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Die Erfindung betrifft eine Gehrungsvorrichtung mit einer Sägenführung, mit einer Anlageeinrichtung für die Gehrungsvorrichtung an ein Werkstück in einer vorbestimmten Winkelposition und mit einer aus zwei gelenkig miteinander verbundenen Armen bestehenden Einstellvorrichtung zur Einstellung der Sägenführung und der Anlageeinrichtung in eine Winkelposition.
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Es ist eine Gehrungsvorrichtung der genannten Art bekannt (DE-OS 30 19 604), bei welcher die Sägenführung auf verschiedene Winkel einstellbar ist. Diese bekannte Vorrichtung besitzt einen komplizierten Aufbau aus zahlreichen Einzelteilen. Im übrigen ist Voraussetzung, daß der gewünschte Winkel zuvor mit einem besonderen Winkelmesser gemessen wird. Zur Winkelmessung ist die bekannte Gehrungsvorrichtung nicht geeignet.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gehrungsvorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die auch als Winkelmesser verwendet werden kann und die aus wenigen beweglichen Teilen besteht.
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Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Anlageeinrichtung aus zwei Ansätzen besteht, die je auf einem der Arme symmetrisch zu ihrer Winkelhalbierenden angeordnet sind.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung besitzt einen sehr einfachen Aufbau, z. B. aus nur zwei gegeneinander beweglichen Teilen, die gleichzeitig auch als Winkelmesser verwendet werden kann. Bei der Winkelmessung wird die Gehrungsvorrichtung gleich auf den gewünschten Schnittwinkel eingestellt.
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Weitere Ausbildungen der erfindungsgemäßen Gehrungsvorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher beschrieben. In der Zeichnung zeigt
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Fig. 1a eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel der Gehrungsvorrichtung,
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Fig. 1b eine Stirnansicht von der rechten Seite der Gehrungsvorrichtung aus gesehen,
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Fig. 2 eine Seitenansicht der Gehrungsvorrichtung,
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Fig. 3 eine Ansicht der Gehrungsvorrichtung von unten, jedoch ohne Sägenführung,
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Fig. 4 eine Seitenansicht der Sägenführung,
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Fig. 5 eine Stirnansicht der Sägenführung, und
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Fig. 6-9 Darstellungen der Verwendung der Gehrungsvorrichtung.
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Die Gehrungsvorrichtung 31 besteht aus zwei Armen 1, 2, die durch ein Gelenk 4 verbunden sind, und aus einer Sägenführung 3 an einem der Arme. Die Arme haben die Form langgestreckter Platten mit parallelen Seiten. Das Gelenk 4, das die Arme miteinander verbindet, ist in der Mitte zwischen den Endteilen 5 und 6 der Arme 1 und 2 angeordnet.
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Auf der Oberseite jedes Armes 1, 2 befindet sich eine Nut 7, 8, die sich von dem Ende 5, 6 des Armes in Richtung auf das Gelenk erstreckt. Die Nut hat vorzugsweise eine planare Form eines Rechteckes und einen schwalbenschwanzförmigen Querschnitt 9. Diese Schwalbenschwanznut wirkt zusammen mit einer Anschlußstange oder einem Anschlußstreifen 10, der von der Sägenführung 3 vorspringt und somit die Sägenführung lösbar in dem Arm 1 oder 2hält. Die Sägenführung 3 besteht aus einer vertikalen Platte 20 mit einer Feder 21, zwischen die die Säge eingesetzt wird und so geführt wird, daß sie eine geradlinige Bewegung ausführt. Da beide Arme 1 und 2 so geformt sind, daß sie die Sägenführung aufnehmen können, ist die Gehrungsvorrichtung für die Verwendung sowohl für rechtshändige Personen als auch für linkshändige Personen geeignet.
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Auf der Oberseite des Armes 1 befindet sich eine Vertiefung 11, in welcher der andere Arm 2 angeordnet ist. Die Vertiefung 11 wird durch einen erhöhten Teil begrenzt, der Schultern 13 und 14 bildet, die sich unter beliebigen Winkeln erstrecken und die in dem dargestellten Beispiel 90° bzw. 45° in bezug auf die Kanten des Armes 1 betragen. Diese Schultern können als Anschläge für den Arm 2 verwendet werden, wenn der Arm 2 unter einem Winkel von 90° oder einem Winkel von 45° in bezug auf den Arm 1 eingestellt werden soll. Das innere Ende 15 des Armes 2 ist abgerundet, um eine Drehung des Armes 2 um den Mittelpunkt 4 zu ermöglichen, ohne daß das Ende 15 und die Schultern 13 und 14 sich berühren.
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Das die Arme 1 und 2 verbindende Gelenk besteht vorzugsweise aus einer Schraube 16, die sich durch die Endteile 12, 15 der Arme 1, 2 erstreckt. Die Schraube 16 erstreckt sich so weit über den Endteil 15 hinaus, daß ein Knopf 17 auf die Schraube 16 aufgeschraubt und in Anlage gegen den Endteil 15 gebracht werden kann, so daß die Endteile zusammmengepreßt werden und in einer beliebigen stationären Position in bezug aufeinander gehalten werden können. Wenn es erwünscht ist, die relative Position zwischen den Armen 1 und 2 zu ändern, wird der Knopf 17 gelöst und es wird die gewünschte Position eingestellt, worauf die neue Position mit Hilfe des Knopfes 17 festgelegt wird.
