DE3204569C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft den im Anspruch 1 angegebenen α-Amylase-Inhibitor aus Weizen
(WAI-53), ein Verfahren zu seiner Herstellung gemäß Anspruch 2, sowie ein Agens für
die fraktionelle quantitative Analyse von α-Amylase-Isozymen gemäß Anspruch 3,
das diesen α-Amylase-Inhibitor als aktive Komponente ent
hält.
α-Amylase ist ein hydrolytisches Enzym, das in lebenden Organis
men weit verbreitet ist. Human-α-Amylasen werden hauptsächlich
von der Speicheldrüse und von dem Pankreas gebildet und es ist
bekannt, daß ihre Menge bei bestimmten Erkrankungen, wie z. B.
der Pankreatitis, der Parasynanchie, bei Lebererkrankungen, Krebs
und dgl., stark variiert. Es ist daher für die genaue Diagnose
solcher Erkrankungen erwünscht, ein Verfahren zur quantitativen
Analyse nicht nur der Gesamt-a-Amylase im Serum, sondern auch
jedes der α-Amylase-Isozyme, die von der Speicheldrüse und dem
Pankreas gebildet werden, zur Verfügung zu haben.
In klinischen Laboratorien wird derzeit für den unterscheidenden
Nachweis der Human-α-Amylase-Isozyme das elektrophoretische
Verfahren angewendet. Das Verfahren ist jedoch für eine leichte
und schnelle Untersuchung von klinischen Proben zu kompliziert
und erfordert für die Auswertung der Ergebnisse viel Geschick.
Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, wurde von O′Donnel et al
ein Verfahren entwickelt, bei dem ein α-Amylase-Inhibitor aus
Weizen verwendet wird. Das Verfahren ist jedoch noch nicht zu
friedenstellend und in der Praxis nicht anwendbar ("Clin. Chem.",
23, 560-566 (1977)).
Es wurde nun gefunden, daß die obengenannten Schwierigkeiten und
Mängel mit dem nachstehend beschriebenen erfindungsgemäßen
Verfahren überwunden bzw. beseitigt werden können.
Gegenstand der Erfindung ist ein neuer α-Amylase-Inhibitor aus
Weizenmehl (WAI-53). Gegenstand der Erfindung ist ferner ein
Verfahren zu seiner Herstellung, bei dem ein neuer α-Amylase-
Inhibitor (WAI-53), der in einem wäßrigen Extrakt aus Weizen
körnern oder Weizenmehl enthalten ist, abgetrennt und gereinigt
wird durch Äthanolausfällung, Wärmedenaturierung, anionische
Ionenaustauschchromatographie, Gelfiltrationschromatographie und
kationische Ionenaustauschchromatographie in der genannten
Reihenfolge. Gegenstand der Erfindung ist außerdem ein Verfahren
zur unterscheidenden Analyse von α-Amylase-Isozymen in menschli
cher Körperflüssigkeit, in dem der erfindungsgemäße neue α-
Amylase-Inhibitor (WAI-53) verwendet wird.
Als Ausgangsmaterial zur Herstellung des erfindungsgemäßen
α-Amylase-Inhibitors können Weizenkörner oder Weizenmehl be
liebiger Art oder beliebiger Sorte verwendet werden, wie z. B.
Hartweizen, japanischer Weizen, weicher Weizen, Duramweizen oder
hartes Mehl, mittleres Mehl oder weiches Mehl und dgl. Die
Albuminfraktion aller Weizenkörner enthält den gewünschten
α-Amylase-Inhibitor, wenn auch sein Gehalt variieren kann.
Der erfindungsgemäße neue α-Amylase-Inhibitor (WAI-53) kann nach
dem nachstehend beschriebenen Verfahren hergestellt werden.
Weizen oder Weizenmehl wurde mit der 3- bis 10-fachen Menge
Wasser oder vorzugsweise entionisiertem Wasser 1 bis 5 Stunden
lang bei Raumtemperatur gerührt, um eine Extraktion von WAI-53
zu bewirken. Die unlöslichen Materialien in der wäßrigen Mi
schung wurden unter Anwendung eines konventionellen Verfahrens,
beispielsweise durch Zentrifugieren, Dekantieren, Filtrieren und
dgl., abgetrennt, wobei eine überstehende Flüssigkeit erhalten
wurde.
