DE3204569C2 - - Google Patents

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DE3204569C2 DE3204569A DE3204569A DE3204569C2 DE 3204569 C2 DE3204569 C2 DE 3204569C2 DE 3204569 A DE3204569 A DE 3204569A DE 3204569 A DE3204569 A DE 3204569A DE 3204569 C2 DE3204569 C2 DE 3204569C2
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    • C12Q1/40Measuring or testing processes involving enzymes, nucleic acids or microorganisms; Compositions therefor; Processes of preparing such compositions involving hydrolase involving amylase
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    • A61K38/00Medicinal preparations containing peptides
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Description

Die Erfindung betrifft den im Anspruch 1 angegebenen α-Amylase-Inhibitor aus Weizen (WAI-53), ein Verfahren zu seiner Herstellung gemäß Anspruch 2, sowie ein Agens für die fraktionelle quantitative Analyse von α-Amylase-Isozymen gemäß Anspruch 3, das diesen α-Amylase-Inhibitor als aktive Komponente ent­ hält.
α-Amylase ist ein hydrolytisches Enzym, das in lebenden Organis­ men weit verbreitet ist. Human-α-Amylasen werden hauptsächlich von der Speicheldrüse und von dem Pankreas gebildet und es ist bekannt, daß ihre Menge bei bestimmten Erkrankungen, wie z. B. der Pankreatitis, der Parasynanchie, bei Lebererkrankungen, Krebs und dgl., stark variiert. Es ist daher für die genaue Diagnose solcher Erkrankungen erwünscht, ein Verfahren zur quantitativen Analyse nicht nur der Gesamt-a-Amylase im Serum, sondern auch jedes der α-Amylase-Isozyme, die von der Speicheldrüse und dem Pankreas gebildet werden, zur Verfügung zu haben.
In klinischen Laboratorien wird derzeit für den unterscheidenden Nachweis der Human-α-Amylase-Isozyme das elektrophoretische Verfahren angewendet. Das Verfahren ist jedoch für eine leichte und schnelle Untersuchung von klinischen Proben zu kompliziert und erfordert für die Auswertung der Ergebnisse viel Geschick.
Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, wurde von O′Donnel et al ein Verfahren entwickelt, bei dem ein α-Amylase-Inhibitor aus Weizen verwendet wird. Das Verfahren ist jedoch noch nicht zu­ friedenstellend und in der Praxis nicht anwendbar ("Clin. Chem.", 23, 560-566 (1977)).
Es wurde nun gefunden, daß die obengenannten Schwierigkeiten und Mängel mit dem nachstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren überwunden bzw. beseitigt werden können.
Gegenstand der Erfindung ist ein neuer α-Amylase-Inhibitor aus Weizenmehl (WAI-53). Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zu seiner Herstellung, bei dem ein neuer α-Amylase- Inhibitor (WAI-53), der in einem wäßrigen Extrakt aus Weizen­ körnern oder Weizenmehl enthalten ist, abgetrennt und gereinigt wird durch Äthanolausfällung, Wärmedenaturierung, anionische Ionenaustauschchromatographie, Gelfiltrationschromatographie und kationische Ionenaustauschchromatographie in der genannten Reihenfolge. Gegenstand der Erfindung ist außerdem ein Verfahren zur unterscheidenden Analyse von α-Amylase-Isozymen in menschli­ cher Körperflüssigkeit, in dem der erfindungsgemäße neue α- Amylase-Inhibitor (WAI-53) verwendet wird.
Als Ausgangsmaterial zur Herstellung des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors können Weizenkörner oder Weizenmehl be­ liebiger Art oder beliebiger Sorte verwendet werden, wie z. B. Hartweizen, japanischer Weizen, weicher Weizen, Duramweizen oder hartes Mehl, mittleres Mehl oder weiches Mehl und dgl. Die Albuminfraktion aller Weizenkörner enthält den gewünschten α-Amylase-Inhibitor, wenn auch sein Gehalt variieren kann.
Der erfindungsgemäße neue α-Amylase-Inhibitor (WAI-53) kann nach dem nachstehend beschriebenen Verfahren hergestellt werden.
