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Die Erfindung betrifft ein Sprühgerät für landwirtschaftliche Zwecke mit einem an oder auf einem Fahrgestell angeordneten ersten Achsial-Ventilator, der die von vorn angesaugte Luft in ein Gebläsegehäuse preßt, das Austrittsöffnungen aufweist, in denen Düsenstäbe mit Düsen zum Versprühen eines Sprühmittels angeordnet sind.
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Bei den bisher bekannten Sprühgeräten dieser Art (FR-PS 11 43 994) bestand der Nachteil, daß das in der Landwirtschaft verwendete Sprühmittel, beispielsweise in Weinbergen und in dgl. Raumkulturen als Sprühnebel relativ ungerichtet in die Umgebung versprüht wurde. Dies ergab einen hohen Verbrauch an Sprühmitteln einerseits, und hatte andererseits eine schädliche Verteilung zur Folge, und zwar dort, wo es nicht gebraucht wurde. Ferner bestand die Gefahr, daß die das Sprühgerät bedienende Person, die zum Beispiel auf einem Traktor sitzt, dem Sprühnebel mitunter nachhaltig ausgesetzt war, was eine Gesundheitsgefährdung darstellt.
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Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß die bekannten Sprühgeräte das Sprühmittel ungeachtet der zu besprühenden Bereiche in Fahrtrichtung nach hinten abgeben, wodurch nur ein geringer Teil des abgegebenen Sprühmittels als Sprühnebel tatsächlich auf die Kulturen gelangt, die besprüht werden sollen, zumal die Kulturen, wie zum Beispiel Weinstöcke, zumeist in Reihen angeordnet sind, und das Sprühgerät zwischen den Reihen verfahren wird. Nachdem ein solches Sprühmittel aber Chemikalien enthält, die nur in unbedingt notwendigen Mengen die Umwelt belasten sollen, stand ein Sprühgerät zur Entwicklung an, das sowohl zum Schutz der Bedienungsperson des Sprühgeräts, als auch zum Schutz der Landwirtschaft und ihrer Produkte überhaupt die zumindest nach heutigen Erkenntnissen markanten Nachteile beseitigt.
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Vorliegender Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Sprühgerät für Raumkulturen der eingangs erwähnten Gattung so weiterzuentwickeln und auszugestalten, daß ein möglichst sparsamer und dennoch wirksamer Verbrauch an entsprechendem Sprühmittel bzw. Sprühnebel ermöglicht wird. Es soll ein genau abgegrenzter Luftstrom erzeugt werden, der in Verbindung mit dem Sprühmittel möglichst nur auf die Kulturen gerichtet ist und eine Abdrift nach oben und eine Bedeckung des Bodens so klein wie möglich hält.
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Zur Lösung der Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich ein zweiter gegenläufiger Achsial-Ventilator über dem ersten Achsial-Ventilator angeordnet ist, daß die Austrittsöffnungen an beiden Seiten des Gebläsegehäuses vorgesehen sind, und daß die Düsen übereinander auf Geraden angeordnet sind.
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Wesentlich nach der vorliegenden Erfindung ist also, daß zwei gegenläufig arbeitende Achsialventilatoren an einem Gebläsegehäuse angeordnet sind, wobei das Gebläsegehäuse vertikal aufrecht auf einem Fahrgestell oder auf einem Aufsattelgerät angebracht sein kann, der Luftstrom in dem Gebläsegehäuse über entsprechende Leitbleche beruhigt zu den seitlichen Stirnblechen geleitet wird, und dort relativ homogen an den Spritzdüsen vorbeistreicht, so daß dadurch eine gleichmäßige Verteilung des Sprühmittels erreicht wird. Gemäß der Erfindung ist deshalb vorgesehen, daß die Austrittsöffnungen an beiden Seiten des Gehäuses vorgesehen sind, und daß die Düsen übereinander auf Geraden angeordnet sind.
