DE3438103C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen auf einem festen Boden aufge
bauten Bepflanzungsuntergrund mit Wasseranstau, insbeson
dere für Dachgärten- und Kübelbepflanzungen.
Damit sich ein gesundes Wurzelwerk der Zierpflanzen ent
wickeln kann, muß das Bett, d. h. der Bepflanzungsuntergrund
bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Hierbei ist davon auszu
gehen, daß das Wurzelwerk der Pflanzen gleichermaßen Luft,
Feuchtigkeit und Nährstoffe benötigt. Der Bepflanzungsunter
grund muß daher - ohne zuzuschlämmen - luftdurchlässig und
von einer weitestgehend beständigen, sich nicht verändern
den Struktur sein; trotz eines guten Wasserhaltevermögens
darf es nicht zu einem Faulen der Wurzeln kommen; der Un
tergrund muß die von den Pflanzen nur zusammen mit der
Feuchtigkeit aufgesaugten, erforderlichen Nährstoffe bereit
halten.
Ein üblicher Aufbau eines Bepflanzungsuntergrundes besteht
aus mehreren Stufen und weist für den Wasserhaushalt eine
untere Kies- oder Lavaschicht sowie eine darüber bis knapp
unterhalb der Oberkante eines beispielsweise aus Bohlen
eingerahmten Dachgartens bzw. eines Kübels aufgeschüttete
Erdschicht, wie handelsübliche Blumenerde, auf (vgl. Fig.
1). Die Kiesschicht sowie ein in diese zum Regulieren des
Wasseranstaus von außen hineinragendes Wasseranstaurohr und
ein den Kies von der Pflanzerde trennendes Filtervlies
sollen verhindern, daß es zu einer stauenden Nässe insbe
sondere im Bereich der sich mit der Zeit verfestigenden
Blumenerde kommt, wodurch das Atmen der Wurzeln einge
schränkt würde. Versäuerungen der Pflanzerde bzw. des Erd
substrates lassen sich allerdings nicht verhindern, so daß
die Erde periodisch nach einigen Jahren erneuert werden
muß. Hierbei lassen sich Beschädigungen der Wurzeln wie
auch des teuren Trennlagenvlieses nicht vermeiden. Vor al
lem ist aber bei einem zwischengelegten Vlies schon das
Umpflanzen bzw. Austauschen von Pflanzen problematisch, da
die Wurzeln in das Trennlagenvlies hinein- bzw. durch die
ses hindurchwachsen und daher entsprechend abgeschnitten
werden müssen; das Kürzen beeinträchtigt in der Folge den
Pflanzenwuchs.
Ein wie zuvor beschrieben mehrstufiger Aufbau eines Be
pflanzungsuntergrundes ist gemäß der deutschen Offenlegungs
schrift 32 33 016 auch beim Einsatz von Lava als unbedingt
erforderlich erachtet worden. Denn dieser bekannte, auf der
Isolierung einer Dachkonstruktion aufgebaute Bepflanzungsun
tergrund besteht aus einer Wurzelschutzbahn, einem Schutz
vlies, einer Kiesdränschicht, der sich das dort für eine
Dachbegrünung zu verwendende Substrat und schließlich als
oberste Schicht eine Verdunstungsschicht aus einem pulveri
gen Gemisch von Polyacrylaten, sowie gegebenenfalls Algina
ten und Klebern anschließen. Aufgrund der Kiesdränschicht
läßt sich am Boden, d. h. auf der Dachkonstruktion in dem
Bepflanzungsuntergrund ein Wasseranstau erreichen. Das Sub
strat, das neben Lava unter anderem noch mineralische Korn
fraktionen wie Sande, Kiese, Steine verschiedener geologi
scher Art enthält, besitzt nämlich eine ausreichende Wasser
durchlässigkeit. Zwar benötigt dieser bekannte Bepflanzungs
untergrund keine Blumenerde mehr, die sich auf Dauer
äußerst nachteilig auswirkt, jedoch ist ein außerordentlich
aufwendiger, mehrstufiger Aufbau erforderlich, um den Pflan
zen bzw. der Dachbegrünung nicht nur die notwendigen Nähr
stoffe zuführen und gleichermaßen als Wasserspeicher dienen
zu können, sondern weiterhin einen ausreichenden Stütz
faktor zu behalten, d. h. den stützenden Effekt nicht zu
verlieren.
