₂O₃,
vermischt. Eine solche Einstellung des Siliciumnitridpulvers
wird durchgeführt, indem das handelsübliche Siliciumnitridpulver
vor oder nach der Zugabe des Sinterhilfsmittels für eine
festgelegte Zeit bei einer Temperatur von 800 bis 1200°C kalziniert
wird oder indem eine Aufschlämmung des handelsüblichen
Siliciumnitridpulvers vor oder nach der Zugabe des Sinterhilfsmittels
für eine Zeit von 6 Stunden bis 1 Tag bei einer Temperatur
von 50 bis 50°C erhitzt wird. Das Vermischen des
eingestellten Siliciumnitridpulvers mit dem Sinterhilfsmittel
wird vorzugsweise unter Anwendung einer Naß-Reibmühle, Kugelmühle,
Schwingmühle od. dgl. durchgeführt.
Die Kalziniertemperatur ist im Rahmen der Erfindung auf 800
bis 1200°C eingeschränkt, weil das Ausgangsmaterialpulver
nicht oxidiert wird und der festgelegte Sauerstoffgehalt nicht
erzielt werden kann, wenn die Temperatur unter 800°C liegt,
während das Ausgangsmaterialpulver in sehr hohem Maße oxidiert
wird und der festgelegte Sauerstoffgehalt ebenfalls nicht erzielt
werden kann, wenn sie 1200°C überschreitet. Andererseits
ist die Erhitzungstemperatur auf 50 bis 150°C eingeschränkt,
weil die Oxidationsreaktion nicht bewirkt wird,
wenn die Temperatur unter 50°C liegt, während die Aufschlämmung
getrocknet und keine Reaktion bewirkt wird, wenn die Temperatur
über 150°C liegt.
Die erhaltene pulverförmige Mischung wird dann beispielsweise
durch ein Sprühverfahren getrocknet und danach beispielsweise
durch ein Gummipressenverfahren oder ein Spritzgußverfahren zu
einem gewünschten Formkörper geformt. Der erhaltene Formkörper
wird dann bei einer erhöhten Temperatur, vorzugsweise bei 1650
bis 1800°C, gebrannt, wodurch ein Siliciumnitrid-Sinterkörper
mit einer hohen Oxidationsbetändigkeit und Warmfestigkeit
erhalten wird. Folglich können dadurch, daß man von dem eingestellten
Siliciumnitridpulver ausgeht, das die festgelegte
SiO₂-Menge enthält, Siliciumnitrid-Sinterkörper mit einer
hohen Oxidationsbeständigkeit und Warmfestigkeit erhalten werden,
bei denen das Molverhältnis von in dem Sinterkörper enthaltenen
Metallionen (M) (mit Ausnahme von Si) zu Sauerstoffionen
(O) in dem Bereich von M : O = 1 : 2 bis 1 : 3 liegt und in
denen im wesentlichen keine Kristalle der Form YSiO₂N, die
die Oxidationsbeständigkeit in beträchtlichem Maße verschlechtert
und durch das Röntgenbeugungsbild gemäß JCPDS Card 31-
1462 identifiziert wird, enthalten sind.
Es ist ferner vorteilhaft, wenn zu dem Sinterhilfsmittel, das
als wesentlichen Betandteil Y enthält, außerdem Mg oder
Mg + Ce hinzugegeben werden, weil die Zugabe von Mg das Brennen
des Formkörpers erleichtert und die Zugabe von Mg + Ce das
Brennen des Formkörpers in noch höherem Maße erleichtert.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert.
Ein Siliciumnitrid-Sinterkörper wurde gemäß dem in Fig. 1 gezeigten
Flußdiagramm hergestellt.
Zunächst wurde ein handelsübliches Siliciumnitridpulver unter
den in Tabelle 1 gezeigten Bedingungen kalziniert, um seinen
Sauerstoffgehalt zu erhöhen, und es wurde dann zusammen mit
einem Sinterhilfsmittel, das Y als wesentlichen Bestandteil
und ggf. geeignete Mengen von Mg oder Mg + Ce enthielt, in einer
Naß-Reibmüle pulverisiert, wobei eine pulverförmige Mischung
mit der in Tabelle 1 gezeigten chemischen Zusammensetzung
erhalten wurde. Die erhaltene pulverförmige Mischung wurde
dann durch ein Sprühverfahren getrocknet und durch ein Gummipressenverfahren
zu einem quaderförmigen Formkörper (60 mm×
60 mm×7 mm) geformt. Danach wurde der erhaltene Formkörper
in einer N₂-Gas-Atmosphäre bei 1750°C gebrannt, wodurch ein
Siliciumnitrid-Sinterkörper erhalten wurde.
Bei dem erhaltenen Siliciumnitrid-Sinterkörper wurden das Molverhältnis
der von Si verschiedenen Metallionen zu den Sauerstoffionen,
der SiO₂-Gehalt in dem Sinterkörper und die Vierpunkt-
Biegefestigkeit bei 1200°C (durch das Verfahren gemäß
JIS R-1601 zur Prüfung der Biegefestigkeit feinkeramischer Erzeugnisse)
gemessen und wurde zur Untersuchung der Oxidationsbeständigkeit
geprüft, ob nach 100 h dauerndem Aufbewahren bei
800°C Bruchstellen vorhanden waren, wobei die in Tabelle 1
gezeigten Ergebnisse erhalten wurden. In der Spalte "Oxidationsbeständigkeit"
von Tabelle 1 bedeutet das Symbol ○, daß
nach 100 h dauerndem Aufbewahren bei 800°C keine Bruchstellen
vorhanden waren, während das Symbol × bedeutet, daß während
des Aufbewahrens bei 800°C innerhalb von 100 h Bruchstellen
auftraten.
