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Steuerung für Anlagen zum Abfüllen von Flüssigkeiten, insbesondere
feuergefährlichen Flüssigkeiten, mittels eines Preßschutzgases. Es sind durch dass
Hauptpatent 293637 Anlagen zum Abfüllen feuergefährlicher Flüssigkeiten mittels
eines neutralen Druckgases bekanntgeworden, [bei denen anstatt eines Hahnes zum
Abzapfen der Flüssigkeiten eine kolbenartige Steuerung im Zapfventilgehäuse verwendet
wird, die einmal die Aufgabe hat, das neutrale Druckgas von dem Lagerbehälter abzusperren,
wenn nicht mehr gezapft wird und der die weitere Aufgabe obliegt, in dieser Zeit
auch die Förderleitung mit dem Hohlraum des Lagerbehälters durch die Gaseu;fuhrleitung
zu verbinden, so daß sich die Förderleiturng von :Flüssigkeit entleert, dagegen
mit .Schutzgas erfüllt. Bei solchen Kolbenventilsteuerungen hat sich nun sm Betrieb
ergeben, daß ,das an der Steuerungs-stange befindliche Gasventil für die Abstellung
des neutralen Druckgases manchmal durch eingeklemmte Fremdkörper nicht vollständig
schließt, so daß -doch noch in der Ruhe Schutzgas dem Lagerbehälter bat zuströmen
können. Außerdem aber war die Bedienung der Handstange zum Verschieben des Ventils
und der :Steuerungen namentlich ,dann unpraktisch, wenn es sich um Zapfstellen handelte,
bei denen der Lagerkesjsel über Erde lag und somit die Zapfleitung sich als He(berleiturng
ergab, a.n dessen höchster ;Stelle die Kolbenventilsteuerung angeordnet war.
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Zweck der vorliegenden Erfindung ist nun, einmal die im Hauptpatent
gekennzeichnete Steuerung weiter auszubilden, um die sich ergebenden Mängel zu (beseitigen.
Sodann war es bei derartigen Anlagen bislang üblich, neben dem Zapfventil ein weiteres
Inhaltskontrollventil anzuordnen, mittels Üessen der Inhalt des Lagerkessels im
rohen beobachtet werden kann. Diese Einrichtung besteht vielfach ,aus einem oder
mehreren Röhrchen, die gegeneinander durch besondere Ventile absperrbar sind und
sieh im In'haltskontrollventdl vereinigen, so daßman mit Hilfe dieser rohen Kontrolle
den Zeitpunkt bestimmen kann, wann wieder neue Flüssigkeit in dem Lagerbehälter
nachgefüllt werden muß. Die Ventile dieser Kontrallrohre müssen jeweils geöffnet
sein, damit geprüft werden kann, ob die in: den Lagerbehälter verschieden tief eintauchenden
Rohrenden noch von Flüssigkeit
umspült werden. Tritt Flüssigkeit
aus dem Kontrollventil aus, so ist dies ein Zeichen, daß sie sich noch Über dem
betreffenden Rohrende befindet. Tritt aber aus dem Ventil Gas aus, so ist die über
dem jeweiligen Rohrende befindliche Flüssigkeit, deren Menge bekannt ist, schon
entnommen. Lästig und nachteilig ist bei einer solchen Rohkontrolle, daß sie neben
der Zapfung besonders bedient werden muß, so daß es sehr leicht vorkommen :kann,
daß die über dem jeweiligen Rohrende stehende Flüssigkeit schon längst verbraucht
ist, bevor die Kontrolle .ausgeübt wird, wodurch sie unsicher wird. Ein weiterer
Übelstand ist aber auch der, daß für die .bei der Kontrolle austretende Flüssigkeit
nicht immer Verwendung zorhanden ist. Es wird nunmehr angestrebt, mit der weiteren
Fortbildung des Zapfsteuerorgans die rohe Inhaltskontrolle mit diesem zu vereinigen,
derart, daß sich ein überschreiten der Inhaltsgrenze für das betreffende Meßrohr
während der eigentlichen Zapfung der Flüssigkeit selbständig am Zapforgane anzeigt
und damit gleichzeitig das Abzapfen so lange untexibricht, bis das jeweilige Kontrollröhrchen
geschlossen ist.
