DE40873C - Geschofs - Sprengladungen, welche aus verdichteten Gasen ohne oder mit Zusatz von festen Stoffen bestehen - Google Patents

Geschofs - Sprengladungen, welche aus verdichteten Gasen ohne oder mit Zusatz von festen Stoffen bestehen

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DE40873C
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Germany
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hollow
projectiles
filling
explosive
detonator
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Application number
DENDAT40873D
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A. NOBEL in Paris, Avenue Malakoff 53
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F42AMMUNITION; BLASTING
    • F42BEXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
    • F42B12/00Projectiles, missiles or mines characterised by the warhead, the intended effect, or the material
    • F42B12/02Projectiles, missiles or mines characterised by the warhead, the intended effect, or the material characterised by the warhead or the intended effect
    • F42B12/20Projectiles, missiles or mines characterised by the warhead, the intended effect, or the material characterised by the warhead or the intended effect of high-explosive type
    • F42B12/201Projectiles, missiles or mines characterised by the warhead, the intended effect, or the material characterised by the warhead or the intended effect of high-explosive type characterised by target class
    • F42B12/204Projectiles, missiles or mines characterised by the warhead, the intended effect, or the material characterised by the warhead or the intended effect of high-explosive type characterised by target class for attacking structures, e.g. specific buildings or fortifications, ships or vehicles

