DE326807C - Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus natuerlich vorkommenden Silikaten - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus natuerlich vorkommenden Silikaten

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DE326807C
DE326807C DE1917326807D DE326807DD DE326807C DE 326807 C DE326807 C DE 326807C DE 1917326807 D DE1917326807 D DE 1917326807D DE 326807D D DE326807D D DE 326807DD DE 326807 C DE326807 C DE 326807C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01DCOMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
    • C01D7/00Carbonates of sodium, potassium or alkali metals in general

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus natürlich vorkommenden Silikaten. Es ist verschiedentlich versucht worden, alkaliartiges Material aus alkalihaltigen Gesteinen zu gewinnen. So schlägt ein gleichzeitig die Eisenzementherstellung bezweckendes Verfahren vor, Glaukonit mit Kalk zu vermengen. Hierbei spielt die Kalkzugabe jedoch nur in bezug auf die Gewinnung des Eisenzements eine Rolle, da das Alkali an Glaukonit so lose gebunden ist, daß es schon bei einer Temperatur von etwa goo° C auch ohne Kalkzusatz freigegeben wird. Andere Verfahren sehen neben der Kalkzugabe diejenige reduzierend wirkender Stoffe, z. B. Kohle, vor, wobei aber die Kohle infolge der allgemeinen Bedingungen jener Verfahren in keinem Falle unmittelbar auf das Alkali des Gesteins reduzierend einwirkt. So soll nach einem den Zusatz von Gips und Kohle zum Feldspat vorschreibenden Verfahren der Feldspat mit dem Gips unter Bildung von Calcium-Aluminiumsilikat und Kaliumsulfat reagieren und das letztere erst durch die Kohle unter Bildung von Schwefelkalium reduziert werden. Nach einem anderen Verfahren soll ein Gemisch von kalihaltigem Material, .Kalk und Kochsalz in Gegenwart von Kohle, 0l oder Gas so weit . erhitzt werden; daß das Kali löslich gemacht wird und aus der abgekühlten Masse mit Wasser ausgelaugt werden kann. Das Verbleiben des in lösliche Form übergeführten Alkalis in der gebrannten Masse schließt hierbei eine Reduktion des Alkaliminerals durch die Kohle aus, da diese Reduktion erst bei einer Temperatur stattfindet, bei welcher das Alkali aus der Masse 'verflüchtigt -wird.
  • Ein weiteres Verfahren sieht das Niederschmelzen von älkalihaltigem Gestein mit Kohle und Eisen vor, um neben Ferrosilicium eine lösliches Kali enthaltende Schlacke zu gewinnen. Hierbei wirkt .die Kohle auf die Kieselsäure des Silikats in Gegenwart des Eisens unter Bildung von Ferrosilicium und Kohlenoxyd reduzierend ein, und die übrigbleibende Schlacke enthält ein schwerlösliches Kali.
  • Schließlich hat man vorgeschlagen, beim Niederschmelzen von kalihaltigem Material mit Kohle und Kalk die sich verflüchtigenden Kaliverbindungen durch Einleiten von Luft oder anderen nicht reduzierenden Gasen in Vorlagen überzuführen. Dies bedingt, daß die Bestandteile der Beschickung in Stückform sind, bei welcher eine unmittelbare Reduktion des Alkaliminerals durch die Kohle nicht stattfindet, sondern unreines Alkalisulfid gebildet wird. .
  • Gegenüber diesen bekannten, den beabsichtigten Zweck nur sehr unvollkommen erreichenden und unwirtschaftlichen Verfahren besteht dasjenige gemäß der Erfindung darin, daß alkalihaltiger Silikatmineralstoff in gevülvertem: Zustande in Mischung mit gepulvertem kalkhaltigen Material und fein zerteilter Kohle oder kohlehaltiger Substanz, bzw. Briketts aus diesen feingepulverten Bestandteilen, -in Anwesenheit von Kohlendioxyd und gegebenenfalls Brenngasen oder Luft auf eine derarfige Temperatur erhitzt werden, daß das ?11käli als Alkalikarbonat abdestilliert und ein praktisch kalifreier Rückstand in gesintertem Zustande gewonnen wird. Es tritt hierbei bei Anwesenheit des Kohlendioxyds eine unmittelbare reduzierende - Wirkung der Kohle -auf das Alkali des Silikats ein, so Uß das, Kali, selbst wenn es überaus fegt a71 ,das Gestein gebunden ist, in Form von Alkälikarbonat vollständig ausgetrieben wird.
  • Das Aufschließen feingepulverter alkalihaltiger Silikatmineralien in Mischung mit Kalk oder kalkhaltigen Stoffen unter Erhitzung auf Temperaturen von iooo° C und darüber ist bereits in der 1?atentschift 0-83g55 beschrieben. Bei der Ausführung dieses Verfahrens in -großem Maßstabe rriuß man indessen Temperaturen bis zu 1q.50° C, ja 150o° C oder mehr anwenden, 'welche eine wesentliche Verteuerung des Verfahrens bedeuten und die Durchführung desselben unter durchweg den gleichen Brennvorgangverhältnissen der gewöhnlichen Zementfabrikation verhindern. Diese Nebenerscheinung des an sich einwandfreien Verfahrens der Patentschrift 283555 wird .dureh das Verfahren gemäß °üer Erfindung beseitigt.
