DE339480C - Kinematographischer Apparat zur Aufnahme und Vorfuehrung mit doppelter Abbildung - Google Patents

Kinematographischer Apparat zur Aufnahme und Vorfuehrung mit doppelter Abbildung

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DE339480C DE1914339480D DE339480DD DE339480C DE 339480 C DE339480 C DE 339480C DE 1914339480 D DE1914339480 D DE 1914339480D DE 339480D D DE339480D D DE 339480DD DE 339480 C DE339480 C DE 339480C
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Description

Mit der. Erfindung ist beabsichtigt, das bei Kinematographen bekannte, durch den Bildwechsel hervorgerufene Flimmern zu vermeiden und zu diesem Zwecke einen optischen Ausgleich für die Bildwanderung zu schaffen. Der Eindruck eines kontinuierlichen Bildes wird bei den vielen Apparaten nur dadurch beim Beschauer erzeugt, daß die Netzhaut des Auges Trägheitserscheinungen aufweist,
ίο so daß der Lichtreiz eines Bildes noch andauert, wenn er bereits durch den des nächsten Bildes abgelöst ist. Die bereits gemachtten Versuche, durch optischen Ausgleich der Bildwanderung eine Abhilfe zu schaffen, sind von durchschlagendem Erfolg bis heute nicht gewesen. Im Interesse der Erzeugung eines kontinuierlichen Bildes hat man zwar bereits vorgeschlagen, das Filmband dauernd laufen zu lassen und die hiermit naturgemäß wandernden Strahlen jedes einzelnen Bildes dadurch auf dem Projektionsschirm unverrückbar festzuhalten, daß ein optisches Hilfsmittel eingeschaltet ist, welches zugleich mii dem Wandern des Filmbandes so wanderte, daß die Wanderung der Strahlen, soweit sie durch das wandernde Filmband hervorgerufen wurden, durch die wandernde Bewegung des optischen Hilfsmittels neutralisiert wurde. Man hat vorgeschlagen, zu diesem Zwecke einen polygonalen Spiegel zu verwenden und auch den Vorschlag gemacht, zwei Spiegelkränze anzuwenden, wobei die Strahlen von den Spiegeln des einen Kranzes nach den Spiegeln des anderen Kranzes geworfen werden, ehe sie den Apparat verlassen. Indessen hat sich gezeigt, daß dieser Vorschlag nicht geeignet ist, das Ziel restlos erreichen zu lassen. Nach den weiter unten ausführlich erörterten Überlegungen muß das zur Verwendung kommende Spiegelungssystem durch Spiegel gebildet werden, die auf dem Umfang einer Ellipse angeordnet sind. Die Erfindung bezieht sich in erster Linie auf die Dtirchkonstruktion, und zwar im besonderen auf diejenige, soweit sie gerade 4-5 durch Verwendung solcher auf dem Umfang einer Ellipse liegenden Spiegel bedingt ist.
Der Apparat braucht lediglich noch mit einem zusätzlichen Organ ausgerüstet zu werden, um sogleich die kinematographische Projektion der Farben mit denselben Vorzügen der Kontinuierlichkeit und Naturtreue zu ermöglichen. Es wird sich weiter unten zeigen, daß durch den gemachten Vorschlag eine zur Verfügung stehende reichlichere Aufnahmezeit die Aufnahme der Bilder erleichtert und begünstigt.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel.
Die Fig. 1 und 2 dienen zur schematischen Erläuterung des Ganzen.
Die Fig. 3 zeigt im Schema einen gemäß der Erfindung gebauten Apparat, und die
Fig. 4 und 5 veranschaulichen das Zustandekommen der Kontinuität des Projektionsvorganges.
Zunächst sei an Hand der Fig. 1 das allgemein hier zur Verwendung kommende Prinzip erörtert.
Es sei ein Zylinder mit durchsichtiger Oberfläche A angenommen, gegen welchen sich ein Film P stützt, der in Reihenfolge die einzelnen diäpositiven Bilder enthält und gewöhnlichen Kinematographenfilms ähnelt. Es
sei ferner eine starke Lichtquelle 5" vorhanden, welche mit einer Linse C und einem Objektiv ausgerüstet ist, das ein Rechteck beleuchtet, dessen Abmessungen den Abmessungen eines einzelnen Bildes entsprechen.
