DE3235040C2 - Presse zum Aufpressen von Hülsen, Kabelschuhen oder dergleichen - Google Patents
Presse zum Aufpressen von Hülsen, Kabelschuhen oder dergleichenInfo
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Abstract
Bei einer Spindelpresse, die insbesondere zum Aufpressen von Hülsen, Kabelschuhen oder dergleichen auf einen Körper dient, wird ein Steuerorgan angeordnet, das gegen ein Getriebe abgestützt ist das einerseits mit dem Preßkolben und andererseits mit dem Zylinder verbunden ist und das bei Bewegen des Preßkolbens in Arbeitsrichtung das Steuerorgan mit einem Bruchteil der Geschwindigkeit des Preßkolbens bewegt, wobei mit dem Preßkolben eine Arretiervorrichtung mit dem zu verpressenden Werkstück das Steuerorgan mit dem Preßkolben derart verbindet, daß das Steuerorgan sich mit der gleichen Geschwindigkeit bewegt wie der Preßkolben und daß am Steuerorgan eine Sperrvorrichtung angeordnet ist, die bei einer vorbestimmten Stellung des Preßkolbens den Druckmittelzufluß zum Arbeitsraum des Zylinders sperrt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Presse zum Aufpressen von Hülsen, Kabelschuhen oder dergleichen mit einem
zur Aufnahme eines Oberwerkzeuges dienenden Preßkörper, an dem ein Zylinder angeordnet ist, in dem ein
zur Aufnahme eines Unterwerkzeuges dienender Preßkolben verschiebbar angeordnet ist, mit einem im Preßkolben
koaxial verschiebbar angeordneten, mit einem Getriebe zusammenwirkenden Steuerorgan.
Solche Pressen finden insbesondere bei Starkstrom-Installationsarbeiten
Verwendung. Sie weisen ein konkavgeformtes Oberwerkzeug auf, in das die Hülse und
der darin befindliche Leiter eingelegt werden. Am Oberwerkzeug ist ein Zylinder befestigt, in dem ein
Preßkolben beweglich ist der ein Unterwerkzeug in Richtung auf das Oberwerkzeug bewegt, dabei die Hülse
und gegebenenfalls den darin befindlichen Leiter verformt und auf diese Weise die gewünschte Preßverbindung
herstellt. Um die Betriebssicherheit der Preßverbindung zu gewährleisten, muß ein bestimmter Verformungsgrad
eingehalten werden und dies darf nicht der Bedienungsperson überlassen werden, sondern durch
entsprechende Einrichtungen in der Presse selbsttätig
so erfolgen. Außerdem muß die Presse, um ihre rationelle und sichere Anwendung zu ermöglichen in der Lage
sein, ohne vorherige Umstell- oder Einrichtarbeiten Hülsen oder Werkstücke verschiedener Durchmesser
zu verpressen.
Hierzu sind (DE-AS 19 40 854, DE-OS 22 44 105) Pressen bekannt, deren Oberwerkzeuge keilförmige
Ausschnitte aufweisen, in die die zu verpressenden Hülsen oder Werkstücke eingelegt werden, und in die sie,
abhängig von ihrem Durchmesser, mehr oder weniger tief eindringen. Im Bereich der keilförmigen Ausschnitte
sind Tastorgane angeordnet, die die Eindringtiefe feststellen, daraus den Durchmesser der Hülse oder des
Werkstückes ermitteln und den Vortrieb des Unterwerkzeuges dann beenden, wenn der erforderliche Verformungsgrad
erreicht ist. Diese Pressen weisen jedoch einen komplizierten mechanischen Aufbau auf und lassen
keine Wahl bei der Gestaltung des Oberwerkzeuges, was wiederum zur Folge hat, das bestimmte wün-
sehenswerte Querschnittsformen des verpreßten Werkstückes
nicht herstellbar sind.
Bei einer weiteren, den gleichen Zwecken dienenden
bekannten Presse (DE-PS 16 27 811) sind innerhalb eines, in zwei Kammern unterteilten Zylinders zwei Kolben
angeordnet, nämlich ein Preßkolben und ein Dosierkolben. Koaxial mit diesen Kolben verläuft ein Steuerorgan.