Ein mehrstufiger Aufbau des Bepflanzungsuntergrundes für
einen Dach- oder Terrassengarten, mit einer Vegetations
schicht, in der Pflanzen wurzeln, ist weiterhin aus der
deutschen Offenlegungsschrift 25 55 686 bekannt. Der dort
auf einer mit einer wasserdichten und wurzelresistenten
Kunststoff-Folie abgedeckten Dachfläche aufgebaute Bepflan
zungsuntergrund weist unten eine Schicht mit Körnern von
Blähton auf, die von einer Filtermatte abgedeckt wird, der
sich nach oben hin eine knapp unterhalb der Oberfläche mit
einer Pflanzmatte versehene Schicht Gartenerde anschließt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Bepflanzungs
aufbau möglichst einfach und kostengünstig zu gestalten und
einen Bepflanzungsuntergrund insbesondere ohne das Erforder
nis eines Trennlagenvlieses sowie eines periodischen Erneu
erns vorzusehen, so daß die dabei unvermeidlichen Schäden
an den Wurzeln ausgeschlossen werden, und mit dem sich ein
Wasseranstau insbesondere ohne ein im Aufbau integriertes
Zwischenvlies realisieren läßt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
Bepflanzungsuntergrund ausschließlich aus Basaltlava ein
heitlicher Körnung besteht. Der Erfindung liegt hierbei die
überraschende, von der erdelosen Aufzucht von Pflanzen in
wäßriger Nährlösung trotz des Realisierens eines Wasseran
staus völlig abweichende Erkenntnis zugrunde, daß der Ein
satz allein von Basaltlava bzw. -gestein für jede Art
Pflanze ausreicht um nicht nur die notwendigen Nährstoffe
zuzuführen, sondern gleichermaßen als Wasserspeicher zu die
nen, ohne den stützenden Effekt zu verlieren, d. h. es liegt
ein ausreichender Stützfaktor vor. Obwohl reine Lava beim
Pflanzen von Straßenbäumen seit langem eingesetzt wird und
als Bestandteil eines für eine Dachbegrünung verwendeten
Substrates bekannt war, wurde es bisher für nicht möglich
gehalten, daß ein Bepflanzungsaufbau für eine Dachbegrünung
allein mit Basaltlava mit einer Körnung von vorzugsweise 2
bis 11 mm die erforderliche Speicherfähigkeit und Kapillar
wirkung besitzt, so daß nicht noch eine weitere, durch ein
teueres Filtervlies abgedeckte untere Drain-Schicht aus
Kies oder z. B. auch Basaltlava von gröberer Körnung notwen
dig ist.
Zum Schutz des Daches bei einer Dachgartenbepflanzung oder
des Bodens eines Kübels kann unterhalb des Aufbaus aus
Basaltlava ein an sich bekanntes Schutzvlies angeordnet
sein, das den Boden vor größeren Schäden bei mechanischen
Einwirkungen bewahrt, beispielsweise bei Spatenarbeiten.
Weiterhin läßt sich auch noch eine Folie zwischen dem Boden
und dem zum Schutz gegen mechanische Schäden vorgesehenen
Schutzvlies anordnen. Das ist insbesondere in den Fällen
vorteilhaft, in denen das Dach bzw. der Boden mit Nährstoff
für die Pflanzen darstellendes Bitumen imprägniert worden
ist. Die Wurzeln können sich dann nämlich nicht in den
Boden einarbeiten.
