DE3338488C2 - - Google Patents
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Classifications
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- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D1/00—Evaporating
- B01D1/06—Evaporators with vertical tubes
- B01D1/065—Evaporators with vertical tubes by film evaporating
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B01D—SEPARATION
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrich
tung zur Gewinnung von temperaturempfindlichen Produkten
durch thermisch schonende Destillation mittels eines
mit einer Destillationskolonne verbundenen Fallfilmver
dampfers.
Bei der Destillation von Stoffgemischen wurden in den
vergangenen 2 bis 3 Jahrzehnten in verstärktem Maße Dünn
schichtverdampfer anstelle von Umlaufverdampfern als
Kolonnenverdampfer eingesetzt. Zum Einsatz kommen heute
sowohl Dünnschichtverdampfer mit mechanischer Filmausbil
dung als auch Dünnschichtverdampfer mit frei fallendem
Film.
Aus der einschlägigen Literatur
- 1. Stange, H. Die schonende Destillation thermisch empfindlicher Gemische, ACV-Forschungsbericht (1969) S. 4/5
- 2. Wiegand, J. Fallstromverdampfer und andere Dünnschichtver dampfer, Chemiker-Zeitung/Chem. Apparatur/Verfahrens technik 93 (1969) 23 S. 939/943
- 3. Roos, H. Fallfilmverdampfer, eine Sonderbauart des Röhrenwärmetauschers, Chemiker-Zeitung 95 (1971) 13, S. 593/597
- 4. Billet, R. Verdampfertechnik B-I-Hochschultaschenbücher 85, (1965) S. 134/143
ist bekannt, beide Arten von Dünnschichtverdampfern zur
destillativen Trennung von temperaturempfindlichen Stoff
gemischen als Kolonnenverdampfer einzusetzen,
da durch geringe Verweilzeiten des zu trennenden Stoffge
misches im Verdampfer - häufig weniger als eine Minute -
eine produktschonende Eindampfung erreicht wird. Das
Dampf-Flüssigkeitsgemisch strömt dabei - beispielsweise
über einen an den Dünnschichtverdampfer angeflanschten
Krümmer - in den Unterteil (Sumpf) der Destillations
kolonne. Von dort wird das leichtsiederarme Sumpfprodukt
des zu trennenden Stoffgemisches abgezogen, einerseits als
gewünschtes, der Spezifikation entsprechendes Produkt und
andererseits als Umlaufstrom für den Dünnschichtver
dampfer.
Dieser Verfahrensschritt ist jedoch für die Destillation
von Stoffgemischen, deren Einzelkomponenten Siedetempera
turunterschiede über 40 K aufweisen und die gleichzeitig
thermisch schonend destillativ getrennt werden müssen,
ungeeignet, da schwerer siedendes Konzentrat aus dem Dünn
schichtverdampfer wieder mit leichtsiederhaltigem Kolonnen
ablauf (Rücklauf) vermischt wird. Um trotzdem ein spezifi
kationsgerechtes (leichtsiederarmes) Sumpfprodukt aus dem
Sumpf der Destillationskolonne (Kolonnensumpf) abziehen zu
können, ist im Dünnschichtverdampfer eine höhere Konzen
trierung der schwerer siedenden Komponente verbunden mit
einem Temperaturanstieg notwendig.
Dies hat zur Folge,
- - daß die Siedetemperatur im Verdampfer deutlich über die Kolonnensumpftemperatur ansteigt,
- - daß aufgrund des Siedegleichgewichtes ein höherer Anteil der schwerer siedenden Komponente verdampft,
- - daß die thermische Beanspruchung des Produktes häufig Produktschädigungen zur Folge hat,
- - daß sich die für den Wärmeübergang maßgeblichen Stoffeigenschaften - beispielsweise die Viskosität - verschlechtern,
- - daß sich die für die Wärmeübertragung maßgebliche Temperaturdifferenz zwischen Heizmittel- und Produkt seite verringert.
Dies wird nachstehend beispielhaft an der Gewinnung des
Produktes mit folgender Zusammensetzung
15,2 Gew.-% Leichtsieder
84,8 Gew.-% Schwersieder
84,8 Gew.-% Schwersieder
erläutert, wobei nur die destillative Stofftrennung im
Kolonnensumpf betrachtet wird. Die Siedetemperatur des
obigen Stoffgemisches beträgt 179°C bei einem Siededruck
von 1,48 bar. Als Erläuterungen dienen die Diagramme gemäß
Fig. 1a, 1b und 1c.
Dargestellt sind dabei
- - die dem Stand der Technik entsprechende Anordnung Fallfilmverdampfer - Kolonnensumpf
- - Leichtsiedergehalt als Funktion des Dampfgehaltes am Verdampferaustritt, LS = f ( G / F )
- - Siedetemperatur als Funktion des Dampfgehaltes am
Verdampferaustritt, ST = f ( G / F )
hierbei bedeuten
G = Dampfmenge (kg)
F = Flüssigkeitsmenge (kg)
B = Betriebspunkt.
