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Vorrichtung zum Entleeren von Silos für schwemmbare rdassengüter,
wie Wurzelfrüchte u. dgl. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entleeren
von Silos für schwemmbare Massengüter, wie Wurzelfrüchte u. dgl., und hat eine weitere
Verbesserung der Einrichtung nach Patent 333256 zum Gegenstand. Nach dem Hauptpatent
erfolgt das Entleeren des Silos dadurch, daß von einer Wasserrinne aus durch Öffnen
von Schiebern oder Klappen Schwemmwasser über den geneigten Siloboden zu einer tiefer
liegenden Schwemmrinne geführt wird, in der es mit dem Gute zusammen abfließt.
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Gemäß der Erfindung wird das Wasser aus der Wasserrinne auf den Siloboden
mit Hilfe eines längs der Wasserrinne verfahrbaren Hebers befördert. Die Einrichtung
wird erheblich billiger als die nach dem Hauptpatent, weil die zahlreichen, schwer
dicht zu haltenden Verschlußklappen der Wasserrinne in Wegfall kommen. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, daß der Schwemmstrom längs des Lagers stetig weitergeführt
werden kann, während er bei dem Hauptpatent stufenweise von einer Klappe zur andern
weiterverlegt werden muß.
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Der Erfindungsgegenstand ist auf der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt. Abb. x zeigt einen Schnitt nach der Linie A-B der Abb. 2 ; Abb. 2 ist
ein Grundriß der Vorrichtung, und Abb. 3 zeigt in größerem Maßstabe den Einlauf
des Hebers. _ Das schwemmbare Massengut, z. B. Zuckerrüben, ist auf dem schrägen
Boden a des Silos aufgeschüttet. Zu beiden Seiten dieser schrägen Ebene a sind zwei
Rinnen vorgesehen, und zwar oberhalb des oberen Randes eine Wasserrinne b, durch
die das Schwemmwasser zugeführt wird und unter 'der tiefliegenden Kante der Ebene
eine Schwemmrinne c, die den Schwemmstrom mit den Zuckerrüben zu deren weiteren
Verarbeitung fortführt.
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Soll das Silo entleert werden, so wird der Wasserrinne b Wasser zugeführt.
längs der Rinne b ist ein Schienenstrang d geführt, auf dem ein Wagen
e läuft, der ein U-förmig gebogenes Rohr f trägt. Dessen eines Ende taucht in das
Wasser der Rinne b, während das andre Rohrende bis dicht an den oberen Rand des
schrägen Bodens a reicht. Wenn das Rohr feinmal mit Wasser gefüllt ist, so bildet
es einen Heber, mittels dessen das Wasser aus der Rinne b ohne weiteres auf den
Siloboden übergeführt werden kann, wo es in der im Hauptpatent beschriebenen Weise
Schwemmarbeit verrichtet. Da der Heber f längs des Bodens a beliebig verfahrbar
ist, so kann die Schwemmarbeit ganz nach Wunsch an jeder Stelle des Silos vorgenommen
werden.
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Zur Regelung der Schwemmarbeit und zum Füllen des Hebers f mit Wasser
ist an der
Auslaufseite des Hebers eine Abschlußvorrichtung g, z.
B. ein Schieber o. dgl. vorgesehen, der von dem Wagen e aus beliebig eingestellt
werden kann, so daß er die Menge des Wasseraustritts bestimmt; der Schieber g kann
aber auch so eingestellt werden, daß er den Heber f vollständig luftdicht abschließt.
Das Abschließen wird vorgenommen, wenn der Heber f in Betrieb gesetzt werden soll.
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An dem Scheitel des Hebers f ist ein senkrecht nach oben steigendes
Rohr k angeschlossen, von dem aus ein Rohr i zu einer Pumpe führt, die im vorliegenden
Falle durch eine Strahldüse y gebildet wird. Ist diese in Tätigkeit, so saugt sie
die Luft aus dem Heber f heraus; das Wasser aus der Rinne b strömt dann durch den
Hebereinlauf in diesen hinein und füllt auch den nach unten reichenden Schenkel
über dem Schieber g mit Wasser an. Damit in den Einlauf k des Hebers nur Wasser,
nach Möglichkert aber keine Luft eintreten kann, ist an der Einlaufseite eine Schwimmerklappe
na vorgesehen, die sich entsprechend der Höhe des Wasserspiegels in der Rinne b
einstellt (Abb. 3).
