DE3630C - Neuerungen an Glasschleifmaschinen - Google Patents
Neuerungen an GlasschleifmaschinenInfo
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Classifications
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- B24B19/00—Single-purpose machines or devices for particular grinding operations not covered by any other main group
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- Grinding Of Cylindrical And Plane Surfaces (AREA)
Description
1878.
Klasse
RASPILLER & CO. in FENNERGLASHÜTTE bei SAARBRÜCKEN. Neuerungen an Glasschleifmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 1J. Mai 1878 ab.
Diese Maschine hat den Zweck, ebene oder hohle Flächen, sogenannte Facetten oder Oliven
in regelmäfsiger Eintheilung auf dem Umfange von Gläsern selbstthätig einzuschleifen.
Seither wurde das Anschleifen solcher Facetten oder Oliven auf Gläsern von Hand auf
eisernen Schleifscheiben mit Sand und Wasser ausgeführt. Die ganze Arbeit hing von der
Geschicklichkeit des Schleifers ab. Dieses mangelhafte Verfahren ergiebt oft geschliffene
Gläser mit ganz schlecht eingetheilten und unregelmäfsigen Facetten oder Oliven. Man hat
zwar versucht, Maschinen zu construiren, welche das selbstthätige Schleifen bezweckten; dieselben
haben aber ihren Zweck nicht vollkommen zu erfüllen vermocht. Dagegen arbeitet die nachstehend
beschriebene Maschine vollkommen automatisch und verlangt nur ein richtiges Einspannen
der Gläser.
Die richtige Einstellung der Maschine für jede Anzahl von Facetten oder Oliven, welche
das Glas erhalten soll, kann von einem aufmerksamen Arbeiter in kurzer Zeit erlernt werden.
Ein Arbeiter kann mehrere Maschinen bedienen. Nachdem sämmtliche Flächen eines Glases angeschliffen
sind und das Glas eine ganze Umdrehung gemacht hat, wird es durch einen Mechanismus selbstthätig festgehalten, ohne dafs
man nöthig hat, die Maschine abzustellen.
Die Maschine ist auf einem tischartigen Gestell A befestigt. Auf der Tischplatte A\ Fig. 1,
ist mittelst zweier Schrauben und unter Zwischenlegung einer Holzsohle B1 die Grundplatte C
befestigt. Der Träger D ist um eine Schraube a mit der Grundplatte C verbunden.
Ist die Platte C richtig gestellt, so wird der drehbare Theil D mittelst der Griffschraube b
auf der Platte C festgestellt, damit keine Verschiebung desselben während der Thätigkeit
der Maschine möglich ist. Das Stück E oscillirt um die Spitzen c c, Fig. 1 und 6, und
trägt einen langen Cylinder F, mit zwei darauf verschiebbaren Lagerböcken GG1. Um ein
Verdrehen der letzteren auf dem Cylinder F zu verhindern, sind dieselben mit je einer Feder versehen,
welche in einer auf dem Cylinder F befindlichen Nuth gleiten. In einer zweiten Nuth
liegt eine Zahnstange, in welche die auf den Böcken angebrachten Hebel ddl, Fig. 1 und 2,
eingreifen. Mit Hülfe dieser Hebel, deren Drehaxe durch ein längliches Loch geh.t, werden
die Böcke auf dem Cylinder F verschoben und nach richtiger Einstellung durch die Flügelschrauben
e e festgeschraubt.
Die Theile E F und G G ' drehen sich infolge
dieser Anordnung gemeinschaftlich um die Spitzen c c zwischen den Trägern D.
Die verticale Axe K, auf welcher der Schleifstein /, die Riemscheibe g und der Schnurlauf/l
sich befinden, läuft unten in einer Körnerspitze, oben in einem auf der Tischplatte A1
befestigten Lager J. Die Axe K erhält ihre Drehung durch einen um die Riemscheibe g
gelegten Riemen. Der Schnurlauf h überträgt dieselbe mittelst des Schnurlaufes h1 auf die
verticale Hülfswelle L und durch das Winkelgetriebe i i auf die Schnecke M1 welche mit
dem Schneckenrad N in Eingriff steht. Das Schraubenrad N ruht in zwei am Bocke H
angebrachten Lagern, und überträgt seine Bewegung durch eine Verbindungsstange /, welche
an den Enden mit Universalgelenken versehen ist, auf die Welle O, Fig. 3.
Die Verbindungsstange / besteht aus einem hülsenförmigen Theile /, und einem in demselben
verschiebbaren Stück m. I und in sind
durch Nuth und Feder gegen Drehung gesichert, dagegen in der Längsrichtung verschiebbar. Die
Anwendung einer solchen Verbindungsstange mit Universalgelenken gestattet eine jede beliebige
Verstellung des Schleifapparates.
