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Fliegerabwehrwaffe mit Scheinwerfer. Gegenstand der Erfindung ist
ein Fliegerabwehrgeschütz mit Rohrrücklaufvorrichtung, das mit einem Scheinwerfer
derart verbunden ist, daß die Rohrseele und ;lie optische Achse des Scheinwerfers
zusammenfallen. Es wird infolgedessen im Lichtkegel des Scheinwerfers in der Mitte
desselben ein dunkler Streifen gebildet, der dem Geschützrohr entspricht. Kommt
nun-ein feindlicher Flieger in den Lichtkegel des Scheinwerfers, so wird sich dieser
dunkle Streifen auf dem Flugzeug als dunkler Punkt abheben, sobald das Flugzeug
sich in der Geschfitzrohrachse befindet. Vorhaltewinkel und Schußwinkel können dabei
schätzungsweise werden.
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Das Geschützrohr ist mit einer Mehrzahl von Geschoßläufen versehen
und die Anordnung der Einzelläixfe im Rohr ist so, daß sie leicht nach außen divergieren.
Da nun der
Abschuß sämtlicher Läufe gleichzeitig erfolgt, so entsteht
eine kegelförmig auseinanderstrebende Geschoßgarbe, wodurch die Treffwahrscheinlichkeit
begünstigt wird.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in einer beispielsweisen Ausführungsform
in Abb. i im senkrechten Längsschnitt und in Abb. z im Querschnitt nach 1-I der
Abb. i dargestellt.
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Auf einer Grundplatte a, die zur Aufstellung und Befestigung des Geschützes
auf Kraftfahrzeugen o. dgl. dient, sind um Zapfen b drehbar zwei Kugellagerschalen
c angeordnet, die einen Kugelzapfen d umfassen und durch eine Schraube e gegen diesen
festgeklemmt werden können. Der Kugelzapfend sitzt an einem zylindrischen Gehäuse
f, in dem sich das Geschützrohr g mittels Führungsschienen la, die in entsprechenden
Führungsnuten lzl des Gehäuses f laufen, 'führt. Das Gehäuse f dient zur Aufnahme
der Rohrrücklaufvorrichtung. Diese besteht im vorliegenden Fall aus einer das Geschützrohr
umgebenden und sich einesteils gegen die Stirnflächen der Führungsschienen h, anderenteils
gegen die Gehäusewand stützenden Schraubenfeder i.
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Das Geschützrohr g ist in an sich bekannter Weise mit einer Mehrzahl
von Geschoßläufen g1, ä", g3 ... ausgestattet. In der Zeichnung sind acht
vorgesehen, doch kann die Anzahl noch vergrößert werden. Die Anordnung dieser Läufe
im Rohr ist so, daß sie nach außen divergieren, so daß die gleichzeitig abgefeuerte
Geschoßgarbe einen sich nach außen erweiternden Kegel bildet. k ist der Geschützverschluß,
dessen Verschlußflächen der Divergenz der Geschoßläufe entsprechend im Winkel zueinander
stehen. An (-lein Geschützrohr befindet sich in der üblichen Weise die aus einem
Visierfernrohr l und einem Korn in bestehende Visiereinrichtung, die beim Täggebrauch
Verwendung findet und deren Visierlinie x-x durch das Gehäuse f hindurchläuft.
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Mit dein Geschütz ist ein Scheinwerferspiegel ya verbunden, dessen
optische Achse mit der Seelenachse des Geschützes zusammenfällt. Dieser Scheinwerferspiegel
besitzt in der Mitte eine Öffnung o, in der sich das Geschützrohr verschieben kann.
Seine Rückseite ist zweckmäßig leicht gepanzert. Als Lichtquelle sind mehrere elektrische
Lampen p vorgesehen, die am Gehäuse f angebracht sind und von einer besonderen Stromquelle
gespeist werden. Die Schalter dieser Lampen können mit der Abzugsvorrichtung des
Geschützes in Zusammenhang gebracht sein, so daß sie beim Abschuß gleichzeitig ausgeschaltet
werden, um den Standort des Geschützes nicht länger als erforderlich zu verraten.
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q sind in die Grundplatte a einsteckbare Sitze für den Richtkanonier
und Beobachter. Die Verwendungsweise des Geschützes gestaltet sich wie folgt: Bei
gelöster Klemmvorrichtung kann das Geschützrohr nach allen Seiten geschwenkt werden.
Ist ein feindlicher Flieger anvisiert, so wird das Geschützrohr g durch Anziehen
der Klemmvorrichtung e gegenüber der Grundplatte a festgestellt, Während des Tages
erfolgt das Richten des Geschützes mittels der Zielvorrichtung 1, m. Tritt
das Geschütz nachts in Tätigkeit, so wird der Scheinwerfer in Wirkamskeit gesetzt.
ini Lichtkegel des Scheinwerfers entsteht dabei ein mittlerer dunkler Streifen,
der von dein irn Brennpunkt des Scheinwerfers angeordneten Geschützrohr herrührt
und sich auf oder vor dem beleuchteten Ziel als dunkler Punkt äußert. Befindet sich
ein feindlicher Flieger im Lichtkegel des Scheinwerfers, so ist derselbe beim Richten
des Geschützes in die Ziellinie gebracht, sobald der dunkle Punkt im Scheinwerferlicht
auf dem Flugzeug erscheint. In diesem Augenblick erfolgt der Abschuß sämtlicher
Geschoßläufe gleichzeitig und da die Geschoßgarbe sich kegelförmig erweitert, so
wird die Treffwahrscheinlichkeit eine verhältnismäßig große.
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Die Scheimverfereinrichtung kann natürlich in gleicher Weise wie bei
Geschützen auch bei Maschinengewehren, Revolverkanonen u. dgl., kurz bei allen für
die Fliegerabwehr geeigneten Waffen Anwendung finden.
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Hauptsächlich ist das Geschütz zur Abwehr tieffliegender Flieger geeignet,
was bei Nacht erfahrungsgemäß, ja meistens -,der Fall ist. Der Bewegung des Ziels
und dem durch die Zielentfernung bedingten Schußwinkel kann durch Vorhalten um ein
abgeschätztes Maß Rechnung getragen werden.