  • Zur Herstellung der Alkalimetalle hat man schon ein Verfahren gemäß der -Formel K2C03 + 2 C = K2 + 3 CO angewendet, welche Reaktion eine Erhitzung -auf lichte Rotglut, etwa 120o° C, erfordert. Es ist nun gefunden worden, daß man beim -'Erhitzen der 'Mischung von Kalk und einem alkatihaltigeh Silikatmineräl.bei offenem Feuer, d. h. in -einer Atmosphäre von :Kohlensäure
    K20 - A120e . 6S102 + CaC03 + 3 CO -j- 2 C = Ca 0 #A1202 # 6 8i 02 -}- KZC0,3 + 4 CO -E- C0,2. 4.
    Es ist -indessen empfehlenswert, in der Praxis weiligstens - das Fünffache .des dem Kali ätluivalenten Gewichtes von Kalk (Ca0) #zu verwenden, Das .Rohmaterial erhält unter diesen Hinständen -folgende Zusammensetzung K20 # A12@3.6 8i 02 -I- 5 CaC0,3 -I- 2 C, woraus ,ersichtlich ist, da.ß der Kohlengehalt pündetens etwa a,3 Prozent -betragen -soll. -In der Praxis wird indessen zweckmäßig .eine Menge Kohle verwendet, die -4 bis xo Prozent des Rohmaterials beträgt.
  • Sei der Verwendung größerer Mengen -Kohle .als die für .die Reaktion erferderlichE, wird natürlich -die übej#gchümige -Menge -zu-Kohleneäur-e verbrannt, die dabei -- Wie -axß -der äktitrn -her-Vorgeht -- ganz °eder teilweise enthaltenden Brenngasen, beispielsweise in zum Zementbrennen benutzten Ofen, und `wenn man dabei der Mischung eine geeignete Menge fein zerteilter Kohle oder eines fein 2etteilten kohlehaltigen Stoffes beimischt, fol-°gende Kombination erreicht i. lose gebundenes Alkali (K20, Na. 0), 2. Kohlensäure (C02), " 3. Kohle.
  • Diese Stoffe reagieren miteinander, und zwar gemäß folgender Formel: -K2 0 + CO -j- 2 C = K2 -i- 3C0. x. Die Reaktion findet dabei infolge der Anwesenheit der Kohle schon lange vor- dem Zeitpunkte statt,. in welchem diejenige Temperatur erreicht worden ist, bei der das-Alkali, wie oben erwähnt,. durch den Kalk ausgetrieben und vergast wird.. Das--Alkalioxyd und die Kohlensäure sind somit als im voraus zu Karbonat verbunden zu betrachten, obwohl dies nicht in der Tat der Fall ist. Die Reaktion i ist deshalb, wie ersichtlich, mit der obenerwähnten bekannten Reaktion zur Herstellung von Alkalimetallen aus Karbonaten -und Kohle in der Hauptsache identisch.
  • Das vergaste Alkalimetall verbindet sich dann mit neuen Mengen Kohlensäure zu Karbonat gemäß der Forrrnel: K2 + a C02 - K2 C0,3 -)- C0. 2. Die. obigen Reaktionen finden, gleichzeitig statt und wirken gegenseitig prädisponierend, weshalb sie summarisch in der folgenden Reaktion zusammengestellt werden können . K20 + 3.C02 -E- _2.C = K,COg -f- 4 CO. 3. Vorausgesetzt, .daß z. B. Kalifeldspat (Orthoklas) in =reiner .Form und reines Calciumkarbonat verwendet-werden, wird die Reaktion summarisch .zusammengeführ't, wie folgt an. der Reaktion .teilnimmt und zu-deren Eintritt prädisponiert.
  • Die 'Reaktion verläuft um so schneller und vollständiger, je mehr die Kohle fein .zerteilt ist. Bei Verwendung von :Koks, Steinkohlen, Anthrazit e. dgl. sollen sie so 'fein =gemahlen werden, -daß sie durch ein Drahtgewebe mit 5ooo -Maschen pro cm2 vollständig hindurchgehen.
  • Statt -Kohle -kann man, -wie erwähnt, eine geeignete kohlehaltige Substanz (einen orgaiiischen Stoff), wie Sägespäne o. dgl., verwenden.
  • Statt eines -alkalihaltigen Sili-katrnineralswas -natürlich =auch .derartige -Mineralien erit -haltende -Bergarten -umfaßt --können aueh weniger vollständig vverwitterte -Produkte -derartiger Mineralien :una Bergarten; wie jalkäliy hbltige Tone, Tonschiefer u. dgl., verwendet werden.