Unter der Wirkung des in den Zylinder eingeführten Druckmittels wird zunächst der Preßkolben in
Richtung auf das Oberwerkzeug bewegt bis das an ihm
befestigte Unterwerkzeug auf das zu verpressende Werkstück auftritt. Infolge der dann auftretenden
Druckerhöhung schließt das Steuerorgan ein zwischen Dosierkolben und Preßkolben befindliches Druckmittelvolumen
ein und zur weiteren Verpressung wird der Preßkolben vom Dosierkolben angetrieben. Diese Presse
ist in ihrem Aufbau außerordentlich aufwendig, alleiwe
schon durch die Notwendigkeit zweier Kolben. Falls sich in der Druckflüssigkeit Luft befindet, und dies
läßt sich bei dem nicht stationären Einsatz der Pressen auf Baustellen nicht immer vermeiden, führt dies, wenn
die Luft sich in dem eingeschlossenen, die Einpreßtiefe bestimmenden Druckflüssigkeitsvolumen befindet, zu
falschen Verformungsgraden und fehlerhaften Verpressungen.
Eine gattungsgemäße Presse (DE-OS 29 01 557) erlaubt zwar, eine Vielzahl von Verbindergrößen einzustellen
und diese Verbinder in Abhängigkeit von ihrem Durchmesser zu verpressen, der dafür erforderliche
Aufwand ist jedoch beträchtlich. Als Steuerorgan dient ein drehbarer Handgriff mit einem daran befestigten
Schaft, der im Preßkolben koaxial verschiebbar ist. Am Schaft ist ein Doppelgewindestück mit zwei Gewinden
befestigt, deren unterschiedliche Steigung für unterschiedliche Einpreßtiefe in Abhängigkeit vom Verbinderdurchmesser
verantwortlich sind. Das alles erfordert eine aufwendige Bearbeitung der betreffenden Teile.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Presse für die eingangs genannten Zwecke zu schaffen, die
einfach und kostengünstig im Aufbau sowie störunanfäl-Mg ist, die den erforderlichen Verformungsgrad zuverlässig
und mit hoher Genauigkeit erreicht und die zusätzlich noch den Vorteil haben kann, durch eine einfache
Umstellung als Presse ohne vorbestimmten Verformungsgrad verwendet werden zu können. Außerdem
sollen die Formen der Unter- und Oberwerkzeuge in weiten Grenzen frei wählbar sein, wodurch die Endquerschnittsform
der verpreßten Erzeugnisse den Erfordernissen weitestgehend angepaßt werden kann.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das Getriebe einerseits mit dem Preßkolben und andererseits mit dem
Zylinder verbunden ist und bei Bewegung des Preßkolbens in Arbeitsrichtung das Steuerorgan mit einem
Bruchteil der Geschwindigkeit des Preßkolbens- bewegt, und daß mit dem Preßkolben eine Arretiervorrichtung
verbunden ist, die frei Berührung des Unterwerkzeuges mit dem zu verpressenden Werkstück das Steuerorgan
mit dem Preßkolbert derart verbindet, daß das Steuerorgan sich mit der gleiche'1 Geschwindigkeit bewegt wie
der Preßkolben, und daß am Steuerorgan eine Sperrvorrichtung
angeordnet 1St, die bei einer vorbestimmten Stellung des PreßKolbe<i>
> den Druckmittelzufluß zum Arbeitsraum des Xylind^'s sperrt.