Auf der Axe P befindet sich eine unrunde Scheibe Q, Fig. 1 und 5. Sobald der erhabene
Theil o1 dieser Scheibe Q mit der Reibungsrolle η in Berührung kommt, werden die
Theile E F und G G 1 rasch um einige Centimeter
von der Schleifscheibe wegbewegt. Nun erfolgt die Umschaltung des Glases zum Anschleifen
einer weiteren Facette. Dann rückt das Glas wieder langsam gegen den Stein. In der Hülse des Bockes G dreht sich ein Bolzen,
in welchen der Stift 5, Fig. 8, eingeschraubt wird. Letzterer trägt das Futter R zum Aufspannen
des zu schleifenden Glases. Das Futter Ii, Fig. 8 und 10, besteht aus den beiden
Gabelstücken 2 und 3, die um den Bolzen 1 wie eine Scheere drehbar sind, und der Mutter 4.
Die den Stift 5 umfassenden Arme von 2 bilden eine auseinandergeschnittene Schraube, die nach
vorn etwas konisch zuläuft, Fig. 7. Schraubt
man die Mutter 4 vorwärts, so geht das Futter vorn aus einander. Auf den Hebeln 2 sitzen
Holzstücke 6, Fig. 8 und 9. Die äufsere Form dieser Holzstücke ist nach der Aushöhlung des
zu schleifenden Glases abgedreht. Ueber beide Holzstücke · ist eine Gummikappe gezogen.
Durch diese Einrichtung wird ein elastischer Druck auf die Innenseite des Glases ausgeübt.
Beim Zurückdrehen der Mutter 4 nehmen die Holzstücke infolge der Elasticität der Gummikappe
ihre ursprüngliche Lage wieder ein.
An dem Bocke G1 befindet sich das mit - vier Stellschrauben versehene Klemmfutter S,
welches den Fufs des Glases centrirt und festhält. Die beiden Futter R und .S sind drehbar
in den Böcken G bezw. G1. Die Drehung geschieht auf folgende Weise.
An den Cylinder F ist parallel mit diesem eine vierkantige Stange 0, Fig. 1, 2, 3 und 5,
befestigt, auf welcher der Hebel ρ mit dem Bock G sich gleichzeitig verschieben läfst. Der
Hebel p steht mit dem Hebel q, Fig. 1 und 5, durch eine Gabel in Verbindung, welche um
einen Bolzen des Futters R sich dreht. Auf demselben Bolzen ist eine Theilscheibe q', Fig. 5,
befestigt, und eine am oberen Theile des Hebels q befindliche Sperrklinke greift in die Zähne
der Scheibe ein. Auf der vierkantigen Stange 0, welche an beiden Enden angedrehte Zapfen
besitzt, befindet sich der Arm r, der zur bestimmten Zeit von einem auf der unrunden
Scheibe Q befestigten Stift r1, Fig. 5, nach
aufsen bewegt wird. Dadurch macht der Hebel p sowohl, als der Hebel q eine Oscillation
und die Sperrklinke dreht die Theilscheibe vor. Will man z. B. zehn Oliven in ein Glas einschleifen,
so mufs die Sperrklinke die Theilscheibe jedesmal um ein Zehntel ihres Umfanges verschieben. Der Weg der Sperrklinke wird
durch Verschiebung der Schraube q2, Fig. 5, welche die Hebel / und q verbindet, regulirt.
Nachdem die Sperrklinke die Theilscheibe vorgeschoben hat, werden die Hebel durch die
Feder sl, welche am Ende des Armes s angebracht
ist, wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückgebracht.
Damit das Glas während dieses Rückganges sich nicht drehen kann, ist eine zweite Sperrklinke
ρ', Fig. 2 und 3, die fest am Bocke G ist, vorhanden. Hat nun das Glas eine vollständige
Umdrehung gemacht, so verhindert ein anderer Mechanismus, Fig. 6, jede weitere Umdrehung
des Glases, ohne jedoch die Schleifscheibe abzustellen. Derselbe besteht aus der
an E angebrachten Sperrklinke s2, Fig. 6, und
der Theilscheibe t. Letztere läuft in einem Zapfen, der in dem Arme d1 des Stückes D
fest ist. Die Theilscheibe ist mit Sperrzähnen und mit Löchern versehen, welche nach, der
Anzahl Facetten, welche das Glas erhalten soll, eingetheilt sind.
Wird nun der Theil E durch die unrunde Scheibe Q, Fig. 5, nach links bewegt, so wird
auch die- Sperrklinke s2 mitgenommen und fällt in den folgenden Zahn ein. Während dieser
Bewegung wird die Theilscheibe durch eine" Spiralfeder (durch Reibung) festgehalten. Hat
nun die Sperrklinke s2 die Theilscheibe um so viele Zähne vorgeschoben, als Flächen oder
Facetten in das Glas eingqschliffen werden sollen, so steht der Stift u am unteren Theile
des Armes d1 an und verhindert das Vorgehen
der Theile EF und GG1 gegen den Schleifstein.
