DE3501649C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Gefechtskopf gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1 bzw. des Anspruches 4.
Solche Gefechtsköpfe sind aus der DE-OS 31 30 418 bekannt, um durch
kaskadierte Strahleffekte konzentrischer, in Abstrahlrichtung zunehmend
aufgeweiteter Hohlkegelstumpfeinlagen die Strahl-Eindringwirkung
in die Tiefe auch moderner Verbundpanzerungen zu verbessern.
Aus der DE-OS 27 41 984 ist es für einen Gefechtskopf mit gegenüber
seinem Bewegungsvektor angestellter Strahlrichtung bekannt, die
Einlage derart unsymmetrisch umzuformen, daß auch unter Einfluß
einer aerodynamischen Queranströmung die Strahl-Partikel sich hinter
einander in der selben Bahn bewegen. Dadurch soll die Eindringwirkung
in die Zielpanzerung sichergestellt werden, obgleich sich Bewegungs
komponenten quer zur Strahlausbreitungsrichtung der Wirkrichtung
des Strahles überlagern.
Die gleichen Maßnahmen sind zum gleichen Zweck aus der DE-OS 28 45 414
bekannt, also eine exzentrische Anzündung der Sprengladung derart,
daß die für tiefe Wirkung im Ziel anzustrebende Geradlinigkeit des
Strahles - trotz Bewegung des Trägergeschosses quer zur Strahlrichtung -
beibehalten bleibt.
Aus der DE-OS ist es bekannt, zeitlich vor der Ausbildung eines
Haupt-Strahles eine Hilfseinlage zu einem räumlich dagegen versetzten
Hilfsstrahl umzuformen, der Abwehrmittel am Ziel (insbesondere in
Form von aktiven Panzerungen) auslösen und dadurch bis zum Eintreffen
des Hauptstrahles schon unwirksam gemacht haben soll. Aus der DE-AS
20 08 157 ist es bekannt, zur Depotsicherung eine Strahlausbildung
dadurch zu vermeiden, daß die Einlage mechanisch von der Sprengladung
abgehoben und aus der Gefechtskopf-Längsachse verschoben wird, so
lange der Gefechtskopf noch nicht scharfgestellt ist.
Der erfindungsgemäßen Aufgabenstellung liegt die Erkenntnis zugrunde,
daß an sich bei strahlbildender Hohlladungs-Gefechtsköpfen stets
angestrebt wird, die Partikel aus der umgeformten Einlage zu einem
möglichst dünnen Strahl zu bündeln; dessen Gefechtswirkung im Zielobjekt
aber aufgrund geringer Energieumsetzung doch vergleichsweise gering
ist, wenn (zumal bei großem Gefechtskopf-Kaliber und bei relativ
weicher Zielobjekt-Panzerung) bereits die schnellsten, also zuerst
auf die Panzerung auftreffenden Partikel zu einer Zielobjekt-Perforation
führen, durch die die nachfolgenden, etwas langsameren Strahl-Partikel
- praktisch ohne Abgabe ihrer kinetischen Energie in das Zielobjekt -
mehr oder weniger ungehindert hindurchtreten können.
Aus diesen Überlegungen heraus liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, mit einfachen
Mitteln eine Wirkungsverbesserung von gegen nur halb
hart gepanzerte Zielobjekte eingesetzten Hohlladungs-Gefechtsköpfen
sicherzustellen.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird dadurch gelöst,
daß gattungsgemäße Hohlladungs-Gefechtsköpfe gemäß den Kennzeichnungs
merkmalen der Ansprüche 1 oder 5 zur Anwendung gelangen.
Nach der Erfindung wird also gerade von der sonst regelmäßig angestrebten,
möglichst engen Bündelungen aller Einlagen-Partikel in einem einzigen
Strahl Abstand genommen und statt dessen der Umform-Mechanismus der
Einlage derart abgewandelt, daß unterschiedliche Massen (und damit
unterschiedliche Abgangsgeschwindigkeiten) aufweisende Einlagen-Partikel
in voneinander abweichenden, insgesamt also einen gedehnten Schwer
punktsbereich beschreibenden, Teilstrahlrichtungen eines aufgefächerten
Gesamt-Strahles abgeschleudert werden und demzufolge nacheinander
und nebeneinander auf die Panzerung des Zielobjektes auftreffen.