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
ALFRED NOBEL in PARIS.
Stoffen bestehen.
Der Umstand, dafs 1 edm Schwarzpulver theoretisch 720 Wärmeeinheiten entspricht, von welchen nur 320 zur Geltung kommen, wenn das Pulver explodirt, ferner, dafs 1 edm Sauerstoffgas unter 200 Atmosphären Druck in dem chemischen Bindungsverhältnifs für vollständige Verbrennung mit staubförmiger Kohle gemischt 860 Wärmeeinheiten entspricht, welche nur mit geringem Verlust, also fast ganz zur Wirkung kommen können, hat zu der Erfindung geführt, Hohlgeschosse, wie Granaten und Torpedos, mit luftförmigen, sehr stark comprimirten Sprengstoffen zu füllen. Dabei ist zu beachten, dafs im Sprengstoff sowohl der Brennstoff, als auch der verbrennende (der oxydirende) Stofftheil gasförmig sein können oder einer von beiden tropfbar flüssig oder pulverförmig fest sein kann, endlich aber auch neben diesem ganz oder theilweise luftförmigen Sprengstoff noch andere feste oder flüssige Sprengstoffe vorhanden sein können.
Bei nur luftförmigen Stoffen als Sprengstoffbestandtheilen wird man diese nach einander in den den chemischen Bindungsverhältnissen entsprechenden Mengen in das Hohlgeschofs einpressen und dabei jede Gefahr beim Füllen vermeiden können. Man mufs indessen die durch ihre Compression sich erhitzenden Gasmassen vor dem Einpressen in das Hohlgeschofs stark abkühlen, damit nicht durch die Compressionserhitzung eine Gefahr beim Füllen herbeigeführt wird.
: Die tropfbar flüssigen oder die festen Bestandtheile der Sprengfüllung werden natürlich vor der Einpressung der gasförmigen Körper in das Hohlgeschofs eingebracht. Da die letzteren Körper die Poren und Zwischenräume der festen Körper ausfüllen, ist eine bessere Ausnutzung der Hohlräume in den Sprenggeschossen möglich, als bei Füllung mit nur festen Sprengstoffen.
Zum Füllen mit comprimirtem Gas ist in die Füllöffnung der Geschofswandung A nach innen zunächst ein Rückschlagventil c eingeschraubt, das, wie die Zeichnung in Fig. 1 und 2 erkennen läfst, eine Kugel a als Ventil hat. Auf das Rückschlagventil c wird ein Niederschraubventil D gesetzt und durch dessen Rohransatz e die Gaseinpressung vorgenommen. Beim Wechsel mit auf einander folgenden Gasen wird zur gröfseren Sicherung der schon vorhandenen Füllung mit dem Handrädchen f der Ventilkegel g in den Sitz des Ventils D niedergeschraubt. Nach vollendeter Füllung hält das Rückschlagventil die Ladung so lange zurück, bis das Füllventil D durch die Pfropfenschraube d ersetzt ist, mit welcher eine geeignete Dichtung b in die Füllöffnung zur Unterstützung des Rückschlagventils c eingeprefst wird, Fig. 1.
Durch den Stofs beim Aufschlag eines verfeuerten Geschosses wird der pulver- oder mehlförmig feste oder der tropfbar flüssige Sprengmassentheil derartig innig in den luftförmigen Theil der Sprengladung hinein verstäubt werden, dafs durch die Wirkung irgend
eines der bekannten Perkussionszünder die Explosion vor sich geht. Selbst sehr schwer zur Explosion zu bringende andere der Füllung beigegebene Sprengstoffe werden durch die eintretende Explosion in diese selbst mit hineingerissen werden, weil jedes Theilchen solcher Sprengstoffe jährend der Explosion innig von sehr heifsen Gasen umgeben ist. _ Man kann auf diese Weise mit der theilweisen Füllung von Gas als Sprerigstofftheil für den Transport und die Aufbewahrung sichere Sprenggeschosse herstellen.
.Auch bei den mit sehr grofsen Anfangspressungen aus den Geschützrohren geschleuderten, wie beschrieben gefüllten Hohlgeschossen wird sich der Vortheil geltend machen, dafs die in ihrem Innern vorhandene Spannung dem Druck der beim Verfeuern von ' aufsen kommenden Spannung theilweise das Gleichgewight hält und somit die Wandungen des Hohlgeschosses gegen Eindrücken von aufsen her nicht mehr übermäfsig stark gewählt zu werden brauchen. Dies kommt wieder einem ' gröfseren.benutzbaren Hohl- also Füllraum und somit einer gröfseren Sprengladung zu Gute.
. Bei Anwendung gewisser Zünder ist wegen der hohen Spannung im Hohlgeschofs die Zwischenschaltung eines besonderen explosionsfähigen Zündsatzes i erforderlich, Fig. 3. Der letztere wird in einem gegen Zusammendrücken fest genug gewählten, am besten rohrförmigen Gefäfs 0 mit dem an sich bekannten Zünder | so verbunden, dafs dieser die Explosion der Zündmasse i herbeiführt, letztere ihr Gefäfs 0 sprengt und dadurch die Explosion auf die ■ Füllung des Hohlgeschosses überträgt. Selbstverständlich mufs dazu das Gefäfs ο in den Hohlraum des Geschosses hineinragen, Fig. 1 und 3.
Der chemische Vorgang bei der Explosion der hier angeführten Stoffe ist, wie bei jeder anderen, wesentlich ein Verbrennen. Die dadurch entstehende Wärme veranlafst bekanntlich die gewaltsame Ausdehnung der Verbrennungsproducte.
Welche Stoffe man zur explosiven Füllmasse der Hohlgeschosse wählt, hängt von dem zu erzielenden Zweck ab. In Hohlgeschossen, welche bestimmt sind, Panzerplatten zu durchschlagen, kann der Hohlraum wegen des nöthigen grofsen Gewichtes im Verhältnifs zu den äufseren Abmessungen nur klein sein, und deshalb mufs man in den Hohlraum Sprengstoffsubstanzen einpressen, welche einen möglichst grofsen Sprengeffect geben. Als sehr geeignet, erscheint hierzu als Brennstoff Kohlenstaub und als Y^rbrennungsniittel Sauerstoffgas in einer 2Oj)J>is...5oo Atmosphären betragenden Pressung. Der ganz trocken zu verwendende KöHleristaub würde in der ruhenden Granate auf dem tiefsten Punkt des Hohlraumes gesammelt liegen. Durch die Rotation des Geschossesr während seiner Flugbahn wird sich die Kohle in dem Sauerstoffgas als Staub, also rein mechanisch vertheilen, und die beim Aufschlagen des Geschosses erfolgende Zündung wird den so gestalteten Hohlrauminhalt zur Verbrennung und erfolgreichen Explosion bringen.
Es empfiehlt sich, solche Kohle zu verwenden, welche möglichst wenig Asche hinterläfst, also z. B. Kienrufs, Zuckerkohle und Graphit. Auch kann die fein gepulverte Kohle noch mit Ammonnitrat oder Natriumnitrat gemischt sein4
Füllt der pulverförmiger Körper den Hohlraum des Geschosses aus, so befindet sich das oxydirende, stark gespannte Gas in den Zwischenräumen des Pulvers, und so ist ein inniges Mischen des Hohlrauminhaltes zur Ex-' plosion nicht mehr nöthig.
Für andere Zwecke, bei denen das Verhältnifs der Geschofsabmessungen zum Geschofsgewicbt für die Hohlraumgröfse weniger ungünstig ist, können als Brennstoffe geeignet erscheinen: Wasserstoff, Sumpfgas, Aethylen, Acethylen, Kohlenoxyd, Cyan, Ammoniak, Antracen, und als Verbrennungsmittel aufser Sauerstoffgas: Stickstoffoxydul, Stickstoffoxyd, ja sogar atmosphärische Luft.
Die jn dem (fjtohlraum? eines Geschosses zusammengeprefsten Gak durchdringen sich von selbst gegenseitig, so dafs zur Explosion ihre Mischung nicht besonders erforderlich ist.
Als Brennstoff kann man.auch, wie schon erwähnt, träge, feste Explosivstoffe in Verbindung mit den explosiven Gasgemischen benutzen, also etwa Ammonnitrat oder mit Wasser, OeI, Naphta oder Spiritus getränkte Nitrocellulose. Solche festen Stoffe werden möglichst in Form von porösen Körpern, wie die Schiefsbaumwolle, den Hohlraum zuerst einzunehmen haben, so dafs in ihren Poren die geprefsten Gase Platz nehmen und dadurch eine möglichst innige Mischung und Oberflächenberührung hergestellt wird.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche.·
    ι. Für Hohlgeschosse Sprengladungen, welche ganz aus comprimirten Gasen bestehen, oder nur zum Theil . aus solchen Gasen und zum anderen Theil aus staubförmigen oder porösen Körpern, namentlich Brennstoffen oder selbst Sprengstoffen, welche Ladungen so hergestellt werden, dafs die gasförmigen Bestandteile aufserhalb des Hohlgeschosses comprimirt und gekühlt, und dann in das Hohlgeschofs übergeführt werden.
  2. 2. Zum Füllen von Hohlgeschossen mit com-
    primirtem Gas als Sprengladung und zum Abdichten nach der Füllung die Verbindung des Rückschlagventils c mit dem Speiseventil g und mit der mit Dichtung b versehenen Pfropfenschraube d.
    Zum Zünden solcher nach Anspruch ι. gefüllter Hohlgeschosse die Verbindung eines Zünders \ mit einem in den Gasraum hineinragenden, in einem besonderen Gefäfs ο verschlossenen Zündsätze, der, durch den Zünder zur Explosion gebracht, letztere durch Sprengen seines Behälters ο auf die Sprengladung des Hohlgeschosses überträgt.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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