Unter Zuhilfenahme von Prismen ρ oder sich drehenden Spiegeln bestreicht das Licht dieser Lichtquelle den FiImP, indem es die einzelnen Bilder eines nach dem anderen in ίο derselben Zeit beleuchtet, in der sich auf der anderen Seite des Films die Blende D verstellt, deren rechtwinklige öffnung d ebenfalls die Abmessung eines einzelnen Bildes besitzt. Es sei schließlich ein Objektiv, das einen sehr kleinen öffnungswinkel besitzt, jedoch sehr hell ist, in O vorgesehen, derart, daß die Achse des Zylinders A die optische Achse im Knotenpunkt der austretenden Strahlen schneidet. Dieses Objektiv ruft auf einer Zylinderoberfläche Ά das Bild des Films P hervor, und da die einzelnen Diapositive eins nach dem andern beleuchtet werden, werden in A' die Bilder in gleicher Weise eins nach dem anderen erscheinen. Wenn der Zylinderdurchmesser gleich der vierfachen Brennweite des Objektivs ist, haben die bei A' entstehenden reellen Bilder dieselbe Größe wie die Positivbilder.
Schaltet man eine reflektierende Fläche M in den Gang der Strahlen ein, so kann man die Bilder, welche sich sonst in A' bilden würden, in einer geeignet gewählten Richtung ablenken. Ein derartiger Spiegel sei bei M1 angenommen ; er sendet das Bild Ä nach A". Man betrachtet nun ein zweites Filmbild B; von diesem wird durch das Objektiv ein reelles Bild B' entstehen, das durch einen Spiegel JIi2 nach B" geworfen wird. Will man, daß die Bilder A" und B" sich decken, so muß man den Spiegel Ms eine besondere Stellung· gegenüber dem Spiegel M1 geben. Es soll nun ermittelt werden, welche Stellung für die Spiegel notwendig ist, wobei zu diesem Zwecke nur die Mittelpunkte eines jeden Bildes gesucht sein mögen.
Damit alle Bilder gleichmäßig übereinan-
derliegen, ist es notwendige und ausreichende.
Bedingung, daß die Summe der Längen des einfallenden und zurückgeworfenen Strahles konstant ist, d. h. OM1 + M1A" = OA' = OM2 + M2B". Nun sind O und A" zwei feste Punkte. Die Mittelpunkte der Spiegel müssen sich daher auf einer Ellipse befinden, deren Brennpunkte die Punkte A" und O sind.
Wenn man bei einem derartigen System in A" einen weißen Schirm oder eine Mattscheibe anordnet, und wenn man das Objektiv O dreht, indem man es der Reihe nach gegen alle Diapositive, die zu derselben Zeit durch das Diaphragma freigegeben und durch das sich drehende Prisma beleuchtet sind, wendet, wird ein Beobachter nur ein einziges kontinuierlich beleuchtetes und vollständig unbewegliches Bild sehen, denn je nachdem das Diaphragma eins der einzelnen Diapositive freigibt, deckt es den entsprechenden Teil des vorhergehenden Bildes ab. Wenn die in A angeordneten Photographien eine nach der anderen aufgenommen worden sind, und wenn der Inhalt in diesem Moment bewegliche Gegenstände aufweist, beispielsweise Personen in Bewegung, dann wird der Beobachter in A" feststellen:
Die unbeweglichen Gegenstände behalten diese Eigenschaft während der Projektion, die Personen führen Bewegungen aus, die der Wirklichkeit entsprechen.
Wenn also die Reihenfolge der Projektion vollständig den Aufnahmen entspricht, wird die Photographic lebend, und es erscheint, daß, da die kombinierten Bewegungen der Lichtquelle, des Diaphragmas und des Objektivs ununterbrochen sind, die Projektion permanent ist, daß diese Permanenz keine Lücken aufweist, daß die Bewegung, die vollständig ununterbrochen ist, tatsächlich eine Wiedergabe der Wirklichkeit ist, daß jegliches Abdecken wegfällt und deswegen kein Flimmern eintritt, daß die Kontinuität der Projektion keine physiologische Anstrengung zur Folge hat, so daß man nicht mehr auf die Nachwirkung des Lichtreizes auf die Netzhaut Rücksicht zu nehmen braucht, und daß aus denselben Gründen die Notwendigkeit der lächerlich wirkenden beschleunigten Projektion von selbst überflüssig wird.
