DE367381C - Verfahren zur ununterbrochenen Destillation von Zink aus einer Mischung von Zinkerz und Kohlenstoff - Google Patents
Verfahren zur ununterbrochenen Destillation von Zink aus einer Mischung von Zinkerz und KohlenstoffInfo
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Description
- Verfahren zur ununterbrochenen Destillation von Zink aus einer Mischung von Zinkerz und Kohlenstoff. Die übliche Zinkgewinnung geht in der Weise vor sich, daß :die Zinkerze mit Kohlenstoffteilchen, sogenanntem Zinder, gemischt einer Destillation in Muffeln nach Art der Gasretorten unterworfen werden. Nun zeigt sich, daß bei den bisher hierzu verwendeten Muffeln, die aus feuerfestem Ton. bestehen, starke Anschlackungen stattfinden, ebenso wie die Muffeln leicht und oft platzen. Durch diese störenden Nebenerscheinungen wird nicht nur die Zinkdestillation verlustreich, sondern das Auswechseln .der beschädigten Muffeln bedeutet einen beträchtlichen Aufwand an Zeit und Kosten. Die gerügten Erscheinungen sind so stark, daß sie beim Bau und Betrieb einer derartigen Anlage einen vor allem zu=berücksichtigenden Faktor .darstellen.
- Nach der Erfindung werden diese Übel- stände dadurch vermieden, daß .die Beschickung der Muffeln, d. h. die Mischung von Erz und Zinder von .der unmittelbaren Berührung mit den Wandungen durch eine Schicht Kohlenstoff, d. h. reinen Zinders, ferngehalten, also gewissermaßen eingehüllt wird. Diese als Isolierschicht zu bezeichnende Hülle erfüllt nicht nur die Aufgabe, die Zinkerze an :der unmittelbaren Berührung mit der Wand zu hindern, worauf vor allem die Anschlackungen zurückzuführen sind, sondern bewirkt auch, daß die Feuergase, die durch Diffusion in den Destillationsraum übertreten, nur in reduzierend wirkender Beschaffenheit mit den Destillationserzeugnissen zusammentreffen, so daß eine Oxydation der Zinkdämpfe, die sowohl :durch Wasserdampf als auch durch Kohlensäure erfolgen kann, verhindert wird. Im Rahmen dieses Leitgedankens empfiehlt es sich wiederum, statt des bisher verwendeten tongebundenen Materials für die Muffeln kalkgebundenes, sogenanntes Dinasmaterial zu verwenden, das einmal höhere Temperaturen verträgt und selbst auch erheblich weniger der Verschlackung zuneigt.
- Unter Zugrundelegung der sogenannten stetigen, d. h. ununterbrochenen Destillation, wie diese an sich schon erfolgreich für die Zinkdestillation zur Anwendung gebracht ist, wird dieser Gedanke -wie folgt zur Ausführung gebracht: Durch stetige Zuführung von unvermischtem Zinder in einenden Fülltrichter für die eigentliche Beschickung umgebenden zweiten Trichter wird mit ,dem stetigen Vorrücken der Beschickungssäule ein sich über die ganze Höhe der Retorte fortsetzender und stetig erneuernder Mantel gebildet. Es ist bei :der Reduktion von Erzen in tiegelartigen Behältern schon bekannt, die Wände :des Behälters ganz oder teilweise mit einer Schicht pulverförmigen oder stückigen Stoffes, wie z. B. Kohle, auszufüttern, der weder mit dem gewonnenen :Metalle noch mit dem Material des Behälters zusammensintert zum Zwecke, nach beendeter Reduktion. das Metall ohne Beschädigung des Behälters entfernen ztt können. Für stehende Retorten zur Destillation von Zink :ist :die Verwendung einer solchen Schutzschicht bislang nicht vorgeschlagen.
- In der Zeichnung ist eine zur Durchführung der angedeuteten Arbeitsweise geeignete Anlage in Abb. i und 2 in schematisch gehaltenen Schnitten wiedergegeben.
- Die senkrechte Retorte a kann. eine der von der Olschieferdestillation oder der stetigen Gaserzeugung her bekannte Form besitzen und wird z. B. zweckmäßig aus feuerfesten Steinen im Mauerverband aufgebaut. Am Boden der Retorte a ist eine Entleeerungs-oder Räumvorrichtung b in irgendeiner bekannten oder den besonderen. Eigenschaften des Rückstandes entsprechenden Ausbildung angebracht. Am oberen Ende der Retorte ist der Einfülltrichter c vorgesehen, durch -den die eigentliche Beschickung zugeführt wird, während dieser Trichter c von einem zweiten Trichter d umgeben ist, in dem sich nur Kohlenstoffteilchen, d. h. reiner Zinder, befinden. Mit dem Niedergehen der Beschickungssäule -bildet sich dann gleichmäßig ein die !eigentliche Beschickung einhüllender und von der Wand der Retorte a isolierender Mantel e aus. Die Beheizung der Retorte kann ebenfalls in einer der für die bisherigen, stetig :betriebenen Retorten erprobten Weise erfolgen, beispielsweise in Gestalt -der sogenannten Zonenbeheizung, indem durch Trennwände f der Höhe nach einzelne Zonen geschaffen werden, die gesondert eingestellt und beherrscht werden können. Während man aber bei :der Gaserzeugung diese Zonenbeheizung nach ganz besonderen Gesichtswinkeln führt, beispielsweise die Einfüllstelle der Kohle besonders stark beheizt und die Beheizung von oben nach unten abnehmen läßt, wird hier die Einstellung der Zonen so eingeregelt, daß der Druck inner- und außerhalb der Retorte praktisch gleich ist, so daß :ein Überwechseln von Gasen durch die Retortenwand hindurch nach Möglichkeit vermieden wird. Das Abziehender Destillationserzeugnisse erfolgt zweckmäßig an einer Stelle der Retorte, wo ein Niederschlagen ausgeschlossen ist, etwa bei g. Die sich entwickelten Destillationsgase werden hier gesammelt, abgeführt und der weiteren Behandlung unterworfen. Da :die Kohlenoxydgase Zinkdämpfe mitführen, die sich teilweise als Zink in flüssiger oder fester Form niederschlagen., werden die Gase von den Metallteilen gereinigt und der Retorte wieder zugeführt, und zwar wird ein Teil zur Beheizung benutzt; die übrigen Gase können wieder in die Retorte eingeführt werden.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRucH Verfahren zur ununterbrochenen Destillation von Zink aus einer Mischung von Zinkerz und Kohlenstoff, sogenanntem Zinder, dadurch gekennzeichnet, ,daß .durch stetige Zuführung von unvermischtem Zinder in einem den Fülltrichter (c) für :die Beschickung umgebenden zweiten Trichter (d) ein sich über die ganze Höhe .der Retorte fortsetzender und stetig erneuernder Mantel gebildet wird.
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| DE367381C true DE367381C (de) | 1923-01-20 |
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