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Die Erfindung betrifft einen Heukran mit einem wippbaren Ausleger und einem am Auslegerende angehängten, mittels eines Hubseiles heb- und senkbaren Greifer, sowie am Auslegerende und am Greiferkopf vorgesehenen Eingriffsmitteln, die bei vollständig zum Auslegerende angehobenem Greifer zum Eingriff kommen und eine Schwenkbewegung des Greifers in der vertikalen Längsmittelebene des Auslegers verhindern, wobei der Greifer durch das Hubseil gegenüber dem Auslegerende so geführt ist, daß die die Greiferzinken tragenden Längsholme des Greifers im wesentlichen parallel zur vertikalen Längsmittelebene verlaufen.
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Wird bei einem derartigen bekannten Heukran (vgl. Prospekt der Patentinhaberin "LK6T", LK6T-Matic", 4/82 in Verbindung mit Zeichnung der Patentinhaberin D-45 461a, 18. 1. 1985) der Greifer bis zum Auslegerende des horizontal oder etwas nach unten gerichteten Auslegers hochgezogen, so wird er durch die zum Eingriff kommenden Eingriffsmittel gegenüber dem Ausleger arretiert. Wird dann der Ausleger hochgewippt, so behält der Greifer seine Relativstellung zum Auslegerende bei. Er wird also nicht nur vertikal hängend nach oben bewegt, sondern er schwenkt aus seiner horizontalen Lage in eine Schrägstellung. Der Winkel, um den der Greifer hierbei gegenüber der Horizontalen geschwenkt wird, entspricht dem Winkel, den der Ausleger bei seiner Wippbewegung nach oben ausführt. Durch das gemeinsame Hochschwenken von Ausleger und dem daran arretierten Greifer läßt sich das Heu dichter unter die Dachhaut und auch höher einlagern. Da jedoch der Schwenkwinkel des Greifers gegenüber der Horizontalen nur dem Wippwinkel des Auslegers entspricht, wird der Greifer gegenüber der Horizontalen nur verhältnismäßig gering schräggestellt und damit die Einlagerungsmöglichkeit noch nicht optimiert.
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Es ist ferner bekannt, das Fassungsvermögen von Greifern für landwirtschaftliche Güter durch vier Greiferanbauteile zu vergrößern (DE-AS 11 77 864). Hierbei besteht jedes Greiferanbauteil aus einem Längsteil mit mehreren daran angeordneten Greiferzinken. Das Greiferanbauteil ist mit den vier Enden der beiden Längsholme des Greifers über lösbare Befestigungsmittel so verbindbar, daß das Längsteil jedes Anbauteiles eine geradlinige Verlängerung des zugehörigen Längsholmes des Greifers bildet. Würde man die Greiferanbauteile an den Greifer bei einem Heukran der eingangs beschriebenen Art anbauen, so könnte man hierdurch zwar das Fassungsvermögen des Greifers vergrößern und auch eine etwas höhere Einlagerung von Futter unterhalb der Dachhaut erreichen, eine optimale Ausnutzung des Raumes unterhalb der Dachhaut wäre jedoch nicht gegeben.