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Die Bodenseiten der Arme 1 und 2 sind umgekehrt symmetrisch, so daß die Bodenseite des Armes 1 eine Form hat, die ähnlich derjenigen der Oberseite des Armes 2 ist, jedoch mit Ausnahme der Ausnehmung 8, und es ist die Bodenseite des Armes 2 gleich der Oberseite des Armes 1, ausgenommen die Ausnehmung 7.
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An der Bodenseite jedes Armes befindet sich ein Vorsprung 18, 19, die an der vertikalen Kante des Werkstückes während des Gebrauches der Gehrungsvorrichtung anliegen. Die Vorsprünge 18, 19 haben vorzugsweise die Form von zylindrischen Vorsprüngen, und sie sind mit gleichen Abständen vom Zentrum 4, 16 und symmetrisch in bezug auf eine Ebene durch das Zentrum 4, 16 senkrecht zu den Längskanten der Arme 1, 2 angeordnet.
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Die Sägenführung enthält eine vertikale Platte 20, die an einer horizontalen Stange 10 mit Hilfe von zwei dreieckigen Platten 22, 23 befestigt ist. Diese Stange 10 hat einen trapezförmigen Querschnitt, der in die Schwalbenschwanznut 9 paßt. Der Mittelteil der Platte 20 besitzt einen Vorsprung 24, der sich etwas unter die Stange 10 erstreckt und so ausgebildet ist, daß er um die Vorsprünge 25, 26 auf den Armen 1, 2 herumgreift.
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Zwischen den Platten 22, 23 ist eine Verriegelungsvorrichtung 27 an der Stange 10 angebracht. Diese Verriegelungsvorrichtung besteht aus einem Streifen 27, der sich über die Stange 10 hinaus in Längsrichtung dieser Stange erstreckt und einen nach abwärts gerichteten Vorsprung 28 besitzt, der in eine Ausnehmung 29, 30 in den Armen 1, 2 eingreift. Der Arm 27 wirkt als nachgiebiger Schnapp-Mechanismus, welcher die Sägenführung in ihrer voll eingesetzten Position hält, es jedoch ermöglicht, die Sägenführung mit einer mittleren Kraft abzunehmen und von einem Arm 1, 2 zum anderen zu bringen.
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Die Gehrungsvorrichtung kann auf zweierlei Weise verwendet werden. Zuerst kann sie als eine übliche Gehrungsvorrichtung zum Sägen, beispielsweise von Brettern unter einem Winkel, verwendet werden. Der gewünschte Winkel wird mit Hilfe einer Gradeinteilung auf der Oberseite und/oder der Bodenseite der Vorrichtung eingestellt, worauf die Gehrungsvorrichtung auf das Brett aufgesetzt wird, wobei sich die Führungsvorrichtung 18, 19 in Berührung mit der vertikalen Kante des Brettes befindet. Wenn dann die Säge in die Führung 3 auf der rechten oder der linken Seite der Vorrichtung eingesetzt wird, kann das Brett unter dem eingestellten Winkel gesägt werden.
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Zweitens kann die Gehrungsvorrichtung als Winkelmesser zum Messen von Winkeln verwendet werden, wenn Rahmenleisten, Deckenleisten und Dachleisten oder dergleichen gesägt werden sollen. Diese Verwendung ist schematisch in den Fig. 6-9 dargestellt. Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht eines Daches 30, dessen Teile untereinander einen Winkel v bilden. Die Gehrungsvorrichtung 31 wird auf den gleichen Winkel eingestellt. In Fig. 7 ist die Sägenführung 20 auf einem der Arme der Gehrungsvorrichtung 31 montiert worden, und es ist die Anordnung auf ein Brett 32 aufgelegt worden, wobei sich die Vorsprünge 18, 19 in Kontakt mit der Kante 33 des Brettes befinden.
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Die Ecke des Armes 2 mit dem Vorsprung 19 auf der Rückseite ist in Fig. 8 in größerem Maßstab gezeigt. Der Vorsprung 18 ist nicht gezeigt, jedoch hat er natürlich eine Position auf dem Arm 1, die symmetrisch zu derjenigen ist, die in Fig. 8 gezeigt ist. Eine Handsäge 34 ist in die Sägenführung 20 eingesetzt.
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Aus Fig. 7 ist ersichtlich, daß die Mittellinie 25 des Winkels v zwischen den Armen 1 und 2 der Vorrichtung 31 senkrecht zur Kante 33 des Brettes verläuft, weil die beiden Vorsprünge 18 und 19 symmetrisch in bezug auf die Mittellinie 35 angeordnet sind. Infolgedessen ist die Säge 34 unter einem Winkel v/2 zur Kante 33 des Brettes orientiert.
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Fig. 9 zeigt die auf dem anderen Arm 2 montierte Sägenführung 20 zum Sägen eines zweiten Brettes 36 mit einem Schnitt, der mit dem Schnitt, wie er in Fig. 7 gemacht worden ist, zusammenpaßt.