Die Maschine braucht deshalb nicht ab^
gestellt zu werden, denn die unrunde Scheibe Q, Fig. 5, kann nun unter der Reibungsrolle η frei
passiren. Will man die horizontale Axe K', Fig. 4, mit einem in verticaler Ebene rotirenden
Schleifstein verwenden, so mufs die Schraube M abgenommen, und durch die auf der Axe Ki
befindliche Schnecke ersetzt werden, indem man die Axe zwischen die Böcke HH1 einsetzt, und
in Körnern laufen läfst.
Bei der Construction dieser Maschine ist Sorge getragen, dafs alle Theile so geformt
sind, dafs dieselben vom feinen Glasschlamm nicht angegriffen werden können.
Das Arbeiten mit der Maschine geschieht folgendermaafsen:
1. Das zu schleifende Glas wird zwischen die Futter R und S eingespannt; unregelmäfsig
geformte Gläser werden zugleich durch die Stellschrauben des Futters S centrirt.
2. Die Theilscheiben q \ deren verschiedene mit beliebiger Anzahl Zähne eingesetzt werden,
können, und welche die richtige Eintheilung der Flächen des zu schleifenden Glases herstellen,
werden eingeschoben.
3. Die Bewegung der Sperrklinke durch die Klemmschraube q2, Fig. 5, welche die
Hebel p und q verbindet, wird regulirt.
4. Der Stift u, Fig. 6, ist in dasjenige Loch
zu stecken, welches der Anzahl Facetten, welche das Glas erhalten soll, entspricht.
5. Der Apparat, welcher das zu schleifende Glas trägt, ist mittelst Drehung um die Schraube a,
Fig. i, richtig, und mit der Hebelschraube b festzustellen.
Ist nun alles so, wie soeben beschrieben, ausgeführt, so kann die Maschine in Bewegung
gesetzt werden. Die Form des Umfanges der unrunden Scheibe Q, Fig. 5, gestattet dem Apparat,
der das Glas trägt, eine langsame Bewegung gegen den Stein, so dafs ein Zerbrechen
des Glases durch heftigen Anprall vermieden wird. In der Zeit (ca. 40 Secunden), welche
nöthig ist, um eine Facette oder Olive in das Glas einzuschleifen, mufs die unrunde Scheibe Q
eine Umdrehung machen. Nachdem die Facette oder Olive eingeschliffen ist, wird das Glas
vom Stein selbstthätig rasch entfernt, und in seiner weitesten Entfernung vom Steine für die
folgende Facette umgeschaltet. Diese Operation wiederholt sich bis die Anzahl Facetten im
Glas fertig ist, worauf die Umdrehung des Glases durch den beschriebenen Mechanismus
zum Stillhalten, Fig. 6, verhindert wird.
Claims (4)
- Patent-Ansprüche:ι. In Maschinen zum Anschleifen von Facetten und Oliven, d. h. von ebenen oder rundlichen Vertiefungen auf dem Umfange von Trinkgläsern, die oben beschriebene und in der Zeichnung dargestellte Einrichtung zum selbstthätigen Umschalten des Glases und zum selbstthätigen Abrücken desselben während des Umschaltens um eine gewisse Entfernung von dem Schleifstein.
- 2. Die oben beschriebene und in der Zeichnung, besonders in Fig. 7, 8, 9 und 10, dargestellte Aufspannvorrichtung für das Glas.
- 3. Die beschriebene und in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung, um selbstthätig, nachdem alle Facetten oder Oliven angeschliffen sind, das Wideranlegen des Glases an den Schleifstein zu verhüten.
- 4. Die oben beschriebene und in der Zeichnung dargestellte Art der Uebertragung der Bewegung der Welle L auf die Axe P durch ein Schneckenrad und Schraube NM, einer ineinanderschiebbaren Welle m I mit Universalgelenken an den Enden, zu dem Zweck, den Support, worin das Glas aufgespannt wird, schief stellen zu können, ohne die Verbindung mit L aufzuheben. Die oben beschriebene und in der Zeichnung dargestellte runde Führung F für die Docken G und G' in Verbindung mit der Zahnstange und den Hebeln d und d1 zum Verschieben der Docken, welche Führung deswegen cylindrisch gewählt ist, dafs Glasschlamm und Unreinigkeiten auf der Führung sich nicht ablagern können. Die oben beschriebene und in der Zeichnung dargestellte Schaltvorrichtung, bestehend aus dem Excenter Q, dem Hebel ί und der viereckigen Welle 0. Der oscillirende Support, worin die Gläser aufgespannt werden, in der in der Zeichnung dargestellten speciellen ConstructionHierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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