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Bei einem anderen bekannten Heukran (Europäische Patentanmeldung 00 61 047) ist an dem kranseitigen Ende des Greifers ein vertikal nach oben ragender starrer Stützarm vorgesehen. Am Auslegerende ist fest eine Gleitplatte vorgesehen, die zwei ebene und ein dazwischenliegendes gekrümmtes Teil aufweist. Am Greiferkopf ist ebenfalls eine Gleitplatte angeordnet. Beim Hochziehen des Greifers kommt zunächst der Stützarm an der Unterseite des Auslegerendes zur Anlage, wodurch zwischen Auslegerende und Stützarm eine Schwenkachse gebildet wird. Beim weiteren Hochziehen des Greifers wird dieser zunächst durch das Zusammenwirken von Stützarm und Auslegerende geschwenkt, worauf seine Gleitplatte an der Gleitplatte des Auslegers zur Anlage kommt. Durch den weiteren Zug des Hubseiles gleitet dann die Gleitplatte des Greifers an der Gleitplatte des Auslegers entlang, wobei durch unterschiedliche Neigung der verschiedenen Abschnitte der Auslegergleitplatte der Greifer weiter nach oben geschwenkt wird. Da bei Anlage des Greifers am Auslegerende der zwischen Auslegerende und Greifer vorgesehene Flaschenzug des Hubseiles nicht mehr wirksam ist, infolge ungünstiger Hebelarmverhältnisse und infolge der Reibung zwischen den Gleitplatten von Greifer und Ausleger, tritt im Hubseil eine zusätzliche, nachteilige Belastung auf, die größer ist als die Normalbelastung beim senkrechten Heben und Senken des Greifers. Die vorbekannte Vorrichtung (gemäß EP-OS 00 61 047) setzt außerdem voraus, daß für das Wippen des Auslegers ein eigener Wippmotor vorgesehen ist, der jedoch die Herstellungskosten des gesamten Heukranes verteuert. Es sind bereits Heukran-Konstruktionen bekannt (AT-PS 3 18 854), bei denen ein gesonderter Wippmotor dadurch vermieden wird, daß die Seilwinde des Greifer-Hubseiles gleichzeitig zum Heben und Senken des Greifers und zum Wippen des Auslegers vorgesehen ist, indem das Hubseil von der Seilwinde flaschenzugartig in mehreren Strängen über am Kran und am Auslegerende angeordnete Seilrollen und dann zum Greifer geführt ist, wobei die Anzahl der Seilstränge zwischen Kran und Auslegerende, sowie zwischen letzterem und dem Greifer so ausgelegt ist, daß die Seilkraft in den Seilsträngen zwischen Kran und Auslegerende größer ist als in den Seilsträngen zwischen Auslegerende und Greifer. Zur Begrenzung der Wippbewegung des Auslegers nach unten ist ferner zwischen Kran und Auslegerende ein Zugglied vorgesehen. Wenn man die Wippbewegung des Auslegers auf diese Weise mit der Seilwinde des Greiferhubseiles steuern will, dann ist eine sehr feine Abstimmung der Seilkräfte zwischen Kran und Auslegerende einerseits und zwischen Auslegerende und Greifer andererseits erforderlich. Da jedoch bei der vorbekannten Vorrichtung zum Hochschwenken des Greifers die Seilkraft während des Hochschwenkens des Greifers gegenüber dem Auslegerende ansteigt, ist ein ordnungsgemäßes Hochschwenken des Greifers nicht gewährleistet.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Heukran der eingangs erwähnten Art zu schaffen, bei dem mit einfachen Mitteln und ohne zusätzliche Belastung des Hubseiles bzw. der Greiferseilwinde der Greifer in eine Stellung gebracht werden kann, in welcher das Heu möglichst hoch und dicht unter der Dachhaut eingelagert werden kann.
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Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß vier Greiferanbauteile vorgesehen sind, die mit den vier Ecken der beiden Längsholme lösbar zu verbinden sind, und denen jedes aus einem Längsteil mit mehreren daran angeordneten Greiferzinken besteht, und daß die dem Kran abgewandten, äußeren Greiferanbauteile gegenüber den Längsholmen je um eine quer zur Längsmittelebene verlaufende Schwenkachse hochschwenkbar und in der eingestellten Schwenkstellung mittels einer Feststelleinrichtung feststellbar sind.
