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Flugzeug mit radiotelegraphischer Ausrüstung: Die Erfindung betrifft.
ein Flugzeug nach Patentz76614. In der Beschreibung ist dort ausgeführt; daß es
sich verbietet, den Mast, der das Luftleitergebilde tragen soll, durch Metalldrähte
zu verspannen, und weiter, daß die als Luftleiter dienenden Drähte nicht als mechanische
Verspanhungen des Mastes verwendet werden können; die Konstruktion gemäß jenem Patent
wird demnach so durchgeführt, daß der in ein Stahlrohr eingebaute Mast so stark
gewählt wird, daß er vermöge seiner eigenen Steifheit überall die Biegungsbeanspruchungen,
die infolge der Gewichtsverteilung der Luftleiterdrähte, des Winddrucks und der
Trägheitskräftebei Geschwindigkeitsänderungen auftreten, aufzunehmen vermag.
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Die weiteren Erfahrungen haben nun gezeigt, daß eine solche Konstruktion
doch insofern Mängel besitzt, als es tatsächlich nicht gelingt, unter dpn schwierigen
Bedingungen, die-durch die Natur des Flugzeuges gegeben sind, die Mastkonstruktion
so auszubilden, daß bei den plötzlich auftretenden erheblichen Geschwindigkeitsänderungen,
namentlich beim Landen oder bei starkem, böigem Gegenwind, eine übermäßige Beanspruchung
des Mastes vermieden wird. Aus Gründen der Gewichtsersparnis bei gleichzeitiger
genügender Höhe des Luftleitergebildes wird für den Mast als Material meist Bambus
gewählt; dessen Spitze indessen in den erwähnten .Fällen ganz außerordentlichen
Schwankungen unterliegt. Wenn nun keine Verspannungen für den oberen Teil des Mastes
vorgesehen sind und auch anderseits die Luftleiterdrähte für diesen Zweck nicht
herangezogen werden sollen, im Gegenteil besondere dehnbare Zwischenglieder - vorgesehen
sind, die ein Nachgeben gegenüber den Bewegungen der Mastspitze - ermöglichen sollen;
so ergibt sich unter Umständen die Erscheinung; daß unter der Einwirkung der angeführten
Momente die Mastspitze eine nach rückwärts gerichtete Neigung einnimmt, die unter
dem * Einfluß des Gewichtes - der daran befestigten, - .durchhängenden Drähte, namentlich
des rückwärtigen Luftleiters; sich bedeutend verstärkt, so daß der obere Teil des
Mastes schließlich eine vollkommene Krümmung zeigt.- Der vordere Draht, der gewöhnlich
die Zuführung zur Apparatur -übernimmt; wirkt, namentlich wenn diese Krümmung -ein
gewisses Maß überschreitet, ihr nicht nur nicht entgegen, sondern ist eher bestrebt,
ebenfalls mit seinem Gewicht diese Krümmung noch zu vergrößern und den Ab- -stand
zwischen Mastspitze und seinem unteren Befestigungspunkt am Flugzeug mög-Lchst zu
verkürzen. Bei den praktischen Versuchen hat sich diese Erscheinung vielfach gezeigt
und zu Mastbrüchen geführt,
für- die zunächst eine Aufklärung nicht
zu finden war.