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Ist der Heber f mit Wasser gefüllt, so wird der Schieber g geöffnet,
und das Wasser strömt aus. Es ist zweckmäßig, die Strahldüse j auch während des
Arbeitens des Hebers in Tätigkeit zu halten, damit sich nicht nach und nach wieder
Luft im Heber ansammelt und ein Abreißen des Wassers herbeiführt.
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Besonders vorteilhaft erweist es sich, das Spülverfahren des Hauptpatents
mit einer Einrichtung zum Abspülen der Rüben durch einen Druckwasserstrahl zu vereinigen.
Wenn das Abspülen nur mittels Druckwasserstrahls erfolgt,' so muß das gesamte Schwemmwasser
auf den hohen Druck gebracht werden, was einen ziemlich erheblichen Kraftverbrauch
bedingt. Auch ergeben sich für die erforderliche Emrichtung zur Bewegung der Düse
mit Rücksicht auf deren Abmessungen nicht unbeträchtliche Schwierigkeiten. Wird
aber ein Druckwasserstrahl in Verbindung mit dem Schwemmen in Anwendung gebracht,
so genügt es, einen verhältnismäßig schwachen Strahl zur Anwendung zu bringen, der
dort gegen das gespeicherte Gut gerichtet wird, wo es in Bewegung gesetzt werden
soll.
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Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist demnach die Schwemmvorrichtung
vereinigt mit der Strahlspülvorrichtung. Ein Antriebsmotor n für eine Pumpe o ist
zusammen mit dem Heber f auf dem Wagen e
angebracht. Die Pumpe o saugt
Wasser aus der Wasserrinne b und führt es zu einer verstellbaren Düse P, die gegen
das Gut gerichtet wird. Der Wasserstrahl setzt das Gut in Bewegung, das der Schwemmstrom
nur noch fortzuschaffen hat. Es ist keinerlei Handarbeit mehr nötig, um das Gut
in den Schwemmstrom zu bringen und es zu veranlassen, diesem zu folgen, wie es bisher
noch erforderlich war. Im Ausführungsbeispiel bietet der Spülstrahl zugleich ein
Mittel zum Betrieb der Strahldüse j, also zur Sicherung der Arbeit des Hebers f.
Der Wasserstrahl durchfließt, bevor er zur Düse p gelangt, erst die Strahldüse j
und saugt daher Luft durch das Rohr i aus dem Heber f an.
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Durch das beschriebene Schwemmverfahren werden alle Nachteile der
bisherigen Verfahren vermieden. Das Schwemmwasser steht an jeder beliebigen Stelle
zur Verfügung, ohne daß zahlreiche Absperrmittel in der Zuführungsleitung notwendig
werden. Auch die Strahldüse kann überall da arbeiten, wo es erforderlich ist. Es
braucht nur so viel Druckwasser erzeugt zu werden, wie erforderlich ist, um das
Gut in Bewegung zu setzen. Die bisher noch erforderliche Handarbeit wird gänzlich
unnötig; der erforderliche Kraftbedarf ist sehr gering. Die Schwemmvorrichtung erfordert,
weil die Strahldüse j ohnehin vorhanden ist, im allgemeinen keinen besonderen mechanischen
Antrieb, so daß also das Schwemmwasser lediglich durch sein natürliches Gefäll zur
Wirkung kommt. Wenn in Ausnahmefällen das natürliche Gefälle nicht ausreichen sollte,
kann die Saugwirkung des abfallenden Heberarms durch eine in geeigneter Weise mit
dem Saugrohr verbundene Pumpe, die das Wasser hindurchtreibt, unterstützt werden;
auch in diesem Falle wird der Kraftverbrauch gering sein, da nur geringe Höhen zu
überwinden sind.