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Durch die Verwendung der Greiferanbauteile wird nicht nur das Fassungsvermögen des Greifers vergrößert, sondern auch die Gesamtausladung des Kranes erweitert. Wenn man die äußeren, vom Kran weggerichteten Greiferanbauteile beim Einlagern von Heu und sonstigem Futter hochschwenkt und feststellt, beispielsweise im Winkel von etwa 30° bis 40°, dann reichen die äußeren Anbauteile des Greifers nicht nur weiter nach außen, sondern auch gegenüber dem übrigen Greifer höher hinauf. Auf diese Weise sind bereits bei horizontal angeordnetem Greifer die äußeren Greiferanbauteile unter dem genannten Winkel von etwa 30° bis 40° schräg nach oben geneigt. Wird ein auf diese Weise eingestellter, mit Heu gefüllter Greifer am Auslegerende des horizontal oder etwas nach unten gerichteten Auslegers mittels der Eingriffsmittel arretiert, dann wird beim Hochwippen des Auslegers der Greifer noch zusätzlich um ca. 20° bis 30° schräggestellt. Der gesamte Schwenkwinkel, den dann die Greiferanbauteile gegenüber der Horizontalen einnnehmen, beträgt dann etwa 50° bis 70°. Außerdem reichen die Anbauteile, wie bereits oben ausgeführt wurde, weiter nach oben. Dies ermöglicht mit dem Greifer eine Heueinlagerung und -entnahme dicht an der Dachhaut und in einer Höhe, die mit einem normal nach unten hängenden Greifer nicht erreichbar wäre. Eine zusätzliche Belastung des Hubseiles bzw. auch der Greiferhubwinde wird vermieden, denn die zusätzliche Schrägstellung der Greiferanbauteile wird allein durch eine entsprechende Voreinstellung derselben am Greifer selbst erreicht. Die Greiferanbauteile sind verhältnismäßig einfach im Aufbau und damit billig in der Herstellung. Auch lassen sie sich bei einem bereits vorhandenen Kran ohne weiteres nachrüsten. Darüber hinaus läßt sich die erfindungsgemäße Ausführung auch in Kombination mit einem Ausleger verwenden, dessen Wippbewegung gemäß der AT-PS 3 18 854 durch die Greiferhubwinde (Seilwinde des Hubseiles) bewirkt wird. Hierdurch ergibt sich eine einfachere Gesamtkonstruktion des Kranes.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Die Erfindung ist in folgendem, anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigt
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Fig. 1 eine Seitenansicht des Auslegerendes und des Greifers mit abgesenktem Ausleger,
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Fig. 2 eine Seitenansicht beider Teile mit hochgewipptem Ausleger.
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In der Zeichnung ist mit 1 das Auslegerende eines um eine horizontale Achse wippbaren Auslegers eines Heukranes bezeichnet. Am freien Auslegerende 1 ist der Greifer 2 mittels eines Hubseiles 3 angehängt und mittels dieses Hubseiles 3 heb- und senkbar. Damit die nicht dargestellte Seilwinde gleichzeitig zum Heben und Senken des Greifers 2 und auch zum Wippen des Auslegers verwendet werden kann, ist das Hubseil 3 von der Seilwinde flaschenzugartig in mehreren Strängen über am Kran und am Auslegerende 1 angeordnete Seilrollen und dann zum Greifer geführt, wobei die Anzahl der Seilstränge zwischen dem Kran und dem Auslegerende 1 sowie zwischen letzterem und dem Greifer so ausgelegt ist, daß die Seilkraft in den Seilsträngen zwischen Kran und Auslegerende größer ist als in den Seilsträngen zwischen Auslegerende und Greifer 2. Die Wippbewegung des Auslegers nach unten wird durch ein biegsames Zugglied 4 begrenzt.
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Am Auslegerende 1 ist ein Abstützteil 5 angeordnet, welches um eine horizontale, quer zur vertikalen Längsmittelebene des Auslegers verlaufende Achse 6 schwenkbar und mittels eines Querbolzens 7 in einer vorbestimmten Lage feststellbar ist. An dem Abstützteil 5 ist im Bereich unterhalb der am Auslegerende 1 gelagerten Seilrollen 8 eine nach unten offene Gabel 9 vorgesehen. An einer Greiferseilflasche 10 ist ein Querbolzen 11 angeordnet, der mit der Gabel 9 zusammenwirkt. Ferner ist an dem Abstützteil 5 eine nach unten ragende Stützanordnung 12 vorgesehen, die mit einer am Greiferkopf 2 a vorgesehenen Anschlagfläche 13 zusammenwirkt. Die Stützanordnung 12 und die Anschlagfläche 13 sind gegenüber der Gabel 9 und dem Querbolzen 11 zum Kran hin versetzt angeordnet. Die Stützanordnung 12 besteht zweckmäßig aus zwei symmetrisch zur Längsmittelebene des Auslegers angeordneten Stützen. Seitlich der Anschlagfläche 13 sind schräge Einführungsflächen 13 a für die unteren Enden 12 a der Stützen bzw. der Stützanordnung vorgesehen.
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Der Greifer 2 selbst besteht aus zwei gegeneinander mittels des Hydraulikzylinders 15 schwenkbaren Rahmenteilen 14, von denen jedes einen sich im wesentlichen parallel zur vertikalen Längsmittelebene des Auslegers erstreckenden Längsholm 14 a aufweist. An jedem Längsholm 14 a sind mehrere Greiferzinken 14 b angeordnet.