Bei der Presse gtmäß <ier Erfindung entfallen gegenüber
dem zuletzt genannten Stand der Technik die Unterteilung
des Zylitiders in zwei Kammern und der zusätzliche
Dosierkolben· Die Bestimmung der Eindringtiefe des UntenverkzeUges in das Werkstück erfolgt
rein mechanisch und nicht durch ein eingeschlossenes Druckflüssigkeitsvolumen, so daß fehlerhafte Verpressungen
durch in der Druckflüssigkeit eingeschlossene Luft unmöglich sind. Außerdem läßt sich der werkstückdurchmesserunabhängige
Verformungsgrad auf sehr einfache Weise durch Änderung des Übersetzungsverhältnisses
des Getriebes ändern, während auch der vom werkstückdurchmesserabhängige Verformungsgrad
sich durch die Lage der Sperrvorrichtung auf dem Steuerorgan sehr leicht ändern läßt
Bei einer Ausführungsform der Presse gemäß der Erfindung ist das Getriebe ein Hebel, der mit einem Ende
am Zylinder und mit dem anderen Ende am Preßkolben angelenkt ist und der zwischen den Anlenkpunkten das
Steuerorgan stützt Dabei ist das Übersetzungsverhältnis des Getriebes durch die Entfernung des Stützpunktes
des Steuerorgans von den beiden Anlenkpunkten des Hebels wählbar. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Anlenkpunkte des Hebels gleich weit vom Steuerorgan entfernt, was zur Folge hat, daß
das Steuerorgan sich mit der alten Geschwindigkeit des Preßzylinders bewegt. Um bei kleinen Zylinderdurchmessern
Werkstücke sehr verschiedener Durchmesser einsetzen zu können und zur Berücksichtigung des nach
der Berührung des Unterwerkzeuges mit dem Werkstück vom Preßzylinder zurückzulegenden Preßweges
kann es zweckmäßig sein, den Hebel als längenveränderliches Teleskop auszubilden.
Bei einer anderen Ausführungsform besteht das Getriebe aus zwei in Längsrichtung aufeinanderfolgend
angeordneten Federn, von denen eine mit ihrem freien Ende gegen den Preßkolben und die andere mit ihrem
freien Ende gegen den Zylinder abgestützt ist, während die benachbarten Ende der Federn gegen einen am
Steuerorgan angeordneten Bund abgestützt sind. Auch hier läßt sich das Übersetzungsverhältnis des Getriebes
auf einfache Weise ändern, und zwar durch Änderung der Längen und der Steifigkeiten der Federn. Bevorzugt
wird eine Ausführungsform, bei der die Federn gleiche
4C Längen und gleiche Steifigkeiten aufweisen, was zur Folge hat, daß sich das Steuerorgan mit der halben Geschwindigkeit
des Preßkolbens bewegt.
Die Arretiervoirichtung kann so ausgebildet sein,daß
sie einen Klemmkolben aufweis;, der mit einer Querbohrung
zum Durchtritt des Steuerorgans versehen ist und der in einer radial verlaufenden Sackbohrung des
Preßkolbens gegen den Druck einer Feder unter dem Druck des im Arbeitsraum befindlichen Druckmittels in
seiner Längsrichtung verschiebbar ist, bis eine Wand seiner Querbohrung gegen das Steuerorgan zur Anlage
kommt. Die in ihrem Aufbau unkomplizierte Arretiervorrichtung sorgt dafür, daß das Steuerorgan, sobald
das am Preßkolben befestigte Unterwerkzeug mit dem Werkstück in Berührung kommt, mit dem Preßkolben in
gleicher Geschwindigkeit mitgenommen wird. Ihr Aufbau und ihre Anordnung erlauben es jedoch, die Arretiervorrichtung
auf sehr einfache Weise außer Wirkung zu setzen. Hierzu dient eine im Preßkolben parallel zu
dessen Längsachse angeordnete Bohrung, die sich vom Oberwerkzeug bis zur Sackbohrung erstreckt und in die
ein Stab einsteckbar ist, der in die Sackbohrung ragt und die Bewegung des Klemmkolbens begrenzt. Auf diese
Weise kann die Anlage des Klemmkolbens an das Steuerorgan verhindert werden. In vielen Fällen ist es bei
Verwendung bestimmter Unterwerkzeuge erforderlich, die Arretiervorrichtung außer Betrieb zu setzen. Es ist
deshalb gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung zweckmäßig, den Stab mit dem betreffenden Oberwerk-
zeug zu verbinden, was zur Folge hat, daß beim Aufsetzen dieses Oberwerkzeuges auf den Preßstempel die
Arretiervorrichtung ohne weiteres Zutun außer Betrieb gesetzt wird.