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Bei herkömmlichen Geräten war bisher eine halbrunde Rückwand mit einem darin angebrachten Achsialventilator vorgesehen, wobei am Umfang der Rückwand die Düsen angeordnet waren, welche einen halbkreisförmigen Sprühnebel in die Umgebung verteilten. Bei der bisher bekannten Methode liegt die ungleichförmige Verteilung darin, daß in einem halbrundförmigen Kreisbogen versprüht wird, und daher durch den ungleichen Abstand der Düsen zum zu besprühenden Gegenstand keine auf die Fläche gesehen homogene Verteilung möglich ist. Gemäß vorliegender Erfindung ist diesbezüglich dadurch Abhilfe geschaffen, daß die Düsen und eventuell zusätzlich vorgesehene Zusatzdüsenstäbe genau auf einer Geraden angeordnet sind und damit der Düsennebel in einer rechteckigen Form verteilt werden kann.
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Der Kern der vorliegenden Erfindung liegt also darin, daß an einem Gebläsegehäuse zwei übereinanderliegende, gegenläufig arbeitende Achsialventilatoren angeordnet sind, deren Luftstrom in dem Gebläsegehäuse beruhigt wird, und daß das Gebläsegehäuse seitwärts einen homogenen Luftstrom nach beiden Seiten abgibt, wobei die seitwärtige Richtung schräg nach hinten modifiziert werden kann. Ein nach vorn gerichteter Sprühstrahl wird aus Gründen des Schutzes der bedienenden oder das Fahrzeug lenkenden Person vermieden.
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Der Luftaustritt kann also sowohl rechtwinklig, als auch in Fahrtrichtung gesehen, schräg nach hinten auf den zu besprühenden Gegenstand, z. B. eine Laubwand, gerichtet sein, wobei sich der schräg nach hinten gerichtete Luftaustritt im Hinblick auf die Bedeckung der Laubwand, wie auch im Hinblick auf den Schutz der das Gerät bedienenden Person als vorteilhafter erweisen kann. Die Ansaugöffnungen der beiden Achsiallüfterräder sind ebenfalls in Fahrtrichtung vorn angeordnet. Das hat den Vorteil, daß kein Sprühmittel in Verbindung mit Luft wieder angesaugt werden kann.
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Der Austritt selbst weist eine länglich rechteckige bzw. länglich ovale Form auf. Die länglich rechteckige Form hat einen gleichmäßigen Luftstrom zur Folge, die länglich ovale Form gibt die Möglichkeit, eine größere Luftmenge auf einen bestimmten Teilbereich der Blattanlage aufzubringen (je nach Belaubung und Dichte).
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Mit der Verwendung von geraden Düsenstäben ist eine bessere Anpassung der Menge des Sprühmittels auf bestimmte Teilbereiche der zu besprühenden Anlage möglich. Es ist ebenso möglich, über einen Zusatz-Düsenbogen eine gesonderte Sprühflüssigkeit für eine Sonderbehandlung eines bestimmten Bereichs der Anlage (z. B. Traubenzone) in einem Arbeitsgang mit einer anderen Sprühflüssigkeit auszubringen.
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Im folgenden wird nun die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
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Fig. 1 Draufsicht von oben auf das Spritzgerät,
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Fig. 2 Rückansicht des Spritzgerätes,
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Fig. 3 Seitenansicht des Spritzgerätes,
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Fig. 4 schematisiert gezeichnete Darstellung der Verteilung des Sprühnebels,
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Fig. 5 Draufsicht auf die Darstellung nach Fig. 4,
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Fig. 6 Vorderansicht einer ersten Ausführungsform von Austrittsöffnungen am Gebläsegehäuse,
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Fig. 7 Vorderansicht einer zweiten Ausführungsform einer Austrittsöffnung,
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Fig. 8 Vorderansicht einer dritten Ausführungsform der Austrittsöffnung.
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Gemäß Fig. 1 erfolgt der Antrieb der beiden Achsialventilatoren 22, 23 über eine Antriebswelle 17, die an der Zapfwelle eines nicht näher dargestellten Schleppers angebracht ist. In einer alternativen, nicht näher dargestellten Ausführungsform ist es vorgesehen, daß jeder Achsialventilator von einem Hydromotor angetrieben ist, oder daß ein einziger Hydromotor an der Antriebswelle 17 des dort gezeigten Winkelgetriebes 1 ansetzt.