Weizen oder Weizenmehl wurde mit der 3- bis 10-fachen Menge Wasser oder vorzugsweise entionisiertem Wasser 1 bis 5 Stunden lang bei Raumtemperatur gerührt, um eine Extraktion von WAI-53 zu bewirken. Die unlöslichen Materialien in der wäßrigen Mi­ schung wurden unter Anwendung eines konventionellen Verfahrens, beispielsweise durch Zentrifugieren, Dekantieren, Filtrieren und dgl., abgetrennt, wobei eine überstehende Flüssigkeit erhalten wurde.
Die überstehende Flüssigkeit wurde unter vermindertem Druck oder bei Atmosphärendruck erhitzt. Ein Erhitzen auf 50 bis 70°C für einen Zeitraum von 10 Minuten bis 1 Stunde ist in der Regel aus­ reichend. Ein 30-minütiges Erhitzen auf 70°C ist bevorzugt. Gewünschtenfalls kann die erhitzte Lösung ferner einer Zentrifu­ gierung, Dekantierung, Filtrierung oder dgl. unterworfen werden zur Herstellung einer klaren überstehenden Flüssigkeit.
Der wärmebehandelte Extrakt (oder die klare überstehende Flüssig­ keit) wurde mit einem mit Wasser mischbaren organischen Lösungs­ mittel, beispielsweise wäßrigem Aceton, Äthanol oder Methanol (zur Erzielung einer Endkonzentration an organischem Lösungs­ mittel von 40 bis 70 Vol./Vol.-%), behandelt unter Bildung eines Niederschlags, der entfernt wurde. Zu der zurückbleibenden überstehenden Flüssigkeit wurde weiteres organisches Lösungsmittel (bis zu einer Endkonzentration an organischem Lösungsmittel von 90 Vol./Vol.-%) zugegeben und die Mischung wurde bei einer tiefen Temperatur (0 bis 10°C) gehalten, um eine vollständige Ausfällung der unlöslichen Materialien zu bewirken. Der Niederschlag wurde gesammelt und in entionisiertem Wasser gelöst.
Die dabei erhaltene Lösung wurde durch eine Kolonne eines Ionen­ austauschers, wie z. B. DEAE-Cellulose, DEAE-Sephadex oder DEAE- Sepharose, der vorher mit einem Tris-HCl-Puffer (pH 6,5 bis 8,5) mit einer Ionenkonzentration von 0,005 bis 0,5 äquilibriert worden war, laufen gelassen. Die Elution wurde bei pH 7,0 bis 7,8 mit dem Tris-HCl-Puffer mit erhöhter NaCl-Konzentration bewirkt. Das Eluat wurde unter Verwendung von Sephadex, Biogel oder Ultrogel, vorzugsweise von Sephadex G-75, einer Gelfiltrationschromatographie unterworfen. Die langsamer eluierten Fraktionen (die Substanzen mit einem MG von 20 000 bis 30 000 enthielten) wurden gesammelt und gewünschtenfalls nach der Ionenaustauschchromatographie an CM-Sepharose, CM-Sephadex und dgl. gefriergetrocknet, wobei man die erfindungsgemäße Substanz erhielt.