Die überstehende Flüssigkeit wurde unter vermindertem Druck oder
bei Atmosphärendruck erhitzt. Ein Erhitzen auf 50 bis 70°C für
einen Zeitraum von 10 Minuten bis 1 Stunde ist in der Regel aus
reichend. Ein 30-minütiges Erhitzen auf 70°C ist bevorzugt.
Gewünschtenfalls kann die erhitzte Lösung ferner einer Zentrifu
gierung, Dekantierung, Filtrierung oder dgl. unterworfen werden
zur Herstellung einer klaren überstehenden Flüssigkeit.
Der wärmebehandelte Extrakt (oder die klare überstehende Flüssig
keit) wurde mit einem mit Wasser mischbaren organischen Lösungs
mittel, beispielsweise wäßrigem Aceton, Äthanol oder Methanol
(zur Erzielung einer Endkonzentration an organischem Lösungs
mittel von 40 bis 70 Vol./Vol.-%), behandelt unter Bildung eines
Niederschlags, der entfernt wurde. Zu der zurückbleibenden
überstehenden Flüssigkeit wurde weiteres organisches Lösungsmittel
(bis zu einer Endkonzentration an organischem Lösungsmittel von
90 Vol./Vol.-%) zugegeben und die Mischung wurde bei einer tiefen
Temperatur (0 bis 10°C) gehalten, um eine vollständige Ausfällung
der unlöslichen Materialien zu bewirken. Der Niederschlag wurde
gesammelt und in entionisiertem Wasser gelöst.
Die dabei erhaltene Lösung wurde durch eine Kolonne eines Ionen
austauschers, wie z. B. DEAE-Cellulose, DEAE-Sephadex oder DEAE-
Sepharose, der vorher mit einem Tris-HCl-Puffer (pH 6,5 bis 8,5)
mit einer Ionenkonzentration von 0,005 bis 0,5 äquilibriert worden
war, laufen gelassen. Die Elution wurde bei pH 7,0 bis 7,8 mit dem
Tris-HCl-Puffer mit erhöhter NaCl-Konzentration bewirkt. Das
Eluat wurde unter Verwendung von Sephadex, Biogel oder Ultrogel,
vorzugsweise von Sephadex G-75, einer Gelfiltrationschromatographie
unterworfen. Die langsamer eluierten Fraktionen (die Substanzen
mit einem MG von 20 000 bis 30 000 enthielten) wurden gesammelt
und gewünschtenfalls nach der Ionenaustauschchromatographie an
CM-Sepharose, CM-Sephadex und dgl. gefriergetrocknet, wobei man
die erfindungsgemäße Substanz erhielt.
Der erfindungsgemäße neue α-Amylase-Inhibitor (WAI-53) hat die
nachstehend angegebenen Eigenschaften:
- a) er ist in Wasser oder verdünnten Salzlösungen löslich und in einem organischen Lösungsmittel, wie Methanol, Äthanol, Aceton, Chloroform und Hexan, unlöslich;
- b) er hat ein UV-Absorptionsmaximum bei 279 nm mit einer in Wasser von 12,8 (1 cm);
- c) er hat ein Molekulargewicht von 23 000 bis 23 800, gemessen durch Ultrazentrifugieren, oder von 24 000, gemessen durch Gelfiltration;
- d) er liefert bei der Polyacrylamidgel-Elektrophorese nach dem Verfahren von Davis et al ("Annals New York Academy of Science", 121, 404 (1964)) eine einzelne Bande bei einer elektrophoretischen Mobilität von 0,53;
- e) er liefert nach der Reduktion mit 2-Mercaptoäthanol in 6 M Harnstoff und der anschließenden Carboxymethylierung mit Monojodessigsäure bei der Elektrophorese nach dem Verfahren von Davis et al unter Verwendung eines 6 M Harnstoff enthal tenden Mediums eine einzelne Bande bei einer elektrophoretischen Mobilität von 0,60;
- f) er liefert bei der SDS-Polyacrylamidgel-Elektrophorese nach dem Verfahren von Oath et al ("Cereal Chemistry", 50, 190 bis 197 (1973)) eine einzelne Bande an der Stelle, die einem MG von 13 000 entspricht;
- g) er weist bei der Analyse nach dem Verfahren von Iwanaga et al ("Protein, Nucleic acid, Enzyme", 15, 1037-1054 (1970) in Japanisch) N-terminales Serin auf, was die Existenz von zwei identischen Untereinheiten anzeigt;
- h) er ist proteinischer Natur mit der nachstehend angegebenen
Aminosäurezusammensetzung (wobei der Isoleucingehalt mit
2,33 angenommen wird):
undLysin 4,55 Histidin 1,11 Arginin 7,66 Asparaginsäure 6,97 Threonin 3,42 Serin 6,94 Glutaminsäure 11,48 Prolin 7,71 Glycin 9,41 Alanin 12,08 Valin 7,95 Isoleucin 2,33 Leucin 8,18 Thyrosin 4,10 Phenylalanin 1,61 - i) er ergibt Sättigungskurven von WAI-53 mit Human-Speichel- α-Amylase und mit Human-Pankreas-α-Amylase mit einem Ver hältnis der Menge von WAI-53, die erforderlich ist zur Er zielung einer 50%-Inhibierung von Human-Speichel-α-Amylase zu derjenigen von Human-Pankreas-α-Amylase von über 1 : 250 (vgl. Fig. 1).
