DE32014C - Eine Neuerung an den Apparaten zum Kondensiren der Brüden - Google Patents
Eine Neuerung an den Apparaten zum Kondensiren der BrüdenInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D5/00—Condensation of vapours; Recovering volatile solvents by condensation
- B01D5/0033—Other features
- B01D5/0048—Barometric condensation
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Zur Condensation der Brüden aus Verdampf- und Vacuum-Kochapparaten bedient man sich
der bekannten zwei Systeme:
ι. man stellt den Condensator in einer Höhe von ca. 10 m auf, welche Höhe einer Atmosphären-Wassersäule
entspricht, läfst das Einspritzwasser, welches den Brüden aufnahm,
unter Wasserverschlufs abfallen und saugt mit einer sogenannten trockenen Luftpumpe die
uncondensirbaren Gase aus dem Condensator ab;
2. man läfst das ganze Gemisch von Einspritzwasser , Brüden und uncondensirbaren
Gasen aus dem in beliebiger Höhe stehenden Condensator in eine Pumpe abfallen und befördert
alles dieses durch dieselbe, die in dieser Gestalt den Namen »nasse Luftpumpe« trägt.
Im ersteren Falle hat man als Vortheil den leichteren und flotteren Gang der Luftpumpe,
dagegen den Nachtheil der todten Räume und den der gar zu leicht eintretenden Undichtheiten
an Kolben und Ventilen. Ist auch der Uebelstand der tödten Räume durch die patentirte
Construction von Burckhardt & Weifs wesentlich vermindert, so bleibt doch derjenige
der empfindlichen Undichtigkeiten bestehen.
Die zweite Construction hingegen hat den möglichen Vortheil, dafs sie die vorbenannten
Theile dicht abschliefst. Seltsamer Weise ist dieser Vortheil nicht genügend gewürdigt und
wenig benutzt, wie bei einer liegenden, doppeltwirkenden Pumpe, bei der der Kolben auf
einem Theil seines Weges nur am unteren Rand mit Wasser gedeckt ist. Der Nachtheil
der letzteren besteht wieder infolge der Wasserbewegung in beschränkter Geschwindigkeit
der Pumpe und der der Inkrustation durch Wasserstein, welcher letztere sich dann
bildet, wenn die Luftpumpe- innerhalb ihres Gehäuses das eingenommene Gemisch auf
einen so geringen Druck reducirt, dafs ein Abdampfen
erfolgt. Ganz wesentlich ist dieses Sieden innerhalb der Pumpe auch für die Leistung der Pumpe selbst. Denn von dem
Augenblicke an, wo der Druck so vermindert ist, dafs das Wasser abdampft, stellt die Pumpe
ihre Expansionsthätigkeit ein und das vom Kolben durchlaufene Volumen füllt sich mit
dem Brüden des innerhalb der Pumpe befindlichen Wassers, anstatt Gase aus dem Condensator
zu entnehmen; und die Luftpumpe soll und mufs eine um etwas niedrigere Spannung gegenüber der im Condensator herrschenden
erzielen, weil nur eine gewisse Spannungsdifferenz die Gase aus dem Condensator durch
Rohrverengungen und oft längere Wege in die Pumpe befördern kann. Wenn also die Temperaturen
des Fallwassers im Condensator und in der Luftpumpe dieselben sind, so wird
naturgemäfs in der Pumpe zuerst ein Sieden eintreten, später dann im Condensator, und das
ist ein grofser Uebelstand im Effect der nassen Luftpumpe.
Um nun von beiden Systemen die Vortheile zu benutzen und die Nachtheile beider zu verhüten,
bedient sich der Erfinder einer Combination beider Systeme, welche in folgendem besteht.
Der obenstehende Condensator C der trockenen Luftpumpe wird beibehalten (s. Zeichnung),
und das Fallwasser fliefst, wie bei diesem System üblich, unter Verschlufs aus dem eingetauchten
Rohr R ab. An Stelle der trockenen Luft-
pumpe aber verwendet der Erfinder Pumpen P, die aufser den uncondensirbaren Gasen
ein kleines Quantum frischen Wassers aus dem Rohr und aus dem Napf W entnehmen, jedoch
nur so viel, dafs die horizontalen Flächen der Kolben und Ventile damit stets überdeckt
bleiben; aufserdem ist das Wasser von so niedriger Temperatur, dafs ein Sieden inner-,
halb der Pumpe sicher nicht eintritt.
