DE33283C - Verfahren zum Reinigen von Papiermaterialien , namentlich von Zellstoff - Google Patents
Verfahren zum Reinigen von Papiermaterialien , namentlich von ZellstoffInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21D—TREATMENT OF THE MATERIALS BEFORE PASSING TO THE PAPER-MAKING MACHINE
- D21D5/00—Purification of the pulp suspension by mechanical means; Apparatus therefor
- D21D5/02—Straining or screening the pulp
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- Mechanical Engineering (AREA)
- Paper (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE B5: Papierfabrikation.
Die auf chemischem Wege gewonnenen Papiermaterialien (namentlich Zellstoff) enthalten,
selbst in gewaschenem Zustande, aufser den in Wasser löslichen Substanzen:
1. suspendirte Zellstofffasern und
2. als Verunreinigungen nicht aufgeschlossene Pflanzentheilchen bezw. Asttheile u. s. w. und,
wenn doppeltschwefligsaurer Kalk oder ähnliche Stoffe als Aufschlufsmittel verwendet
werden, feste, kleine Theilchen von Gyps, schwefligsaurem Kalk oder von anderen schwer
löslichen oder unlöslichen Körpern.
Um eine Reinigung solcher und auch anderer Papiermaterialien von den beinahe gleiches
specifisches Gewicht mit den Zellstofffasern besitzenden Verunreinigungen zu bewirken,
werden die mit sehr grofsen Wassermengen (bei Verarbeitung von Sulfitzellstoff mit ungefähr dem 1 500 fachen und mehr des
Gewichtes desselben) versetzten und zerfaserten Massen vorerst mit sehr geringer Geschwindigkeit
in horizontaler Richtung durch lange, verhältnifsmäfsig breite und tiefe Kanäle geleitet,
in welchen eine Ausscheidung dieser Verunreinigungen lediglich durch die verhältnifsmäfsig
geringe Reibung derselben an den Wassertheilchen erfolgt.
Die in Fig. 1 und 2 gezeichnete Anordnung zeigt beispielsweise und in einfacher schematischer
Darstellung einen hierfür passenden Apparat.
Derselbe besteht aus den Kästen- oder Kanälen α α mit sehr geringer Neigung, welche
auf ihren Böden Abtheilungen b b von im wesentlichen gleicher Höhe besitzen, damit die
auf den Boden sich absetzenden Verunreinig gungen nicht durch die Strömung fortgeführt
werden können. In diesen Abtheilungen befinden sich zweckmäfsig besondere, an dieselben
sich anschliefsende Kästen oder ähnliche Vorrichtungen, welche von Zeit zu Zeit herausgenommen
und entleert werden können.
Da jedes stärkere Fliefsen mit Vorsicht vermieden werden mufs, so fallen die nicht fein
suspendirten Verunreinigungen nieder.
In dem sich an den Kanal α anschliefsenden, verhältnifsmäfsig grofsen Bottich c findet
durch die hier herrschende, besonders langsame Strömung in noch besserer Weise ein
Absetzen von Verunreinigungen statt.
Ein in diesen Bottich von oben in die Flüssigkeit hineinragendes Zwischenbrett d verhindert,
dafs auf der Flüssigkeit schwimmende Verunreinigungen weiter gelangen.
Von dem Bottich c wird die bereits theilweise
gereinigte Flüssigkeit durch eine Hebevorrichtung f (in der Zeichnung beispielsweise
eine Schnecke) auf einen Vertheiler g gebracht, von welchem dieselbe behufs weiterer Reinigung
in einen mit einem Schlitzsieb versehenen Apparat gelangt, den dieselbe in verticaler
Richtung passiren mufs.
Bei diesem gleichfalls in Fig. 1 und 2 schematisch und beispielsweise dargestellten
Apparat wird das in einem Rahmen befestigte geschlitzte Blechsieb z, von dem in Fig. 3 ein
Stück in gröfserem Mafsstabe gezeichnet ist, so gewählt, dafs dasselbe, beispielsweise bei
Verarbeitung von Sulfitzellstoff, für die stündliche Reindarstellung von je 100 kg ungefähr
0,2 qm Durchflufsraum besitzt.
