DE329293C - Verfahren zur Herstellung einer leder- oder zelluloidaehnlichen, Saeuren und AEtzalkalien widerstehenden, in Benzin unloeslichen Masse aus Kautschuk - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer leder- oder zelluloidaehnlichen, Saeuren und AEtzalkalien widerstehenden, in Benzin unloeslichen Masse aus Kautschuk

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DE329293C
DE329293C DE1916329293D DE329293DD DE329293C DE 329293 C DE329293 C DE 329293C DE 1916329293 D DE1916329293 D DE 1916329293D DE 329293D D DE329293D D DE 329293DD DE 329293 C DE329293 C DE 329293C
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    • C08C19/16Incorporating halogen atoms into the molecule by reaction with hydrogen halides
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Description

  • Verfahren zur Herstellung einer leder- oder zelluloidähnlichen, Säuren und Ätzalkalien widerstehenden, in Benzin unlöslichen masse aus Kautschuk. Während es an sich bekannt ist, Kautschuk oder Guttapercha im Wege der Lösung und Durchgasungmit Chlor in ein andersartiges bzw. gebleichtes Produkt umzuwandeln (H e i n -z e r 1 i n g, Kautschuk- und Guttaperchawaren 1883, S. 150 - Hutzigs Methode), und während es hieraus auch bekannt war, daß die Chlorierung an Stelle der Vulkanisation mit Schwefel wirken kann, ist die vorliegende Erfindung auf die besondere Durchführung dieses Chlorierungsverfahrens _zu .dem Zweck gerichtet, ein Produkt zu gewinnen, welches vermöge der hochstufigen Chlorierung (etwa in der Form clo I313 C17 -Heptachlorkautschuk) folgende Eigenschaften besitzt: r. Widerstandsfähigkeit selbst gegen konzentrierte Säuren (Schwefel- und Salpetersäure) und gegen starke ammoniakalische und ätzende Alkalien, gegen Chlor- und Bleich-Pulver, gegen Stickstoffperoxyd, gegen Ozon und alle korrodierenden Substanzen, ungeachtet eines hohen Grades der Plastizität, hochwertige dielektrische und isolierende Eigenschaften, 3. Undurchlässigkeit für Wasser und Gase, q.. die Eigenschaft, zähe an Metallflächen zu haften, 5. die Eigenschaft, bei einer Temperatur von r2o° C in eine besondere .unlösliche Form überzugehen, die unlöslich ist sogar in Benzol, Tetrachlorkohlenstoff oder -einem anderen Lösungsmittel, in welchem die Masse ursprünglich löslich ist. Diese Eigenschaften machen das Produkt evtl. für Zelluloid- und Lederersatz oder an Stelle von Ebonit wertvoll, wobei das umständlichere Vulkanisierverfahren vermieden wird.
  • Die bisherigen, hiermit vergleichsfähigen Produkte zeigen -nicht den höheren Chlorierungsgrad, der für die vollständige Widerstandsfähigkeit gegen Säuren usw. maßgeblich ist, sondern sind Produkte niederen Chlorierungsgrades (Pentachlorkautschuk). Der Heptachlorkautschuk hat eine hervorragende technische Wichtigkeit insofern, als er zähe, dabei nur wenig elastisch ist und in der Form von dünnen Schichten oder Plätten eine harte, dauerhafte und nicht nagelbare Oberfläche besitzt. Die niederen Chlorderivate sind ohne Ausnahme viel weicher, zeigen außerdem die Neigung zur Klebrigkeit und behalten zuviel von der ursprüngl@chen Elastizität des Gummis, um für die Zwecke anwendbar zu sein, für welche die Heptachlorverbindung sich eignet.
  • Anderseits ist das Chlorhydrochlörid des Kautschuks, wie es von G 1 a d s t o n e und H i b b e r t erzeugt wird, von einer bröckligen und flockigen Beschaffenheit, welche der Kohärenz und Zähigkeit der Heptachlorverbindung ermangelt. Diese physikalischen Unterschiede sind so ausgeprägt, däß die bekannten- Chlorderivate sich nicht mit- Erfolg in die Technik und Industrie einzuführen vermochten,- während alle Afizeichen dafür gegeben sind, daß das Heptachlorderivat sich als ein Material von weitreichendem Nutzen erweisen wird.