Wie vorstehend angegeben, handelt es sich bei dem erfindungsge
mäßen α-Amylase-Inhibitor um ein neues Protein mit dem oben an
gegebenen Molekulargewicht und den oben angegebenen elektrophore
tischen Eigenschaften.
Die Inhibitor-Aktivität des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibi
tors (WAI-53) ist ganz spezifisch für Human-Speichel-α-Amylase,
und er hat einen weit geringeren Effekt gegenüber Human-Pankreas-
α-Amylase. Dieses Profil der Spezifität der Inhibitorreaktion
des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors, d. h. das hohe Ver
hältnis des Inhibitor-Effekts von WAI-53 auf Human-Speichel-
a-Amylase zu demjenigen auf Human-Pankreas-α-Amylase ist über
einen breiten Bereich der Enzymkonzentration zu beobachten. Dieses
Agens stellt daher ein wertvolles Mittel für die unterscheidende
Analyse von α-Amylase-Isozymen in der Körperflüssigkeit oder in
verschiedenen klinischen Proben dar.
O′Donnel et al beschreiben die Isolierung eines α-Amylase-Inhibi
tors aus Weizen mit einem Inhibierungseffekt auf Human-Speichel-
α-Amylase, der ausgeprägter ist als auf Pankreas-α-Amylase. Sie
schlagen auch ein mögliches Verfahren zur unterscheidenden Ana
lyse von α-Amylase-Isozymen in klinischen Proben unter Verwendung
ihres α-Amylase-Inhibitors vor ("Clinical Chemistry", 23,
560-566 (1977)).
Der α-Amylase-Inhibitor von O′Donnel et al (der auch in Biochimica et
Biophysica Acta, 422, Seiten 159 bis 169, 1976, beschrieben wurde) hat jedoch eine andere
elektrophoretische Mobilität von 0,20 (im Gegensatz zu 0,53 des
erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors). Außerdem weist der von
O′Donnel et al beschriebene α-Amylase-Inhibitor ein Verhältnis
der spezifischen Inhibitoraktivitäten auf jedes der beiden Human-
α-Amylase-Isozyme auf, das kleiner ist als dasjenige des er
findungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors, und er ist daher nicht ge
eignet für die unterscheidende Analyse der α-Amylase-Isozyme;
das Verhältnis der spezifischen Aktivitäten zur Erzielung einer
50%-Inhibierung der beiden α-Amylase-Isozyme beträgt nicht mehr
als 100 bei dem O′Donnel-Inhibitor, während es innerhalb des
Bereiches von 200 bis 300 liegt bei dem erfindungsgemäßen Inhi
bitor. So reichen beispielsweise, wie aus der Fig. 1 hervorgeht,
nur 0,3 µg des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors aus zur
Erzielung einer 50%-Inhibierung der Aktivität von 15 IU Speichel-
α-Amylase, während etwa 70 bis etwa 80 µg desselben erforderlich
sind zur Erzielung einer 50%-Inhibierung der Aktivität von 15 IU
Pankreas-α-Amylase.