Der Rahmen mit dem Blechsiebe hängt in einem gröfseren Behälter j j\ an welchem eine
Abflufsöffnung η so hoch angebracht ist, dafs
das Sieb stets mit Flüssigkeit bedeckt bleibt. Dieser Behälter kann aufserdem, wie in der
Zeichnung angegeben, einen Raum Z besitzen, welcher durch die Scheidewand k k gebildet
wird, die nicht ganz auf den Boden reicht. Aus dem Raum I können die etwa dort abgesetzten
schweren Theilchen jederzeit entfernt werden.
Zur zeitweiligen Reinigung des Kastens j j dienen die gewöhnlich verschlossenen Oeffnungen
m m. Die Strömung der Flüssigkeit, welche durch g zufliefst und durch bei % zufliefsendes
Wasser eventuell weiter verdünnt werden kann, wird durch die Niveaudifferenz
der Flüssigkeit oberhalb des Schlitzsiebes und der im Kasten befindlichen bedingt.
Beim Hindurchgehen der Flüssigkeit durch das Sieb legen sich, da bei der grofsen Wassermenge
eine Verfilzung nicht stattfinden kann, nur wenig Fasern an bezw. über die Schlitze
des Siebes.
Um diese Fasern zu beseitigen, wird das Sieb durch das Gestänge n>
w in eine verhältnifsmäfsig geringe, langsam auf- und abgehende,
deshalb geräuschlose, die Faser vollkommen schonende Bewegung gebracht. Die etwa vorhanden
gewesenen Verunreinigungen bleiben theils schwimmend auf der Flüssigkeit, theils
lagern sie sich auf dem Blechsiebe oder auf dem Boden des Kastens ab.
Durch die Oeffnung η gelangt nun die
Flüssigkeit in den Kasten O, in welchem sich zur besseren Abscheidung von feinen und
schwereren Verunreinigungen noch Vorsprünge χ X befinden.
Das Siebblech kann auch in anderer Form, wie z. B. in der von tiefen Kästen oder vertical
stehenden, unten geschlossenen Cylindern, welche sich in dem äufseren Behälter langsam
auf- und abbewegen und behufs Entfernung der abgesetzten Knoten auswechselbar sind, in
Anwendung kommen.
Zum schnellen Entwässern des so gereinigten Stoffes eignet sich die nachstehend beschriebene,
in Fig. ι und 2 durch ρ angedeutete Vorrichtung, welche im wesentlichen ein cylindrisches
Sieb ist und trotz ihrer verhältnifsmäfsig geringen Gröfse grofse Mengen von Wasser zugleich mit etwa noch vorhandenen
feinen Verunreinigungen aus den Papiermaterialien continuirlich entfernt.
Das Sieb ist in Fig. 4 schematisch besonders gezeichnet und besteht aus einer Welle α,
welche leicht in drehende Bewegung gesetzt werden kann. An dieser Welle sind an Armen
b b b Stäbe c c c befestigt, die den Rahmen eines nach beiden Seiten offenen Cylinders
bilden, an welchem Draht- bezw. Haarsiebe, beispielsweise mit ungefähr 70 Oeffnungen
auf ι qcm, bei der Verarbeitung von SulfitzellstofF
am zweckmäfsigsten angebracht sind. Bei Anwendung von Haarsieben sind noch
besondere Rahmen e e e zweckmäfsig, welche eine Querleiste / zur Stütze des Rahmens besitzen
.
Durch die erwähnten Oeffnungen der Siebe
gehen die noch vorhandenen feinen Verunreinigungen hindurch, während die Zellstofffasern
auf den Maschen zurückbleiben.
Die verhältnifsmäfsig grofsen Oeffnungen und die Art der Anwendung der Siebe machen ein
Ausspritzen derselben vollständig unnöthig.