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Gemäß der Erfindung sind vier Greiferanbauteile 16 und 17 vorgesehen, von denen zwei in der Zeichnung sichtbar sind. Die vier Greiferanbauteile 16, 17 sind durch nicht dargestellte Verbindungsmittel mit den vier Enden 14&min; der beiden Längsholme 14 a lösbar zu verbinden. Jedes der vier Greiferanbauteile besteht aus einem Längsteil 16 a, 17 a, mit mehreren daran angeordneten Zinken 16 b, 17 b.
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Die dem Kran abgewandten, äußeren Greiferanbauteile 16 sind je um eine quer zur Längsmittelebene des Auslegers verlaufende Schwenkachse 18 hochschwenkbar mit den Längsholmen 14 a verbunden und in der eingestellten Schwenkstellung mittels einer Feststelleinrichtung 19 feststellbar.
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Die Feststelleinrichtung 19 besteht zweckmäßig aus einem in radialem Abstand von der Schwenkachse 18 angeordneten, bogenförmigen Blech 19 a, welches über die nicht dargestellte Verbindungseinrichtung mit dem Längsholm 14 a verbunden ist. Das bogenförmig gekrümmte Blech weist mehrere Querbohrungen 20 auf. An dem Greiferanbauteil 16 ist ferner eine Lasche 21 befestigt, die ebenfalls eine Querbohrung aufweist. Das Greiferanbauteil 16 wird von Hand um die Schwenkachse 18 hochgeschwenkt und dann durch Einstecken des Querbolzens 22 in der gewünschten Lage arretiert. Der Querbolzen 22 kann über eine bekannte Sicherungsspange 23 gesichert werden.
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Zur Aufnahme von Heu oder einem anderen Futter wird der Greifer 2 in der in Fig. 1 dargestellten Stellung des Auslegers und des Greifers abgesenkt. Die beiden geöffneten Greiferrahmen 14 und die Greiferanbauteile 16, 17 nehmen hierbei die gestrichelt eingezeichnete Lage ein. Wenn der Greifer in das aufzunehmende Heu eingedrungen ist, werden die Greiferrahmen 14 a mittels des Hydraulikzylinders 15 geschlossen und nehmen dann die voll ausgezeichnete Stellung ein. Der mit Heu gefüllte Greifer wird bis zum Auslegerende 1 hochgezogen, wobei der Querbolzen 11 in der Gabel 9 zur Anlage kommt. Außerdem legt sich die Stützfläche 13 an den unteren Enden 12 a der Stützanordnung 12 an. Sollte der Greifer 2 gegenüber der Längsmittelebene des Auslegers etwas verdreht sein, dann werden die unteren Enden 12 a durch die schrägen Einführungsflächen 13 a geführt und der Greifer 2 wird damit auch gegenüber der Längsmittelebene des Auslegers so ausgerichtet, daß die Längsholme 14 a im wesentlichen parallel zur Längsmittelebene verlaufen. Durch die Anlage des Querbolzens 11 in der Gabel 9 und der unteren Enden 12 a an der Anschlagfläche 13 wird der Greifer 2 in einer vorbestimmten Winkellage gegenüber dem Auslegerende 1 arretiert. Durch weiteres Betätigen der nicht dargestellten Seilwinde des Hubseiles 3 kann nunmehr der Ausleger hochgeschwenkt werden. Hierbei stellt sich der Greifer 2 gegenüber der Horizontalen schräg, wobei die äußeren Anbauteile 16 gegenüber der Horizontalen aufgrund ihrer bereits vorher eingestellten Neigung gegenüber dem Längsholmen 14 a eine noch größere Schrägstellung erreichen, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist. In dieser Stellung kann man Heu oder sonstiges Futter dicht unter der Dachhaut D und auch sehr hoch einlagern bzw. gegebenenfalls auch entnehmen.
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Dadurch, daß die Greiferanbauteile 16 mehr oder weniger gegenüber den Längsholmen geschwenkt werden, kann man den Greifer verschiedenen Dachneigungen anpassen. Man kann den Greifer aber auch so betreiben, daß man die Anbauteile 16 in eine horizontale Lage bringt bzw. man kann die Greiferanbauteile 16, 17 auch ganz entfernen und mit dem Greifer 14 für sich alleine arbeiten. Dies ist dann für eine Futterentnahme aus einem Silo von Vorteil.