Der einstufige, durch keine Zwischenschicht bzw. -lage ge
trennte Bepflanzungsuntergrund erlaubt, daß die Höhe des
Wasseranstaus nicht weniger als ein Drittel des Bepflan
zungsuntergrundes betragen kann. Die Anstauhöhe läßt sich
an die Pflanzengemeinschaft anpassen und zum Erhöhen des
Wasservorrats - wenn möglich - noch vergrößern, ohne daß
das Atmen der Wurzeln beeinträchtigt wird, da die Basaltla
va einerseits speichernd wirkt und andererseits zum Aufneh
men von Luft porös genug ist.
Ein selbstregulierender Wasseranstau läßt sich durch was
serstandsregulierende Austrittsöffnungen, vorzugsweise nach
außen geführte Wasseranstaurohre erreichen. Diese können
seitlich in der beispielsweise aus Bohlen oder Eisenbahnschwellen
gebildeten Begrenzung eines Dachgartens angeordnet
bzw. in den Boden eines Kübels eingeschraubt oder mit
der Schutzfolie verschweißt sein. Das durch natürliche Niederschläge
oder Gießen eintretende überflüssige Wasser
fließt dann über die in der gewünschten Höhe angebrachten
seitlichen Austrittsöffnungen/Rohre bzw. in der z. B. durch
Absägen des Rohres angepaßten Höhe in die von unten eingesetzten,
oben und unten offenen Anstaurohe ab.
Der jeweilige Wasservorrat und damit die Notwendigkeit des
Gießens kann mittels in der Basaltlava angeordnete Wasserstandskontrollrohre/-kästen
überwacht werden.
Ein schnelleres und gleichmäßigeres Bewässern läßt sich
durch Drainrohre im Bereich des Wasseranstaus erreichen.
Das Wasser braucht dann nicht durch die Lava nachzusickern
und kann durch am Boden geführte Rohre bis zu jedem Punkt
des Pflanzbettes geleitet werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiel näher erläutert. In
der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen Aufbau eines bekannten Pflanzuntergrundes
im Querschnitt, und
Fig. 2 einen einstufigen Aufbau eines Bepflanzungsuntergrundes
mit Basaltlava im Querschnitt.
Der in Fig. 1 für einen eingefaßten Abschnitt eines Dachgartens
oder einen Kübel 1 dargestellte Aufbau 2 eines Bepflanzungsuntergrundes
für Zierpflanzen 3 setzt sich aus
einer unteren Kiesschicht 4 und einer darüber aufgeschütteten
Erdschicht 5 zusammen, die mittels eines Filtervlieses
6 voneinander getrennt sind. Ein oder mehrere in den Boden
7 des Kübels 1 eingesetzte, oben und unten offene Wasseranstaurohre
8 enden mit der Oberkante in der Kiesschicht 4
knapp unterhalb des Filtervlieses 6 und sorgen für einen
Abfluß des überschüssigen Wassers. Die bei Kies fehlende
Kapillarwirkung erlaubt jedoch keine selbsttätige Wasserversorgung
über längere Zeiträume; es tritt nämlich lediglich
ein Verdunstungseffekt auf, der aber bei einem sich vergrößernden
Abstand der Wasseroberkante von der Erdschicht
abnimmt und dann völlig abreißt. Das zwischengelegte teure
Filtervlies 6 bereitet große Schwierigkeiten beim notwendigen
Erneuern der Erdschicht 5 sowie beim Austausch der
Zierpflanzen 3, die mit ihren Wurzeln 9 durch das Schutzvlies
6 bis tief in die Kiesschicht 4 eindringen und
deshalb nach dem Auspflanzen gekürzt werden müssen.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Bepflanzungsuntergrund wird
als Aufbau 2 lediglich eine Schicht aus Basaltlava 12 mit
einer einheitlichen Körnung von 2 bis 11 mm über die gesamte
Höhe des Aufbaus verwendet. Während bei dem zweistufigen
Aufbau gemäß Fig. 1 die Höhe des Wasseranstaus bedingt
durch die insbesondere mangels eines ausreichenden Stützfaktors
des sehr groben Kieses notwendigerweise nur dünne
Kiesschicht 4 äußerst gering ist, läßt sich demgegenüber
bei einem Aufbau ausschließlich mit Basaltlava 12 die Anstauhöhe
des Wassers der Pflanzengemeinschaft anpassen und
mindestens auf ein Drittel der gesamten Höhe des Aufbaus
festlegen. Dazu werden gegebenenfalls ein oder mehrere in
den Boden 7 eingeschraubte, oben und unten offene Wasseranstaurohre
8 durch Absägen in der gewünschten Länge entsprechend
angepaßt.