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Die vorgesehene Verbesserung; durch die dieser Nachteil beseitigt
wird, besteht nun darin, daß die Spitze des- Mastes durch: ein nach der Vorderseite
des Flugzeuges zu geführtes Zugglied mit Vorspannung gehalten wird. Durch dieses
Mittel wird die beschriebene Erscheinung sicher vermieden, da @ diese Verspannung
so stark gewählt werden kann, daß der Mastspitze nur eine ganz unw esentliche Bewegungsmöglichkeit
- gewährt wird. Mit Rücksicht auf die elektrischen Verhältnisse, die auch in dem
Hauptpatent bereits berührt sind, wird es sich dabei empfehlen, das Zugglied gleichzeitig
als Zuführungsleitung von der Apparatur zur Antenne auszugestalten. -Um auch seitliche
Bewegungen der Mastspitze zu verhindern, kann es unter Umständen angebracht sein,
außer dem vorderen Zugglied auch seitliche Verspannungen vorzusehen und für diesen
Zweck die seitlichen Antennendrähte zu benutzen. Wenn in dem Hauptpatent gerade
mit Bezug auf' diese. Drähte darauf hingewiesen ist, daß sie nicht als mechanische
Verspannung benutzt werden können, weil die Enden der Flügel unter der Wirkung von
Windstößen und Träghetskräften bei plötzlichen Geschwindigkeitsänderungen verhältnismäßig
sehr große Bewegurigen ausführen, so trifft dies an sich zu, und es wäre auch der
Durchführung der Erfindungsidee nachteilig, wenn man diese seitlichen Antennendrähte
an den Enden -der Flügel verankern würde. Das gemäß der Er- j findung vorgesehene
Mittel, diese seitliche Verspannung trotzdem zu ermöglichen, ohne dabei die elektrischen
Eigenschaften zu beeinträchtigen, besteht darin, daß seitlich neben dem eigentlichen-
Mast im Gestell des Flugzeuges Stützen errichtet sind, die über die Tragflächen
hinausragen und mittels deren die seitlichen Antennendrähte abgespannt sind. Die
flugtechnischen- Eigenschaften werden durch diese Mittel in keiner Weise -beeinträchtigt,
und es ist anderseits möglich, die Stützen. als Stahlrohre auszubilden, so Saß die
Antennendrähte eine genügende Spannung erhalten können. -Bisweilen wird es zweckmäßig
sein, den Mast selbst nicht inmitten der Deckflächen anzuordnen, sondern an der
einen Stirnfläche, t beispielsweise der Vorderseite des Flugzeuges, mittels geeigneter
Befestigungsmittel, Schuhe o. dgl. -an einer der vorhandenen Streben; wie sie beispielsweise
bei Doppeldeckern üblich. sind, anzubringen. In diesem Falle wird gemäß der Erfindung
ein besonderer Ausbau vorgesehen, der dazu dient, einen festen Stützpunkt für das
vordere Zugglied, zu schaffen. Falls ein solcher Vorbau bereit: für die Anbringung
des vorderen Höhensteuers vorhanden ist, kann er vorteilhaft für den angegebenen
Zweck benutzt werden.
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Auf der Zeichnung ist schaubildlich eir Doppeldecker mit Schwimmkörper
dargestellt, der eine Ausführungsmöglichkeit de Erfindungsgedankens zeigt. Der Mast
i, dez als Träger des Luftleitergebildes dient, ist ar der mittleren Strebe 2 befestigt,
die sich zwischen den beiden Horizontaltragflächen -de: Flugzeuges erstreckt. Sein
Halter besteht aus einem Stahlrohr 3, in welches der Mast gesteckt ist. Seitlich-von
diesem Hauptmass sind an Streben der gleichen Art Stützen 4 befestigt, von denen
aus die seitlichen Antennendrähte 5 nach der Spitze des Mastes zu geführt sind.
Ein weiterer Antennendraht 6 führt von der Mastspitze aus zum Schwanzende des Flugzeuges,
während der zur Apparatur führende Draht 7 von der Mastspitze aus schräg. nach -vorn
geführt ist. Dieser Zuführungsdraht dient nun dazu,- als Zugglied im Sinne der Erfindung
zu wirken, und es ist aus der Zeichnung ersichtlich, daß das obere Ende des Mastes
unter dem Einfluß der Zugwirkung dieses Drahtes etwas nach vorn abgebogen ist. Die
seitlichen Drähte wirken ebenfalls: als Zugglieder.
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Gegebenenfalls kann auch der Draht 6 statt zum Schwanzende zu einem
in dessen Nähe errichteten - Nebenmast geführt werden, der dann die gleiche Aufgabe
erfüllt wie die Stützen 4: Da bei dem Ausführungsbeispiel der Mast an - der Vorderseite
des_ Flugzeuges angeordnet ist, so ist das vorere Zugglied an dem vorn am Flugzeug
befindlichen Ausbau 8, der dazu dient, das Höhensteuer zu tragen, mittels einer
Spreizführung verspannt. . -Die Erfindung läßt sich bei Flugzeugen jeder Art durchführen.