Die Sperrvorrichtung kann ein an dem aus dem Preßkolben herausragenden Ende des Steuerorgans befestigter
Ventilteller sein, der mit einem am Zylinder angeordneten Ventilsitz zusammenwirkt. Hierdurch ergibt
sich eine besonders einfache und kostengünstige Ausbildung der Presse. Andererseits kann am Steuerorgan ein
Betätigungsorgan für ein in der Druckmittelzuführungsleitung zum Arbeitsraum befindliches Ventil angeordnet
sein und schließlich kann am Steuerorgan ein Betätigungsorgan für einen in der Energiezuführung einer
Druckmittelpumpe befindlichen Schalter angeordnet sein.
Ein Ausführungsbeispiel der Presse gemäß der Erfindung ist im folgenden anhand der Zeichnung beschrieben.
Dabei stellt
F i g. 1 einen Längsschnitt durch die Presse bei Ruhestellung des Preßkolbens,
F i g. 2 den Längsschnitt gemäß F i g. 1 in der Endstellung des Preßkolbens dar, wobei unwesentliche Teile
fortgelassen sind und
F i g. 3 zeigt einen Ausschnitt aus F i g. 1 bei außerbetriebgesetzter
Arretierungsvorrichtung.
In Fig. 1 ist der Pressenkörper mit 1 bezeichnet. Er
trägt ein Oberwerkzeug 2, das auswechselbar in ihm angeordnet sein kann, so daß Oberwerkzeuge mit verschiedenen
Innenprofilen verwendet werden können. Das mit dem Oberwerkzeug zusammenwirkende Unterwerkzeug
ist mit 3 bezeichnet. Es ist ebenfalls auswechselbar auf dem Preßkolben 4 angeordnet, so daß
auch in diesem Falle Unterwerkzeuge verschiedener Profilformen verwendet werden können.
Innerhalb des Preßkolbens 4 ist koaxial und verschiebbar
ein stangenförmiges Steuerorgan 5 angeordnet, das an seinem unteren Ende einen Ventilteller 6
trägt. Außerdem ist am Steuerogan 5 ein Bund 7 angeordnet, der durch eine Feder 8 gegen einen Hebel 9
gedrückt wird. Der Hebel 9 ist mit einem Ende am Preßkolben 4 und mit dem anderen Ende an einem Ansatz im
Zylinder 10 schwenkbar gelagert. Der Hebel 9 ist so ausgebildet, daß in einer in ihm befindlichen öffnung
das Steuerorgan 5 frei beweglich ist, während allerdings der Bund 7 nicht durch diese öffnung hindurchtreten
kann. Der Zylinder 10 besitzt an seinem Einlaß einen Ventilsitz 11, der mit dem Ventilteller 6 zur Bildung
eines Ventiles zusammenwirkt, das im geschlossenen Zustand den Eintritt von Druckflüssigkeit in den Arbeitsraum
24 des Zylinders 10 verhindert Der innerhalb Hf»C 7\A\nAc*rc 1Π irorc^KtoKKora Dt-eflL-rOKiin Λ ic-t rroiran
—-^- _ji...uw·.; aw ψ w 4Viii\,ui/ui x, 1 1 wi^sWlLSWI) -r, lot gvgvil
den Druckraum 24 durch eine Dichtung 12 abgedichtet und wird durch eine Druckfeder 13 in seine Ruhestellung gedrückt
Zur Bildung der Arretiervorrichtungs ist im Preßkolben 4 eine radial verlaufende Sackbohrung 14 angeordnet, in der ein Klemmkolben 15 verschiebbar ist Der
Klemmkolben 15 ist, wie in der Zeichnung erkennbar,
mit einer Querbohrung versehen, durch die das Steuerorgan 5 hindurchtritt Er weist außerdem eine Dichtung
16 auf und stützt sich über eine Feder 17 gegen einen in der Sackbohrung 14 angeordneten Bund 18 ab. Die Bohrung, die vom Arbeitsraum 24 zur Sackbohrung 14 verläuft ist nicht abgedichtet, sie erlaubt vielmehr den
Durchtritt des im Arbeitsraum 24 vorhandenen Druckmittels. Auch der in der Zeichnung links vom Steuerorgan 5 befindliche Teil des Klemmkolbens 15 ist nicht
druckmitteldicht in der Sackbohrung 14 geführt, auch, diese Passung oder Führung erlaubt den Durchtritt des
Druckmittels. Die Feder 17 ist so bemessen, daß der bei Berührung des Oberwerkzeuges 3 mit dem Werkstück
22,23 entstehende Druckanstieg im Arbeitsraum 24, der sich gegen die in der Zeichnung rechts vom Steuerorgan
5 befindliche Bohrungsseite des Klemmkolbens 15 fortsetzt, dazu ausreichend ist, den Klemmkolben 15 soweit
gegen die Wirkung der Feder 17 zu verschieben, daß seine in der Zeichnung linke Bohrungsseite gegen das
Steuerorgan 5 zur Anlage kommt und eine starre Verbindung zwischen Steuerorgan 5 und Preßkolben 4 herstellt.
