DE3333176C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Navigationsverfahren für ein Fahrzeug nach
der Gattung des Patentanspruchs 1.
Der DE-OS 29 41 331 ist ein solches Navigationsverfahren für Straßen
fahrzeuge zu entnehmen. In diesem wird dem Fahrer kontinuierlich die Zielrich
tung und Zielentfernung angezeigt. Als Startvorbereitung muß der Zielvektor
in das Anzeigegerät eingegeben werden, z. B. durch Eingabe der relati
ven Koordinaten X, Y, die aus Landkarte bzw. Stadtplan entnommen wer
den. Die Ermittlung der Koordinaten ist jedoch aufwendig, Fehlmessungen
sind nicht auszuschließen.
Aus der Bedienungsanleitung FOA 25 der Fa. Teldix GmbH ist eine Naviga
tionshilfe bzw. Fahrzeug-Ortungs-Anlage bekannt. Diese besitzt ein
autonomes Koppelnavigationssystem, das die benötigten Eingangsdaten
mit bordeigenen Mitteln bestimmt. Koppeln bedeutet,
daß die Ortsveränderung des Fahrzeugs festgestellt und
zum Ausgangsort hinzugefügt wird. Die Anlage mißt den
zurückgelegten Weg in kleinen Teilstrecken (Inkrementen)
und die dazugehörenden Fahrtrichtungswerte. Der Naviga
tionsrechner bestimmt daraus die Nord/Süd- und Ost/West-
Komponenten des zurückgelegten Weges. Diese Werte werden
zu den Koordinaten des Ausgangsortes addiert und liefern
dann den Fahrzeugstandort.
Ein Kartengerät, in welchem eine Landkarte eingelegt
ist, mit einem Balkenkreuz, das über der Landkarte ver
schiebbar angeordnet ist, zeigt den Fahrzeugstandort im
Kreuzungspunkt des Balkenkreuzes auf der Landkarte an.
Außerdem wird die Fahrtrichtung ständig mit einem Zeiger
auf einer Kursrose dargestellt.
Soll das Fahrzeug ein bestimmtes Ziel ansteuern, dann
ist es erforderlich, die Richtung, in welcher das Ziel
liegt zu kennen und den Fahrtverlauf auf dem Kartengerät
zu überwachen, um die Zielrichtung beizubehalten. Da die
Anlage im wesentlichen in militärischen Fahrzeugen Ver
wendung findet, kann diese Aufgabe von einem Beifahrer
bzw. einem Navigator übernommen werden. Für den Indivi
dualverkehr ist jedoch dieses System zu aufwendig und
dann zu Fehlreaktionen des Fahrers führen.
Weiterhin wird in der älteren Patentanmeldung EP 00 90 965 ein Verfahren
zur Eingabe der Koordinaten des Start- und Zielortes bei einem nach dem
Prinzip der Koppelnavigation arbeitenden automatischen Leitsystem für
Fahrzeuge beschrieben, bei dem die Koordinaten mittels eines optischen
oder magnetischen Code-Lesers von einer mit einem Strichcode versehenen
Vorlage in das System eingegeben werden.
Zur Eingabe wird der Code-Leser über die mit der Strichkodierung
versehene Vorlage (Karte oder transparente Folie) in der Richtung
vom Start- zum Zielort geführt.
Bei diesem Verfahren wird die Richtung und die Entfernung zum Ziel
angezeigt. Da das Fahrzeug seinen Weg zum Ziel auf den vorhandenen
Straßen zurücklegen muß, wird häufig eine zur Fahrtrichtung unter
schiedliche Richtung angezeigt.
Aufgabe der Erfindung ist es, das eingangs beschriebene Navigations
verfahren dahingehend abzuwandeln, daß eine dem tatsächlichen
Straßenverlauf annähernd entsprechende Anzeige der Zielrichtung
erhalten wird. Diese Aufgabe wird durch die im ersten Patentan
spruch angegebenen Merkmale gelöst.
Um eine dem tatsächlichen Straßenverlauf annähernd entsprechende
Anzeige zu erhalten, werden zusätzlich zu den Koordinaten des Start-
und Zielortes die Koordinaten von Zwischenzielen in die Fahrzeug
navigationsanlage z. B. durch Abtastung eingegeben. Die Auswerte
schaltung ermittelt durch Koppelrechnung aus den Koordinaten des
augenblicklichen Standortes und den Koordinaten des Zwischenziels
die Zwischenzielrichtung. Diese Zwischenzielrichtung wird durch den
Richtungsanzeiger solange dargestellt, bis das Zwischenziel er
reicht wurde und durch eine Umschalteinrichtung der Auswerteschaltung
die Koordinaten des nächsten Zwischenziels oder des Zielpunktes zu
geführt werden. Nun ermittelt die Auswerteschaltung aus den Koordi
naten des augenblicklichen Standortes und den Koordinaten des nächsten
Zwischenziels oder des Zielpunktes die nächste Zwischenzielrichtung
oder die Richtung zum Zielpunkt, die durch den Richtungsanzeiger
wieder dargestellt wird.
