DE345668C - Verfahren zur Verbesserung der Absorption nitroser Gase durch Wasser - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Absorption nitroser Gase durch Wasser

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DE345668C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B21/00Nitrogen; Compounds thereof
    • C01B21/20Nitrogen oxides; Oxyacids of nitrogen; Salts thereof
    • C01B21/24Nitric oxide (NO)
    • C01B21/26Preparation by catalytic or non-catalytic oxidation of ammonia

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Description

  • Verfahren zur Verbesserung der Absorption nitroser Gase durch Wasser. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der wäßrigen Absorption nitroser Gase. Die industrielle Absorption nitroser Gase, wie sie beispielsweise bei den Denitrierprozessen, ferner bei der Oxydation von Ammoniak sowie bei der elektrischen oder thermischen Luftverbrennung entstehen, wird, um als Endprodukt Salpetersäure zu erhalten, mit Hilfe von Wasser in der Weise durchgeführt, .daß die nitrosen Gase innerhalb der Absorptionsanlage dem Wasser entgegenwandern, wodurch die nitrosen Gase erschöpft werden, während das. Wasser allmählich Salpetersäure aufnimmt und je nach Stärke der nitrosen Gase die Absorptionsanlage als Salpetersäure von 3o bis 5o Prozent H NO,-Gehalt verläßt. Bei den großen Gasmengen, die für industrielle Leistungen in Frage kommen, wird nun allge= mein die Absorptionsanlage in einzelne Teile zerlegt, und zwar werden hierfür hauptsächlich Rieseltürme angewandt, die dem Austausch zwischen Flüssigkeit und Gas eine große Oberfläche darbieten. Um die Oberfläche ausgiebig zu benetzen, ist es notwendig, die gleiche Flüssigkeitsmenge mehrfach durch .denselben Turm zu schicken, wobei jeweils ein bestimmter Bruchteil der zirkulierenden Säuremenge dem in der Gasrichtung vorangehenden Turm zugeführt wird. Infolge des Umstandes, daß die zirkulierende Säure sich dauernd im annähernden Gleichgewicht mit den Gasen befindet, die den betreffenden Turm durchstreichen, wird die Absorption im allgemeinen ziemlich verzögert, und diese Verzögerung bedingt eine entsprechende sehr erhebliche Vergrößerung der Absorptionsanlage, womit nicht nur die Kosten für Verzinsung und Unterhaltung, sondern auch die Betriebskosten entsprechend wachsen. Es wurde nun gefunden, daß man diesen Übelstand sehr weitgehend dadurch beheben kann, daß man .die Absorptionsflüssigkeit, bevor sie wieder auf den betreffenden Turm aufgegeben wird, mittels eines Stromes frischer Luft .ausbläst, und zwar im Gegenstrom. Hierbei tritt erstens eine fast vollständige Befreiung der zirkulierenden Absorptionsflüssigkeit von nitro@;en Gasen ein, außerdem aber eine wesentliche Abkühlung der-'Absorptionsflüssigkeit, und zwar einerseits durch.:. die kühlende Wirkung der Luft an sich,- anderseits durch die Verdampfung der Absorptionsflüssigkeit. Die so ausgeblasene Säure besitzt eine wesentlich stärkere Absorptionsfähigkeit als die nicht ausgeblasene, und führt somit zu einet rascheren Erschöpfung der nitrosen Gase, als es die nicht ausgeblasene Säure vermag. Bei entsprechender Beiiiessung der Länge des Ges@enstrom@ce@@s enthält die Ausblaseluft beim Verlassen des Apparates praktisch ebensoviel nitrose Gase als die primären Gase in dem betreffenden Turm. Diese Gase können also ohne Beeinträchtigung der Turmwirkung direkt dem betreffenden Turm zugeführt werden. Es empfiehlt sich jedoch besonders bei starken nitrosen Gasen, die Ausblaseluft vor, allen Türmen zu vereinigen und entweder zunächst einem besonderen Oxydationsraum oder aber dein Oxvdationsrauni des Absorptionssystems zuzuführen, damit die nitrosen Gase, die in der Hauptsache aus N2 O, bestehen, sich zu N. Oh bzw. N0_, oxydieren können. Auch hat es sich als sehr zweckmäßig erwiesen, die Ausblasegase vor dem Eintritt in -die Absorptionsanlage zu kühlen, um die infolge der Verdampfung in ihnen enthaltenen Dämpfe von dünner Salpetersäure niederzuschlagen. Das erhaltene Kondensat wird hierbei demjenigen Turm zugeführt, der Säure von ungefähr der gleichen Stärke erzeugt.