Dann wird, wie in F i g. 2 erkennbar, das Steuerorgan 5 mit dem Preßkolben 4 mit gleicher Geschwindigkeit
mitgenommen, bis der an seinem unteren Ende befindliche Ventilteller 6 auf den am Zylinder 10 befindlichen
Ventilsitz 11 zur Auflage kommt und das weitere Einströmen von Druckmittel in den Arbeitsraum 24 verhindert.
Die in den F i g. 1 und 2 beschriebene Presse wirkt in der Weise, daß zunächst durch die Druckmittelzuführungsöffnung
25 ein Druckmittel, beispielsweise von einer Druckpumpe gefördertes öl in den Arbeitsraum 24
des Zylinders 10 eingebracht wird. Dies hat zur Folge, daß der Preßkolben 14 und das an ihm befestigte Unterwerkzeug
3 gegen das im Oberwerkzeug 2 befindliche Werkstück 22, 23 verschoben werden, und zwar zunächst
solange, bis das Unterwerkzeug 3 das Werkstück 22, 23 berührt. Während dieser Zeit wird in gleicher
Richtung mit dem Preßkolben 4 auch das Steuerorgan 5 verschoben, allerdings durch die Wirkung des Hebels 9
nur mit der halben Geschwindigkeit des Preßkolbens 4. Sobald das Oberwerkzeug 3 das Werkstück 22, 23 berührt,
steigt der Druck im Arbeitsraum 24 an. Dies hat zur Folge, daß der Klemmkolben 15 in der Sackbohrung
14 gegen die Kraft der Feder 17 verschoben wird, so daß eine Wandung seiner Querbohrung das stabförmige
Steuerorgan 5 erfaßt und dieses kraftschlüssig mit dem Preß-Stempel 4 verbindet. Von diesem Zeitpunkt an bewegt
sich das Steuerorgan 5 mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Preß-Stempel 4. Die Bewegung des
Preß-Stempels 4 in Richtung auf das Oberwerkzeug 2 dauert solange an, bis der Ventilteller 6 gegen den Ventilsitz
11 zur Auflage kommt und dadurch den Eintritt weiteren Druckmittels in den Arbeitsraum 24 verhindert.
Dann ist der Preßvorgang beendet und es ist nur eine Entlastung des Druckmitteldruckes in der Druckmittelzuführung
25 erforderlich, damit der Ventilteller 6 vom Ventilsitz 11 abgehoben wird und die Feder 13 den
Preßkolben 4 in seine Ruhestellung zurückführt
Die im Ausführungsbetspiel gewählten gleichlangen Abstände der Ap.lenkpunkte des Hebels 9 vom Steuerorgan
5 bestimmen den Verformungsgrad des Werkstückes 22, 23. Durch eine Veränderung der Abstände
kann der Verformungsgrad, wenn dies gewünscht ist,
verändert werden.