Wie aus Fig. 1a, 1b und 1c ersichtlich, ist der Konzen
trationsunterschied zwischen Kolonnensumpf (x) und Ver
dampferablauf (x v ) bestimmt durch die Umlaufzahl G / F . Der
Kehrwert der Umlaufzahl ist der in der Literatur häufig
angegebene Dampfgehalt G / F . Bei unendlichem Umlauf, d. h. bei
Dampfgehalt nahe 0 ist die Siedetemperatur am Verdampfer
ablauf (ϑ v ) gleich der Siedetemperatur im Kolonnen
sumpf (ϑ) und die Zusammensetzung des Konzentrates am
Verdampferablauf (x v ) gleich der Konzentration des
Kolonnensumpfes (x). In der Praxis liegen die Dampfgehalte
am Verdampferaustritt jedoch zwischen 0,05 und 0,5 kg/kg.
Zur Gewinnung des vorgenannten Produktes wird von einem
Dampfgehalt von 0,125 kg/kg ausgegangen, was einer Umlauf
zahl von 8 kg/kg entspricht. Die dadurch erforderliche
Höherkonzentrierung - Abnahme an Leichtsieder - im Dünn
schichtverdampfer hat zur Folge, daß die Siedetemperatur
am Verdampferaustritt auf ϑ v = 221°C ansteigt, wodurch
die thermische Belastbarkeit des Produktes deutlich über
schritten wird. Um die maximal zulässige Produkttemperatur
von 204°C, bei der noch keine thermische Schädigung ein
setzt (Grenzwerttemperatur) nicht zu überschreiten, müßte
die Umlaufzahl auf 20 kg/kg angehoben werden.
Eine Umlaufzahl von 20 kg/kg bedeutet eine höhere Pumpen
leistung und zugleich im Verdampferrohr eine Verringerung
der Dampfblasenbildung im Film, was eine Reduzierung des
Wärmeübergangs zur Folge hat.
Des weiteren sind in den nachstehenden Schriften
DE-OS 31 06 350, DE-OS 23 52 758 und DE-AS 12 08 291
Destillationseinheiten aufgezeigt, bei denen jedoch aus dem
jeweiligen Dünnschichtverdampfer ausschließlich Dampf in
die Destillationskolonne überströmt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfah
ren zur thermisch schonenden Destillation von temperatur
empfindlichen Stoffgemischen zu entwickeln, bei dem mit
geringeren Umlaufzahlen gearbeitet werden kann, ohne die
das Stoffgemisch schädigende Grenzwerttemperatur zu über
schreiten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das
temperaturempfindliche Produkt durch separate Abführung des
Fallfilmverdampfer-Ablaufes - getrennt von dem aus der De
stillationskolonne abgezogenen Umlaufstrom - gewonnen wird.
Weitere Merkmale der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durch
führung des Verfahrens sind Gegenstand des Unteranspruches.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
Es zeigt
Fig. 2 die erfindungsgemäße Anordnung Fallfilmver
dampfer-Kolonnensumpf mit getrennter Abführung
des Dünnschichtverdampfer-Ablaufes aus dem
Unterteil (Sumpf) des Dünnschichtverdampfers,
Fig. 3 eine weitere mögliche erfindungsgemäße Anordnung
zur getrennten Abführung des Dünnschichtver
dampfer-Ablaufes
Fig. 4a, 4b und 4c die erfindungsgemäße Anordnung gemäß Fig. 2,
analoge Diagramme wie in Fig. 1
LS = f ( G / F )
ST = f ( G / F )
LS = f ( G / F )
ST = f ( G / F )
Gemäß Fig. 2 ist der mit der Destillationskolonne 1
verbundene Fallfilmverdampfer 2 mit einem Unterteil
(Sumpf) 3 und einem Ablaufstutzen 4 ausgerüstet. Der aus
dem Sumpf der Destillationskolonne 1 abgezogene Umlauf
strom wird mittels der Pumpe 5 dem Fallfilmverdampfer 2
zugeführt. Aus dem Ablaufstutzen 4 wird das temperatur
empfindliche, spezifikationsgerechte Produkt - getrennt
von dem Umlaufstrom - abgezogen.
In den Fig. 4a, 4b und 4c ist dargestellt, daß bei der
Gewinnung des Produktes derselben Zusammensetzung wie in
Fig. 1, bei getrenntem Abzug des Verdampferablaufs - bei
einem Dampfgehalt G / F von 0,125 kg/kg - die Siedetemperatur
des Verdampfer-Ablaufes j v = 179°C beträgt, und damit die
das Produkt schädigende Grenzwerttemperatur von 204°C
nicht erreicht wird. Im Kolonnensumpf, in dem die notwen
dige Produktvorhaltung für die Umwälzung erfolgt, wird
sogar durch den höheren Leichtsiederanteil eine merkliche
Temperaturerniedrigung erreicht, wodurch die thermische
Belastung des zu trennenden Stoffgemisches abgesenkt wird.