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Die Abb. i .und 2 der Zeichnung veranschaulichen zwei Schnitte durch
das Steuerorgan, einmal in der Ruhelage, das andere Mal während des Zapfens. Sie
zeigen wie das Zapforgan nicht mehr durch eine Handstange, sondern durch den Druck
des neutralen Druckgases geöffnet und geschlossen wird und wie die Inhaltskontrolle
mit dem Zapforgan verbunden ist.
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Abb. 3 und q. geben zwei mit Preßschutzgas arbeitende Benzolförderanlagen
wieder, bei denen das durch Gasdruck gesteuerte Zapforgan mit dem Inhaltsanzeiger
verbunden ist. Auf eine Darstellung der Anordnung des Zapforgans auf dem höchsten
Punkte ,einer zur Heberleitung .gewordenen Förderleitung wurde verzichtet, da die
erstrebten Wirkungen auch hier die gleichen !sind.
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Die bis zum Boden des Lagerkessels 16 oder des Meßbebälters 2o eintauchende
Steigeleitung i i für die feuergefährliche Flüssigkeit führt zum Zapforgan i, von
dem auch die zur Decke ,des Lagerkessels oder des Meßbehälters führende Preßschutzgasleitung
io ausgeht. In die von dem Schutzgasvorratsbehälter 15 nach dem Zapforgan i gehende
Preßgasleitung 7 ist ein Druckminderventil 14 und ein Absperrventil 13 eingebaut:
.das Druckminderventil hat das hochgespannte ächutzgas aus dem Vorratslbehälter
15 auf einen Mitteldruck gegenüber dem eigentlichen Förderdruck eingestellt. Zwischen
die Mitteldruckgas.leitung 7 und die Förderdruckgasleitung io ist das durch das
Hauptpatent 293637 bekannt gewordene Zapforgan mit seiner Kolbensteuerung eingeschaltet.
Zum Unterschied von diesem ist aber 'hier der Kolben 3 mit dem Flüssigkeitsabsperrventil
6 nicht mehr durch eine Handstange in der einen Richtung verschiebbar, sondern wird
durch den Druck des eigenen Schutzgases gesteuert, nachdem das Ventil 13 geöffnet
ist. Wird die Schutzgaszufuhr aber durch das Ventil 13 wieder .albgestellt, so wird
die Verschiebung des Kolbens 3 und damit auch der Schluß des Zapfventils 6 in der
anderen Richtung durch die Feder q. bewirkt.
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Das zur Bestandskontrolle erforderliche Meßrohr 9 mündet an seinem
oberen Ende in das F.lüssigkeitssteigerohr i i oder in die Flüssigkeitgkam,mer des
Kolbengehäuses i, während es mit seinem unteren Ende im Lagerkessel 16 bis zu derjenigen
Bestandsgrenze eintaucht, die unter Kontrolle gestellt werden soll. Das Rohr 9 kann
auch, wie es die Abb. 3 zeigt, einfach oder mehrfach gegabelt und von verschiedener
Länge sein, so daß jeder Gabelteil eine andere Bestandsgrenze kontrolliert. Jedes
der Bestandsrohre ist dann mit einem Ventil versehen, um jedesmal, wenn eine Bestandsgrenze
überschritten ist, das betreffende Rohr absperren zu können. Diese Einrichtung dient
zur Kontrolle des Flüssigkeitsstandes im Lagerkessel, wobei die auszugebende Flüssigkeit
nicht besonders nachgemessen wird.
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Wird aber die Flüssigkeit in nachgemessenen Teilmengen mittels eines
Meß'behälters 2o abgegeben und gleichzeitig damit die fast drucklose Überlagerung
oder Flüssigkeitsmenge im Lagerkessel 16 vorgenommen (Abb. 4.), so geht das Meßro'hr
9 Nebenfalls in das als Druckbehälter ausgebildete, z. B. ioo 1 Inhalt aufweisende,
Meßgefäß 2o. Durch entsprechende Gabelung, z. B. in vier solcher Meßrohre, kann
der Inhalt des Meßbehälters 2o in Bestandsgrenzen von z. B. 25, 50, 75 und ioo 1
zerlegt werden, wobei dann sämtliche N eßrohre für sich absperrbar -sein müssen.