Weitere Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus dem
Ausführungsbeispiel.
Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Bei
spiels näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 eine Anordnung der Elemente einer Fahrzeugnavigations
anlage in einem Blockdiagramm,
Fig. 2 den Ausschnitt einer Landkarte mit bezifferten markanten
Geländepunkten.
Die Fahrzeugnavigationsanlage wie in Fig. 1 dargestellt, enthält
einen Weggeber 1 zur Anzeige des zurückgelegten Weges und einen
Richtungssensor 2, beispielsweise eine Erdfeldmeßsonde. Die Signale
dieser Meßwertgeber 1, 2 werden einem Navigationsrechner 3 zugeführt.
An dem Navigationsrechner 3 sind außerdem je ein Eingabegerät für
Nordkoordinaten 4 und Ostkoordinaten 5 angeschlossen. Ein Richtungs
anzeiger 6a erhält ein von dem Navigationsrechner 3 gebildetes
Ausgangssignal und zeigt die Zielrichtung an. Ein Entfernungsan
zeiger 6b stellt die Zielentfernung dar. Nachfolgend wird die
Funktionsweise beschrieben.
Vor Beginn einer Fahrt werden durch Abtastung mittels einer opti
schen oder magnetischen Abtasteinrichtung (nicht dargestellt) die
Standortkoordinaten, die Koordinaten von auf dem Weg zum Ziel
liegenden Zwischenzielen sowie die Zielkoordinaten der aufbereiteten
Karte entnommen und in die Fahrzeugnavigationsanlage eingegeben. Der
Navigationsrechner 3 ermittelt daraus die Richtung und die Entfer
nung zum nächsten Zwischenziel. Beides wird mit der Anzeigeeinrich
tung 6 dargestellt.
Während der Fahrt wird mit den Meßwerten von Weggeber 1 und Rich
tungssensor 2 von dem Navigationsrechner 3 eine Koppelrechnung durch
geführt und kontinuierlich Richtung und Entfernung zwischen momen
tanem Standort und nächstem Zwischenziel oder Ziel ermittelt. Der
Richtungsanzeiger 6a stellt sich entsprechend den zugeführten Werten
kontinuierlich nach, d. h. bis zum Erreichen des Ziels wird immer die
Richtung zum Zwischenziel bzw. Ziel angezeigt. Ferner wird noch die
Entfernung zum Zwischenziel bzw. zum Ziel mit dem Entfernungsanzeiger
6b angezeigt.
Um zu erkennen, ob ein Zwischenziel erreicht ist, ist eine optische
oder akustische Warneinrichtung vorgesehen, die, falls eine gewisse
Übereinstimmung der durch die Koppelrechnung gebildeten Koordinaten
mit den Koordinaten des Zwischenziels besteht, ein Signal abgibt.
Aufgrund dieses Signals wird nun die Richtung und die Entfernung
zum nächsten abgespeicherten Zwischenziel angezeigt. Um das Eingeben
der Koordinatenwerte der Zwischenziele zu erleichtern, enthält die
Karte auch die Koordinatenwerte der Zwischenziele in kodierter Form,
beispielsweise ebenfalls am Kartenrand als Strichkode.
Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt einer solchen aufbereiteten Landkarte.
Diese Landkarte ist mit Ziffern versehen, die vorzugsweise an mar
kanten Geländepunkten oder Straßenkreuzungen angeordnet sind. Diesen
Ziffern sind am Rande der Landkarte die entsprechenden Koordinaten
werte der markanten Geländepunkte zugeordnet. Die Koordinatenwerte
können direkt in Zahlenwerten und/oder im Strichkode angegeben
werden.
Anhand dieser Koordinatenwerte werden zu Beginn einer Fahrt die
Startposition 19, die Positionen der Zwischenziele 1, 2, 9, 11 und
die Zielposition 13 durch Abtasten eingegeben, indem die Abtastein
richtung über die Positionen der den jeweiligen Ziffern zugeordneten
Kodes geführt wird, womit eine rasche Eingabe der Koordinaten mög
lich ist.
Es hat sich gezeigt, daß eine besonders einfache Anwendung des Strich
kodes dadurch erreicht wird, daß dieser auf einer Magnet- oder ande
ren, das Kartenbild nicht beeinträchtigenden Folie aufgebracht ist und
diese Folie derart mit der Karte in Verbindung gebracht ist, daß
der Strichkode den markanten Punkten der Karte, denen er zugeordnet
ist, entspricht. Damit ist es möglich, mit der optischen oder mag
netischen Abtasteinrichtung zur Startvorbereitung lediglich an den
verschiedenen Punkten, die die Zwischenziele bzw. das Ziel darstel
len, entlang zu fahren; eine Überwachungsanzeige zeigt daraufhin
den Punkt an zur Feststellung, ob der richtige Ort eingegeben wurde;
dieser wird anschließend abgespeichert.