Man könnte bei A" eine Mattscheibe anbringen und das auf ihr sichtbare reelle Biid durch ein Objektiv O' mit sehr kurzer Brennweite wieder aufnehmen, so daß man auf dem endgültigen Schirm V eine stark vergrößerte Projektion erhält.
Indes würde eine derartige Einrichtung den Nachteil aufweisen, daß das Licht in hohem Grade absorbiert werden würde, und es ist daher vorzuziehen, wie dies im allgemeinen bei zusammengesetzten Mikroskopen der Fall ist, durch das Projektionsobjektiv 0 nicht das Mattscheibenbild, sondern das reelle, auch ohne Mattscheibe entstehende Bild aufzunehmen, welches durch O gebildet wird.
Die Projektion erscheint dann hell, vorausgesetzt, daß die Linsen des Objektivs genügend groß sind, um das Strahlenbüschel, welches ihnen begegnet, vollständig aufzunehmen.
Auf dieser Grundlage besteht die ganze Einrichtung des neuen Kinematographen aus folgendem:i. aus einem Aufnahmeapparat und 2. aus einem Wiedergabeapparat. I. Mit dem Aufnahmeapparat (Fig. 1, ohne
die mit S, C und P bezeichneten Teile) sollen ζ. B. Bilder irgendeines· beleuchteten Gegenstandes V hergestellt werden.
Es geschieht dies in der Weise, daß durch ein Objektiv ο zunächst ein reelles Bild A" entsteht, das nach Reflexion an Spiegeln, dia auf einer elliptischen Oberfläche liegen, durch Objektive 0 bei A abgebildet wird. Jeder der genannten Spiegel liefert ein Spiegelbild. Es
ίο entstehen also durch das Objektiv ο ebenso viele Bilder, als Spiegel vorhanden sind. Die Objektive O und ο liegen in den Brennpunkten der Ellipse, zu der die Spiegel Tangentialebenen sind. Der lichtempfindliche Film P ist nach einem Zylinder gekrümmt, dessen Halbmesser so groß ist, daß das Objektiv O auf dem Film scharfe Bilder erzeugt.
Bei Beginn der Aufnahme befindet sich das Diaphragma an dem einen Ende der Zylinderoberfläche A, auf der sich der Film befindet, und das Objektiv 0 ist nach dieser Stelle hin gerichtet. Das Objektiv wird dann um de-i Knotenpunkt der ausgehenden Strahlen in derselben Zeit gedreht, wie die Blende D den Film P freigibt. Die jedem Spiegel entsprechenden Bilder werden nacheinander auf diesen Film aufgenommen, indem sie nebeneinander zu liegen kommen.
Es muß natürlich hierbei die Belichtungszeit so kurz bleiben, daß auf jedem einzelnen Bildfelde die Bilder scharf werden.
Nachdem ein Zylinderteil, dessen Bogenlänge gleich dem Produkt der Länge eines Bildes mal der Anzahl der Spiegel ist durch das Objektiv bestrichen worden ist, wird durch eine geeignete Einrichtung dieser Filmteil durch einen anderen ersetzt, und das Diaphragma und das Objektiv kehren an. den Anfangspunkt zurück, worauf das Spiel sich wiederholt.
Um eine a^lch noch so kurze Unterbrechungzu vermeiden, welche notwendig wäre, um das Diaphragma und.die Spiegel in die Anfangslage zurückzubringen, kann man einerseits ein Band ohne Ende vorsehen, das in gleichen Entfernungen Bildfensteröfrnungen besitzt, und anderseits ein Vielfachobjektiv anordnen, das aus mehreren Röhren besteht, die symmetrisch um die zur optischen Achse senkrechte Symmetrieachse angeordnet und um diese drehbar sind. Bei einem Bestreichungswinkel von 60° beispielsweise würde das Objektiv aus sechs Rohren bestehen, die zwischen sich einen Winkel von 6o° bilden, und von denen jedes eine der zwei Linsen desselben symmetrischen Systems besitzt.
II. Der Projektionsapparat. Er besteht:
1. aus einer kräftigen Lichtquelle S,
2. aus einem sich drehenden Prisma oder Spiegel P,
3. aus einer durchsichtigen Zylinderdber-
flächet, beispielsweise aus Glas, deren Bogen , etwa 6o° beträgt,
- 4. aus einem drehbaren Objektiv 0 mit «-symmetrisch angeordneten Rohren, ähnlich denjenigen des Aufnahmeapparates,
5. aus einer Anzahl von «-Spiegel, die auf einer elliptischen Oberfläche M angeordnet sind, und
6. aus einem zweiten Objektiv mit kurzer Brennweite 0'.