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Am Winkelgetriebe 1 ist ein vertikal aufrechtstehender Lagerarm 2 angeordnet, der mit der jeweiligen Flügellagerung 3 des Achsialventilators 22, 23 verbunden ist. Jeder Achsialventilator 22, 23 weist Gebläseflügel 6 auf, die in einem geschlossenen Gehäusering 4 umlaufen. Jeder Gehäusering 4 mündet an der einen Seite in ein Gebläsegehäuse 5. Die Drehrichtung der Gebläseflügel 6 ist gegenläufig. Hierdurch wird der besondere Effekt erzielt, daß sich der Drall der gegenläufigen Gebläseflügel im Gebläsegehäuse 5 aufhebt, und im Bereich der Düsenstäbe 9 ein homogener Luftaustritt in Pfeilrichtung 18, 19 möglich ist.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist, daß nicht nur ein Satz von Düsenstäben 9 mit Düsen 11 vorgesehen ist, sondern daß im Bereich der Austrittsöffnungen 16 auch ein weiterer Satz von Zusatzdüsenstäben 10 mit zugeordneten Düsen 12 vorgesehen werden kann. Hier ist es möglich, zwei verschiedene Spritzmittel in einem einzigen Arbeitsgang auf die jeweilige Pflanze zu verteilen. Dies ergibt eine Kosteneinsparung von teuren Mitteln, weil die Zusatzdüsenstäbe an anderer Stelle der Austrittsöffnung 16 des Gebläsegehäuses 5 angeordnet sind, und es hierdurch beispielsweise durch Abstellen mittels Abstelldüsen möglich ist, nur einen ganz bestimmten Bereich der zu besprühenden Pflanze zu beaufschlagen. Der Zusatzdüsenbogen kann ebenfalls verwendet werden, um die Ausbring- und dadurch die Konzentrationsmenge durch Zu- bzw. Umschalten zu verändern.
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Durch eine geringere Länge der Zusatzdüsenstäbe ist es möglich, nur einen ganz bestimmten Bereich der zu besprühenden Pflanze zu beaufschlagen, während die außen angeordneten, längeren Düsenstäbe 9 die gesamte Pflanze beaufschlagen. Hierbei ist es insbesondere bei Weinreben möglich, mit den Zusatzdüsenstäben nur die Traubenzone der Weinrebe zu beaufschlagen, während die außen angebrachten, längeren Düsenstäbe 9 die gesamte Weinrebe beaufschlagen.
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Es ist nicht notwendig, daß der Sprühnebel genau rechtwinklig zu der Luftströmung der Achsialventilatoren aus den Austrittsöffnungen 14, 15, 16 austritt. Es ist genauso möglich, wie es in Fig. 1 gestrichelt dargestellt ist, daß das Gebläsegehäuse 5 im Bereich der Austrittsöffnung abgeknickt ist und in einen abgewinkelten Gebläsestutzen 8 übergeht, der entweder schräg nach hinten gerichtet ist, wie es in Fig. 1 gezeigt ist, oder der genau seitwärts rechtwinklig gerichtet ist.
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Es kann ebenso vorgesehen sein, daß der Gebläsestutzen 8 schwenkbar im Gebläsegehäuse 5 angeordnet ist, so daß eine stufenlose Verstellung der Spritzrichtung möglich ist.
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An der Ober- und Unterseite des Gebläsegehäuses 5 sind schwenkbar gelagerte Luftklappen 7 vorgesehen. Jedes Luftleitblech 7 ist im Schwenklager 20 schwenkbar gelagert und kann in Pfeilrichtung 21 verstellt werden.
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Ebenso ist die umgekehrte Anordnung möglich, daß das Luftleitblech 7 an der oberen Seite schwenkbar gelagert ist und entsprechend an der unteren Seite im Bereich des Achsialventilators 22, 23 schwenkbar verschiebbar ist.
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Durch Verstellung der Luftleitbleche ist es möglich, den Sprühnebel noch genauer zu richten, und zwar entsprechend der Höhe der Pflanze, so daß mit Verstellung der unteren Luftleitbleche genau eingestellt werden kann, daß nur noch der Fußbereich der Pflanze besprüht wird, nicht aber der Boden, und durch Verstellung der oberen Luftleitbleche kann genau eingestellt werden, daß nur noch die Oberseite der Pflanze besprüht wird, nicht aber der freie Raum darüber.
