DE319032C - Verfahren zum Betrieb von Geschuetzen - Google Patents

Verfahren zum Betrieb von Geschuetzen

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DE319032C
DE319032C DE1916319032D DE319032DD DE319032C DE 319032 C DE319032 C DE 319032C DE 1916319032 D DE1916319032 D DE 1916319032D DE 319032D D DE319032D D DE 319032DD DE 319032 C DE319032 C DE 319032C
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propellant
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heat
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DE1916319032D
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F41WEAPONS
    • F41AFUNCTIONAL FEATURES OR DETAILS COMMON TO BOTH SMALLARMS AND ORDNANCE, e.g. CANNONS; MOUNTINGS FOR SMALLARMS OR ORDNANCE
    • F41A1/00Missile propulsion characterised by the use of explosive or combustible propellant charges
    • F41A1/04Missile propulsion using the combustion of a liquid, loose powder or gaseous fuel, e.g. hypergolic fuel

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Filling Or Discharging Of Gas Storage Vessels (AREA)

Description

  • Verfahren zum Betrieb von Geschützen. Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zum Betrieb von Geschützen, und zwar solchen Schießvorrichtungen, die mit einer von der Geschützkammer getrennten und mit ihr durch ein Ventil verbundenen Druckgaskammer versehen sind. Das Verfahren besteht darin, in der Druckgas- oder Ladekammer durch geeignete.Treibsätze einen bestimmten Gasdruck aufzuspeichern und diesen, sei es automatisch, sei es von Hand, der Geschützkammer ',beim Abschuß@` mitzuteilen.. Auf diese Weise kann einerseits der Gasdruck, der auf das Geschoß wirkt, genau dosiert werden, was eine Erhöhung der Schußpräzision mit sich bringt. Zweitens wird die Abnutzung der Seele des@Geschützes verringert, weil das Treibgas entweder nur mit gewöhnlicher oder nur um wenige zoo° erhöhter Temperatur zur Anwendung kommt. Außerdem werden die Geschützkammer und ihre Verschlüsse erheblich geschont, da in''diesem Teile keine Reaktionen mit hohen Temperaturen vorgenommen-werden. Schließlich sind die bei dem Verfahren benutzten Sätze wegen ihrer überaus einfachen Herstellung sehr viel billiger als die modernen Treibpulver, und bei dem Schießverfahren fällt jede RauchentWicklung oder Feuererscheinung fort, was z. B. bei Preßluftminenwerfern von°Wichtigkeit ist. Die Geschütze werden für den vorliegenden Zweck z. B. derart ausgestaltet, daß mit der Ladekammer vermittels einer Kupferkapillare ein Druckrohr verbunden ;ist, das die Patronen des Treibsatzes aufnimmt und zur Erzeugung des Betriebsdruckes und zur Abgabe des Druckes . an die Ladekammer dient. Zur klären Veranschaulichung der Erfindung wird auf die Zeichnung verwiesen, die eine beispielsweise Konstruktion eines derartigen Geschützes veranschaulicht.
  • In Fig. i ist eine Ausführungsform dargestellt, die sich an die bekannten Preßluftminenwerfer anlehnt. Das Geschütz selbst hat eine Ladekammer, die mit einem Manometer versehen ist, und die durch das Geschützrohr selbst mit einem Ventil verbunden ist. Andererseits schließt sich an die Ladekammer vermittels einer Kupferkapillare eiü Druckrohr an, das gerade groß genug ist, um die mit dem Treibsatz gefüllte Patrone aufzunehmen. Wird diese nach Einführung in das Druckrohr und Abschluß des letzieren entzündet, so brennt der Satz in einer gewissen, verhältnismäßig langen Zeit, die zweckmäßig zwischen zehn Sekunden und einigen Minuten gewählt wird, ab, der gewünschte Druck in dec Ladekammer des Geschützes ist dann an dem Manometer erkennbar erzeugt, und es wird dann automatisch oder durch einen Handgriff das Ventil der Ladekammer geöffnet und der Schuß abgegeben. Man verfährt meistens zweckmäßigerweise so; daß man den Patronensatz etwas größer wählt, als zur gewünschten Drucksteigerung notwendig ist. Man läßt dann den Satz völlig abbrennen und wartet einige Sekunden, bis . der Druck durch Abkühlung der Treibgase sich auf den gewünschten Wert eingestellt hat. Es ist wesentlich, daß die Drucksteigerung durch den Treibsatz nicht, wie bei Schießpulver, in stürmischer Verbi ennung, vielmehr langsam nnrl rranan in iarlam ibTomanti, maßhar arfnlrrt ln""Fig. 2 ;ist, eine andere. Ausführungsform einer,geeigneten,Geschützanordnungdargestellt. Hier wird die- Patrone zunächst in einem größeren . Druckreservoir zur Entzündung gebracht und hieraus erst die Ladekammer gespeist. Zweckmäßig 'schaltet man eine Anzahl derartiger Druckgefäße parallel und benutzt zur Füllung;- der. Ladekammer- zunächst mehr oder weniger entleerte. Druckgefäße, um schließlich die letzte Drucksteigerung aus einem fast vollen Gefäße zu entnehmen. Durch derartige Verwendung mehrerer parallel geschalteter Druckgefäße ist nicht nur eine bessere Ausnutzung des gewonnenen Preßgases,, sondern auch ein schnelleres Schießen ermöglicht.