Gegen die zylindrische Glasoberfläche A stützt sich der Bildfilm P. Vor ihm wird ein Band ohne Ende D, das vollständig undurchsichtig und in gewissen Abständen geeigneter Entfernung mit einer rechteckigen Öffnung rf versehen ist, vorbeibewegt, wobei die Öffnung Abmessungen besitzt, die dem einzelnen Bilde genau entsprechen. Der optische, sich drehende Reflektor p, das Diaphragma D und das Objektiv 0 werden durch einen und denselben mechanischen Antrieb in Gang gesetzt, wodurch ein vollständiger Gleichlauf der Bewegungen gesichert ist.
Eine geeignete mechanische Einrichtung setzt den zu projizieren den Film derart in stetige Bewegung, daß, wenn ein Bildfenster des endlosen Bandes D ein Bild über einen Weg von «-Bildhöhen begleitet hat, das folgende Fenster ein neues Bild zur Projektion bringt.
Man sieht beispielsweise in der Fig. 2 den Film P, der von der Trommel T nach der Trommel T' gefördert wird. Vor dem Film un'd mit diesem bewegt sich das Bildfensterband D. Während dieser Verstellung dreht sich die Rolle T, der Film rollt sich ab, indem er eine Schleife formt, deren Länge der Bogenlänge entsprechen wird, wenn das Fenster des Diaphragmas seineBewegung beendet. In diesem Moment tritt ein anderes Fenster des Diaphragmas in Tätigkeit, und es wird plötzlich der Film durch die RoIIeT' aufgerollt, wobei die Schleife vor dem Diaphragma gespannt wird und statt dessen der Bogen verschwinden wird.
Wenn beispielsweise die Bogenlänge 60 cm beträgt, und die Seitenlänge eines jeden Bildes 2 cm ist, wird die Aufdeckungsdauei durch das Fenster bei 15 Bildern pro Sekünde gerade zwei Sekunden betragen.
Während dieser relativ langen Zeit kann die oben beschriebene mechanische Wirkung sehr leicht erzielt werden.
Anwendung derselben Prinzipien und derselben Einrichtungen be im Projizieren lebender farbiger Bilder.
Es reicht eine einfache Prüfung der Fig. 1 aus, um festzustellen, daß derselbe Apparat
an sich zum Projizieren farbiger Bilder angewendet werden kann.
Betrachtet sei zunächst der Aufnahmeapparat und die zylindrische durchsichtige - 5 Fläche A, durch eine Fläche derselben Form ersetzt, die aus farbigen Gläsern besteht, von denen jedes der Abmessung eines einzelnen Bildes entspricht. Wählen wir hierbei die Gläser nach drei Farben, beispeilswei.se ίο orangerot, grün und blauviolett, und setzen diese Gläser immer in derselben Reihenfolge, beispielsweise orangerot, grün, blauviolett, orangerot, grün usw., ferner werde die Öffnung des Fensters abgeändert und so vergrößert, daß sie nicht mehr den Abmessungen eines einzigen Bildes, sondern den Abmessungen dreier Bilder entspricht, dann werden, wenn der angewandte, lichtempfindliche Film panchromatisch ist, drei Teilbilder in derselben Zeit auf dem Film aufgenommen werden. Unter denselben Erwägungen wie bei der Schwarzweißphotographie leuchtet ein, daß die ununterbrochene Verstellung des Fensters eine ununterbrochene Aufnahme von Bildern blauer Strahlen, in ähnlicher Weise auch von Bildern roter und gelber Strahlen zur Folge haben wird.
Die Geschwindigkeit des Fensters muß verdreifacht werden, und dieselbe Filmlänge wird während des Drittels der früher angewendeten Zeit vorbeigeschaltet werden.
Hierbei muß auf einen Punkt großer Wichtigkeit hingewiesen werden. Bei der Kinematographie sind alle Versuche der Dfeifarbenphotographie bis auf den heutigen Tag infolge ungenügender Zeitaufnahmen mit großen Schwierigkeiten verknüpft gewesen.