Wenn der erfindungsgemäße α-Amylase-Inhibitor einem Gemisch von
Human-Speichel-α-Amylase und Pankreas-α-Amylase in variierenden
Verhältnissen zugesetzt wird, inhibiert der erfindungsgemäße
α-Amylase-Inhibitor spezifisch die Aktivität der Speichel-a-Amylase
und daraus ergibt sich, daß die α-Amylase-Aktivität der Mischung
in guter Korrelation steht zu dem Gehalt an Pankreas-α-Amylase,
die in dem Gemisch enthalten ist.
Die vorliegende Erfindung liefert ein wertvolles und einfaches
Verfahren zur unterscheidenden Analyse der α-Amylase-Isozyme.
In den folgenden Beispielen wird ein Verfahren zur Herstellung
des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors und dessen Verwendung
näher beschrieben.
9 l gereinigtes Wasser wurden zu 3 kg Weizenmehl zugegeben. Die
Mischung wurde 1 Stunde lang schwach gerührt und dann zentrifu
giert. Die dabei erhaltenen 7 l überstehende Flüssigkeit wurden
auf 500 ml eingeengt und 30 Minuten lang bei 70°C gehalten.
Der dabei entstandene unlösliche Niederschlag wurde durch Zen
trifugieren entfernt. Nach der Zugabe von absolutem Äthanol
zu der klaren überstehenden Flüssigkeit bis zur Erzielung einer
Endkonzentration des Äthanols von 60% (Vol./Vol.-%) bei 4°C
entstand weiterer Niederschlag, der durch Zentrifugieren abge
trennt wurde. Es wurde weiter absolutes Äthanol zugegeben bis
zur Erzielung einer klaren überstehenden Flüssigkeit mit einer
Äthanolkonzentration von 90 Vol./Vol.-% und die Mischung wurde
über Nacht stehen gelassen. Der dabei erhaltene Niederschlag wurde
durch Zentrifugieren gesammelt, zweimal mit 99%igem Äthanol ge
waschen und bei Raumtemperatur unter vermindertem Druck getrocknet.
Dabei erhielt man 23 g rohen α-Amylase-Inhibitor.
Das dabei erhaltene rohe trockene feste Produkt wurde in einer
Konzentration von 10% in einem 0,02 M Tris-HCl-Puffer (pH 8,0)
gelöst und die Mischung wurde durch eine Kolonne laufen
gelassen, die 8,5 l DEAE-Sepharose-Harz enthielt, um eine Ad
sorption derselben an dem Harz zu bewirken. Die Kolonne wurde
zuerst mit 17 l 0,05 M Tris-HCl-Puffer (pH 7,1) gewaschen und
dann wurde die Elution unter Verwendung der gleichen Pufferlösung
und unter Anwendung einer NaCl (0,0 M-0,2 M)-Gradientenlösungs
technik durchgeführt, wobei man 10,2 l Eluat erhielt, das unter
vermindertem Druck eingeengt wurde unter Bildung von 75 ml
einer den α-Amylase-Inhibitor enthaltenden Lösung. Die dabei
erhaltene Lösung wurde unter Verwendung eines 0,05 M Acetatpuf
fers (pH 5,0) einer Sephadex G-75-Kolonnenchromatographie unter
worfen, wobei man 414 ml einer Lösung erhielt, die den aktiven
α-Amylase-Inhibitor enthielt. Dann wurde die Lösung durch eine
CM-Sepharose-Kolonne laufen gelassen. Die Kolonne wurde zuerst
mit 1,5 l 0,05 M Acetatpuffer (pH 5,0) gewaschen. Dann wurde die
Elution mit der gleichen Pufferlösung unter Anwendung der NaCl-
Gradientenelutionstechnik (0,0 M-0,3 M) durchgeführt, wobei man
eine aktive Fraktion erhielt, die unter vermindertem Druck auf
531 ml eingeengt wurde. Nach dem Entsalzen des dabei erhaltenen
Konzentrats durch Sephadex G-25-Gelfiltrationschromatographie
erhielt man 609 ml Proteinlösung, die gefriergetrocknet wurde
unter Bildung von 20 mg eines trockenen festen Produkts, des er
findungsgemäßen neuen α-Amylase-Inhibitors (WAI-53) mit dem vor
stehend angegebenen MG und den vorstehend angegebenen elektrophore
tischen Eigenschaften.