Die gute und den Stützfaktor kaum beeinflussende Speicherfähigkeit
der Basaltlava 12 ermöglicht eine Wasserbevorratung
über einen Zeitraum von beispielsweise 14 Tagen, ohne
daß Wasser nachgefüllt werden muß. Zur Kontrolle des Wasserstands
13 sind nach oben über die Lavaoberfläche hinausragende
Wasserstandskontrollrohre bzw. -kästen 14 so in den
Bepflanzungsuntergrund eingesetzt, daß der Wasserstand
durch Sichtkontrolle von außen festgestellt werden kann. Im
Bereich des Wasseranstaus leiten auf dem Boden 7 verteilt
angeordnete Drainrohre 15, die sich auch mit dem/den Wasserstandskontrollrohren
14 verbinden lassen, das Wasser gleichmäßig
an jede gewünschte Stelle des Bepflanzungsuntergrundes;
die Rohre 15 besitzen am Umfang verteilt angeordnete
Ein- und Austrittsöffnungen. Zum Schutz eines Daches bzw.
des Bodens 7 eines Kübels 1 sowie zum Schutz der Wurzeln 9
der Zierpflanzen 3 werden der Boden 7 und die seitlichen
Einfassungen des Kübels/Dachgartens mit einem unterhalb der
Basaltschicht 12 eingelegten Schutzvlies 16 und einer unmittelbar
auf dem Boden angeordneten Folie abgedeckt.
Claims (9)
1. Auf einen festen Boden (7) aufgebauter Bepflanzungsun
tergrund (2) mit Wasseranstau, insbesondere für Dach
gärten- und Kübelbepflanzungen, dadurch gekennzeichnet,
daß der Bepflanzungsuntergrund (2) ausschließlich aus
Basaltlava (12) einheitlicher Körnung besteht.
2. Bepflanzungsuntergrund nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Basaltlava (12) eine Körnung von 2
bis 11 mm aufweist.
3. Bepflanzungsuntergrund nach Anspruch 1 oder 2, gekenn
zeichnet durch ein unterhalb des Bepflanzungsuntergrun
des (2) angeordnetes Schutzvlies (16).
4. Bepflanzungsuntergrund nach einem oder mehreren der An
sprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine zwischen dem
Boden (7) und dem Schutzvlies (16) angeordnete Folie
(17).
5. Bepflanzungsuntergrund nach einem oder mehreren der An
sprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe
des Wasseranstaus nicht weniger als ein Drittel der
Höhe des Bepflanzungsuntergrundes (2) beträgt.
6. Bepflanzungsuntergrund nach einem oder mehreren der An
sprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch wasserstands
regulierende Austrittsöffnungen (8).
7. Bepflanzungsuntergrund nach Anspruch 6, gekennzeichnet
durch nach außen geführte Wasseranstaurohre (8).
8. Bepflanzungsuntergrund nach einem oder mehreren der An
sprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in der
Basaltlava (12) Wasserstandskontrollrohre (14) angeord
net sind.
9. Bepflanzungsuntergrund nach einem oder mehreren der An
sprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch Drainrohre (15)
im Bereich des Wasseranstaus.
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|---|---|---|---|
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Publications (2)
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| DE3438103A1 DE3438103A1 (de) | 1986-04-24 |
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|---|
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Legal Events
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