Der erfindungsgemäße neue α-Amylase-Inhibitor (WAI-53) hat die nachstehend angegebenen Eigenschaften:
  • a) er ist in Wasser oder verdünnten Salzlösungen löslich und in einem organischen Lösungsmittel, wie Methanol, Äthanol, Aceton, Chloroform und Hexan, unlöslich;
  • b) er hat ein UV-Absorptionsmaximum bei 279 nm mit einer in Wasser von 12,8 (1 cm);
  • c) er hat ein Molekulargewicht von 23 000 bis 23 800, gemessen durch Ultrazentrifugieren, oder von 24 000, gemessen durch Gelfiltration;
  • d) er liefert bei der Polyacrylamidgel-Elektrophorese nach dem Verfahren von Davis et al ("Annals New York Academy of Science", 121, 404 (1964)) eine einzelne Bande bei einer elektrophoretischen Mobilität von 0,53;
  • e) er liefert nach der Reduktion mit 2-Mercaptoäthanol in 6 M Harnstoff und der anschließenden Carboxymethylierung mit Monojodessigsäure bei der Elektrophorese nach dem Verfahren von Davis et al unter Verwendung eines 6 M Harnstoff enthal­ tenden Mediums eine einzelne Bande bei einer elektrophoretischen Mobilität von 0,60;
  • f) er liefert bei der SDS-Polyacrylamidgel-Elektrophorese nach dem Verfahren von Oath et al ("Cereal Chemistry", 50, 190 bis 197 (1973)) eine einzelne Bande an der Stelle, die einem MG von 13 000 entspricht;
  • g) er weist bei der Analyse nach dem Verfahren von Iwanaga et al ("Protein, Nucleic acid, Enzyme", 15, 1037-1054 (1970) in Japanisch) N-terminales Serin auf, was die Existenz von zwei identischen Untereinheiten anzeigt;
  • h) er ist proteinischer Natur mit der nachstehend angegebenen Aminosäurezusammensetzung (wobei der Isoleucingehalt mit 2,33 angenommen wird):
    Lysin
    4,55
    Histidin 1,11
    Arginin 7,66
    Asparaginsäure 6,97
    Threonin 3,42
    Serin 6,94
    Glutaminsäure 11,48
    Prolin 7,71
    Glycin 9,41
    Alanin 12,08
    Valin 7,95
    Isoleucin 2,33
    Leucin 8,18
    Thyrosin 4,10
    Phenylalanin 1,61
    und
  • i) er ergibt Sättigungskurven von WAI-53 mit Human-Speichel- α-Amylase und mit Human-Pankreas-α-Amylase mit einem Ver­ hältnis der Menge von WAI-53, die erforderlich ist zur Er­ zielung einer 50%-Inhibierung von Human-Speichel-α-Amylase zu derjenigen von Human-Pankreas-α-Amylase von über 1 : 250 (vgl. Fig. 1).
Wie vorstehend angegeben, handelt es sich bei dem erfindungsge­ mäßen α-Amylase-Inhibitor um ein neues Protein mit dem oben an­ gegebenen Molekulargewicht und den oben angegebenen elektrophore­ tischen Eigenschaften.
Die Inhibitor-Aktivität des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibi­ tors (WAI-53) ist ganz spezifisch für Human-Speichel-α-Amylase, und er hat einen weit geringeren Effekt gegenüber Human-Pankreas- α-Amylase. Dieses Profil der Spezifität der Inhibitorreaktion des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors, d. h. das hohe Ver­ hältnis des Inhibitor-Effekts von WAI-53 auf Human-Speichel- a-Amylase zu demjenigen auf Human-Pankreas-α-Amylase ist über einen breiten Bereich der Enzymkonzentration zu beobachten. Dieses Agens stellt daher ein wertvolles Mittel für die unterscheidende Analyse von α-Amylase-Isozymen in der Körperflüssigkeit oder in verschiedenen klinischen Proben dar.
O′Donnel et al beschreiben die Isolierung eines α-Amylase-Inhibi­ tors aus Weizen mit einem Inhibierungseffekt auf Human-Speichel- α-Amylase, der ausgeprägter ist als auf Pankreas-α-Amylase. Sie schlagen auch ein mögliches Verfahren zur unterscheidenden Ana­ lyse von α-Amylase-Isozymen in klinischen Proben unter Verwendung ihres α-Amylase-Inhibitors vor ("Clinical Chemistry", 23, 560-566 (1977)).
Der α-Amylase-Inhibitor von O′Donnel et al (der auch in Biochimica et Biophysica Acta, 422, Seiten 159 bis 169, 1976, beschrieben wurde) hat jedoch eine andere elektrophoretische Mobilität von 0,20 (im Gegensatz zu 0,53 des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors). Außerdem weist der von O′Donnel et al beschriebene α-Amylase-Inhibitor ein Verhältnis der spezifischen Inhibitoraktivitäten auf jedes der beiden Human- α-Amylase-Isozyme auf, das kleiner ist als dasjenige des er­ findungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors, und er ist daher nicht ge­ eignet für die unterscheidende Analyse der α-Amylase-Isozyme; das Verhältnis der spezifischen Aktivitäten zur Erzielung einer 50%-Inhibierung der beiden α-Amylase-Isozyme beträgt nicht mehr als 100 bei dem O′Donnel-Inhibitor, während es innerhalb des Bereiches von 200 bis 300 liegt bei dem erfindungsgemäßen Inhi­ bitor. So reichen beispielsweise, wie aus der Fig. 1 hervorgeht, nur 0,3 µg des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors aus zur Erzielung einer 50%-Inhibierung der Aktivität von 15 IU Speichel- α-Amylase, während etwa 70 bis etwa 80 µg desselben erforderlich sind zur Erzielung einer 50%-Inhibierung der Aktivität von 15 IU Pankreas-α-Amylase.