Eine weitere Erleichterung zur Erkennung der Fahrstrecke wird auch
dadurch geschaffen, daß am Kartenrand oder auf einem gesonderten
Blatt bzw. in abgespeicherter Form Zusatzinformationen vorgesehen
sind, die vor Beginn der Fahrt entsprechend dem Ziel oder den
Zwischenzielen eingegeben werden. Bei Erreichen oder Anfahren des
Ziels oder Zwischenziels wird dann diese Zusatzinformation ange
zeigt und gibt beispielsweise an, daß eine Einmündung folgt, eine
Seitenstraße befahren werden muß oder den Hinweis auf eine Brücke,
Kirche o. ä. Außerdem können der Name des Ziels oder Zwischenziels
(Zielsymbol) und die nächsten Vorgehensschritte angezeigt werden.
Aus der Auflistung dieser Beispiele wird deutlich, daß eine Fahr
strecke mit dieser Navigationshilfe in beliebigem Umfang mit Infor
mationen bestückt werden kann, die es dem Fahrer erleichtern, durch
Anzeige dieser Information in sequentieller Folge das Ziel zu
finden.
Claims (8)
1. Navigationsverfahren für ein Fahrzeug mit einer einen Richtungs
sensor und einen Weggeber enthaltenden Fahrzeugnavigationsan
lage, die nach dem Koppelnavigationsverfahren einen augenblick
lichen Standort des Fahrzeugs ermittelt, mit einer Anzeigevorrichtung zur
Anzeige der Richtung und der Entfernung zu einem Ziel und mit einer
einen Ausgangsort und das Ziel enthaltenden Landkarte,
wobei bei Fahrtbeginn einer Auswerteschaltung die wenigstens
näherungsweisen Ausgangs- und Zielkoordinatenwerte durch Ab
tastung von auf der Landkarte oder auf der Landkarte zugeordneten
Hilfsmitteln, insbesondere Folien, aufgebrachten maschinenlesbaren Markie
rungen eingegeben werden und in der Auswerteschaltung
aus den wenigstens näherungsweisen Ausgangs- und Ziel-
Koordinatenwerten und den augenblicklichen
Standortkoordinaten fortlaufend die Richtung
und Entfernung zum Ziel ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Koordinaten wenigstens eines Zwischenziels (1, 2, 9,
11) der Auswerteschaltung (3-6) zugeführt werden, wobei
bis zum Erreichen des Zwischenziels (1, 2, 9, 11) die Auswerteschaltung (3-6) aus
den von der Fahrzeugnavigationsanlage (1-6) ermittelten augenblick
lichen Standortkoordinaten und den Koordinaten des Zwischen
ziels (1, 2, 9, 11) jeweils die Richtung zum Zwischenziel (1, 2, 9, 11) ermittelt und auf der
Anzeigevorrichtung (6) anzeigt, und daß eine Umschalteinrichtung
vorgesehen ist, die nach Erreichen des Zwischenziels (1, 2, 9, 11) in der
Auswerteschaltung (3-6) die Auswertung der Koordinaten des nächsten
Zwischenziels (1, 2, 9, 11) oder des Ziels (13) zur Berechnung der Richtung
zum nächsten Zwischenziel (1, 2, 9, 11) oder zum Ziel (13) veranlaßt.
2. Navigationsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Landkarte oder die Hilfsmittel an als mögliche Zwi
schenziele dienenden markanten Punkten
mit Ziffern versehen und diesen Ziffern jeweils die Koor
dinaten eines der markanten Punkte zugeordnet sind.
3. Navigationsverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Koordinaten der markanten Punkte in kodierter Form
abgespeichert sind.
4. Navigationsverfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich zu den Koordinaten der markanten Punkte die jeweiligen
Bezeichnungen der markanten Punkte und/oder
Zusatzsymbole in kodierter Form abgespeichert sind.
5. Navigationsverfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß in kodierter Form Symboldarstellungen abgespeichert sind,
die bei der Eingabe des Zieles (13) oder
des wenigstens einen Zwischenziels (1, 2, 9, 11) ebenfalls
eingegeben werden.
6. Navigationsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Landkarte oder die Hilfsmittel an den markanten
Punkten mit Kodezeichen versehen sind, mittels derer die Ko
ordinaten der markanten Punkte eingebbar sind.
7. Navigationsverfahren nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kodezeichen auf Magnetfolie aufgebracht
sind.
8. Navigationsverfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß mit der Auswerteschaltung (3-6) ein Abtastgriffel verbunden ist,
mit dem die Koordinaten des wenigstens einen Zwischenziels (1, 2, 9, 11)
und/oder des Ziels (13)
erfaßt und der Auswerteschaltung (3-6) zugeführt werden.
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