Wie aus den Ergebnissen von Tabelle 1 hervorgeht, haben alle
erfindungsgemäßen Sinterkörper eine hohe Oxidationsbeständigkeit
und Warmfestigkeit, während die Sinterkörper, die auch
nur eine der im Rahmen der Erfindung definierten Bedingungen
nicht erfüllen, entweder nicht oxidationsbeständig oder nicht
warmfest sind.
Ein Siliciumnitrid-Sinterkörper wurde gemäß dem in Fig. 2 gezeigten
Flußdiagramm hergestellt.
Zunächst wurde ein handelsübliches Siliciumnitridpulver zusammen
mit einem Sinterhilfsmittel, das Y als wesentlichen Bestandteil
und geeignete Mengen von Mg + Ce enthielt, in einer
Naß-Reibmühle pulverisiert, um eine Aufschlämmung zu bilden,
die für eine festgelegte Zeit (Wasserbehandlung der Aufschlämmung)
bei der in Tabelle 2 gezeigten Temperatur gehalten
wurde, wobei eine pulverförmige Mischung im Zustand einer Aufschlämmung
mit der in Tabelle 2 gezeigten chemischen Zusammensetzung
erhalten wurde. Die pulverförmige Mischung wurde dann
durch ein Sprühverfahren getrocknet und durch ein Gummipressenverfahren
zu einem quaderförmigen Formkörper (60 mm×60 mm
×7 mm) geformt. Danach wurde der Formkörper in einer N₂-Atmosphäre
bei 1750°C gebrannt, wodurch ein Siliciumnitrid-Sinterkörper
erhalten wurde.
Bei dem erhaltenen Siliciumnitrid-Sinterkörper wurden in der
in Beispiel 1 beschriebenen Weise das Molverhältnis von Metallionen
zu Sauerstoffionen, der SiO₂-Gehalt und die Vierpunkt-
Biegefestigkeit gemessen und die Oxidationsbeständigkeit
geprüft, wobei die in Tabelle 2 gezeigten Ergebnisse erhalten
wurden.
Wie aus den Ergebnissen von Tabelle 2 hervorgeht, haben alle
erfindungsgemäßen Sinterkörper eine hohe Oxidationsbeständigkeit
und Warmfestigkeit, während die Sinterkörper, die auch
nur eine der im Rahmen der Erfindung definierten Bedingungen
nicht erfüllen, nicht oxidationsbeständig sind.
Wie es vorstehend erwähnt wurde, wird Siliciumnitridpulver im
Rahmen der Erfindung so eingestellt, daß es einen Sauerstoffgehalt
hat, der größer ist als der Sauerstoffgehalt des üblicherweise
als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Siliciumnitrid-
Sinterkörpern eingesetzten Pulvers, so daß von einem
in solcher Weise eingestellten Siliciumnitridpulver ausgehend
Siliciumnitrid-Sinterkörper mit hoher Oxidationsbeständigkeit
und Warmfestigkeit erhalten werden können.
Claims (2)
1. Siliciumnitridpulver, gekennzeichnet durch einen in den
SiO₂-Gehalt umgerechneten Sauerstoffgehalt von 4,5 bis 7,5
Masse-%, wobei der Sauerstoff in Form von SiO₂-Schichten enthalten
ist.
2. Verfahren zur Herstellung eines Siliciumnitridpulvers,
in dem eine pulverförmige Mischung aus einem als Ausgangsmaterial
dienenden Siliciumnitrid und einem Yttrium (Y), ggf. Magnesium
(M) oder Magnesium und Cer (Ce) enthaltenden Sinterhilfsmittel
hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß man
das als Ausgangsmaterial dienende Siliciumnitridpulver bei
einer Temperatur von 800 bis 1200°C an der Luft calciniert,
zusammen mit dem Sinterhilfsmittel naßpulverisiert und anschließend
trocknet oder das Siliciumnitridpulver zusammen mit
dem Sinterhilfsmittel zur Bildung einer Aufschlämmung naßpulverisiert,
die Aufschlämmung bei einer Temperatur von 50 bis
150°C für eine Zeit von 6 bis 24 Stunden erhitzt und anschließend
trocknet, wobei ein Siliciumnitridpulver mit einem in den
SiO₂-Gehalt umgerechneten Sauerstoffgehalt von 4,5 bis 7,5
Masse-% erhalten wird.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP61068287A JPS62241876A (ja) | 1986-03-28 | 1986-03-28 | 窒化珪素焼結体の製造法 |
| JP61068288A JPS62241813A (ja) | 1986-03-28 | 1986-03-28 | 窒化珪素粉末の調整法 |
| DE19873709137 DE3709137A1 (de) | 1986-03-28 | 1987-03-20 | Siliciumnitrid-sinterkoerper, verfahren zu ihrer herstellung und siliciumnitridpulver |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3744692C2 true DE3744692C2 (de) | 1995-03-09 |
Family
ID=27195647
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3744692A Expired - Fee Related DE3744692C2 (de) | 1986-03-28 | 1987-03-20 | Siliciumnitridpulver und Verfahren zu seiner Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE3744692C2 (de) |
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- 1987-03-20 DE DE3744692A patent/DE3744692C2/de not_active Expired - Fee Related
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