Wenn der erfindungsgemäße α-Amylase-Inhibitor einem Gemisch von Human-Speichel-α-Amylase und Pankreas-α-Amylase in variierenden Verhältnissen zugesetzt wird, inhibiert der erfindungsgemäße α-Amylase-Inhibitor spezifisch die Aktivität der Speichel-a-Amylase und daraus ergibt sich, daß die α-Amylase-Aktivität der Mischung in guter Korrelation steht zu dem Gehalt an Pankreas-α-Amylase, die in dem Gemisch enthalten ist.
Die vorliegende Erfindung liefert ein wertvolles und einfaches Verfahren zur unterscheidenden Analyse der α-Amylase-Isozyme.
In den folgenden Beispielen wird ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitors und dessen Verwendung näher beschrieben.
Beispiel 1
9 l gereinigtes Wasser wurden zu 3 kg Weizenmehl zugegeben. Die Mischung wurde 1 Stunde lang schwach gerührt und dann zentrifu­ giert. Die dabei erhaltenen 7 l überstehende Flüssigkeit wurden auf 500 ml eingeengt und 30 Minuten lang bei 70°C gehalten. Der dabei entstandene unlösliche Niederschlag wurde durch Zen­ trifugieren entfernt. Nach der Zugabe von absolutem Äthanol zu der klaren überstehenden Flüssigkeit bis zur Erzielung einer Endkonzentration des Äthanols von 60% (Vol./Vol.-%) bei 4°C entstand weiterer Niederschlag, der durch Zentrifugieren abge­ trennt wurde. Es wurde weiter absolutes Äthanol zugegeben bis zur Erzielung einer klaren überstehenden Flüssigkeit mit einer Äthanolkonzentration von 90 Vol./Vol.-% und die Mischung wurde über Nacht stehen gelassen. Der dabei erhaltene Niederschlag wurde durch Zentrifugieren gesammelt, zweimal mit 99%igem Äthanol ge­ waschen und bei Raumtemperatur unter vermindertem Druck getrocknet. Dabei erhielt man 23 g rohen α-Amylase-Inhibitor.
Das dabei erhaltene rohe trockene feste Produkt wurde in einer Konzentration von 10% in einem 0,02 M Tris-HCl-Puffer (pH 8,0) gelöst und die Mischung wurde durch eine Kolonne laufen gelassen, die 8,5 l DEAE-Sepharose-Harz enthielt, um eine Ad­ sorption derselben an dem Harz zu bewirken. Die Kolonne wurde zuerst mit 17 l 0,05 M Tris-HCl-Puffer (pH 7,1) gewaschen und dann wurde die Elution unter Verwendung der gleichen Pufferlösung und unter Anwendung einer NaCl (0,0 M-0,2 M)-Gradientenlösungs­ technik durchgeführt, wobei man 10,2 l Eluat erhielt, das unter vermindertem Druck eingeengt wurde unter Bildung von 75 ml einer den α-Amylase-Inhibitor enthaltenden Lösung. Die dabei erhaltene Lösung wurde unter Verwendung eines 0,05 M Acetatpuf­ fers (pH 5,0) einer Sephadex G-75-Kolonnenchromatographie unter­ worfen, wobei man 414 ml einer Lösung erhielt, die den aktiven α-Amylase-Inhibitor enthielt. Dann wurde die Lösung durch eine CM-Sepharose-Kolonne laufen gelassen. Die Kolonne wurde zuerst mit 1,5 l 0,05 M Acetatpuffer (pH 5,0) gewaschen. Dann wurde die Elution mit der gleichen Pufferlösung unter Anwendung der NaCl- Gradientenelutionstechnik (0,0 M-0,3 M) durchgeführt, wobei man eine aktive Fraktion erhielt, die unter vermindertem Druck auf 531 ml eingeengt wurde. Nach dem Entsalzen des dabei erhaltenen Konzentrats durch Sephadex G-25-Gelfiltrationschromatographie erhielt man 609 ml Proteinlösung, die gefriergetrocknet wurde unter Bildung von 20 mg eines trockenen festen Produkts, des er­ findungsgemäßen neuen α-Amylase-Inhibitors (WAI-53) mit dem vor­ stehend angegebenen MG und den vorstehend angegebenen elektrophore­ tischen Eigenschaften.
