DE3468C - Mechanischer Malz-Keim-Apparat - Google Patents
Mechanischer Malz-Keim-ApparatInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12C—BEER; PREPARATION OF BEER BY FERMENTATION; PREPARATION OF MALT FOR MAKING BEER; PREPARATION OF HOPS FOR MAKING BEER
- C12C1/00—Preparation of malt
- C12C1/125—Continuous or semi-continuous processes for steeping, germinating or drying
- C12C1/13—Continuous or semi-continuous processes for steeping, germinating or drying with vertical transport of the grains
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C12C—BEER; PREPARATION OF BEER BY FERMENTATION; PREPARATION OF MALT FOR MAKING BEER; PREPARATION OF HOPS FOR MAKING BEER
- C12C1/00—Preparation of malt
- C12C1/027—Germinating
- C12C1/0275—Germinating on single or multi-stage floors
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
PATENTSCHRIFT
Klasse 6.
JOHANN SAMUEL BÖTTGER in NIEDERRABENSTEIN bei CHEMNITZ.
Mechanischer Malz-Keim-Apparat.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. August 1877 ab.
Längste Dauer: 1. Juni 1890.
Zweck des Apparates ist das mit vieler Arbeit und grofsen Gebäudekosten verbundene Keimen
der gequollenen Gerste auf den Malztennen in einem kleineren Raum mit weniger Aufwand von
Menschenkräften und besserem Erfolge zu bewerkstelligen.
Einrichtung des Apparates.
Die hauptsächlichsten wirksamen Theile des Apparates sind folgende:
1. Horizontal übereinander liegende Jalousien, welche aus einzelnen versteiften, schmalen, gelochten
Blechstreifen η η zusammengesetzt und so eingerichtet sind, dafs sich alle diese einzelnen
Streifen einer Jalousie aus ihrer anfänglich nahezu horizontalen Lage α α (vermittelst
einerseits oder beiderseits auf dem Drehzapfen der Streifen aufgesteckter kleiner Hebel ο ο und
gemeinschaftlicher Zugstangen //) gleichzeitig
in eine stark geneigte Lage b b bringen lassen.
Die eine oder zwei Zugstangen pp jeder Jalousie werden vermittelst Hebel q q von einer
aufserhalb des Apparates liegenden Welle r zeitweilig bewegt und durch Federn s, welche auf
diese Welle wirken, werden die Jalousien während der Ruhe geschlossen gehalten.
Das Oeffnen der Jalousien der aufeinander folgenden Etagen erfolgt einmal nach rechts,
einmal nach links.
2. Der von Hand bei d anzutreibende Mechanismus, welcher die zweckentsprechende Bewegung
der oben erwähnten Jalousien herbeiführt und aus zwei, durch ein Stirnrädervorgelege mit
gemeinschaftlichem Kettenrad vertical an der Aufsenwand des Apparates aufwärts gezogenen,
endlosen gallischen oder Blechketten h h besteht, die an zwei Stellen, bei e und /, durch je vier
dreikantige Prismen gg miteinander verbunden sind. Diese vier Prismen zwischen den Ketten
bewirken die periodische Drehung der oben erwähnten Wellchen r r um einen Winkel von ca.
60 ° durch Aufheben eines, auf jeder solchen Welle festgekeilten Daumens i, welcher dann
wieder abgleitet und in seine Ruhelage mit Welle, Hebel, Zugstange und Jalousie zurückkehrt.
Das Gestell des ganzen Apparates besteht aus vier vertical stehenden ! J -Eisen, welche auf
den schmalen Seiten unten durch je ein horizontal mittelst Blechecken angenietetes |~- Eisen u und
von da bis oben durch ein Netz von gufseisernen Lagerbalken versteift sind.