  • Die Treibsätze für das Verfahren sind so zusammengesetzt, daß sie ein unter den Betriebsverhältnissen nicht kondensierbaresDruckgas bei niederer Temperatur. auf dem Wege längerer, innererVerbrennung ergeben. Brauchbar sind z. B. Gemenge von Ammonnitrat und Kohle oder Bleinitrat und Kohle. Besonders in ersterem Falle muß eine sehr dichte Kohle gewählt werden, damit die innere Verbrennung nicht zu stürmisch erfolgt. Die Kohle wird zweckmäßig in großem Überschuß gewählt, so daß bei Verwendung von Bleinitrat Reduktion zu schwammförmigem Blei erfolgt und so ein möglichst hoher Gasdruck resultiert. Ein solcher Überschuß hat ferner den Vorteil, daß aus einem Volumen Kohlen-. säure zwei .Volumen Kohlenoxyd und. aus einem Volumen Wasserdampf drei Volumen Kohlenoxyd und Wasserstoff entstehen. Derartige Kohlenzusätze zwecks Vergrößerung des Gasvolumens sind bei , mit hoher Reaktionstemperatur verbrennenden Sprengstoffen an sich bekannt. Zur Zersetzung. des etwaigen Wasserdampfes kann vorteilhaft an Stelle von Kohle auch eine andere reduzierende Substanz, z. B. Zinkpulver, Verwendung finden.
  • Sätze, die bei gewöhnlichem Druck langsam abbrennen, verpuffen bei höherem Druck meistens finit außerordentlich großer Geschwindigkeit, da dieses, wie oben ausgeführt; unbedingt vermieden werden muß, so werden dem Satze zweckmäßig, wie dieses bei Sprengstoffen zur Flammenlöschung bekannt ist, Substanzen zugefügt, die den Satz zu einem langsamen Abbrennen zwingen, und die bei erhöhter Temperatur möglichst unter Wärmeabsorption Gase entwickeln. Derartige Substanzen sind z. B. Bleikarbonate, Magnesiumkarbonate und ähnliche Stoffe. Auch feste organische Verbindungen, die vorwiegend aus Kohle und Stickstoff bestehen, sind brauchbar und in hohem Maße geeignet, unter Verbilligung des Treibsatzes seinen Nutzeffekt zu steigern. Es liegt im Wesen des beschriebenen Verfahrens, daß im Gegensatz. zu den gewöhnlichen Geschützpulvern die Entwicklung hoher Temperaturen für die Triebkraft ohne Vorteil, für die Stetigkeit des Abbrennens aber ein Nachteil ist. Zweckmäßig wird die Patrone aus Teilen verschiedener Zusammensetzung zusammengestellt, und man nimmt am besten zu dem unteren, d: h.' zuletzt reagierenden Teil der Patrone solche Mischungen, die solche verzögernden Zusätze enthalten; so hat sich beispielsweise als Mischung für den unteren .Teil der Patrone ein Satz folgender Zusammensetzung als zweckmäßig erwiesen r5o Teile Bleinitrat, 50 - Ammonnitrat, 55 - Kohle,! 7o - Bleiweiß. ' Durch Erhöhung , des Prozentsatzes an Ammonnitrat wird die Verbrennungsgeschwindigkeit gesteigert und durch"Erhöhung des Bleikarbonates umgekeht verlangsamt, so daß mit Leichtigkeit jede beliebige Verbrennungsgeschwindigkeit für jeden gewünschten Druck zu erzielen ist.
  • Der Zusatz von Bleikarbonat und ähnlichen Stoffen bietet noch den Vorteil, daß jede Detonationsgefahr ;-des benutzten Gemisches dadurch ausgeschlossen wird.. Die benutzten Sätze werden in einfachster Weise durch Mischen der pulverisierten Bestandteile hergestellt. in ein Rohr aus dünnem Eisenblech eingestampft und behufs Zündung mit einem Abreißzünder versehen. Da es wünschenswert ist, um ein Verschmutzen der Druckgefäße und besonders der Ladekammer des Geschützes zu vermeiden, die Staubentwicklung beim Abbrennen des Satzes herabzumindern, so wird der obere Teil der Patrone zweckmäßig mit einem feinen Drahtsieb verschlossen oder reit einer Anzahl sehr feiner Löcher versehen oder sonstwie geeignet als Staubfänger ausgebildet.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: z. Verfahren zum Betrieb von Geschützen mit von der Geschützkammer getrennter und mit ihr durch ein Ventil verbundener Druckgaskammer, dadurch gekennzeichnet, daß in der Druckgaskammer ein unter den Betriebsverhältnissen nicht kondensierbares Druckgas bei niederer Temperatur auf dem Wege langsamer innerer Verbrennung eines Treibsatzes hergestellt wird.
  2. 2. Treibsatz zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch x, bestehend aus einem Gemisch sauerstoffhaltiger Verbindungen mit starkem Überschuß von Kohle oder anderen, unter Gasentwicklung verbrennbaren Substanzen, die evtl. während der Reaktion Wärme zu binden vermögen und zur Zersetzung etwa vorhandenen Wasserdampfes geeignet sind.
  3. 3. Treibsatz nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch', `einen7: Zusatz von Substanzen, die bei erhöhter Temperatur Gase entwickeln, und dabei zweckmäßig Wärme zu binden imstande sind, wie Bleikarbonat, Magnesiumkarbonat, Eisenkarbonat. q.. Treibsätze nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet; daß Treibsätze verschiedener. Zusammensetzung derart übereinandergeschichtet sind, - daß von der Zündstelle aus der Gehalt an wärmebindenden Stoffen sich steigert. 5. Patrone für die Treibsätze nach Anspruch 2 bis q., dadurch gekennzeichnet, daß der obere Teil der Patronenhülse als Staubfänger ausgebildet ist.
DE1916319032D 1916-07-16 1916-07-16 Verfahren zum Betrieb von Geschuetzen Expired DE319032C (de)

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