Dadurch erbringen die nacheinander eintreffenden Partikel in der
halbweichen Panzerung des Zielobjektes nebeneinanderliegende Einschlag
wirkungen; d. h. sie reißen eine entsprechend gedehnte (längliche)
Öffnung auf, die der massereichere aber langsamere Stößel aus der
Einlagen-Restmasse leicht durchdringen kann, um seine Bewegungs
energie hinter der äußeren Panzerung des Zielobjektes in eine ent
sprechend wirksame Druckwelle umzusetzen.
Diese Richtungsverteilung der Partikel zur Ausbildung eines aufge
fächerten Strahles kann grundsätzlich durch eine im Gefechtskopf
unsymmetrisch auf die Einlage einwirkende Detonationswellenfront
erzielt werden. Am einfachsten ergibt sich eine konstruktiv vorher
gebbare Auffächerung durch eine zentrisch-symmetrisch ausgelöste
Detonationswellenfront bei dagegen unterschiedlich geneigten Achsen
voreinanderliegender Einlagen-Kegelstümpfe. Eine Umschaltung zwischen
mehreren zentrisch und exzentrisch zur Gefechtskopf-Längsachse vor
gesehenen Anzündelementen eröffnet die Möglichkeit, je nach der
zu erwartenden Panzerungsstärke des zu bekämpfenden Zielobjektes
die konstruktiv vorgegebene Auffächerung noch zu vergrößern oder
wieder zu komprimieren, also die Gefechtskopf-Wirkung der Panzerungs
härte in gewissen Grenzen anzupassen, wie es als solches vorbekannt
ist aus der GB-OS 20 65 840. Dort ist dafür allerdings eine örtlich
definierte Überlagerung definiert verzögerter Anzünd-Detonations
wellen erforderlich. Die damit auftretenden Dimensionierungs- und
Ansteuerungsprobleme entfallen, wenn gemäß vorliegender Erfindung
eine Auswahl zwischen unterschiedlichen Anzündelementen getroffen
werden kann. Die Anwahl bestimmter zentrisch bzw. exzentrisch ange
ordneter Anzündelemente einzeln oder in Kombination erbringt je
nach der gegebenen Geometrie und Anordnung der strahlbildenden Einlagen
unterschiedlich starke Auffächerungen der abgehenden Partikel unter
schiedlicher Massen zur gesteuerten Anpassung an die zu erwartende
Panzerungshärte des zu bekämpfenden Zielobjektes.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beschreibung zweier
in der Zeichnung unter Beschränkung auf das Wesentliche stark abstrahiert
und nicht ganz maßstabsgerecht dargestellter bevorzugter Realisierungs
beispiele näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 in Seitenansicht einen Gefechtskopf mit aus mehreren
Abschnitten zusammengefügter Hohlladungs-Einlagen,
die unterschiedliche Spitzkegel-Winkel und gegen
einander geneigte Kegelachsen aufweisen,
und
Fig. 2 entsprechend Fig. 1 einen Gefechtskopf mit mehreren,
auch exzentrisch zur Kegelachse einer konzentrisch
angeordneten Einlage angeordneten und über eine
Umschalteinrichtung anwählbaren Anzündelementen.
Die in der Zeichnung im Axial-Längsschnitt skizzierten Gefechtsköpfe 1
weisen innerhalb einer zylindrischen Einfassung 2 eine Sprengladung 3,
mit rückwärtig angeordnetem Anzündelement 4, hinter einer konzentrisch
in der Einfassung 2 angeordneten Spitzkegel-Einlage 5 auf, wie es
als solches für panzerbrechende Hohlladungs-Munition bekannt ist;
weshalb hier auf die Möglichkeiten zur Verbringung solcher Gefechts
köpfe 1 an ein zu bekämpfendes Zielobjekt und auf die Mittel zur
wirkungsoptimierten Zündansteuerung des Anzündelementes 4 (in geeignetem
Abstand vor dem Zielobjekt) nicht näher eingegangen zu werden braucht.
Um im Interesse günstigerer Gefechtswirkung insbesondere bei halbhart
gepanzerten Zielobjekten - worauf unten im Zusammenhang mit Fig. 2
noch näher eingegangen wird - mit der Zündung der Sprengladung 3
keinen allein in der Längs- und Wirkachse 6 des Gefechtskopfes 1
konzentrierten, aus der Sprengstoff-Umformung der Einlage 5 hervor
gehenden dünnen Partikel-Strahl, sondern einen verschwenkt-aufge
fächerten Strahl 7 hervorzurufen, befindet sich beim Ausführungs
beispiel gemäß Fig. 1 vor der Spitzkegel-Einlage 5 zusätzlich wenigstens
eine Hohlkegelstumpf-Einlage 8 größeren Kegel-Öffnungswinkels und
mit gegen die Längsachse 6 des Gefechtskopfes 1 verschwenkter Kegel
achse 9. Beim zeichnerisch skizzierten Ausführungsbeispiel ist davor
noch vorgesehen, die Hohlkegelstumpf-Einlage 8 übergehen zu lassen
in eine weitere Hohlkegelstumpf-Einlage 8′ mit noch größerem Kegel
öffnungswinkel und weiter verschwenkter Kegelachse 9′.