Das Verhältnis zwischen der Menge des auf diese Weise erhaltenen α-Amylase-Inhibitors (WAI-53), die erforderlich war zur Erzielung einer 50%-Inhibierung von Human-Speichel-α-Amylase zu derjenigen von Human-Pankreas-α-Amylase betrug etwa 1 : 250. Seine spezifische α-Amylase-Inhibierungsaktivität betrug 150 AIU/mg Protein.
Beispiel 2
1 mg des in Beispiel 1 erhaltenen α-Amylase-Inhibitors (WAI-53) wurde in 10 ml eines 10 mM Tris-HCl-Puffers (pH 8,0), der 10 mM NaCl enthielt, gelöst (Testlösung A).
Gereinigte Human-Speichel-α-Amylase (S-AMY) und gereinigte Human- Pankreas-α-Amylase (P-AMY) wurden jeweils mit einem 50 mM Phosphat­ puffer (pH 7,0), der 50 mM NaCl und 0,5 mM CaCl₂, ergänzt mit 5% Rinderserumalbumin (Fraktion V), enthielt, auf 100 µl Lösung aufgefüllt. Die so hergestellten P-AMY- und S-AMY-Lösungen wurden in variierenden Verhältnissen, wie in der folgenden Tabelle I angegeben, miteinander gemischt zur Herstellung einer Reihe von 30 µl-Probelösungen.
Tabelle I
Jeweils 30 µl der Probelösungen Nr. 1 bis 9 wurden mit 10 µl der Testlösung A gemischt und die Mischung wurde 30 Minuten lang bei Raumtemperatur stehen gelassen (Vorinkubation). Dann wurde die α- Amylase-Aktivität der Mischung mittels eines automatischen Analysa­ tors unter Verwendung eines α-Amylase-Test-Kits gemessen. Die Kontrollmi­ schung enthielt 10 µl gereinigtes Wasser anstelle der Testlösung A.
Die auf diese Weise erhaltenen Eichkurven für die unterscheidende Analyse von α-Amylase-Isozymen, P-AMY und S-AMY (Fig. 2), wurden für die unterscheidende Analyse von α-Amylase-Isozymen in Human- Serumproben verwendet.
30 µl jeder der 11 Human-Serumproben wurden mit 10 µl der Test­ lösung A gemischt. Die Mischungen wurden 30 Minuten lang bei Raumtemperatur vorinkubiert und dann der vorstehend beschriebenen α-Amylase-Aktivitäts-Bestimmung unterworfen. Als Kontrolle wurden Mischungen von 30 µl jeder der Serumproben und 10 µl gereinigtem Wasser verwendet. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle II angegeben.
Tabelle II
Wie vorstehend angegeben, erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren der α-Amylase-Analyse unter Verwendung des erfindungsgemäßen neuen α-Amylase-Inhibitors die unterscheidende Analyse von α- Amylase-Isozymen auf eine einfachere und schnellere Weise als das konventionelle elektrophoretische Verfahren, wie es in "Rinsho-Kagaku", 5, 118 (1976) (in Japanisch) beschrieben ist.
Die Fig. 1 der beiliegenden Zeichnungen zeigt das Diagramm der Inhibierung (in %) der Speichel- und Pankreas-α-Amylasen mit dem erfindungsgemäßen α-Amylase-Inhibitor (WAI-53) in Abhängigkeit von seiner Konzentration.
Die Fig. 2 der beiliegenden Zeichnungen zeigt eine Eichkurve der Pankreas-α-Amylase, die für die Durchführung des erfindungs­ gemäßen unterscheidenden α-Amylase-Isozym-Nachweises geeignet ist.

