DE3390C - Sengemaschine mit Gasluft-Brenner und eigenthümlicher Führungswalzen-Anordnung für Gewebe aller Art - Google Patents

Sengemaschine mit Gasluft-Brenner und eigenthümlicher Führungswalzen-Anordnung für Gewebe aller Art

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DE3390C
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Aktien-Gesellschaft für Stückfärberei, APPRETUR UND MASCHINENFABRIKATION, früher FR. GEBAUER in Charlottenburg
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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    • D06C2700/00Finishing or decoration of textile materials, except for bleaching, dyeing, printing, mercerising, washing or fulling
    • D06C2700/16Singeing of fabrics or yarns

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

1878.
Klasse 8.
ACTIEN-GESELLSCHAFT FÜR STÜCKFÄRBEREI, APPRETUR UND
MASCHINENFABRIKATION, früher FR. GEBAUER in CHARLOTTENBURG.
Sengemaschine mit Gasluft-Brenner und eigentümlicher Führungswalzen-Anordnung für
Gewebe aller Art.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 27. April 1878 ab.
Die rohen Gewebe, als Baumwolle, Wolle, Leinen, Zanella, Sammet etc., sind mehr oder weniger mit losen Fäden und Härchen bedeckt, die der Waare ein rauhes Ansehen geben und deshalb durch Sengen oder Scheeren entfernt werden. Hierbei kommt es hauptsächlich darauf an, dafs die die Haltbarkeit nicht beeinflussenden Härchen gleichmäfsig und ohne das Gewebe zu schwächen entfernt werden.
Dazu sind bisher die verschiedensten Vorrichtungen und Maschinen benutzt worden, welche sich jedoch nicht bewährt haben.
In beiliegenden Zeichnungen stellt Fig. 1 die neue Maschine in der Seiten-, Fig. 2 in der Vorderansicht dar. Die Haupttheile derselben sind zwei Brennersysteme, welche das Sengen bewirken, eine Anzahl theils verstellbar gelagerter Führungswalzen, welche zur Führung der zu sengenden Gewebe dienen; die in einem Wassertrog laufenden Quetschwalzen, welche die noch glimmenden Fasern auslöschen und ein Ableger, welcher die gesengten Gewebe abtafelt.
Die Brennersysteme 1 und 2, Fig. 1 und 5, werden aus einzelnen Brennern gebildet, welche in einer Reihe auf ein Doppelrohr, Fig. 7, aufgeschraubt sind. Dieses Rohr leitet das Gas und die Luft zu den Brennern. Jeder einzelne Gasluftbrenner, Fig. 6, besteht aus einem doppelten Hahngehäuse, in welchem zwei Hähne 3 und 4 angebracht sind, von denen 3 zur Gas-, 4 zur Luftregulirung dient. Die Durchgangsöffnungen dieser Hähne stehen unter einem Winkel von 60 ° gegen einander geneigt und münden in eine cylindrische Kammer 5, welche in dem doppelten Hahngehäuse gebildet wird, während auf das Gehäuse eine Düse 6, welche die Brenneröffnung trägt, geschraubt ist. Die Brenneröffnung der Düse wird durch einen feinen Schnitt, wie solcher in einem gewöhnlichen Schmetterlings-Gasbrenner zur Anwendung kommt, hergestellt. Vermittelst der Hähne 3 und 4 kann man dem sich in der Kammer 5 und Düse 6 bildenden Gasgemisch soviel Luft zuführen, als zur vollständigen Verbrennung des Gases nöthig ist. Durch eine vollständige Verbrennung ist aber die Rufsbildung vermieden, wogegen sich dieser Uebelstand bei früheren Systemen infolge ungenügender Luftzufuhrungzeigt und veranlafste,dafs Flecken in den zu sengenden Geweben zurückblieben. Versuche dahin ergeben, dafs die Mischung von Luft und Gas beim Zusammenströmen unter einem Winkel von 60° am innigsten stattfindet. Ebenso soll durch diese Anordnung der Brenner eine höhere Spannung des Gasgemisches erzielt werden, wodurch eine stetige Flamme bedingt ist.
Man erhält also durch diese Construction des Gasluftbrenners eine sehr heifse, nicht rufsende, gleichmäfsig brennende und stetige Flamme, die mit Leichtigkeit regulirt werden kann..