Das Verhältnis zwischen der Menge des auf diese Weise erhaltenen
α-Amylase-Inhibitors (WAI-53), die erforderlich war zur Erzielung
einer 50%-Inhibierung von Human-Speichel-α-Amylase zu derjenigen
von Human-Pankreas-α-Amylase betrug etwa 1 : 250. Seine spezifische
α-Amylase-Inhibierungsaktivität betrug 150 AIU/mg Protein.
1 mg des in Beispiel 1 erhaltenen α-Amylase-Inhibitors (WAI-53)
wurde in 10 ml eines 10 mM Tris-HCl-Puffers (pH 8,0), der 10 mM
NaCl enthielt, gelöst (Testlösung A).
Gereinigte Human-Speichel-α-Amylase (S-AMY) und gereinigte Human-
Pankreas-α-Amylase (P-AMY) wurden jeweils mit einem 50 mM Phosphat
puffer (pH 7,0), der 50 mM NaCl und 0,5 mM CaCl₂, ergänzt mit
5% Rinderserumalbumin (Fraktion V), enthielt, auf 100 µl Lösung
aufgefüllt. Die so hergestellten P-AMY- und S-AMY-Lösungen wurden
in variierenden Verhältnissen, wie in der folgenden Tabelle I
angegeben, miteinander gemischt zur Herstellung einer Reihe von
30 µl-Probelösungen.
Jeweils 30 µl der Probelösungen Nr. 1 bis 9 wurden mit 10 µl der
Testlösung A gemischt und die Mischung wurde 30 Minuten lang bei
Raumtemperatur stehen gelassen (Vorinkubation). Dann wurde die α-
Amylase-Aktivität der Mischung mittels eines automatischen Analysa
tors unter
Verwendung eines α-Amylase-Test-Kits
gemessen. Die Kontrollmi
schung enthielt 10 µl gereinigtes Wasser anstelle der Testlösung A.
Die auf diese Weise erhaltenen Eichkurven für die unterscheidende
Analyse von α-Amylase-Isozymen, P-AMY und S-AMY (Fig. 2), wurden
für die unterscheidende Analyse von α-Amylase-Isozymen in Human-
Serumproben verwendet.
30 µl jeder der 11 Human-Serumproben wurden mit 10 µl der Test
lösung A gemischt. Die Mischungen wurden 30 Minuten lang bei
Raumtemperatur vorinkubiert und dann der vorstehend beschriebenen
α-Amylase-Aktivitäts-Bestimmung unterworfen. Als Kontrolle wurden
Mischungen von 30 µl jeder der Serumproben und 10 µl gereinigtem
Wasser verwendet. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle II
angegeben.
Wie vorstehend angegeben, erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren
der α-Amylase-Analyse unter Verwendung des erfindungsgemäßen
neuen α-Amylase-Inhibitors die unterscheidende Analyse von α-
Amylase-Isozymen auf eine einfachere und schnellere Weise
als das konventionelle elektrophoretische Verfahren, wie es in
"Rinsho-Kagaku", 5, 118 (1976) (in Japanisch) beschrieben ist.
Die Fig. 1 der beiliegenden Zeichnungen zeigt das Diagramm der
Inhibierung (in %) der Speichel- und Pankreas-α-Amylasen mit dem
erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitor (WAI-53) in Abhängigkeit
von seiner Konzentration.
Die Fig. 2 der beiliegenden Zeichnungen zeigt eine Eichkurve
der Pankreas-α-Amylase, die für die Durchführung des erfindungs
gemäßen unterscheidenden α-Amylase-Isozym-Nachweises geeignet
ist.