Über diesen .Absperrventilen, die ebenso wie die mehrteiligen Meßrohre in der Abb.
q. nicht gezeichnet sind, zweigt von Hauptmeßrohr einbesonderes Gabelrohr 18 ohne
Ventil nach dem oberen Teil des Lagerkessels 16 .ab.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Anordnung ist die folgende: Soll
Flüssigkeit gefördert werden, so wird das Schutzgasventil 13 geöffnet, wodurch der
auf dem oberen Teil seiner Länge undichte Kolben 3 des Zapforgans unter dem Schutzgasdrucke
von z. B. fünf Atmosphären aus der Ruhelage nach Abb. i in die Förderstellung nach
Abb. 2 ,unter Zusammendrücken der Feder q. verschoben und in dieser Stellung so
lange erhalten wird, bis das Ventil 13 wieder
geschlossen wird.
Hierdurch wird in bekannter Weise der Ringkanal 8 des Kolbens 3 mit der Niederdruckgasleitung
io und durch diese mit dem Hohlraum des Lagerkessels 16 oder des Meßbehälters 2o
in Verbindung gebracht. Das Schutzgas strömt in den Lagerkessel bzw. den Meßbehälter
und fördert aus diesem die feuergef'ä'hrliche Flüssigkeit durch das Steigerohr i
i zum Auslaufstutzen 12 des Kolbengehäuses i. Die feuergefährliche Flüssigkeit wird
gleichzeitig auch in den Meßrohren 9 hochgedrückt, die die Flüssigkeit parallel
zu dem Steigerohr ii in den Auslaufstutzen 12 fördern, mithin noch den Vorteil gewähren,
daß mehr Flüssigkeit gefördert wird. Dieses Parallelfördern ,geht so lange vor sich,
bis das freie Ende eines der Bestandsrohre g von Flüssigkeit entblößt wird. Dann
tritt iSchutzgas an der Zapfstelle aus und"zeigt hierdurch an, .daß der betrieffende
Bestand an Benzin o. dgl. aus denn Lagerkessel 16 oder dem Meßbehälter 2o verbraucht
ist. Jetzt wird die Zapfung unterbrochen und das zugehörige Ventil am '.Meßrohr
9 geschlossen. Bei einer der folgenden Zapfungen wird dann -ein erneutes Ausblasen
von Gas am Zapfventi112 den Verbrauch an B,enzin bis zur zweiten Be= standsgrenze
anzeigen usw.
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Wird das Schutzgasventil 13 nach beendeter Zapfung geschlossen, .so
entweicht das Druckgas über dem oben undichten Kolben 3 durch den Ringkanal 8 und
die Leitung io nach dem Lagerkessel 16 oder dem Meßbehälter 2o. Der Kolben wird
durch die Feder q. in seine Rühelage (Abb. i) zurückgeführt, das mit dem Kolben
3 verbundene Zapfventil6 wird geschlossen, und die Niederdruckgasleitung io wird
jetzt mit dem Steigeröhr i i und mit. dem oder den Meßrdhren 9 in Verbindung gebracht.
Infolge des Druckausgleiches wird daher sowohl die Flüssigkeit aus der Steigeleitung
i i als auch aus den Meßrohren 9 in den Lagerkessel 16 bzw. in den Meßbehälter 2o
zurückfließen.
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Bei der Umfüllvorrichtung nach Abb. q., bei der das Benzin im Lagerkessel
16 unter einem drucklosen ,Schutzgas lagert, ,muß durch das Rohr io nach dem Schließen
des Zapfv entils 6 .zunächst das Druckgas aus !dem Meßbehälter 20 nach .dem Lagerkessel
16 überführt werden, was ohne weiteres auf dem Wege vom Rohr io zum Kolbengehäuse
i, Meßrohr 9 und Meßrohr 1:8 vor sich geht. Gleichzeitig fällt auch in der Steigeleitung
i i und dem Meßrohr 9 die Flüssigkeit zurück und der Meßbehälter 20 wird durch das
Rückschlagventil2i hindurch in bekannter Weise wieder .aus dem Lagerkessel 16 aufgefüllt.
Um zu vermeiden, daß bei vollständiger Entleerung des Meßbehälters 2o Schutzgas
durch das weite Steigeröhr i i über das Zapfventil6 ins Freie strömt, endigt das
längste Meßrohr 9 etwas höher in dem Meßbehälter 2o als das Steigerohr i i, so daß
dieses stets noch in Flüssigkeit eintauchen wird, bevor deren Ausfließen aufhört.