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Maschine zum Verschnüren der Oberlederteile von Schnürschuhwerk. Für
diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom z. Juni 191i die Priorität auf
Grund der Anmeldung in den Vereinigten Staaten von Amerika vom ig.März tgi8 beansprucht.
Es sind Maschinen bekannt, um die Oberlederteile von Schnürstiefeln vor dem Aufzwicken
auf den Leisten zu verschnüren, bei denen eine fortlaufende Schnur verwendet wird.
Schlingenmachernadeln führen die Schnur in Schlingen durch die Schnürösen, und eine
Speisenadel schiebt ein Fadenende durch diese Schlingen hindurch. Die beiden Schnurenden
werden dann durch eine Verknotungseinrichtung verbunden. Die Speisenadel macht bei
jedem Arbeitsgang der Maschine eine doppelte Hin- und Herbewegung. Bei der ersten
Vorwärtsbewegung zieht sie die Schnur von der Fadenquelle heran und legt sie in
einen Schnurgreifer ein und kehrt zurück. Die Schlingenmachernadeln fassen dann
die Schnur und ziehen sie in Schlingen durch die Schnürösen; wobei eine weitere
Länge des Fadens von der Fadenquelle her herangezogen wird. Die Speisenadel macht
dann einen zweiten Vorwärtsgang und schiebt dabei die Schnur durch die Schlingen
hindurch, worauf die Abschneidevorrichtung und Knotenbildevorrichtung in Tätigkeit
tritt und die Speisenadel zurückkehrt.
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Bei den bekannten Maschinen ist nun eine Spannvorrichtung für den
Faden angewandt, welche den Faden unter Spannung hält, solange die Speisenadel sich
hin und her bewegt, aber die S,pannung aufhebt, wenn die Nadel sich in zurückgezogener
Lage befindet. Während der ersten Rückwärtsbewegung der Nadel, welche die Schnur
in solcher Lage beläßt, daß sie von den Schlingenmachernadeln erfaßt werden kann
und während der Vorwärtsbewegung der Nadel, wenn diese die Schnur durch die von
den Schlingenmachernadeln gebildeten Schlingen hindurchschiebt, wird die Schnur
durch die Spannvorrichtung hindurchgezogen, während diese Spannung ausübt. Dadurch
wird die Schnur in nachteiliger Weise beeinflußt, und es bilden sich oft-Knoten.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung werden diese Übelstände dadurch beseitigt,
daß die Spannvorrichtung mit einer selbsttätig wirkenden Lösevorrichtung ausgestattet
ist, welche bei Beendigung des ersten Hubes der Speisenadel die Spannung aufhebt,
so daß die Rückwärtsbewegung und die zweite Vorwärtsbewegung ohne Fadenspannung
ausgeübt wird, worauf die Spannvorrichtung wieder wirksam
wird und
verhindert, daß das abgeschnittene Fadenende sich aus der Speisenadel herauszieht.
Während der darauffolgenden Vorwärtsbewegung der Speisenadel bleibt die Spannvorrichtung,
die sich mit der Nadel bewegt, in Wirkung, so daß der Faden von der Quelle her herangezogen
wird. Infolgedessen ist die Spannung unterbrochen, wenn die Schnur durch die Bewegung
der Nadel oder durch die Schlingenmacherfinger durch die Spannvorrichtung hindurchgezogen
wird, und bleibt in Wirkung, wenn Faden mittels der Spannvorrichtung herangezogen
wird oder wenn die Nadel ein freies Fadenende führt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung dargestellt, welches im allgemeinen der Ausführungsform nach dem Patent
2o8872 entsprich.
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Abb. i ist eine Vorderansicht der zum Verständnis der Erfindung erforderlichen
Teile dieser Maschine.
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Abb. 2 ist eine Ansicht von der linken Seite der Abb. i aus gesehen.
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Abb. 3 ist eine Vorderansicht der in Abb. 2 dargestellten Teile.