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Hierdurch ist eine besonders konzentrierte Verteilung des Sprühnebels auf die Pflanze selbst zu erreichen, ohne daß der Boden oder die Umgebung um die Pflanze herum beaufschlagt wird.
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Die Fig. 3 zeigt die Seitenansicht von Fig. 2 in Richtung des Pfeils III in Fig. 2, wo die Einzelheiten sichtbar sind, insbesondere auch der schräg angesetzte Gebläsestutzen 8, der als Ausführungsform gestrichelt eingezeichnet ist.
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Fig. 4 zeigt die Seitenansicht in Richtung des Pfeiles IV in Fig. 1 auf die Düsen 11; hierbei ist sichtbar, daß der Sprühnebel 13 genau horizontal gerichtet werden kann und im wesentlichen ein kastenförmiges Aussehen hat, was eine sehr homogene Luftverteilung und Sprühmittelverteilung im Sprühnebel 13 bedingt.
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Fig. 5 zeigt die Draufsicht auf eine Reihe von Düsen 11 in Richtung des Pfeiles V in Fig. 2, wobei zunächst von den Düsen 11 ein leicht keilförmig sich erweiternder Flüssigkeitsstrahl ausgeht, der sich dann mit dem Luftstrom, der in Pfeilrichtung 18, 19 aus den Austrittsöffnungen 14, 15, 16 des Gebläsegehäuses 5 entströmt, innig vermischt, sich homogen verteilt und dann in Form von einem annähernd parallelen Luftstrom in die Umgebung verteilt, wodurch sich eine homogene Verteilung des Spritzmittels in diesem Luftstrom ergibt.
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Die Fig. 6, 7 und 8 zeigen weitere Ausführungsformen der Formgebungen von Austrittsöffnungen der Gebläsegehäuse 5. Fig. 6 zeigt eine doppelkeulenförmige Form der Austrittsöffnung 14, die dann erwünscht wird, wenn eine homogene Verteilung des Sprühnebels in Bezug auf die Größe der Pflanze erwünscht wird. Oben und unten, d. h. also im Dachbereich und im Bodenbereich der Pflanze, strömen große Luftmengen auf die Pflanze, während im Mittelbereich eine geringe Luftmenge entströmt.
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Es wird also oben und unten viel Luft erzeugt, und zwar zu dem Zweck, daß man oben und unten viel Blattmasse durchdringen kann, während in der Mitte weniger Luft erforderlich ist und damit auch weniger Sprühmittel. Es erfolgt also eine noch ökonomischere Verteilung des Sprühmittels der Anlage entsprechend.
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In Fig. 7 ist eine weitere Ausführungsform einer Austrittsöffnung 15 gezeigt, wo sichtbar ist, daß in der Mitte die größte Luftmenge und die größte Durchdringung der Pflanze gegeben ist, während oben und unten relativ geringe Luftmengen erzeugt werden.
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In Fig. 8 ist eine Austrittsöffnung genau rechteckigen Querschnitts gezeigt, wo die Luftmenge und die Durchdringung der Pflanze in allen Bereichen in Bezug auf die Länge genau gleich gewählt ist.
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Zusätzlich ist vorgesehen, daß in den Zonen, wo weniger Luft aufgrund der Verengung der Austrittsöffnungen ausgeblasen wird, die Düsen 11, 12 der Düsenstäbe 9 bzw. der Zusatzdüsenstäbe 10 abschaltbar sind.
- Zeichnungs-Legende
1 Winkelgetriebe
2 Lagerarm
3 Flügellagerung
4 Gehäusering
5 Gebläsegehäuse (fest)
6 Gebläseflügel
7 Luftleitbleche
8 Gebläsestutzen (schwenkbar)
9 Düsenstäbe
10 Zusatzdüsenstäbe
11 Düse
12 Düse
13 Sprühnebel
14 Austrittsöffnung
15 Austrittsöffnung
16 Austrittsöffnung
17 Antriebswelle
18 Pfeilrichtung
19 Pfeilrichtung
20 Schwenklager
21 Pfeilrichtung
22 Achsialventilator
23 Achsialventilator