Claims (3)
1. α-Amylase-Inhibitor aus Weizen, gekennzeichnet
durch die folgenden Eigenschaften:
- a) er ist in Wasser oder verdünnten Salzlösungen löslich und in Methanol, Äthanol, Aceton, Chloroform und Hexan unlöslich;
- b) er weist ein UV-Absorptionsmaximum bei 279 nm auf, wobei die in Wasser 12,8 beträgt (1 cm);
- c) er hat ein Molekulargewicht von 23 000 bis 23 800, bestimmt durch Ultrazentrifugierung, oder von 24 000, bestimmt durch Gelfiltration;
- d) er liefert bei der Polyacrylamidgel-Elektrophorese nach dem Verfahren von Davis et al eine einzelne Bande bei einer elektrophoretischen Mobilität von 0,53;
- e) er liefert nach der Reduktion mit 2-Mercaptoäthanol in 6 M Harnstoff und der anschließenden Carboxymethylierung mit Monojodessigsäure bei der Elektrophorese nach dem Verfahren von Davis et al unter Verwendung eines 6 M Harnstoff enthal tenden Mediums eine einzelne Bande bei einer elektrophoreti schen Mobilität von 0,60;
- f) er liefert bei der SDS-Polyacrylamidgel-Elektrophorese nach dem Verfahren von Oath et al eine einzelne Bande an der einem Molekulargewicht (MG) von 13 000 entsprechenden Stelle;
- g) er weist bei der Analyse nach dem Verfahren von Iwanaga et al N-terminales Serin auf, was die Existenz von zwei identischen Untereinheiten anzeigt;
- h) er ist proteinischer Natur mit der nachstehend angegebenen
Aminosäurezusammensetzung (wobei man von einem Isoleucin-
Gehalt von 2,33 ausgeht):
undLysin 4,55 Histidin 1,11 Arginin 7,66 Asparaginsäure 6,97 Threonin 3,42 Serin 6,94 Glutaminsäure 11,48 Prolin 7,71 Glycin 9,41 Alanin 12,08 Valin 7,95 Isoleucin 2,33 Leucin 8,18 Thyrosin 4,10 Phenylalanin 1,6 - i) er liefert Sättigungskurven von WAI-53 mit Human-Speichel- α-Amylase und mit Human-Pankreas-α-Amylase mit einem Ver hältnis der Menge von WAI-53, die erforderlich ist zur Er zielung einer 50%-Inhibierung der Human-Speichel-α-Amylase zu derjenigen der Human-Pankreas-Amylase von über 1 : 250.
2. Verfahren zur Herstellung des α-Amylase-Inhibitors nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
die überstehende Flüssigkeit eines wäßrigen Weizen- oder Weizen
mehlextrakts erhitzt, den durch fraktionelle Ausfällung gebil
deten Niederschlag entfernt, wobei wäßriges Aceton, Äthanol oder
Methanol zugegeben wird zur Erzielung einer organischen Lösungs
mittelkonzentration von 40 bis 70%, den durch die Zugabe des
organischen Lösungsmittels bis zu einer organischen Lösungsmittel
konzentration von 90% erzeugten Niederschlag sammelt, den gesam
melten Niederschlag in Wasser oder einer Salzlösung auflöst, die
Lösung über eine Kolonne mit einem Ionenaustauscher, wie z. B.
DEAE-Cellulose, DEAE-Sephadex oder DEAE-Sepharose, der mit Tris-
HCl-Puffer mit einem pH-Wert von 6,5 bis 8,5 mit einer Ionen
konzentration von 0,005 bis 0,5 vorher äquilibriert worden ist,
laufen läßt, das adsorbierte Material mit einem Tris-HCl-Puffer
mit einem pH-Wert von 7,0 bis 7,8 mit einer erhöhten Salzkonzen
tration durch Zugabe von NaCl eluiert, das Eluat unter Verwendung
von Sephadex, Biogel oder Ultrogel einer Gelpermeationschromato
graphie unterwirft und die langsamer eluierenden Fraktionen
entsprechend einem MG von 20 000 bis 30 000 sammelt und dann ge
wünschtenfalls nach der Behandlung mit Ionenaustauschern, wie
z. B. CM-Sepharose, CM-Sephadex und dgl., das Produkt gefrier
trocknet.
3. Agens für die fraktionelle quantitative Analyse von α-
Amylase-Isozymen, dadurch gekennzeichnet, daß es als aktive
Komponente den α-Amylase-Inhibitor nach Anspruch 1 enthält.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19823204569 Granted DE3204569A1 (de) | 1981-02-10 | 1982-02-10 | (alpha)-amylase-inhibitor, verfahren zu seiner herstellung und ihn enthaltendes agens fuer die fraktionelle quantitative analyse von (alpha)-amylase-isozymen |
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-
1982
- 1982-02-10 DE DE19823204569 patent/DE3204569A1/de active Granted
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1987
- 1987-06-15 US US07/063,697 patent/US4806626A/en not_active Expired - Lifetime
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US4806626A (en) | 1989-02-21 |
| JPH0224839B2 (de) | 1990-05-30 |
| JPS57140727A (en) | 1982-08-31 |
| DE3204569A1 (de) | 1982-11-11 |
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