Durch die neue Einrichtung ist die Aufnahmezeit im hohen Grade aus folgenden zwei Gründen verlängert:
1. Die ganze Zeit, die dem Abblenden geopfert werden mußte, wird der normalen Aufnahmezeit hinzugefügt.
2. Da das neue Prinzip nicht mehr auf die Trägheit der Netzhaut und ebensowenig auf die Verringerung des Flimmerns Rücksicht zu nehmen braucht, da das Flimmern überhaupt nicht mehr vorhanden ist, so ist eine \rervielfachung der Zahl der Bilder nicht mehr notwendig, und da die Aufnahmezeiten umgekehrt proportional zu der Zahl der in der Zeiteinheit aufgenommenen Bildsr sind, werden die Bedingungen im vorliegenden Falle günstiger.
Die Betrachtungen, die bezüglich der Aufnahmezeit angestellt worden sind, kommen hier für die Lichtstärke der Farbenprojektion in Frage.
Wäre durch das Objektiv 0 ein räumliches Gebilde abzubilden, so wurden zwischen den einzelnen Bildern parallaktische Verschiebungen auftreten. .Da aber ein ebenes Bild abgebildet wird, treten durch das Einschalten der Spiegel parallaktische Fehler nicht auf.
Der auf dem beschriebenen Prinzip aufgebaute Apparat würde in der Praxis ziemlich große Schwierigkeiten mit sich bringen, und die Wirkungsweise würde nicht ohne die Notwendigkeit zu erzielen sein, verschiedene mechanische und äußerst feine optische Probleme zu lösen.
Man kann jedoch,· auf demselben Prinzip bauend, einen Apparat herstellen, welcher dieselben Eigenschaften besitzt, der jedoch einfach und dauerhaft ist.
Der nunmehr zu beschreibende Apparat scheint allen praktischen Bedingungen zu entsprechen.
Apparat zur Aufnahmevon Bildern (Fig. 3).
Das Bild V wird zunächst durch ein Objektiv 0' stark verkleinert abgebildet. Zwischen dem Orte dieser Abbildung und einem zweiten Objektiv O sind drei ebene Spiegel M auf eine Ellipse gelagert, deren einer Brennpunkt am Orte der ersten Abbildung und deren anderer Brennpunkt in der Mitte des zweiten Objektivs liegt. Das zweite Objektiv O muß eine hinreichend lange Brennweite und eine ausreichende »Korrektion« besitzen, um die drei nebeneinanderliegenden Einzelbilder in einer Ebene entstehen zu lassen.
Das Ganze wird derart eingestellt, daß die drei einzelnen Bilder genau nebeneinanderliegen, ohne einen Zwischenraum zu irgendeinem Zweck, wie z. B. dem der Anbringung einer Perforation zur Filmfortbewegung, zu bilden.
Die Genauigkeit dieses Nebeneinanderliegens der Bilder ist zur theoretischen genauen Wirkung des Apparates unerläßlich. Die Kontinuität kann nämlich nur unter dieser Bedingung vorhanden sein. Nimmt ■man an, daß die Einzelbilder, wie bei einem gewöhnlichen Kinematograph, eine Grundlinie von 35 mm und eine Höhe von 20 mm besitzen, so werden die drei Bilder mit der kleinen Rechteckseite nebeneinandergelegt, so daß das Ganze ein horizontales Rechteck von einer Grundlinie von 35 X 3 = 105 mm, und 20 mm Höhe bilden.
Es wird hier nicht ein einziges Filmband, sondern es werden drei Bänder P1, P2, P3 benutzt, welche parallel zueinander und nebeninander liegen und derart eingestellt sind, daß! ihre Längsachse mit der kleinen Seite eines jeden Bildes zusammenfällt (Fig. 4). Die Zahl 3 ist hier die Mindestzahl. Es müssen ebensoviel Bildbänder wie Spiegel vorhanden sein.
Die Breite eines jeden Films entspricht genau der Grundlinie eines Einzelbildes und sei beispielsweise 35 mm.
Die Fortbewegung- durch Stifte, Zähne oder irgendeine andere geeignete Vorrichtung vollzieht sich nicht mehr unter Zuhilfenahme von Öffnungen, die in den weißen Rändern zu beiden Seiten des Filmbandes sonst vorgesehen werden. Diese öffnungen sind viel mehr in den Zwischenraum verlegt, der zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Bildern desselben Films vorgesehen wird.