Um jeden Irrthum auszuschliefsen, sei hier gleich bemerkt, dafs das Wesen dieses Verfahrens
ganz etwas anderes ist, als das Einspritzen von kaltem Wasser in gewöhnliche trockene Luftpumpen mit beliebig gelagerten
Ventilen. Die gegenwärtige Construction greift zur alten einseitig wirkenden Luftpumpe zurück
und verfolgt den Zweck des Wasserverschlusses mit frisch zufliefsendem Wasser, welches mit
dem Brüden möglichst wenig in Berührung kommen soll; jenes hingegen ist ein Mittel,
um einer unzureichenden Condensation nachträglich nachzuhelfen und sucht in Verfolg
dessen das eingespritzte Wasser bestmöglich mit dem Brüden zu mischen, zielt also auf
den Austausch der Temperaturen hin.
Durch die gegenwärtige Erfindung wird also unter Beibehaltung der Vortheile der mechanischen
Eigenthümlichkeiten beider Systeme erzielt, dafs die Verdünnung der Gase innerhalb
dieser Pumpen bei Einnahme frischen Wassers weiter getrieben werden kann, als es
bis jetzt bei der gewöhnlichen nassen Luftpumpe möglich war, und zwar so weit, bis
das Wasser in der Fallsäule des Condensators kocht, was eine höhere Leistung der Luftpumpe
voraussetzt, da die Gase auf dem Wege vom Condensator zur Pumpe mechanische Hindernisse zu überwinden haben, wie vorhin
erläutert wurde.
Die Pumpe P, welche der Erfinder an Stelle der trockenen Pumpe zu dem Zwecke anwendet,
um aufser den nicht condensirbaren Gasen ein kleines Quantum frischen Wassers aus dem Rohr und aus dem Napf W zu entnehmen,
würde jedoch wie bei ähnlichen alten Constructionen die permanenten Gase einerseits
und das Deckwasser andererseits gemeinschaftlich vom Pumpenkolben entfernen.
Da nun das Wasser bis unmittelbar unter den Saugventilen stehen wird, so würden sich
die Gase beim Ansaugen durch einen sehr niedrigen, ringförmigen, freien Raum drängen
müssen, wodurch bei ruhigem Wasserspiegel schädliche Spannungsdifferenz, bei bewegtem
Wasserspiegel ein fortwährendes Schlürfen entstehen wird.
Eine besondere Art der vorbeschriebenen Anordnungen besteht darin, dafs der Erfinder
zur Behebung der dargestellten Uebelstände das zum Dichten der Ventile und Kolben
dienende Wasser über den Saugventilen durch Rohr r in den Pumpenkörper eintreten läfst.
Der Raum unter den Saugventilen wird dann im Princip freigehalten, indem nur das
wenige durch ihren Sitz bei geöffneten Saugeklappen fliefsende Wasser durch eine besondere
Pumpe ρ abgepumpt wird. Den Gasen ist dadurch ein freier, ungehinderter Zutritt zu den
Saugventilen gelassen, so dafs der Effect ein totaler sein mufs.
. Diese Art der Pumpe kann man auch für die sogenannte nasse Condensation ohne Weiteres
anwenden, wenn man Luft und Einspritzwasser vom Condensator durch Rohr L in Gefäfs
W einführt, die Luft sodann durch die Pumpen P und das Wasser durch eine entsprechend
erweiterte Wasserpumpe ρ entfernt.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:
An einem Apparat zum Condensiren vonBrüden:ι. Die Anwendung von Luftpumpen, bei welchen frisches Wasser die horizontal gelegenen Kolben und Ventile deckt, zu dem Zwecke, um das Sieden in der Pumpe zu verhüten. - 2. Die Einrichtung, das zum Dichten dienende Wasser durch das Rohr r oberhalb der Saugventile eintreten zu lassen und das durch den Sitz dieses Saugventils eintretende Wasser durch Pumpe ρ hinauszubefördern bezw. die Einrichtung, bei Anwendung der nassen Condensation die Luft und das Einspritzwasser vom Condensator durch Rohr L eintreten und die Luft sodann durch Pumpe P und das Wasser durch die Pumpe ρ austreten zu lassen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE32014C true DE32014C (de) |
Family
ID=308059
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT32014D Expired - Lifetime DE32014C (de) | Eine Neuerung an den Apparaten zum Kondensiren der Brüden |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE32014C (de) |
-
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- DE DENDAT32014D patent/DE32014C/de not_active Expired - Lifetime
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