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Zahnärztliche Bohr- und Fräsynaschine für Fuß- und ldiotorbetrieb.
Die bekannten zahnärztlichen BohTmaschinen, welche wahlweise entweder für--Fußbetrieb
oder Motorbetrieb verwendbar sind, bedingen für das Umstellen von der einen zur
anderen Antriebsart einen außerordentlichen Zeitaufwand, weil die hierfür erforderlichen
umständlichen Maßnahmen einem vollständigen Abbau und Wiederaufbau der Maschine
gleichkommen. Um z. B. die für Motorbetrieb eingerichtete Maschine für Betrieb mittels
Fußtritts umzubauen, müssen bei .der bekannten Ausführung nicht nur die Riemenscheiben
ausgewechselt sowie eine solche samt dem zugehörigen Riemen überhaupt entfernt werden,
sondern es muß auch der Motor von seiner Tragplatte abgeschraubt, der Maschinenständer
vom Fuß gelöst und nach Entfernen der Motortragplätte wieder auf den Maschinenfuß
aufgeschraubt sowie endlich. der Fußtritt angebracht werden.
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Wenn die Notwendigkeit des Umbaues der bisher motorisch betriebenen
Maschine auf Fußantrieb, wie dies unter Umständen bei plötzlichen Störungen oder
bei Schwierigkeiten in der Stromversorgung und Beschränkung der Kraftstromabgabe
auf nur wenige Tagesstunden leicht vorkommen kann, in die regelmäßigen Behandlungsstunden
des Zahnarztes fällt, so fallen die durch den Umbau verursachten Zeitverluste derart
ins Gewicht, daß der durch die Möglichkeit der Wahl der Antriebsart :gegebene Vorteil
der bisher bekanatenMaschinen jede praktische Bedeutung verliert, so daß die Bereitstellung
je einer besonderen Maschine für Motor- und für Fußantrieb, die durch die bekannte
Maschine gerade überflüssig .gemacht werden soll, trotz der wesentlich höheren Anlagekosten
vorzuziehen wäre.
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Die Erfindung bezweckt nun, zahnärztliche Bohr- und Fräsmaschinen,
die wahlweise motorisch oder durch Fußtritt betrieben `werden können, so auszubilden,
daß der Übergang von der einen zur anderen Betriebsart rasch und ohne Zeitverlust
durch wenige Handgriffe bewerkstelligt werden kann, wobei gegenüber dem rein elektrischen
Betrieb nur ein ganz geringfügiger Mehrverbrauch von Strom und nur eine ganz unwesentliche
Erhöhung der Anschaffungskosten bedingt wird. Die Erfindung besteht .darin, daß
der Elektromotor im Kopfe des Lagerfußes für das Schwungrad eines bekannten Tretkurbelschnurtriebes
untergebracht, das Tretkurbelschwungrad auf der einen Lagerungsnabe der Motorwelle
lose angeordnet und die Tragstange des oberen Schnurlaufrädchens entweder an einer
Stativstange, die auf einer das Motorgehäuse umfassenden Traggabel befestigt ist,
oder durch Umstecken eines auf dieser Traggabel sitzenden, bei Fußbetrieb abwärts
und bei Motorbetrieb aufwärts zu richtenden, gebogenen Tragarmes so einstellbar
ist, daß ein einziger Treibriemen für Motor- und Fußbetrieb paßt.
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Durch die Motoranordnung gemäß der Erfindung wird weiter der- Vorteil
erreicht, daß der kombinierte Antrieb keinen größeren Raum beansprucht wie ein einfacher
Fußantrieb, so .daß- sich die neue Maschine besonders auch für sogenannte fliegende
Lazarette
eignet, die dann da, wo Strom vorhanden ist, diesen ausnutzen
können, ohne jedoch diesen Vorteil mit der Notwendigkeit des Mitführens von Raum
beanspruchenden Sonderteilen bezahlen zu müssen, wie dies bei der bekannten Maschine
mit kombiniertem Antrieb der Fall sein würde.
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Auf der Zeichnung ist eine Ausführungsford der kombinierten Bohrmaschine
beispielsweise veranschaulicht.
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Abb. z ist ihre Vorderansicht, Abb. 2 ihre Seitenansicht und Abb.
