DE36705C - Neuerung bei der Darstellung des durch Patent Nr. 10232 geschützten Sprengmittels - Google Patents

Neuerung bei der Darstellung des durch Patent Nr. 10232 geschützten Sprengmittels

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DE36705C
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Application number
DENDAT36705D
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J. ENGELS in Kalk bei Deutz
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B25/00Compositions containing a nitrated organic compound
    • C06B25/10Compositions containing a nitrated organic compound the compound being nitroglycerine
    • C06B25/12Compositions containing a nitrated organic compound the compound being nitroglycerine with other nitrated organic compounds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Zusatz zum Patent No. 10232 vom 28. November 1879.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 16. October 1885 ab. Längste Dauer: 27. November 1894.
Gegenstand der Erfindung ist die eigenthümliche Zusammensetzung und Fabrikation eines stark wirkenden und schiebenden Sprengmittels, welches bei der Explosion total in Gase verwandelt wird und keinen Rückstand hinterläfst. Das neue Sprengmittel explodirt mit Anwendung eines schwach geladenen Zündhütchens und ohne jede. Entwickelung gesundheitsschädlicher Gase.
Die frühere Zusammensetzung ist nach dem Patente No. 10232:
18 bis 28 Gewichtstheile Pyroxylin, 55-44 - Nitroglycerin,
5-10 - Pyropapier,
20-16 - Nitrostärke,
ι - Nitromannit,
ι . .- Wasserglas.
Die neue Zusammensetzung ist: 5 bis 10 Gewichtstheile Pyroxylin,
1 5,5 -
0,5 -0,5
60
18
- IO
Nitroglycerin, Pyropapier, Nitrostärke, Nitromannit, Wasserglas, Salpeter.
Die Fabrikation der angegebenen einzelnen Bestandteile geschieht folgendermafsen:
Die Cellulose (Zellstoff, Holzfaser, Baumwolle, C6 H10 O5) zur Fabrikation von Schiefsbaumwolle (Pyroxylin) wird mit einer 5proc. Sodalösung oder mit einer Pottaschelösung von 1,02 spec. Gew. entfettet und nach vollständiger Trocknung nitrirt, indem auf 1 Gewichtstheil Cellulose 8 Gewichtstheile Salpetersäure von ι ,424 spec. Gew. und 16 Gewichtstheile Schwefelsäure von 1,833 spec. Gew. genommen, entsäuert und im Verhältnifs 5 bis 10 Gewichtstheile des Pyroxylins verwendet werden.
Das Pyropapier wird in der Weise dargestellt, dais man sehr feines, ungeleimtes Papier in möglichst kleine Portionen zerkleinert. Darauf wird das Papier mit einer Pottaschelösung gekocht und entfettet. Zu diesem Zwecke gelangt das Papier in einen Kessel unter Druck von 7 bis 10 Atmosphären. In diesem Kessel befindet sich eine Lösung von Kupferoxydammoniak. Je nach dem Zersetzungsvorgange braucht man 2 bis 6 Stunden. Dann bringt man dasselbe in einen anderen luftdicht verschlossenen Kessel ebenfalls unter einem Druck von 5 bis 7 Atniosphären. Dieser Kessel enthält eine 5 proc. Sodalösung oder eine Pottaschelösung von 1,02 spec. Gew. Das Papier bleibt so lange unter diesem Druck in der siedenden alkalischen Lösung, bis dasselbe vollständig entfettet ist, indem dasselbe nach und nach ein specifisches Gewicht von 1,52 annimmt. Darauf wäscht man mehrere Male mit verdünnter Schwefelsäure und Wasser aus, bis dasselbe in reine Holzfaser umgewandelt ist, d. h. bis sich das Papier als reine, weifse Flocken in einem Gefäfs, welches mit Wasser gefüllt ist, niedergeschlagen hat. Das so merzerisirte Papier wird ganz trocken nitrirt. Auf