Claims (3)

1. α-Amylase-Inhibitor aus Weizen, gekennzeichnet durch die folgenden Eigenschaften:
  • a) er ist in Wasser oder verdünnten Salzlösungen löslich und in Methanol, Äthanol, Aceton, Chloroform und Hexan unlöslich;
  • b) er weist ein UV-Absorptionsmaximum bei 279 nm auf, wobei die in Wasser 12,8 beträgt (1 cm);
  • c) er hat ein Molekulargewicht von 23 000 bis 23 800, bestimmt durch Ultrazentrifugierung, oder von 24 000, bestimmt durch Gelfiltration;
  • d) er liefert bei der Polyacrylamidgel-Elektrophorese nach dem Verfahren von Davis et al eine einzelne Bande bei einer elektrophoretischen Mobilität von 0,53;
  • e) er liefert nach der Reduktion mit 2-Mercaptoäthanol in 6 M Harnstoff und der anschließenden Carboxymethylierung mit Monojodessigsäure bei der Elektrophorese nach dem Verfahren von Davis et al unter Verwendung eines 6 M Harnstoff enthal­ tenden Mediums eine einzelne Bande bei einer elektrophoreti­ schen Mobilität von 0,60;
  • f) er liefert bei der SDS-Polyacrylamidgel-Elektrophorese nach dem Verfahren von Oath et al eine einzelne Bande an der einem Molekulargewicht (MG) von 13 000 entsprechenden Stelle;
  • g) er weist bei der Analyse nach dem Verfahren von Iwanaga et al N-terminales Serin auf, was die Existenz von zwei identischen Untereinheiten anzeigt;
  • h) er ist proteinischer Natur mit der nachstehend angegebenen Aminosäurezusammensetzung (wobei man von einem Isoleucin- Gehalt von 2,33 ausgeht): Lysin 4,55 Histidin 1,11 Arginin 7,66 Asparaginsäure 6,97 Threonin 3,42 Serin 6,94 Glutaminsäure 11,48 Prolin 7,71 Glycin 9,41 Alanin 12,08 Valin 7,95 Isoleucin 2,33 Leucin 8,18 Thyrosin 4,10 Phenylalanin 1,6
    und
  • i) er liefert Sättigungskurven von WAI-53 mit Human-Speichel- α-Amylase und mit Human-Pankreas-α-Amylase mit einem Ver­ hältnis der Menge von WAI-53, die erforderlich ist zur Er­ zielung einer 50%-Inhibierung der Human-Speichel-α-Amylase zu derjenigen der Human-Pankreas-Amylase von über 1 : 250.
2. Verfahren zur Herstellung des α-Amylase-Inhibitors nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die überstehende Flüssigkeit eines wäßrigen Weizen- oder Weizen­ mehlextrakts erhitzt, den durch fraktionelle Ausfällung gebil­ deten Niederschlag entfernt, wobei wäßriges Aceton, Äthanol oder Methanol zugegeben wird zur Erzielung einer organischen Lösungs­ mittelkonzentration von 40 bis 70%, den durch die Zugabe des organischen Lösungsmittels bis zu einer organischen Lösungsmittel­ konzentration von 90% erzeugten Niederschlag sammelt, den gesam­ melten Niederschlag in Wasser oder einer Salzlösung auflöst, die Lösung über eine Kolonne mit einem Ionenaustauscher, wie z. B. DEAE-Cellulose, DEAE-Sephadex oder DEAE-Sepharose, der mit Tris- HCl-Puffer mit einem pH-Wert von 6,5 bis 8,5 mit einer Ionen­ konzentration von 0,005 bis 0,5 vorher äquilibriert worden ist, laufen läßt, das adsorbierte Material mit einem Tris-HCl-Puffer mit einem pH-Wert von 7,0 bis 7,8 mit einer erhöhten Salzkonzen­ tration durch Zugabe von NaCl eluiert, das Eluat unter Verwendung von Sephadex, Biogel oder Ultrogel einer Gelpermeationschromato­ graphie unterwirft und die langsamer eluierenden Fraktionen entsprechend einem MG von 20 000 bis 30 000 sammelt und dann ge­ wünschtenfalls nach der Behandlung mit Ionenaustauschern, wie z. B. CM-Sepharose, CM-Sephadex und dgl., das Produkt gefrier­ trocknet.
3. Agens für die fraktionelle quantitative Analyse von α- Amylase-Isozymen, dadurch gekennzeichnet, daß es als aktive Komponente den α-Amylase-Inhibitor nach Anspruch 1 enthält.
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