Das Getriebe kann gegenüber dem Ausführungsbeispiel abgeändert werden. Statt des im Ausführungsbeispiel verwendeten Hebels 9 können zwei Federn verwendet werden, die, in Längsrichtung aufeinanderfolgend, an dem oder um das Steuerorgan 5 angeordnet
sind. Eine der Federn ist an dem Preßkolben 4 befestigt oder stützt sich gegen diesen ab, die andere Feder ist am
Boden des Zylinders 10 befestigt oder stützt sich gegen diesen ab und beide Federn sind an dem Bund 7 des
Steuerorgans 5 befestigt oder stützen sich gegen diesen ab. Wenn beide Federn gleiche Längen und gleiche Steifigkeiten aufweisen, hat dies zur Folge, daß das Steuer-
organ 5 sich mit dem Preßkolben 4 in gleicher Richtung jedoch mit halber Geschwindigkeit bewegt, bis die Arretierungsvorrichtung
15 wirksam wird. Durch Abänderung der Federlängen und/oder der Federsteifigkeiten
kann der Verpressungsgrad des Werkstückes 22, 23 geändert werden.
Durch die zuletztgenannten Veränderungen des Hebelverhältnisses oder der Federn läßt sich der Verformungsgrad,
unabhängig vom Werkstück oder Hülsendurchmesser verändern. Bei der Presse gemäß der Erfindung
ist es jedoch auch möglich, den Verformungsgrad abhängig vom Werkstück- oder Hülsendurchmesser
zu ändern. Im Ausführungsbeispiel entspricht in Fig. 1 der Abstand zwischen Ventilteller 6 und Ventilsitz
9 der Hälfte des Abstandes zwischen Unterwerkzeug 3 und Oberwerkzeug 2. Wenn unter diesen Umständen
der Abstand zwischen Ventilteller 6 und Ventilsitz 11 verkleinert wird, werden dünnere Hülsen oder
Werkstücke schwächer, d. h. mit einem geringeren Verformungsgrad, gepreßt als dickere. Wenn unter den gleichen
Umständen der Abstand zwischen Ventilteller 6 und Ventilsitz U vergrößert wird, werden dünnere
Werkstücke oder Hülsen mit einem höheren Verformungsgrad verpreßt, also stärker gepreßt als dickere.
Weitere Änderungen des Verformungsgrades sind durch Änderungen der Querschnittsgestaltungen des
Oberwerkzeuges 2 und des Unterwerkzeuges 3 möglich.
Bei der in F i g. 3 dargestellten Abwandlung der Erfindung dient ein an einem Unterwerkzeug 20 angeordneter
Stab 21 dazu den Verschiebungsweg des Klemmkolbens 14 derart zu begrenzen, daß eine Festklemmung
des Steuerorgans 5 nicht erfolgen kann. Dies ist notwendig oder zweckmäßig, wenn der Hub des Preß-Stempels
4, nachdem das in ihm befestigte Unterwerkzeug 20 das Werkstück erreicht hat, nicht eine vorbestimmte Größe
haben soll, sondern von der Kraft der Presse oder von der Bedienungsperson bestimmt wird. Da in diesen Fällen
die Unterwerkzeuge, z. B. 20 in der Regel eine von dem Unterwerkzeug 3 abweichende Gestalt haben, ist
es zweckmäßig, den Stab 21 mit dem Unterwerkzeug 20 fest zu verbinden. Diese Ausbildung vermeidet Fehler
bei der Handhabung der Presse. Andererseits wäre es auch möglich, einen Stab 21 vorzusehen, der, wenn er in
die Bohrung 19 eingesetzt ist, von jedwedem Unterwerkzeug in die Sackbohrung 14 so weit hineingedrückt
wird, daß er die Bewegung des Klemmkolbens 15 begrenzt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
60
Claims (13)
1. Presse zum Aufpressen von Hülsen, Kabelschuhen oder dergleichen mit einem zur Aufnahme eines
Oberwerkzeuges dienenden Preßkörper, an dem ein Zylinder angeordnet ist, in dem ein zur Aufnahme
eines Unterwerkzeuges dienender Preßkolben verschiebbar angeordnet ist, mit einem im Preßkolben
koaxial verschiebbar angeordneten, mit einem Getriebe zusammenwirkenden Steuerorgan, dadurch
gekennzeichnet, daß das Getriebe (9) einerseits mit dem Preßkolben (4) und andererseits