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Die Maschine besitzt, wie die bekannten Schlingenmachernadeln 2 und
mit denselben zusammenwirkenden Schlingenmacherfinger 4, einen Schnurgreifer 6,
8, eine Knotenbildevorrichtung io, einen Werkstückhalter oder ein Schutzschild 12
und eine Speisenadel 14, die an einem Arm 16 eines in einer Führung 34 hin und her
bewegbaren Schiebers 18 befestigt ist. An dem Arm 16 ist noch ein Fadenspannhebel
2a drehbar angebracht, der auf ein Stück desFadens einwirkt, welches zwischen zwei
Führungsaugen 2a liegt und durch eine Feder 24 belastet wird. Unter der Wirkung
dieser Feder wird die Schnur gespannt gehalten, so daß sie nur unter Überwindung
einer gewissen Reibung durch die Augen 22 hindurchgezogen werden kann.
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Gemäß der Erfindung wird nun der Hebel durch eine Schaltscheibe 26
gesteuert, die drehbar an dem Schieber i8 angebracht ist und mit Vertiefungen 28,
30 versehen ist. Die Vertiefungen 3o sind tiefer als die Vertiefungen 28.
Das zugespitzte Ende des Hebels 2o kann in die Vertiefungen z8 und 3o einfallen.
Ist es in die seichtere Vertiefung 28 eingefallen, so ist das untere Hebelende abgehoben
und die Spannung unterbrochen. Fällt das Hebelende in die Vertiefung 30 ein,
so wird die Spannring auf die Schnur ausgeübt und gleichzeitig die Schaltscheibe
26 gegen unbeabsichtigte Drehungen gehalten. Am Rande der Schaltscheibe sind Einschnitte
angebracht, in welche eine Schaltklinke 32 einfallen kann, die drehbar an der Führung
34 angebracht ist und in einer durch einen Anschlagstift 36 bestimmten Lage erhalten
wird, in welcher sie mit den Einschnitten des Schaltrades in Eingriff kommen kann.
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In der Zeichnung ist der Zustand der Maschine dargestellt, welchen
sie nach dem ersten Vorwärts- und Rückwärtsgange der Nadel angenommen hat. Die Bindeschnur
ist vom Greifer 6, 8 erfaßt und liegt in den Schlingenmachernadeln 2. Der Spannhebel
2o ist in eine der seichteren Vertiefungen 28 eingefallen, so daß auf die Schnur
keine Spannung ausgeübt wird. Nunmehr kann das Oberleder unter den Schutzschild
gelegt werden, worauf durch die Bewegung äerSchlingenmachernadelndieSchlingen durch
die Schnürösen hindurchgezogen werden. Darauf beginnt die Speisenadel ihre zweite
Vorwärtsbewegung und schiebt den Faden durch die Schlingen hindurch, während die
Spannvorrichtung noch unwirksam ist. Die Schnur wird dann der Knotenbildevorrichtung
io und einer Abschneidevorrichtung dargeboten. Gegen Ende dieses Vorwärtshubes trifft
die Schaltklinke 32 gegen die Schaltscheibe 26 und dreht diese um eine Teilung weiter.
Das Ende des Hebels 2o kommt dann in Eingriff mit der folgenden Vertiefung 3o, und
die Spannvorrichtung wird wirksam und -bleibt wirksam während der Rückbewegung der
Nadel, so daß das abgeschnittene Fadenende nicht aus dem Öhr der Speisenadel herausfallen
kann. Bei der nächsten Vorwärtsbewegung der Speisenadel, während welcher die Schnur
von der Fadenquelle herangezogen wird, bleibt die Spannvorrichtung noch in Wirkung.
Gegen Ende dieses Hubes kommt die Schaltklinke 32 wieder zum Eingriff und dreht
die Schaltscheibe um eine Teilung, so daß eine seichte Vertiefung 28 zur Einwirkung
auf den Hebel 2o kommt. Die Spannvorrichtung tritt somit außer Wirkung und behält
diese Lage während der Rückwärtsbewegung in die gezeichnete Anfangslage.