  • Um die Chlorierung auf eine höhere Stufe zu bringen, ist es notwendig, wie der Er-Finder festgestellt hat, daß man die erstmalige Lösung des Kautschuks - statt mit Benzin oder Terpentinöl-mit Tetrachlorkohlenstoff oder einem anderen Lösungsmittel vornimmt, welches nicht mit Chlor reagiert; Chloroform wäre als zu kostspielig praktisch nicht verwendbar.
  • Nachdem der Kautschuk in solchem Lösungsmittel gelöst ist, wird Chlor durch die Masse hindurchgeleitet, bis die Chlorierung zu der Heptachlorstufe im ganzen vorgeschritten ist. -Nun kann das Lösungsmittel verdampft oder abdestilliert werden. Es wird so ein hellfarbiges -Produkt erhalten, welches eine ungemeine Ähnlichkeit mit Zelluloid hat: Ein Beispiel der Ausführung des Verfahrens ist folgendes: Es - werden 50 g Plantagenkautschuk in 225o ccm Tetrachlorköhlenstoff gelöst und ein Strom von Chlorgas durch die Lösung hindurchgeschickt, die beständig umgerührt wird. Da eine beträchtliche Temperaturerhöhung eintritt und es wünschenswert ist, dieser entgegenzuwirken, wird zweckmäßig ein mit einem Wassermantel versehener Behälter oder ein solcher mit einer Rohrschlange verwendet, durch die beständig kaltes Wasser zirkuliert.
  • Bei Verwendung der oben angegebenen Mengen von Kautschuk und Lösungsmittel werden die besten Resultate erhalten, wenn ungefähr zoo g Chlor in Verbindung mit dem Kautschuk gekommen sind. Dieser Betrag kann. innerhalb gewisser Grenzen verändert werdn, je nachdem ein hartes und bröckliges Produkt oder ein weicheres und mehr biegsames erwünscht ist. Soll letzteres hergestellt-werden, so wird eine etwas kleinere Menge von Chlor verwendet. Während der Behandlung wird der- Kautschuk aber auch in diesem Falle seiner Hauptmenge nach in ein Heptachlorderivat verwandelt. Das Chlor wirkt hierbei auf das Kautschukmolekül so ein, daß Chloradditions- und Chlorsubstitutionsprodukte entstehen.
  • Wenn ein organischer .Füllstoff wie beispielsweise Kampfer der Lösung vor oder nach der Behandlung des Kautschuks zugesetzt wird, oder wenn' ein anorganischer Füllstoff wie beispielsweise ein Pigment oder eine mineralische Verbindung der Lösung nach der Behandlung des Kautschuks zugefügt wird, so wird eine Substanz oder eine Masse erhalten, die im Aussehen dem Leder ähnelt.
  • Vor der Anwendung des Lösungsmittels und vor seiner Verdampfung oder Destillation kann die Lösung von gelösten Säuredämpfen durch Schütteln mit einem Alkali, wie beispielsweise mit Kalk oder Natriumkarbonat, befreit werden.
  • Petroleum oder andere mit der chlorierten Lösung mischbare Flüssigkeiten üben prak= tisch keine lösende Wirkung auf die Verbindung aus; sie können aber dazu dienen, eine feste, plastische Masse auszuscheiden, die nach erfolgtem Waschen und Trocknen für den Gebrauch fertig ist.
  • Die feste Masse kann zu Platten- ausgewalzt werden, indem sie durch warme Kalanderwalzen hindurchgeführt wird, oder sie kann, während sie sich . noch in warmem Zustand befindet, durch Drück zu den verschiedensten Gestalten. geformt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer leder-oder zelluloidähnlichen, Säuren und- Atz-. alkalien widerstehenden, «in Benzin unlöslichen Masse aus Kautschuk durch Chlorierung, die so weit getrieben wird, daß ` das Reaktionsprodukt im wesentlichen heptachlorierten Kautschuk enthält.
DE1916329293D 1915-02-06 1916-02-06 Verfahren zur Herstellung einer leder- oder zelluloidaehnlichen, Saeuren und AEtzalkalien widerstehenden, in Benzin unloeslichen Masse aus Kautschuk Expired DE329293C (de)

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DE1916329293D Expired DE329293C (de) 1915-02-06 1916-02-06 Verfahren zur Herstellung einer leder- oder zelluloidaehnlichen, Saeuren und AEtzalkalien widerstehenden, in Benzin unloeslichen Masse aus Kautschuk

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DE741816C (de) * 1941-03-11 1943-11-17 Adolf Wietfeld Sen Sicherungsbuegel gegen Ventildiebstahl bei Fahrraedern

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GB191501894A (en) 1916-03-02
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