DE356752C - Verfahren zur Aufschliessung von Kolbenschilf (Typha), Binsen, Weidenrinden u. dgl. Pflanzen - Google Patents

Verfahren zur Aufschliessung von Kolbenschilf (Typha), Binsen, Weidenrinden u. dgl. Pflanzen

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DE356752C
DE356752C DED35750D DED0035750D DE356752C DE 356752 C DE356752 C DE 356752C DE D35750 D DED35750 D DE D35750D DE D0035750 D DED0035750 D DE D0035750D DE 356752 C DE356752 C DE 356752C
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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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Description

  • Verfahren zur Aufschließung von Kolbenschilf (Typha), Binsen, Weidenrinden u. dgl. Pflanzen. Es ist bekannt, die Fasern von Schilf (Typha), Binsen, Weidenrinden und anderen Pflanzen durch Behandlung mittels Natron-oder Kalilauge, auch mittels Ammoniaklösungen, freizulegen, welche Chemikalien jedoch ziemlich kostspielig sind. Auch ist versucht worden, die Aufschließung durch Kalziumliydroxyd an Stelle der vorerwähnten Laugen zu bewirken. Der Verwendung von Kalziurnhydroxyd (Ätzkalk) steht jüdoch die geringe 1,öslichkeit dieses Stoffes in Wasser entgegen sowie der Übelstand, daß die Anwendung von Druck bei der Kochung praktisch unmöglich ist; denn mit zunehmender Temperatur sinkt die Löslichkeit, bis sie bei etwa z 5o° praktisch gleich Null ist.
  • Eingehende Versuche haben nun dargetan, claß die Verwendung von Ätzkalk (oder von Kalziumhydrosyd) in Verbindung mit kalzinierter Soda (Natriumkarbonat) erhebliche wirtschaftliche und technische Vorteile zeitigt.
  • Es ist zwar bereits an sich bekannt, Natronlauge durch Umwandlung von Soda- mittels Ätzkalkes zu erzeugen, wobei man sich jedoch besonderer, recht komplizierter Anlagen bedienen mußte, welche für den vorliegenden Zweck neben hohen Anlage- laufend hohe Betriebskosten verursachen würden.
  • Gemäß der Erfindung wird nun durch eine geeignete Einrichtung eine schwache Sodalösung derart dauernd mit Ätzkalk gesättigt erhalten, daß die Soda sich nach und nach in Ätznatron umwandelt. Hierdurch wird erreicht, daß zwei Vorgänge in folgender Weise nebeneinander herlaufen: Einerseits erfolgt durch die dauernde Einwirkung des Ätzkalkes die Aufweichung und Aufschließung der Pflanzen, anderseits vollzieht sich eine allmähliche Umwandlung der Soda in Ätznatron (Natriuinlivclroxv(1), und zwar entsprechend der fortschreitenden Aufschließung.
  • Gegenüber der bisher üblichen Anwendung von Natron- oder Kalilcochlauge allein besteht bei der Erfindung der Vorteil, claß eine Aufweichung der Pflanzen ohne die bei Verwendung von Natron- oder Kalilauge gleich von Beginn an eintretende Schwächung der Faser durch das Ätznatron oder Ätzkali stattfindet. Denn bei der Erfindung bewirkt die Lösung von Soda und Kalk zwar eine Aufweichung der Pflanzen, sie vermeidet jedoch deren Schwächung infolge anfänglichen Fehlens der ätzenden Wirkung des Ätznatrons, da der Ätzkalk die Fasern auf keinen Fall schwächt, sondern eher stärkt.
  • Eingehende Versuche haben ergeben, daß es von größter Bedeutung ist, die ätzende und folglich die Faser schwächende Einwirkung der Chemikalien erst nach Maßgabe des Fortschreitens der Aufweichung stattfinden zu lassen, und dieser Erkenntnis trägt die vorliegende Erfindung in jeder Weise Rechnung, da die freizulegende Faser der Einwirkung einer Kochlauge von n a c h u n d n a c h sich erhöhendem Ätznatrongehalt unterworfen wird.
  • Der Vorgang ist also der, daß eine Kochlauge von konstantem Gehalt an gelöstem Ätzkalk nach und nach hinsichtlich des Gehaltes an Ätznatron entsprechend der fortschreitenden Durchweichung der Pflanzen erhöht wird.
  • Ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens ist, daß der Ätzkalkgehalt der Lauge die Rückbildung von Soda (kohlensaurem Natrium) aus dem Ätznatron verhindert, da der Ätzkalk die an der Flüssigkeitsoberfläche durch Zutritt atmosphärischer Luft (Kohlensäure) gebildete Soda sofort wieder kaustifiziert.
  • Bedient man sich statt einer aus Ätzkalk und Soda bereiteten Kochlauge einer solchen aus Ätznatron oder Ätzkali, so ist der Zusatz von Ätzkalk auch hier zweckmäßig, da in diesem Falle verhindert wird, daß ein Teil der Ätzalkalien infolge des Zutritts von Kohlensäure unwirksam wird. Die hierbei eintretende teilweise Umwandlung des Ätzkalkes in kohlensauren Kalk ist für das Verfahren nicht von Belang, da, wie gesagt, die Kochlauge stets mit Kalziumhydroxyd gesättigt erhalten wird.
  • Ein Ausführungsbeispiel für eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete Einrichtung ist durch die Zeichnung scheina.-tisch dargestellt. In die Umlaufeinrichtung a, b des Aufschließungsgefäßes c ist in an sich bekannter Weise eine geeignete, filterartig wirkende Vorrichtung; d zur Aufnahme von Ätzkalk einge-#:chaltet, der beständig von der Aufschlieliungsflüssigkeit durchströmt wird. Für den Umlauf sorgt die Pumpe e.
  • Der Arbeitsvorgang ist nun folgender: Zunächst werden die zu behandelnden Pflanzen (Schilf, Binsen o. dgl.) in das Gefäß c eingetragen und alsdann der Bottich mit Sodalauge von z. B. a° B6 -beschickt. Hiernach bringt man die Umlaufeinrichtung in Gang und erreicht dann in kurzer Zeit eine Sättigung der Lauge mit Kalk, welche durch den fortwährenden Umlauf dauernd gleichmäßig gesättigt bleibt.
  • Die Versuche haben ergeben, daß eine erhebliche Verminderung (auf etwa 1f3 bis der bei Anwendung von Kalk allein erforderlichen Zeitdauer erreicht wird; die vollständige Aufschließung der Faser beansprucht im wesentlichen nur etwa diejenige Zeitdauer, die man benötigt, wenn man eine Kochlauge verwenden würde, deren Gehalt an Ätznatron dem Endgehalt der Flüssigkeit an Ätznatron gemäß vorliegendem Verfahren entspricht.
  • Selbstverständlich kann an Stelle von Soda auch ein anderes Alkalikarbonat verwendet werden.
  • In gewissen Fällen kann die beschriebene Arbeitsweise auch in der Weise durchgeführt werden, daß man sich einer nur mit Ätzkalk gesättigten Kochlauge bedient und dieser Soda erst zu einem Zeitpunkt zufügt, an dem die Wirkung des Ätzkalkes allein sich so weit zu verringern beginnt, daß die Weiterführung dieses Vorganges allein nicht mehr zweckmäßig erscheint; die weitere Arbeitsweise entspricht der bereits beschriebenen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Aufschließung von Kolbenschilf (Typha), Binsen, Weidenrinde u. dgl. Pflanzen, dadurch gekennzeichnet, daß die Pflanzen in einer Kochlauge behandelt werden, deren Gehalt an gelöstem Ätzkalk konstant gehalten und deren Gehalt an Ätznatron entsprechend der fortschreitenden Durchweichung der Pflanzen erhöht wird. a. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in die Umlaufeinrichtung (a, b, c) des Aufschließungsapparates in an sich bekannter Weise eine filterartig wirkende Vorrichtung (d) zur Aufnahme des Ätzkalkes eingeschaltet ist.
DED35750D 1919-04-18 1919-04-18 Verfahren zur Aufschliessung von Kolbenschilf (Typha), Binsen, Weidenrinden u. dgl. Pflanzen Expired DE356752C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE747455C (de) * 1940-07-02 1944-10-02 Sueddeutsche Zellwolle Ag Verfahren zur Vorbehandlung von Flachs- und Hanfschaeben
DE1113868B (de) * 1956-08-24 1961-09-14 Malise Graham Mackeurtan Verfahren zur Herstellung von Papierstoff aus Einjahrespflanzen und Stengelpflanzen,wie Bambus und Bagasse

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE747455C (de) * 1940-07-02 1944-10-02 Sueddeutsche Zellwolle Ag Verfahren zur Vorbehandlung von Flachs- und Hanfschaeben
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