j Gewichtstheil merzerisirtes Papier rechnet man 7 Gewichtstheile Salpetersäure von 1,424 spec. Gewicht und 20 Gewichtstheile Schwefelsäure von 1,833 spec. Gew. Das auf 50 G. abgekühlte Gemisch läfst man 20 bis 24 Stunden lang stehen. Es soll nicht über 7 bis 8° C. hinaus sich erhitzen. Dann nimmt man das nitrirte Papier (Pyropapier genannt) entsäuert heraus, schleudert gut aus und läfst es auf einer Blechplatte oder in einem Gefäfs, welches von heifsem Wasser von 70 bis 8o° C. umgeben ist, trocknen. Das Pyropapier wird mit. dem Nitroglycerin im Verhältnifs von 15,5 bis 18 Gewichtstheilen (15,5 bis 18 Gewichtstheile Pyropapier auf 60 bis 70 Gewichtstheile Nitroglycerin) vereinigt, indem beide Stoffe auf 65 bis 750 C. erwärmt werden.
Nitrostärke oder Nitromannit wird fabricirt, indem Stärke oder Mannit mit 2 Gewichtstheilen Salpeter in einem Kessel, welcher von siedendem Wasser umgeben ist, 4 bis 5 Stunden lang gekocht und bei 50 bis 6o° C. getrocknet wird, oder 1 Gewichtstheil Stärke oder Mannit wird nach vollständiger Zerkleinerung in sehr kleinen Portionen unter stetem starken Umrühren bei einer Temperatur von 80 bis 900 C. langsam mit 1 Gewichtstheil Glycerin in innige Berührung gebracht bezw. gemischt. Nach dem Erkalten wird nitrirt, indem auf ι Gewichtstheil Stärke oder Mannit 3 Gewichtstheile Salpetersäure von 1,52 spec. Gew. und 5 Gewichtstheile Schwefelsäure von 1,833 spec. Gewicht genommen werden, und darauf entsäuert.
Alsdann wird Pyroxylin, Nitroglycerin, Pyropapier, Nitrostärke und Nitromannit in angegebener Weise (Pyroxylin 5 bis 10 Gewichtstheile, Nitroglycerin 60 bis 70 Gewichtstheile, Pyropapier 15,5 bis 18 Gewichtstheile, Nitrostärke 0^5 Gewichtstheile und Nitromannit 0,5 bis ι Gewichtstheil) sorgfältig gemischt und 0,5 Gewichtstheile Nitrobenzol hinzugesetzt, wodurch die Nitroverbindungen zu einer festen Masse sich vereinigen, was immer eine Zeitdauer von 5 bis ι ο Tagen in Anspruch nimmt; oder Pyroxylin, Nitrostärke und Nitromannit werden sorgfältig gemischt und mit 0,5 Gewichtstheilen Nitrobenzol überschüttet und alles tüchtig durchgearbeitet. Sobald diese Masse fest geworden ist,, setzt man das pyropapierhaltige Nitroglycerin (15,5 bis 18 Gewichtstheile Pyropapier auf 60 bis 70 Gewichtstheile Nitroglycerin) zu. Hiernach fügt man noch 8 bis 10 Gewichtstheile Salpeter, 10 bis 30 Gewichtstheile Ammoniaksalze (NHJ N O3 oder (NHJ 2S O4 oder έ Cl und 0,5 Gewichtstheile Wasserglas hinzu und arbeitet abermals alles gehörig durch einander. Nach Vereinigung aller Bestandteile bildet die Mischung eine braune, plastische Masse, welche selbst in der gröfsten Kälte nicht gefriert. Diese braune, plastische Masse wird in Patronenpressen gebracht, in deren Stempel eine Nadel von Horn befestigt ist, welche in der Patrone eine Höhlung zur Aufnahme des Zünders bildet. Die auf diese Weise fabricirten Patronen werden durch Collodirung, Paraffinirung, Harzung oder dergleichen luftdicht verschlossen und wie Lithofracteur oder Dynamit verpackt. Kurz vor dem Gebrauch wird die Collodium-, Paraffin-, oder Harz-Hülle oder dergleichen, dort, wo sie zur Verwendung kommt, an den Zündöffnungen durchgedrückt, und in die Höhlung aus weicher Schiefsbaumwolle bestehende, mit chlorsaurem Kali und Bleieisencyanür imprägnirte Zündschnur eingezogen und am oberen Ende ein Bickford'scher Zünder befestigt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Bei der Darstellung des durch Patent No. 10232 geschützten Sprengmittels ein Zusatz von 8 bis 10 Gewichtstheilen Salpeter und von 10 bis 30 Gewichtstheilen Ammoniumnitrat, -Sulfat oder -Chlorid zu den unter Zuhülfenahme eines Nitrokohlenwässerstoffes, wie Nitrobenzol, Nitrotoluol, Nitronaphtalin, Nitrophenol, gemischten Bestandteilen des durch genanntes Patent geschützten Sprengmittels.
DENDAT36705D Neuerung bei der Darstellung des durch Patent Nr. 10232 geschützten Sprengmittels Expired - Lifetime DE36705C (de)

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