Diese einzelnen Achsen 6, 9, 9′ entsprechen etwa den Abgangsrichtungen
der einzelnen Teil-Strahlen des aufgefächerten Bündel-Strahles 7,
wie in der Zeichnung veranschaulicht.
Eine vom Anzündelement 4 konzentrisch um die Spitzkegel-Achse 6
sich in der Sprengladung 3 ausbildende Detonationswellenfront 10
führt bei der symmetrisch zur Längsachse 6 angeordneten Einlage 5
zu einem in Richtung dieser Gefechtskopf-Längsachse 6 abgehenden
Partikel-Teilstrahl; wobei in der Zeichnung nicht näher berücksichtigt
ist, daß diese Abgangsrichtung auf dem Wege der Einlagen-Partikel 11
zum Zielobjekt (aufgrund von Umwelt-Querströmungseinflüssen) in
der Regel nicht ganz beibehalten bleibt.
Die von Anzündelementen 4 bzw 4′ ausgehende und weiter fortschreitende
Detonationswellenfront 10 bewirkt danach die Umformung der Hohlkegel
stumpf-Einlage 8 mit zur Längsachse 6 geneigter Kegelachse 9, mit
der Folge entsprechend verschwenkten Abgangswinkels der diesbezüglichen
Strahlen-Partikel 11. Je stärker die Einlage-Achse 9′ gegenüber
der Ausbreitungs-Richtung der Detonationswellenfront 10 geneigt
ist, desto stärker weicht die Abgangsrichtung des Partikel-Strahles
von dieser ab.
In Fig. 2 ist die Wirkung des Gefechtskopfes 1 in einem relativ
weich gepanzerten Zielobjekt 12 berücksichtigt, das in gewissem
Abstande vor einer Innenwand 13 eine Panzerplatte 14 trägt. Die
normalerweise bei solchen strahl- oder stachelbildenden Hohlladungs-Ge
fechtsköpfen 1 symmetrisch angestrebten Abgangs-Gegebenheiten bewirken,
daß die Spitzkegel-Einlage 5 zu einem in der Wirk- und Längsachse 6
abgeschleuderten, sehr dünnen Partikel-Strahl umgeformt wird; der
bekanntlich im wesentlichen aus Einlagenmaterial-Partikeln 11 sehr
hoher Abgangsgeschwindigkeit besteht, gefolgt von einem massereicheren
aber dagegen recht langsamen, aus der Restmasse der Einlage 5 ge
formten Stößel 15 (wie etwa in der DE-OS 33 01 148 näher erläutert).
Der hinsichtlich seiner Energiekonzentration hochgezüchtete, im
Durchmesser nur einige Millimeter starke, auf die Längsachse 6 konzen
trierte Partikel-Strahl kann die Panzerplatte 14 und die Innenwandung 13
des Zielobjektes 12 durchbohren.
Wenn dabei hinter der Innenwand 13 nicht gerade beispielsweise ein
Munitionsmagazin getroffen und dadurch gezündet wird, ist die Wirkung
im Zielkobjekt 12 jedoch gering, weil der Strahl lediglich dünne
Perforationen 16 hervorruft.
Dagegen führt ein aufgefächterter Strahl 7 insbesondere bei halbweichen
Panzerungen bzw. bei großkalibrigen Gefechtsköpfen 1 zu einer wirkungs
volleren Energieumsetzung im Zielobjekt 12. Denn die nun massereicheren
und dadurch langsameren Partikel 11 treten nun nicht mehr praktisch
ungehindert direkt durch eine von schnelleren Partikeln 11 schon
freigelegte Perforation 16 hindurch; sondern die nacheinander das
Zielobjekt 12 erreichenden Partikel 11 treffen nebeneinander auf
und öffnen, aufgrund dieser gestaffelten Wirkungs-Verteilung, ein
schlitzförmiges Langloch 17 in der äußeren Panzerplatte 14.