  • Die an den Kalk gebundene Kohlensäure entweicht schon, bevor die Temperatur der oben beschriebenen Reaktion erreicht worden ist und nimmt somit keinen Teil an der Reaktion. Falls die gleichzeitige Herstellung von hydraulischem Zement (Portland-Zement) beabsichtigt wird, muß eine so große Menge Kalk (Ca0) benutzt werden, daß das Verhältnis zwischen dem Kalk und dem ganzen Ge-K20 - A12 03 . 6 Si 02 -(- i7 Ca C03 + 3 C02 + 2 C - x7 Ca 0 # A1,03 . 6 Sz 02 + K2 C03 + 4 C0 + 17C02- . Wie aus dieser Gleichung hervorgeht, beträgt die Kohlenmenge, die für die Reaktion erforderlich ist - wobei die Kohlensäure als von dem Ofenbrennstoff herrührend angenommen wird -,- theoretisch genommen; etwa 1,5 Prozent der Rohmischung. Wie oben ' erwähnt, ist es indessen zweckmäßiger, eine größere Kohlenmenge und somit auch hier eine Kohlenmenge zu verwenden, die 4 bis zo Prozent des Gewichtes der Rohmischung beträgt. Die Menge des Ofenbrennstoffes kann dabei im Verhältnis zu dieser Vergrößerung vermindert werden.
  • Da.die alkalihaltigen Silikatmineralien häufig eine wesentliche Menge freier Kieselsäure in der Form von Quarz enthalten, und da infolgedessen der sogenannte Silikatmodul (das Verhältnis zwischen der Kieselsäure - Si 02 -einerseits und dem ganzen Gehalt an Sesquioxyden : Ale 03 -j- Fee 03 anderseits) häufig ein wenig zu groß wird, ist es dabei zweckmäßig, der Rohmischung geringe Mengen Eisenoxyde (Eisenerz o. dgl.) oder sehr tonreiche -Stoffe (wie Bauxit o. dgl.) zuzusetzen. Derartige Verfahren sind in der Zementchemie wohlbekannt.
  • Die Temperatur ist natürlich bei dem vorliegenden Verfahren so hoch zu treiben und das Brennen so lange fortzusetzen, daß ein wohlgebrannter Zement erhalten wird. Deshalb werden je nach den Umständen Temperaturen von etwa i25o=bis z4oo° C erforderlich. Es ist außerdem von Bedeutung, daß die Temperatur und die Brennzeit zur Erreichung eines, praktisch genommen, alkalifreien Zementes genügen, weil seine Beschaffenheit sonst nicht tadellos ausfällt.
  • Das Verfahren kann - ob nun für gleichzeitige Herstellung von Zement oder nicht -zweckmäßig in Ofen derselben Art, die man bei der gewöhnlichen Zementbrennung anwendet, ausgeführt werden. Das Alkalikarbonat weicht dabei in der Form eines fein halt der Mischung an Kieselsäure und Sesdti rt oxyden (der sogenannte hydraulische Mode mindestens 1,7 beträgt. In der Praxis wird indessen zweckmäßig ein Modul von etwa 2,1 angewendet. Vorausgesetzt, daß reine Bestandteile verwendet werden, werden die Reaktionen ' und die relativen Mengen etwa wie folgt: zerteilten Rauches ab, der zweckmäßig derart aufgesammelt und gewonnen wird, daß die Brenngase -vorteilhaft -nach Kühlung - in entsprechender Weise in innige Berührung mit Wasser gebracht werden, worauf das vom Wasser aufgenommene Alkalikarbonat durch Eindampfen der Lösung erhalten wird.
  • Bei der Ausführung des Verfahrens in Schachtöfen muß das Rohmaterial in geeigneter Weise brikettiert werden. Dies kann zweckmäßig derart' bewerkstelligt werden, daß das Rohmaterial, mit Kalkmilch (in Wasser geschlämmtes Kalkhydrat) zu einem festen Teig gefeuchtet, in geeigneter Weise brikettiert wird.
  • Man kann auch zur Durchführung des Verfahrens elektrische Ofen von zweckdienlicher Bauart verwenden, wobei jedoch natürlich Kohlensäure oder, falls der Kohlengehalt der Briketts genügend groß ist, eine genügende Menge Luft zuzuführen ist.
  • Die. Temperatur darf selbstredend in keinem Falle so hoch getrieben werden, daß die Mineralstoffe schmelzen und von der Kohle geschieden werden, weil dadurch natürlich jede chemische Reaktion unmöglich würde.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: -Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus natürlich,vorkommenden, mit einem Zuschlag von Kalk und Kohle oder kohlenstoffhaltigen Körpern versehenen Silikaten durch Verflüchtigung der Kalisalze, dadurch gekennzeichnet, daß die in Reaktion zu setzenden Bestandteile in feinpulveriger Form oder in Form von aus einem feinpulverigen Gemisch hergestellter Briketts zur Anwendung gelangen und in' einer Kohlendioxyd enthaltenden Atmosphäre so weit erhitzt werden, däß ein praktisch kalifreier Rückstand in gesintertem Zustand erhalten wird.
DE1917326807D 1916-01-07 1917-01-03 Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus natuerlich vorkommenden Silikaten Expired DE326807C (de)

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