Vor diesen drei Bändern und in einer senkrechten Richtung zu ihrer Längsrichtung, d. h. parallel zur großen Seite der Bilder bewegt sich stetig ein endloses Abdeckband D, das undurchsichtig und mit in gleicher Entfernung angeordneten Fenstern versehen ist. Jedes Fenster besitzt genau die Abmessungen eines einzelnen Bildes, und der Zwischenraum zwischen zwei nacheinanderfolgenden Fenstern d, d' ist gleich der doppelten großen Seite dieser Bilder (Fig. 5).
Beim Beginn wird beispielsweise durch das Fenster d vollständig das erste Bildfeld beleuchtet, während die beiden anderen Bildfelder i2, is durch den undurchsichtigen Teil des endlosen Abdeckbandes abgedeckt werden. Das erste Filmband P1 wird also mit einem Bild versehen, ohne daß dies auf den andern Bändern P2, P3 der Fall ist. Durch Bewegung des Abdeckbandes wird das Bildfeld i1 auf dem Band P1 abgedeckt und gleichzeitig wird das Bildfeld i2 auf dem Band P''
freigegeben. Wenn das zweite Bildfeld iü vollständig freigegeben ist, ist das Bildfeld i1 auf dem ersten Band P1 albgedeckt, so daß dies jetzt fortgeschafft werden kann. Hierzu steht die ganze Zeit zur Verfugung, bis das dritte Bildfeld vollständig freigegeben und das zweite Bildfeld abgedeckt ist. Nunmehr wird das zweite Band P" fortgeschaltet; unterdessen beginnt das zweite Fenster d' das Band P1 in seiner neuen Lage zu belichten.
Auf diesem Band P1 entsteht nun ein zweites Bild, das vierte in der Serie, oberhalb des ersten i1, und wenn es vollständig belichtet ist, wird P3, das vollständig verdunkelt ist, fortgeschaltet.
In dieser Weise vollziehen sich die Bewegungen bis zum Schluß der Aufnahmen.
Pro j eic tion sapparat.
Die schematische Beschreibung des Aufnahmeapparates mag gleichzeitig dazu dienen, um sofort den Projektionsapparat zu verstehen (Fig. 3), da, abgesehen von der Projektionslampe, nur solche Teile vorhanden sind, die sich auch beim Aufnahmeapparat finden. Zum Beleuchten können drehbare !
Spiegel oder Prismen, wie ein solches bei Fig. ι beschrieben war, zwischen Lichtquelle und Bildband geschaltet werden.
Anwendung derselben Einrichtungen zur Darstellung farbiger Bilder.
Man könnte bei der Farbenkinematographie im allgemeinen das wiederholen, was mit Bezug auf die Theorie angeführt worden ist.
Für den Aufnahme- wie auch für den Vorführungsapparat gilt folgendes:
i. Neun Einzelbilder werden gleichzeitig beleuchtet, da auf jedes der drei Filmbänder in derselben Zeit drei identische Teilfarbbilder, die vertikal übereinander angeordnet sind, aufgenommen werden. Indes ist dazu eine vollständig enge Nebeneinander stellung nicht mehr notwendig, tmd man behält zwischen jedem Bild die mit geeigneten Öffnungen versehenen Zwischenräume, um die Bänder in Bewegung setzen zu können (Fig. 4). 8S Vor jedem Bild dieser vertikalen Serie befindet sich eines der drei Farbenfilter, wodurch infolge Anwendung dreier paralleler Filmbänder das durch die neun Bilder gebildete Rechteck quer durch drei Bänder von horizontalen Gläsern betrachtet wird, welche in dem einen Falle ein Dreifarbenspiel und in dem anderen ein anderes bilden.
Das Fenster hat eine dreifache Höhe. Wenn beispielsweise die Bilder 35 X 20 betragen und die beibehaltenen und. mit öffnungen versehenen Zwischenräume 35 X 3 betragen, werden die Bänder aus farbigem Glas 105 X 20 mm und das Fenster 35 X (20 + 3 + 20 + 3 + 20) oder 35 X 66 mm betragen.
2. Bei einer Projektion begegnen die blauen Strahlen, die gelben und roten Strahlen, bevor sie die Prismen und die Spiegel treffen, die die drei vollständigen Bilder kombinieren sollen, zunächst drei anderen Prismen oder Spiegeln, die in Ebenen eingestellt sind, die senkrecht zu den ersteren verlaufen und derart angeordnet sind, daß die drei Gruppen der monochromen Bilder in ein einziges zusam- »o menfallen würden, welches durch drei polychrome Bilder gebildet wäre, wenn die drei polychromen Bilder nicht hinterher in eins kombiniert worden wären.