Betreffs der Anordnung der Führungswalzen zu den Gasluftbrennern, wie aus Fig. 3, 4 und 5 der Zeichnung ersichtlich, giebt Fig. 3 den Lauf der zu sengenden Gewebe an, wenn diese vier mal auf einer Seite von den Flammen berührt werden, Fig. 4 dagegen, wenn dieselben zwei mal rechts, zwei mal links die Flammen passiren sollen. Die auf der Zeichnung mit I, II, III, IV bezeichneten Walzen sind verstellbar, während die übrigen 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14 im Gestell -festgelagert sind. Die Verstellung der Walzen wird auf folgende Weise bewirkt. Die Hebel 15, 16, 17, welche im Gestell drehbar angebracht sind, dienen zur Lagerung dieser Walzen und sind durch Zahnräder 18, Welle ig und Zapfen 20, 21 miteinander verbunden, sie lassen sich mittelst des dreiarmigen Hebels 22 von der Stirnseite der Maschine bewegen und durch ein Sperrrad 23 mit Sperrklinke 24 feststellen. Die zweiarmigen Hebel 15, in welchen die Walzen II, III lagern, sind auf eine gemeinschaftliche Welle 19 gekeilt, während die einarmigen Lagerhebel 16, 17 der Walzen I, IV nur auf Leitzapfen befestigt sind; aufserdem sind mit der Welle 19 und Leitzapfen 20, 21 die Stirnräder 18 fest verbunden. Wird nun der zweiarmige Hebel 15 durch den dreitheiligen Stern 22 in der auf Zeichnung angedeuteten Pfeilrichtung gedreht, so werden durch die Räderverbindung die einarmigen Hebel 16, 17
gleichzeitig mitbewegt. In beiden Fällen nach Fig. 3, wie auch nach Fig. 4 sind, sobald die Walzen I, II, III, IV in den durch die punktirten Linien angedeuteten Stellungen angelangt, die zu sengenden Gewebe von der Flammenreihe selbst und auch von den durch diese sehr stark erhitzten Walzen I, II, III, IV entfernt, so dafs eine Zerstörung der Gewebe unmöglich ist. Die Feststellung dieser Walzen geschieht in der Arbeits- wie in der Ruhestellung durch das Sperrrad 23, in welches die Sperrklinke 24 eingreift. Die stark punktirten Linien der Fig. 3 und 4 geben den Gang der Gewebe in der Ruhestellung der Walzen I, II, III, IV an und ist aus diesen Figuren leicht ersichtlich, in welcher Weise durch Zurückdrehen der Walzen der richtige Gang der Waare je nach Bedürfhifs bedingt ist. Schliefslich zeigt Fig. 3, 4 und 5, auf welche Weise mittelst einer Flammenreihe eine zweimalige Berührung der Gewebe mit den Flammen erzielt wird. Durch diese Anordnung der vier leicht verstellbaren Walzen ist das Einziehen dei Gewebe bedeutend erleichtert, und geschieht dies, ohne die Flamme auszulöschen.
Wie schon erwähnt, bezwecken die Quetschwalzen, die noch etwa glimmenden Funken auszulöschen, und werden aus drei Walzen 25, 26, 27 gebildet, von denen die mittlere 26 in den Gestellen festgelagert ist und mittelst Riemen angetrieben wird. Auf dieser ruht eine im Gestell senkrecht verschiebbare Druckwalze 25, welche vermöge ihrer eigenen Schwere auf erstere drückt, während die untere Walze 27, welche in einem mit Wasser gefüllten Trog 28 läuft und in zwei drehbaren Hebeln 29 lagert, durch Belastung dieser Hebel gegen die Mittelwalze 26 gedrückt, eine geringe Anfeuchtung dieser bewirkt, wodurch die noch etwa vorhandenen Funken sicher ausgelöscht werden.
Der zum Abtafeln der gesengten Gewebe dienende Ableger 30 wird durch Riemen von der Mittelwalze aus betrieben.
Von einem separaten Vorgelege, welches jede Geschwindigkeit der Maschine zuläfst, erfolgt der Antrieb und treibt gleichzeitig dieses Vorgelege eine Luftcompressionspumpe, welche die zum Gasgemisch nöthige Luft liefert. Letztere gelangt vermittelst Rohrleitung durch die eine hohle Gestellwand in das Doppelrohr, Fig. 7, und von hier zu den Brennern. Aus der anderen Gestellwand wird das Gas auf dieselbe Weise in die Brenner geleitet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die in der Zeichnung in den Fig. 3, 4 und 5 bezw. 6 besonders dargestellte Führungswalzen-Anordnung und die Gasluftbrenner für Sengemaschinen für Gewebe aller Art.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
    ~W. 33ÖÖ. PrTedrich ,
    ©tabtratlj in Sßarlottenburg, Serltnerftr. 24/25. —,- <Setrgetttai$hie mti ®a§iufi>$Brenner unb eigentljümttc&er gü^runoStoaIäen=3litörbnung für ®ett>efce alter 3lrt. SSom 27. Stpnl.1878 q&.
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