mit dem Zylinder (10) verbunden ist und bei Bewegung des Preßkolbens (4) in Arbeitsrichtung das
Steuerorgan (5) mit einem Bruchteil der Geschwindigkeit des Preßkolbens (4) bewegt und daß mit dem
Preßkolben (4) eine Arretiervorrichtung (15) verbunden ist, die bei Berührung des Unterwerkzeuges
(3) mit dem zu verpressenden Werkstück (22,23) das Steuerorgan (5) mit dem Preßkolben (4) derart verbindet,
daß das Steuerorgan (5) sich mit der gleichen Geschwindigkeit bewegt wie der Preßkolben (4),
und daß am Steuerorgan (5) eine Sperrvorrichtung (6) angeordnet ist, die bei einer vorbestimmten Stellung
des Preßkolbens (4) den Druckmittelzufluß zum Arbeitsraum (24) des Zylinders (10) sperrt
2. Presse nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe ein Hebel (9) ist, der mit einem
Ende am Zylinder (10) und mit dem anderen Ende am Preßkolben (4) angelenkt ist und zwischen den
Anlenkpunkten das Steuerorgan (5) stützt
3. Presse nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Anlenkpunkte des Hebels (9) gleichweit
vom Steuerorgan (5) entfernt sind.
4. Presse nach Anspruch 2 oder 3 dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (9) als längenveränderliches
Teleskop ausgebildet ist.
5. Presse nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe aus zwei in Längsrichtung aufeinanderfolgend
angeordneten Federn besteht, von denen eine mit ihrem freien Ende gegen den Preßkolben
(4) und die andere mit ihrem freien Ende gegen den Zylinder (10) abgestützt ist, während die
benachbarten Enden der Federn gegen einen am Steuerorgan (5) angeordneten Bund (7) abgestützt
sind.
6. Presse nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Federn gleiche Längen und gleiche Steifigkeit
aufweisen.
7. Presse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, daß die Arretiervorrichtung
einen Klemmkolben (15) aufweist, der mit einer Querbohrung zum Durchtritt des Steuerorgangs (5) versehen ist und der in einer radial
verlaufenden Sackbohrung (14) des Preßkolbens (4) gegen den Druck einer Feder (17) unter dem Druck
des im Arbeitsraum (24) befindlichen Druckmittels in seiner Längsrichtu.ig verschiebbar ist, bis eine
Wand seiner Querbohrung gegen das Steuerorgan (5) zur Anlage kommt.
8. Presse nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch eine im Preßkolben (4) parallel zu dessen Längsachse
angeordnete Bohrung (19), die sich vom Oberwerkzeug (3) bis zur Sackbohrung (14) erstreckt und
in die ein Stab (21) einsteckbar ist, der in die Sackbohrung (14) ragt und die Bewegung des Klemmkolbens
(15) begrenzt.
9. Presse nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, daß der Stab (21) mit einem Oberwerkzeug (20)
verbunden ist
10. Presse nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrvorrichtung
ein an dem aus dem Preßkolben (4) herausragenden Ende des SteuerorgaDS (5) befestigter
Ventilteller (6) ist, der mit einem am Zylinder (10) angeordneten Ventilsitz (11) zusammenwirkt
11. Presse nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, daß am Steuerorgan (5) ein Betätigungsorgan für ein in der Druckmittelzuführungsleitung
zum Arbeitsraum (24) befindliches Ventil angeordnet ist
12. Presse nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, daß am Steuerorgan (5) ein Betätigungsorgan für einen in der Energiezuführung
einer Druckmittelpumpe befindlichen Schalter angeordnet ist.
13. Presse nach Anspruch 10, 11 oder 12 dadurch
gekennzeichnet, daß der Ventilteller (6) oder das Betätigungsorgan
auf dem Steuerorgan verschiebbar feststellbar angeordnet ist
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