Claims (6)

  1. . Patent-Ansprüche:
    i. Kinematographischer Apparat zur Aufnahme und Vorführung mit doppelter Abbildung, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen beiden Objektiven ebene Spiegel angeordnet sind, die Tangenten zu einer
    Ellipse bilden, in deren Brennpunkten die zur doppelten Abbildung notwendigen Objektive angeordnet sind.
  2. 2. Kinematographischer Apparat nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die diapositiven Bilder durch ein Strahlenbündel beleuchtet werden, welches mit kontinuierlicher Bewegung das Filmband bestreicht, vor welchem in Längsrichtung
    ίο des Bandes ein Diaphragma sich verstellt, dessen Abmessungen denen eines Einzelbildes entsprechen, wobei dieses Lichtbündel durch ein umlaufendes Objektiv und darauf nach Reflexion an Tangenten-
    '5 ebenen zu einer elliptischen Fläche aufgenommen werden, wodurch ein optisches reelles, durch ein geeignetes Objektiv projiziertes Bild entsteht, derart, daß auf dem Schirm, der fortwährend beleuchtet ist, die freigegebenen Teile eines Bildes stetig und in einer kontinuierlichen Bewegung an die Stelle der verhüllt werdenden Teile des vorhergehenden Bildes treten, so daß genau die Bewegung des photographierten Gegenstandes naturgetreu ohne Verdunkelung wiedergegeben wird, also mit mehr Beleuchtung unter vollständiger Beseitigung des Flimmerns und mit geringerer Länge des Filmbandes.
  3. 3. Kinematographischer Apparat nach Anspruchs, dadurch gekennzeichnet, daß das drehbare Objektiv durch ein System von «-Objektiven ersetzt wird, die mit einem mit Fenstern versehenen Diaphragma verbunden sind, um den Bogen
    des ausgespannten Filmbandes auf -— zu
    reduzieren, sowohl für Aufnahmen als auch für Projektionen, wobei eine mechanische Einrichtung periodisch den Bogen ersetzt, sobald eine Länge verbraucht worden ist.
  4. 4. "Kinematographischer Apparat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß w-Filmbänder, die dicht aneinandergefügt sind, mit einem einzigen unbeweglichen Objektiv genügen,d großer Öffnung in Verbindung gebracht werden, um w-Bilder mit «-Spiegeln und mit einem Diaphragma zu umfassen, das sich mit einer kontinuierlichen, zu der Bewegung der Filmbänder rechwinkligen Bewegung verstellt und mit Fenstern versehen ist, die in «-Bildern entsprechenden Entfernungen angeordnet sind, derart, daß jedes Filmband sich in seiner Länge während der Zeit verstellen kann, wo die n-x anderen Filmbänder in Tätigkeit sind.
  5. 5. Kinematographischer Apparat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß vor das Filmband einem Dreifarbenspiel 6u entsprechende Farbenfilter gesetzt werden, um Monochrome aufzunehmen oder Farbenbilder zu projizieren, derart, daß drei Breiten einzelner Bilder an Stelle eines Bildes bei gewöhnlichen Aufnahmen sowohl beim Filmband als auch beim Diaphragma in Tätigkeit treten.
  6. 6. Kinematographischer Apparat nach Anspruch 1 bis S, dadurch gekennzeichnet, daß Farbenfilter derart zwischengeschaltet werden, daß «-Bilderabmessungen in Tätigkeit treten, d. h., daß das Diaphragma ein Fenster für jedes der κ-Filmbänder besitzt, das Abmessungen aufweist, welche zum Anwenden eines Dreifarbenspiels notwendig sind, und daß jedes der Filmbänder sich während der Anwendung der n-i anderen Bänder verstellt, wodurch ein vollständig der Wirklichkeit entsprechendes Bild der Bewegungen in natürlichen Farben und unter vollständiger Abwesenheit der Parallaxe erzielt wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DE1914339480D 1914-05-06 1914-05-06 Kinematographischer Apparat zur Aufnahme und Vorfuehrung mit doppelter Abbildung Expired DE339480C (de)

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