In dem in den Fig. 4b und 4c dargestellten Beispiel
wird bei einem Dampfgehalt G / F von 0,125 kg/kg gleich einer
Umlaufzahl F / G von 8 kg/kg, im Vergleich zur Fig. 1 eine
Siedetemperaturabsenkung von 40 K gleichermaßen für
Kolonnensumpf- und Verdampferablauf erreicht.
Fig. 3 zeigt eine andere Möglichkeit der konstruktiven
Gestaltung, um den Verdampferablauf getrennt abziehen zu
können. Hier ist der Fallfilmverdampfer 2 in konventio
neller Art mit der Destillationskolonne 1 verbunden. Das
Unterteil (Sumpf) 6 der Destillationskolonne 1 ist durch
eine Trennwand 7 in zwei Kammern 8 und 9 unterteilt.
Mittels der Abdeckung 10 wird erreicht, daß der Rücklauf
aus der Destillationskolonne 1 sich nur in Kammer 9
sammelt, aus der mittels der Pumpe 5 der Umlaufstrom
abgezogen und dem Fallfilmverdampfer 2 zugeführt wird. Aus
dem Ablaufstutzen 11 wird das temperaturempfindliche
spezifikationsgerechte Produkt - getrennt von dem Umlauf
strom - abgezogen.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbe
sondere
- - in der Absenkung des Siedetemperaturniveaus des zu trennenden Stoffgemisches und damit einer thermisch schonenden Eindampfung temperaturempfindlicher Stoff gemische
- - in der Möglichkeit, ein größeres Temperaturgefälle zwischen Heizmittel und Produktseite anzubieten, ohne das zu trennende Stoffgemisch thermisch zu bean spruchen
- - in der Verwendung von kostengünstigen Heizmitteln niedriger Temperatur
- - in der Wahl der Umlaufmenge nicht eingeschränkt zu sein.
Durch diese verfahrenstechnischen Vorteile ist es möglich
- insbesondere bei teuren Sonderwerkstoffen - die Dünn
schichtverdampfer mit einer geringeren Wärmetauschfläche,
und damit kostengünstiger herzustellen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung von temperaturempfindlichen
Produkten durch thermisch schonende Destillation mit
tels eines mit einer Destillationskolonne verbunde
nen Fallfilmverdampfers, dadurch gekennzeichnet, daß
das temperaturempfindliche Produkt durch separate Ab
führung des Fallfilmverdampfer-Ablaufes - getrennt
von dem aus der Destillationskolonne abgezogenen Um
laufstrom - gewonnen wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß An
spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fallfilmver
dampfer (2) mit der Destillationskolonne (1) verbunden
ist, das Unterteil (6) der Destillationskolonne (1) mit
tels einer Trennwand (7) in zwei Kammern (8 und 9) unter
teilt ist, die eine Kammer (8) durch eine Abdeckung (10)
so abgedeckt ist, daß kein Kolonnenablauf (Rücklauf) in
die ausschließlich für den Fallfilmverdampfer-Ablauf
vorgesehene Kammer (8) fließt, die zum Abfluß des Ver
dampferablaufes mit einem Ablaufstutzen (11) ausgerüstet
ist.
Priority Applications (1)
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| DE19833338488 DE3338488A1 (de) | 1982-10-29 | 1983-10-22 | Verfahren zur gewinnung von temperaturempfindlichen produkten durch thermisch schonende destillation mittels eines mit einer destillationskolonne verbundenen duennschichtverdampfers und eine anordnung zur durchfuehrung des verfahrens |
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| DE3338488A1 DE3338488A1 (de) | 1984-05-03 |
| DE3338488C2 true DE3338488C2 (de) | 1989-06-22 |
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Family Applications (1)
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Families Citing this family (8)
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| DE3704407A1 (de) * | 1987-01-15 | 1988-07-28 | Gea Wiegand Gmbh | Anlage zum entzug eines alkohol-wasser-gemischs aus alkoholhaltiger maische |
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|---|---|---|---|---|
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| DE2352758A1 (de) * | 1973-10-20 | 1975-04-24 | Hermann Dipl Chem Dr Stage | Fallfilmverdampfer fuer destillationsanlagen, insbesondere fettsaeuredestillationsanlagen |
| IT8020902A0 (it) * | 1980-03-25 | 1980-03-25 | Snia Viscosa | Procedimento ed apparecchiatura per la separazione continua per via termica di miscele liquide dicomposti termolabili. |
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