3 ihre Oberansicht.
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Abb. ¢ läßt eine andere Ausführungsform der Einstellvorrichtung für
die obere Schnurlaufrolle erkennen.
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Der Elektromotor a ist im Topf des Lagerfußes b für das Schwundtriebrad
c eines im übrigen bekannten Tretkurbeltriebes untergebracht. Der Motor nimmt also
keinen besonderen Raum ein, der von dem Tretkurbeltrieb nicht ohnehin beansprucht
werden würde. Ebenso nimmt ein an sich bekannter, nicht dargestellter Fußkontakthebel
zum Regulieren des Motors nur einen Teil des am Tretkurbelgestell vorhandenen Raumes
ein und macht einen Handschalter sowie .die Verlegung von an einen solchen anschließenden
Leitungen und damit die Inanspruchnahme der Hand des Arztes entbehrlich. Das` Schwungrad
c sitzt lose auf der einen Lagerungsnabe d der Motorwelle f, welche auf ihrem andern
Ende die Schnurlaufrolle g trägt. An den Motorgehäusedeckeln h sitzt schwenkbar
und feststellbar eine Gäbel i, welche einen bei Fußbetrieb abwärts geneigten Arm
h nach Abschrauben der Mutter l uin-' steckbar aufnimmt. Der Arm k trägt
ein Rohr in, in dem in bekannter Weise das die obere Schnurlaufrolle e tragende
Rohr n nach Lösen der Mutter o verschiebbar und durch deren Wiederanziehen feststellbar
ist.
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Die Strecke, um welche =der Arm k bei Fußbetrieb unter sein Sitzmittel
herabreicht, ist so bemessen, daß die Verdoppelung dieser Strecke der Verlängerung
des Schnurlaufes beim Übergang vom Fußbetrieb zum Motorbetrieb entspricht. Die Verdoppelung
dieser Strecke wird erfindungsgemäß einfach durch Umstecken des Armes h in die strichpunktierte
Stellung nach vorheriger Umsteckung der Rohre in' n erreicht, Klemmt man
das Rohr in mittels der Klemmschraube s wieder in den umgesteckten Tragarm h, so
paßt die gleiche Schnur oder der gleiche Riemen p, der zuerst den Fußbetrieb übermittelte,
ohne weiteres auch für den Motorbetrieb, und es braucht für den letzteren dem bei
Fußantrieb verwendeten einzigen Riemen kein weiterer zugefügt zu werden.
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Statt des vorzuziehenden Umsteckarmes Je kann im Bereich der Erfindung
schließlich auch ein gewöhnliches Stativ r, hl, in nach Abb. q. denselben
Einstellzweck erfüllen.
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Der nette Kombinationsantrieb kommt billiger, als ein einzelner elektrischer
und ein einzelner Fußtrieb zusammengenommen, weil der für den Fußtrieb ohnehin.
erforderliche Lagerfuß b gleichzeitig dem Motor als Lager und Gehäuse dient und
der Motor daher keiner besonderenAufhänge- oder Aufstellausrüstung mehr bedarf.
Da ferner der einzige für den Fußantrieb erforderliche Treibriemen auch für den
Motorantrieb paßt und ausreicht, und da schließlich die Ausziehtragrohre m, n für
Fuß- und Motorbetrieb ebenfalls die gleichen sind, so erfordert der Motorantrieb
gegenüber dem Fußantrieb, abgesehen vom Motor selbst, keinerlei besondere Mehraufwendungen.
Die Umstellung vom Motor- auf Fußbetrieb oder umgekehrt nimmt nur ganz kurze Zeit,
bei einiger Übung etwa eine Minute in Anspruch.
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Der Stromverbrauch ist, weil auch bei Motorbetrieb infolge .der tiefen
Anordnung des Motors ein Schnurlauf mitgedreht werden muß, um einige Hundertstel
größer als für eine reine elektrische Antriebsvorr ichtu.ng ohne Schnurtrieb, aber
die gleichachsige Anordnung des Motorankers und des Tretkurbelschwungrades bedingt
keinen Stromaufwand, weil das Schwungrad lose auf der Lagernabe der Motorwelle sitzt
und auf letzterer weder reibt noch von ihr mitgenommen wird.