Dieses cylindrische Sieb hat nun eine etwas schräge Stellung. In die obere Oeffnung desselben
reicht ein Rohr oder eine Rinne des Kanals 0, Fig. 1 und 2, hinein, welche die
erwähnten grofsen Flüssigkeitsmassen in denselben hineinführt. Der Apparat bewegt sich
nur so schnell, dafs das Wasser mit den angegebenen Verunreinigungen stark durch seine
Maschen hindurchgeschleudert wird, aber nicht so schnell, dafs der Stoff dabei an seinen
Wandungen haften bleibt. Die Zellstoffmenge, welche auf der Siebfläche sich absetzt, macht
mit dieser die rotirende Bewegung des Siebcylinders mit, und zwar so weit, bis ihre
Schwerkraft die Centrifugalkraft überwindet. Es fällt also diese Zellstoffmenge von den
Wandungen ab und gelangt wegen der schrägen Stellung der ganzen Vorrichtung in einen
tieferen Theil des Cylinders. Durch die Rotation wird dieselbe wieder gehoben und fällt
aus gleichen Gründen noch tiefer.
Auf diese Weise gelangt der Zellstoff schliefslich an das untere Ende des Cylinders und
fällt dann, für die weitere Verarbeitung genügend entwässert, frei heraus.
Für die gute Entwässerung des Zellstoffes ist es selbstverständlich nothwendig, dafs diese
Vorrichtung nicht in die Flüssigkeit eintaucht.
Selbstverständlich kann dieses Sieb in verschiedener Weise abgeändert werden, so z. B.
kann es, statt cylindrisch zu sein, die Form eines abgestumpften Kegels haben.
Der Apparat kann auch entweder gleichförmig rotirend, wie beschrieben, oder auch
ungleichförmig rotirend angeordnet -werden;
wobei die schnellere Rotation das Entfernen des Wassers und der Unreinigkeiten erzielen
würde, während die langsame Rotation das Herabfallen der Fasern bewirkte.
Das aus dem cylindrischen Siebe herausgeschleuderte Wasser fliefst nun in den Kasten q
und weiter, nach Entfernung des Ueberschusses, durch die Rinne r nach der Rinne f, in welch
letztere auch das zu reinigende Papiermaterial
gelangt. Von der Rinne t kommt die Masse in den Kanal α α und geht, wie beschrieben,
weiter.
Die grofse Wassermenge, welche bei der vorbeschriebenen Anordnung der Reinigung
fast ganz oder theilweise wieder gebraucht werden kann, hat bei einigen Herstellungsarten
von Zellstoff aufserdem noch besondere Vorzüge, welche in der leichteren Auflösung schwer
löslicher Verunreinigungen beruhen.
Für die Reinigung von gemahlenen Lumpen, Alfastoff, Natronzellstoff, geschliffenem
Holzstoff und ähnlichen Körpern kommen auch die beschriebenen Verfahren mit selbstverständlichen,
namentlich auf die Dimensionen bezüglichen Abänderungen der Apparate zur Anwendung.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur continuirlichen Abscheidung gröberer Theilchen aus fein zerfaserten Papiermaterialien, indem dieselben, zerfasert und mit Wasser aufserordentlich verdünnt, zuerst in horizontaler Richtung bei sehr langsamem Flufs durch grofse Behälter α α geleitet werden, sodann ein nur wenig bewegtes, stets unterhalb des Flüssigkeitsniveaus liegendes Schlitzsieb i passiren, worauf das Entfernen der grofsen Wassermengen (allein oder in Verbindung mit sehr feinen, nicht faserigen Verunreinigungen) durch ein continuirlich wirkendes cylindrisches Sieb ρ bewirkt wird, welches, aufserhalb der Flüssigkeit in schräger Lage angeordnet, sich selbst entleert und gleichzeitig die gereinigten und entwässerten Massen fortbewegt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE33283C true DE33283C (de) |
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ID=309256
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT33283D Expired - Lifetime DE33283C (de) | Verfahren zum Reinigen von Papiermaterialien , namentlich von Zellstoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE33283C (de) |
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- DE DENDAT33283D patent/DE33283C/de not_active Expired - Lifetime
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