  • Das Verfahren ist nicht zu verwechseln mit der Verwendung von frischer Luft zum Zwecke -der Zerstäubung der Berieselungsflüssigkeit in den einzelnen Türmen, denn zunächst gehört zu diesem Verfahren Luft von höher Pressung, um eine entsprechende Zerstä ubung zu erzielen. Zweitens muß diese Luft notwendigerweise direkt in den Absorptionsweg eintreten, wodurch die beschriebenen Maßnahmen unmöglich: werden. Drittens ergibt sich hierbei zwangsweise ein Gleichstrom von frischer Luft und Rieselflüssigkeit während des Zerstäubungsprozesses, wodurch wirksame Befreiung der Säure von nitrosen Bestandteilen selbst dann nicht erzielt wird, wenn außerordentlich große Luftmengen angewandt werden. Diese großen Luftmengen belasten aber das Absorptionssystem derartig, daß infolge der eintretenden Verdünnung der nitrosen Gase die Absorption wesentlich verschlechtert wird. Infolge dieses Übelstandes hat sich dieses Verfahren nicht einzubürgern vermocht; es hat im Gegenteil der Mißerfoig ,das Resultat gehabt, -daß ähnliche Bemühungen unterblieben sind. Erst die Feststellung des Erfinders, daß es durch Anwendung des Gegenstromes möglich ist, die erforderlichen Luftmengen unter gleichzeitiger Erreichung aller oben angeführten Vorteile auf ein unschädliches Maß zu reduzieren, ermöglicht die industrielle Anwendung des Ausblasens der zirkulierenden Absorptionsflüssigkeit mit Luft. Natürlich können auch andere sauerstoffhaltige Gase zum Ausblasen benutzt werden, wie z. B. die sauerstoffreichen Abgase beim sogenannten geschlossenen Absorptionsprozeß, der mit künstlichem Sauerstoffzusatz arbzitet.
  • Durch die Ausblasung im Gegenstrom unterscheidet sich :die Erfindung auch von der bekannten Maßnahme, nach welcher die zum Transport der Flüssigkeit in dem Absorptionssystem dienenden Apparate mit kompriniiertem Sauerstoff an Stelle der sonst gebräuchlichen Preßluft betrieben werden, und vier aus diesen Apparaten austretende Sauerstoff zugleich mit den mitgerissenen salpetersäurehaltigen Dämpfen in das Absorptionssystem zurückgeführt wird. Dieses Verfahren ist aber auf die Verwendung von Druckbirnen, Emulseuren usw. beschränkt, läßt sich also in allen den Fällen nicht anwenden, wo zur Förderung derAbsorptionsflüssigkeit nicht Druckfässer u. dgl, sondern z. B. Pumpen, verwendet werden. Andererseits aber verfolgt und erreicht dieses Verfahren auch nicht den Zweck der Ausblasung der geförderten Flüssigkeit.

Claims (3)

  1. PATENT-ANSpRÜCHE: i. Verfahren zur Verbesserung der Absorption nitroser Gase durch Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß die zirkulierende Absorptionsflüssigkeit vor ihrer Rückkehr in den Absorptionsprozeß mit frischer Luft oder anderen sauerstofthaltigen Gasen im Gegenstrom ausgeblasen wird.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach .-\uspruch i, dadurch gekennzeichnet, ,daß die aus den Ausblaseeinrichtungen entweichende nitrose Ausblaseluft erst nach Durchstreichen eines Oxydationsraumes der Absorptionsanlage zugeführt wird.
  3. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nitrose Ausblaseluft vor dem Eintritt in die Absorptionsanlage abgekühlt wird.
DE1920345668D 1920-06-01 1920-06-01 Verfahren zur Verbesserung der Absorption nitroser Gase durch Wasser Expired DE345668C (de)

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