In den vielen horizontalen Bohrungen dieser Lagerbalken, welche durch verticale Angüsse w w
miteinander verschraubt sind, sind hinten und vorn die kleinen Zapfen der einzelnen Jalousiestreifen
ebenso, wie aufserhalb des Gestelles die Antriebswellen gelagert.
In den zwischen den gufseisernen Lagerleisten vermittelst Stiften und Riegeln angesetzten Blechfüllungen
xx, sowie in den Blech tafeln der Seitenwände sind Luftklappen gg angebracht,
welche unten etwas von der Innenfläche des Apparates nach aufsen gezogen sind, so dafs
sie sich von selbst in geschlossener Lage halten und ein Ausfallen des Malzes nicht gestatten;
geöffnet stehen dieselben horizontal. Alle Seitenwände und die Jalousien sind mit kleinen Löchern
versehen.
Handhabung und Benutzung des
Apparates.
Apparates.
Die gequollene Gerste wird auf die obere Jalousiefläche in einer angemessenen Höhe aufgetragen.
Kurze Zeit darauf wird durch Vorüberziehen der vier Prismen g g an dem Hebedaumen
i der Bewegungswelle r die obere Jalousie geöffnet und die gequollene Gerste fällt
auf die darunter liegende Jalousie; oben wird dann wieder frische Gerste aufgeschüttet und
fällt, wenn die Gerste von der darunter liegenden Fläche weiter nach unten gefallen ist, auch
wieder nach der zweiten Fläche; kurz, es entleert sich, von der untersten anfangend, eine
Jalousie nach der anderen, so dafs von jeder die im Apparat wachsende Gerste unter das
fertige Grünmalz in den zunächst darunter liegenden Raum fällt, nachdem dieser gerade leer
geworden ist.
Damit nun das beim Wachsen sich mit den entstehenden langen Wurzelkeimen verfilzende
Malz nicht theilweise an den einzelnen Jalousie^ streifen hängen bleibe, werden diese einzelnen
Streifen nach dem OefFnen der Jalousie noch
dreimal in eine stofsehde, rüttelnde Bewegung aus der Lage b b in die Lage c c gebracht, da-
durch, dafs der vermöge der Feder s in seine Ruhelage strebende Hebedaumen i von dem
ersten Prisma g zwischen den Ketten auf das zweite schlägt, dann wieder gehoben wird, um
noch zweimal zu fallen und sich dann mit der Jalousie in das Ruhelager' zu begeben. Sind
die Schüttel- Prismen einmal an sämmtlichen Wellen und Hebedäumen vorübergegangen, so
sind die anderen vier Prismen gerade unten angekommen und stehen für das nächste Wenden
bereit.
Das Wenden durch den ganzen Apparat wird nun so oft vorgenommen, als es die Etagenzahl
des Apparates und die Temperatur des Raumes, worin der Apparat arbeitet, erfordern; jedenfalls
so, dafs das Malz, unten ausfallend, ganz genau die richtige Entwickelung zeigt. Will man bei
Innehaltung regelmäfsiger Wendezeiten den Gang der Entwickelung aufhalten oder beschleunigen,
so sind die Klappen in den Seitenwänden da zu öffnen, wo die Temperatur zu hoch wird, da
zu schliefsen, wo die Entwickelung infolge zu niedriger Temperatur zu langsam vor sich geht
und die innere, durch den Keimprocefs entstehende Wärme, sowie die äufsere kältere Luft
werden dann den gewünschten Ausgleich bewirken und die Abführung der Kohlensäure sowie
Zuführung frischer Luft herbeiführen. Im übrigen ist der zum gewünschten Wachsthum
nöthigen Luft der Zutritt und die Circulation im Apparat durch die vielen kleinen Löcher der
Bleche und Jalousien stets gestattet und kann deshalb ein gefürchtetes Verschimmeln oder Verstocken
der etwa von früher zerdrückten oder halben Körner nicht erfolgen.
Unter Bezugnahme auf Blatt II und ΙΠ der Zeichnungen sind noch folgende Neuerungen
gegenüber der auf Blatt I dargestellten Construction anzuführen.
Anstatt der in der Figur Blatt I auf die Drehzapfen der einzelnen Jalousien aufgesteckten
Hebel ο ο sind auf Blatt II und III diese Hebel
mit den Drehzapfen aus einem Stück hergestellt, so dafs ■ ein Verdrehen dieser Hebel auf den
Axen nicht möglich ist.
Π.
Die Bewegung (das Kippen) der durch die Zugstangen p p mit einander in mechanischen
Zusammenhang gebrachten Jalousien wird durch einen Handhebel H bewirkt, welcher in der
Mitte dieser Zugstangen angreift und am Gestell bei g seinen Drehpunkt hat.
III.
Die Begrenzung der Schwingungen der Jalousien wird dadurch bewirkt, dafs die gemeinsamen
Zugstangen / p auf die Knaggen k k aufschlagen,
welche an beiden Enden der gufseisernen Seitenwände sich befinden.
IV.
Bei den gufseisernen Seitenschildern, welche die Lager der Jalousiezapfen tragen, sind die
auf Blatt I gelochten Blechfüllungen χ χ weggelassen
und die Oeffnungen zum grofsen Theil ganz offen gelassen. Um das seitliche Herausfallen
von Körnern zu verhüten, sind die schrägen Flächen F F angeordnet.
V.
Auch die beiden anderen Seiten des Apparates sind ganz offen gelassen und wird das seitliche
Herabfallen der Körner theils durch die schrägen Bleche BB, theils durch-die Winkeleisen ww
verhindert.
Der Höhen-Abstand zwischen zwei Etagen beträgt 230 mm, die Entfernung von Mitte der
Zapfen einer Jalousie bis Mitte der Zapfen der nächsten beträgt 96 mm.
Handhabung und Benutzung des Apparates bleibt dieselbe, wie des auf Blatt I dargestellten
Apparates.
Verschiedenheit des Apparates von anderen.
Apparate zu ähnlichen und denselben Zwecken sind schon ausgeführt; es unterscheidet sich der
beschriebene Apparat von allen bekannten hauptsächlich dadurch, dafs das Malz während des
Lagerns in einer Etage als eine zusammenhängende Masse auf einer fast ebenen, luftdurchlassenden
Fläche wächst und sich nicht in Rinnen und dergleichen, wie bei anderen Apparaten,
portionenweise verschieden, entwickelt; ferner dadurch, dafs das Malz beim Niederlassen
in eine darunter liegende Etage in sehr schmale Streifen zertheilt und beim einseitigen Abrutschen
von den Jalousietheilen infolge gröfserer Reibung der Keime an den durchlöcherten Auflageflächen
etwas überstürzt wird, was eine sich immer verändernde Lage der Malzkörner gegen einander
hervorbringt und ein durchaus gleichförmiges. Wachsen aller Partien ermöglicht.
Durch die eigenthümliche, stofsweise ruckende Oscillation der einzelnen Jalousietheile werden
übrigens alle hängenbleibenden Körner etwas weiter abgeschleudert und die niedergehaltene
Malzschicht zeigt eine ganz ebene Fläche, auf welcher man viel leichter als in anderen Fällen
ein verändertes Fortschreiten der Ehtwiekelung und damit die Nothwendigkeit erkennt, eine
Temperaturveränderung durch Schliefsen oder Oeffnen von Klappen zu bewirken. Es ist des^
halb gerade auf das Ebensein der luftdurchlassenden Auflagefläche und den eigenthümlichen
Schüttel- und Abkipp - Mechanismus ein besonderes Gewicht zu legen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3468C true DE3468C (de) |
Family
ID=282464
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT3468D Active DE3468C (de) | Mechanischer Malz-Keim-Apparat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3468C (de) |
-
0
- DE DENDAT3468D patent/DE3468C/de active Active
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