Der aufgefächerte Strahl 7 führt also zu einer wesentlich wirkungs
volleren Energieumsetzung der gesamten aus der ursprünglichen Einlage 5
umgeformten Masse, verglichen mit der Wirkung eines konzentrierten
Strahles, im halbweich gepanzerten Zielobjekt 12.
Entsprechend dem Wirkmechanismus nach Fig. 1 findet auch nach Fig. 2
wieder eine richtungsmäßige Auffächerung der einzelnen mit unter
schiedlichen Abgangsgeschwindigkeiten auf das Zielobjekt 12 geschleuderten
Partikel 11 dadurch statt, daß die von der Sprengladung 3 auf die
Einlage 5 einwirkende Detonationswellenfront 10 nicht konzentrisch
zur Kegel-Achse 6, sondern exzentrisch einwirkt. Nach Fig. 2 ist
dabei nicht eine gemäß Fig. 1 aus unterschiedlichen Kegelachsen 6, 9, 9′
zusammengesetzte Einlage 5-8-8′ vorgesehen, sondern nur die herkömmlicher
weise konzentrisch zur Einfassungs-Längsachse 6 eingebaute hohle
Spitzkegel-Einlage 5. Hinter der Sprengladung 3 ist wieder wenigstens
ein Anzündelement 4′ exzentrisch zu deren Längsachse 6 angeordnet,
um die hiergegen geneigt wirkende Detonationswellenfront 10 hervorzu
rufen.
Um je nach der Härte ihrer Panzerung unterschiedliche Zielobjekte 12
möglichst wirksam zu bekämpfen, kann - wie in Fig. 2 symbolisch
zusätzlich berücksichtigt - vorgesehen sein, mittels einer Umschalt
einrichtung 18 vor dem Start bzw. Abschuß des Gefechtskopfes 1 eine
Auswahl zwischen unterschiedlich bezüglich der Längsachse 6 gelegenen
Anzündelementen 4/4′ vorzunehmen. Dabei kann vorgesehen sein, nur
eines von mehreren oder eine Kombination von gegeneinander versetzten
Anzündelementen 4/4′ anzusteuern und dadurch die Auffächerung des
Strahles 7 aus richtungsmäßig gegeneinander versetzt abgehenden
Partikeln 11 qualitativ vorzugeben. Bei dieser Umschalteinrichtung
18 kann es sich um einen manuell zu betätigenden Wahlschalter (ver
gleichbar der manuell vorgebbaren Zündverzögerungszeit bei Zeit
zünder-Munition) handeln; oder aber um eine elektronische Schaltein
richtung, die (ähnlich beispielsweise der bekannten induktiven Infor
mationseinspeisung von Zündzeitpunkt-Verzögerungsinformationen beim
Abschuß von Geschossen aus Waffenrohren) über ein, z. B. an die Abschuß
einrichtung angekoppeltes, Steuergerät (in der Zeichnung nicht be
rücksichtigt) nach Maßgabe des geradezu bekämpfenden Zielobjektes
12 beeinflußt wird.
Claims (5)
1. Gefechtskopf (1) mit vor seiner Sprengladung (3) angeordneter
strahlbildender Spitzkegel-Einlage (5), die an ihrer Basis in
eine Hohlkegelstumpf-Einlage (8) größeren Kegelwinkels übergeht,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ineinanderübergehenden Kegel gegeneinander verschwenkte
Kegelachsen (9) aufweisen.
2. Gefechtskopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Hohlkegelstumpf-Einlagen (8, 8′) mit anwachsenden
Kegelwinkeln und zunehmend gegenüber der Längsachse (6) ver
schwenkten Kegelachsen (9, 9′) voreinander ausgebildet sind.
3. Gefechtskopf nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß hinter den Einlagen (5, 8, 8′) in der Sprengladung (3) wenigstens
ein exzentrisch zur Längsachse (6) gelegenes Anzündelement (4′)
vorgesehen ist.
4. Gefechtskopf nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Umschalteinrichtung (18) für wahlweise Ansteuerung
von wenigstens einem zentrisch oder exzentrisch zur Längsachse
(6) angeordneten Anzündelement (4 bzw. 4′) vorgesehen ist.
5. Gefechtskopf (1) mit strahlbildender Spitzkegel-Einlage (5)
vor seiner Sprengladung (3) und mit mehreren auch exzentrisch
bezüglich der Kegelachse (9) angeordneten Anzündelementen (4, 4′),
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Umschalteinrichtung (18) für wahlweise Ansteuerung
einer Auswahl von exzentrisch zur
Längsachse (6) angeordneten Anzünd
elementen (4′) vorgesehen ist.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |